Schlagwort: Emscherpark

In diesem verschlammten Teich im Emscherpark steckte gestern ein achtjähriger Junge fest. Erboste Eltern fordern eine Absicherung. (Foto: privat)

Junge steckte im Emscherpark in Schlammteich fest: Anfrage im Gemeinderat

Ein achtjähriger Junge ist gestern (6.2.) gegen 16.30 Uhr nach Augenzeugenberichten in den verschlammten Teich im Emscherpark gefallen, der in direkter Nachbarschaft des Spielplatzes liegt. Erst nach zehn Minuten soll die Mutter des Jungen ihren Sohn aus dem Schlamm befreit haben können. Auch ein RTW soll vor Ort gewesen sein

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Rettet den Breitblättrigen Stendelwurz – vor dem populistischen Blödsinn

Es ist wirklich nicht zu fassen, welcher Blödsinn schon bei der Standortsuche für die neue Kindertagesstätte verzapft worden ist. Jüngstes Beispiel: die Kampagne der Initiative Pro Park. Nachdem die selbsternannten Parkwächter inzwischen gemerkt haben dürften, dass ihr unsägliches Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss nächste Woche, der das Baurecht schaffen soll, ins Leere läuft, sprießt plötzlich der Breitblättrige Stendelwurz in den intellektuellen Wüstengebieten Holzwickedes.

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Voraussetzung für Kita-Neubau: Rat konkretisiert Planungsrecht einstimmig

Einstimmig bei 14 Enthaltungen hat am Dienstagabend der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplanes 8a „Gemeindliche Mitte“ zur Errichtung einer Kita im Bereich des Emscherparks beschlossen. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für den Neubau einer Kita auf der Fläche des ehemaligen Hauses Dudenroth nördlich des Parkplatzes Kirchstraße geschaffen.

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Die Sitzung des Umweltausschusses begann heute unter Beteiligung zahlreicher Bürger mit einem Ortstermin im Emscherpark: "Damit auch jeder sieht, worüber er abstimmt", so der Antragsteller Frank Niehaus (BBL). (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Umweltausschuss stimmt für Erhalt der Bäume und gegen den Kita-Neubau

Die Sitzung des Umweltausschusses begann heute unter Beteiligung zahlreicher Bürger mit einem Ortstermin im Emscherpark: "Damit auch jeder sieht, worüber er abstimmt", so der Antragsteller  Frank Niehaus (BBL). (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Sit­zung des Umwelt­aus­schusses begann heute unter Betei­li­gung zahl­rei­cher Bürger mit einem Orts­termin im Emscher­park: „Damit auch jeder sieht, wor­über er abstimmt“, so der Antrag­steller Frank Nie­haus (BBL). (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Den war­tenden Eltern und auch der zustän­digen Lei­terin des Amtes für Familie und Jugend beim Kreis Unna, Sandra Waßen, stand die Ent­täu­schung im Gesicht geschrieben: Mit neun Gegen­stimmen der CDU, des Bür­ger­blocks und der Grünen hat der Umwelt­aus­schuss in seiner Sit­zung heute (17. Sep­tember) gegen die acht Stimmen der SPD und FDP die Fäll­ge­neh­mi­gung für die zehn Bäume auf dem Kita-Standort im Emscher­park abge­lehnt. Damit kann der Bau der drin­gend benö­tigten Kin­der­ta­ges­stätte in der Gemein­de­mitte nicht mehr rea­li­siert werden.

Wenn sich über­haupt noch ein Standort finden sollte, dann wird der Bau der Kita mona­te­lang ver­zö­gern. Als ein­ziger Standort ver­bleibt der­zeit nur noch die zuletzt vom Rat ver­wor­fene Fläche auf dem Fest­platz. Doch für dafür gibt es, Stand jetzt, eben­falls keine Mehr­heit mehr.

Zum Auf­takt der Sit­zung heute trafen sich die Mit­glieder, Ver­treter der Ver­wal­tung, des Archi­tek­tur­büros und zahl­reiche Bürger zum Orts­termin im Emscher­park. Die Ver­wal­tung hatte das Bau­feld, in dem die Kita stehen soll, mit rot-weißem Flat­ter­band gekenn­zeichnet. Schon bei diesem Orts­termin sah sich Fried­helm Klemp, Frak­ti­ons­spre­cher der Grünen, in Erklä­rungs­nöten. Später in der Sit­zung im Rat­haus erläu­terte er noch aus­führ­li­cher die Hal­tung seiner Frak­tion:

Die Grünen hätten für den Standort im Park gestimmt, weil sie für die Kinder eine natur­nahe Erleb­nis­fläche mit großer grüner Fläche dahinter wollten. „Auf dem Fest­platz wäre das nicht gegeben und des­halb sind wir auch wei­terhin gegen diesen Standort.“ Zum Ver­gleich: Die Kita in Opher­dicke werde auf einem rund 4 500 m2 großen Grund­stück gebaut, die in der Gemein­de­mitte nur auf 1 500 m2. Aller­dings seien die Grünen bei der Ent­schei­dung für den Standort im Emscher­park wie die anderen Par­teien auch davon aus­ge­gangen, dass nur wenige Bäume gefällt und mehr ver­sie­gelte Fläche genutzt würde. Dass dies nicht mög­lich sei, habe die Ver­wal­tung erst später mit­ge­teilt.

Grüne hoffen weiter auf Lösung im Park

Anschließend wurde die Sitzung des Umweltausschusses im Rathaus fortgesetzt. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Anschlie­ßend wurde die Sit­zung des Umwelt­aus­schusses im über­füllten Sit­zungs­zimmer des Rat­haus fort­ge­setzt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Noch beim Treffen des Älte­sten­rates in der Vor­woche habe zwi­schen allen Par­teien Kon­sens geherrscht, dass der Bau­körper der Kita in nord­öst­liche Rich­tung ver­schoben werden sollte (Vari­ante 4) „Diese Vari­ante 4, die uns vor­ge­stellt wurde, favo­ri­sieren wir wei­terhin“, so Klemp. „Dann müssten nur drei Bäume gefällt werden und ver­lören nur Zeit bis Anfang Dezember.“

Aller­dings hatte die Ver­wal­tung schon bei dem Treffen vorige Woche darauf hin­ge­wiesen, dass der Bau­körper bei einer solche Pla­nung zu nahe an eine Alt­la­sten­ver­dachts­fläche käme, so dass ein Umwelt­gut­achten erfor­der­lich wäre. Als Folge davon könnte die Kita nicht mehr im Zuge eines ver­ein­fachten Ver­fah­rens rea­li­siert werden, was wei­teren erheb­li­chen Zeit­verzug bedeuten würde.

Wie­viel Zeit tat­säch­lich dabei ver­loren ginge, dar­über war sich der Aus­schuss uneins: Bei dem Treffen des Älte­sten­rates war „von einem Jahr“ die Rede, wie die Ver­wal­tung mit­teilte. Fach­be­reichs­leiter Uwe Nett­len­busch wollte sich dagegen heute auf Nach­frage von Diana Cordova in der Bür­ger­fra­ge­stunde auf keinen Zeit­raum fest­legen. Die Mul­tis­port­an­lage, so eine wei­tere Frage der Bürger, sei nicht von der Alt­la­sten­ver­dachts­fläche betroffen gewesen, weil für diese kein Ein­griff in den Boden not­wendig war.


So etwas wie einen kleinen Dienstweg gibt es in Umwelt­fragen nicht.“

Bernd Kasischke, 1. Bei­geord­neter der gemeinde

Zwar betonte Fried­helm Klemp heute auf Nach­frage von Detlef Drossel, dem Ehe­mann der Bür­ger­mei­sterin, dass mit­unter Ent­schei­dungen auch gegen Bäume not­wendig sind. Auch für die Erwei­te­rung der Paul-Ger­hardt-Schule seien 15 Bäume gefällt worden. „Es gibt eben Dinge, da geht das Sozi­al­wohl vor.“ Doch zehn Bäume im Park waren den Grünen dann doch zuviel. Sie knüpfen ihre Hoff­nung an eine Lösung jetzt daran, dass die Ver­wal­tung „auf dem kleinen Dienstweg“ mit dem Kreis bis zur näch­sten Rats­sit­zung klären kann, ob bei der von ihnen favo­ri­sierten Pla­nungs­va­ri­ante auf eine nähere Prü­fung der Alt­la­sten­ver­dachts­fläche ver­zichtet werden kann. Dass dies kaum mög­lich ist, hatte Bei­geord­neter Bernd Kasischke aller­dings schon in der Sit­zung erklärt. „So etwas wie ‚einen kleinen Dienstweg‘ gibt es in Umwelt­fragen nicht.“

Für SPD und FDP ist Zeitfaktor entscheidend

Nach den Aus­füh­rungen der Grünen ging es relativ schnell, da ja auch alle Argu­mente hin­läng­lich aus­ge­tauscht sind: SPD-Spre­cher Michael Klim­ziak betinte noch einmal, dass seine Frak­tion genau wie die FDP den Standort im Park schon immer für den rich­tigen gehakten haben. Das dann am Ende nur noch die jetzt vor­lie­gende Pla­nung als letzter Standort übrig geblieben ist und nicht die Vari­ante 4, auf die sich alle in der Vor­woche geei­nigt hatten, habe auch seine Frak­tion über­rascht. „Wir können uns aber keine wei­tere Ver­zö­ge­rung mehr erlauben und stimmen des­halb für diese Pla­nung, wohl­wis­send, dass dafür dann zehn Bäume fallen müssen.“ 

Ähn­lich sah es auch FDP-Spre­cher Lars Berger: „Für uns ist die Ver­zö­ge­rung der ent­schei­dende Punkt. Wir halten den Standort wei­terhin für optimal geeignet.“

Die Spre­cher CDU und des Bür­ger­blocks appel­lierten dagegen, die Bäume zu erhalten: Dass für die Kita zehn Bäume gefällt und wei­tere Fläche im Park ver­sie­gelt werden soll, wäh­rend nur ein paar Meter weiter bereits ver­sie­gelte Fläche auf dem Fest­platz unge­nutzt bleibt, sei den Bür­gern kaum zu ver­mit­teln.

Neuer Beschluss frühestens im Dezember

Als Kon­se­quenz aus der Abstim­mung im Umwelt­aus­schuss wird der Kita-neubau von der Tages­ord­nung des näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schusses (9. Oktober) genommen. Da es keinen Standort mehr gibt, auf dem die Kita gebaut werden könnte, macht eine Bera­tung in diesem Fach­aus­schuss keinen Sinn mehr. Im Gemein­derat (11. Oktober) zwei Tage später wird auf Emp­feh­lung des Umwelt­aus­schusses heute dann vor­aus­sicht­lich der nötige Rats­be­schluss erfolgen. Frü­he­stens in der Rats­sit­zung Anfang Dezember könnte dann über einen Standort für die Kita beraten werden.

Die Lei­terin des Kreis­ju­gend­amtes, San­dras Waßen, äußerte sich in einer ersten Stel­lung­nahme nach der Sit­zung: „Der Beschluss heute bedeutet natür­lich eine wei­tere erheb­lich Ver­zö­ge­rung. Wie es jetzt wei­ter­geht, weiß ich im Moment auch nicht. Wir können die Kinder aber nicht mehr lange in den Über­gangs­con­tai­nern unter­bringen. Abge­sehen davon kostet jeder Tag in den Con­tai­nern auch eine Menge Geld.“

AWO fordert Beschluss zum Kita-Neubau im Emscherpark

Das Lan­des­ju­gendamt äußerte erheb­liche Bedenken wegen der Unter­brin­gungs­si­tua­tion der Kinder: die Kita-Über­gangs­lö­sung an der Rausinger Halle. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO), Träger der geplanten Kita im Emscher­park, for­dert ein klares Bekenntnis zum Kita-Standort. Aller­dings belässt es die AWO nicht bei einer For­de­rung, son­dern prä­sen­tiert auch Vor­schläge für eine kon­struk­tive Lösung.

Die Arbei­ter­wohl­fahrt sieht sich als zuver­läs­sige Part­nerin des Kreises Unna und der kreis­an­ge­hö­rigen Kom­munen bei der Schaf­fung von aus­rei­chenden und guten Betreu­ungs­plätzen für die Klein­sten in unseren Kom­munen. Aus diesem Selbst­ver­ständnis heraus ist es unser Anliegen, Pro­jekte und Auf­träge, die uns ange­tragen werden, ver­läss­lich und planbar umzu­setzen“, heißt es in einer Pres­se­er­klä­rung der AWO zu dem in Holzwickede wieder auf­ge­flammten Streit um die neue Kita. 

Nach dem Rats­be­schluss vom 12. Juli zum Standort der Kita im Emscher­park haben sich Dis­kus­sionen ergeben, die „einer zeit­nahen Umset­zung des Rats­be­schlusses im Wege stehen könnten“, heißt es in der Erklä­rung weiter. Diese Ent­wick­lung sehen die Ver­ant­wort­li­chen der AWO „mit großem Bedauern, da durch die Unwäg­bar­keiten und die öffent­liche poli­ti­sche Dis­kus­sion erneut in erheb­li­chem Umfang Unsi­cher­heiten ins­be­son­dere in der Eltern­schaft und bei den Mit­ar­bei­tern der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung aus­ge­löst werden. Diese wirken sich sehr bela­stend auf alle Betei­ligten aus.“

Konstruktive Lösungsvorschläge

Auch die Über­gangs­lö­sung in Opher­dicke, ursprüng­lich für zwei Jahre ange­legt, geht bereits ins fünfte Jahr. (Foto: AWO Kreis Unna)

Nach dem Infor­ma­ti­ons­stand der AWO ist die vor­ge­se­hene Fläche „nach inten­siven Prü­fungen durch die Ver­wal­tung das einzig rea­li­sier­bare Bau­ge­biet im Emscher­park“, heißt es in der Erklä­rung der AWO weiter. „Die dafür not­wen­digen Baum­fäl­lungen bzw. –ver­set­zungen, oder die Erin­ne­rung an das Haus Duden­roth sollten dabei nicht gegen den Kita-Neubau aus­ge­spielt werden.

Gemeinsam mit der UKBS, die den Kin­der­garten bauen wird, hat sich die AWO-Geschäfts­füh­rung des­halb in der ver­gan­genen Woche an die Vor­sit­zenden der Rats­frak­tionen gewandt und „kon­struk­tive Vor­schläge zur Wei­ter­ent­wick­lung der Dis­kus­sion“ gemacht.

Danach soll der natur­päd­ago­gi­sche Ansatz, der bereits zum Kon­zept der AWO-Kita Son­nen­blume gehört, auch im neuen Gebäude wei­ter­ver­folgt werden. Dort sollen die Kinder „aktiv und mit allen Sinnen Natur, Umwelt und die Ver­än­de­rungen eines natur­nahen Lebens­raumes erleben“. Kon­kret schlägt die AWO vor: „Die Anlage einer Streu­obst­wiese durch die UKBS vor dem Kita­ge­lände könnte sowohl als Kom­pen­sa­tion des bis­he­rigen Baum­be­standes posi­tive Wir­kungen erzielen, als auch die päd­ago­gi­sche Arbeit der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung berei­chern.“

Auch das ehe­ma­lige Haus Duden­roth, das früher in diesem Bereich bestand, könnte eine Wür­di­gung erfahren, so die AWO, „indem auf dem Bau­körper eine bild­liche Dar­stel­lung des Rit­ter­gutes oder eine ander­wei­tige farb­liche Gestal­tung imple­men­tiert wird“. Dar­über hinaus könnte auch ein Hin­weis auf den Namen und die Bedeu­tung von Haus Duden­roth seinen Platz auf dem Gelände finden.

Landesjugendamt könnte Container schließen

For­dert ein Ende der Über­gangs­lö­sungen: AWO-Geschäfts­führer Rainer Göp­fert. (Foto: AWO Kreis Unna)

AWO-Geschäfts­führer Rainer Goe­pfert macht deut­lich, warum der bestehende Rats­be­schluss jetzt umge­setzt werden muss: „Die Modullösung in Opher­dicke wurde 2014 für maximal zwei Jahre errichtet, geht aber mitt­ler­weile in das fünfte Kin­der­gar­ten­jahr. Die Module an der Rausinger Halle waren als Über­gang für ein Jahr gedacht, aber sind nun in das zweite Jahr gestartet.“ Ach das Lan­des­ju­gendamt habe bei seiner jüng­sten Bege­hung am 4. Sep­tember „erheb­liche Bedenken an der gesamten räum­li­chen Situa­tion ange­meldet und als zustän­dige Auf­sichts­be­hörde ein Ende des der­zei­tigen Zustandes ein­ge­for­dert“, so Rainer Goe­pfert weiter. „Ich möchte nicht ris­kieren, dass das Lan­des­ju­gendamt einen unserer Über­gangs­stand­orte schließt, ohne dass wir eine räum­liche Alter­na­tive haben.“

Auch AWO-Unter­be­zirks­vor­sit­zender Wil­fried Bart­mann hat wenig Ver­ständnis für den erneut auf­ge­flammten Streit um den Standort der neuen Kita: „Nach meh­reren Jahren der Stand­ort­suche und dem Ver­werfen eines bereits bestehenden Rats­be­schlusses, muss es nun end­lich ein klares poli­ti­sches Bekenntnis zum geplanten Kita-Standort im Emscher­park geben, auch um die berech­tigten Inter­essen der Holzwickeder Fami­lien und ihrer Kinder an einem aus­rei­chenden und guten früh­kind­li­chen Bil­dungs­an­gebot zu berück­sich­tigen.“

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