HWK-Abteilungsleiter Ausbildungsberatung: Tobias Schmidt. (Foto: HWK Dortmund)

Appell an Jugendliche: Noch viele freie Lehrstellen in Handwerk, Industrie und Handel

Fast 400 freie Lehrstellen gibt es derzeit noch im Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, rund 100 im Bezirk der Industrie und Handelskammer (IHK) zu Dortmund – dabei ist das neue Ausbildungsjahr schon ein paar Wochen alt. Ob in den Kreisen Soest und Unna, in Hamm, Herne, Bochum, Hagen oder Dortmund: In unterschiedlichsten Berufen wird weiterhin nach jungen Menschen gesucht, die eine qualifizierte Ausbildung absolvieren möchten.

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Hermann Schiefer, Geschäftsführer des Kindergartenwerkes, und KiTa-Fachberaterin Sandra Niggemeier starten die neue Internetseite für die Kindertagesstätten im Ev. Kirchenkreis Unna. (Foto: kk-ekvw)

Ev. Kindergärten in neuem Look und mit eigener Internetseite

Bunt geht es her in den 25 Kindertagesstätten im Evangelischen Kirchenkreis Unna. Gemeinsamkeit steht im Vordergrund und die Ermutigung, eigene Wege zu finden. Das alles unter Gottes Schutz und Segen. Diese Aspekte werden sichtbar in dem neuen Design von Logo und Homepage der Kindergärten und des Kindergartenwerkes im Ev. Kirchenkreises Unna. Pünktlich zum 1. Oktober ging zudem die Internetseite www.ev-kigawerk-unna.de an den Start.

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Ein offenes Ohr für junge Familien: Katja Kortmann ist Ansprechpartnerin im Familienbüro an der Hauptstraße 28 in Holzwickede. (Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna)

Anlaufstelle auch in Corona-Zeiten: Familienbüro geöffnet

Auch in Corona-Zeiten gut erreichbar: Das neue Familienbüro an der Hauptstraße 28 hilft jungen Eltern bei vielen Fragen unkompliziert weiter. Ansprechpartnerin Katja Kortmann lädt ein, einfach mal vorbeizukommen: "Ich bin gern hier vor Ort für die Familien da. Beachtet werden müssen nur die geltenden Hygieneregeln."

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Gemeinsam Durchstarten im Kreis Unna: Mehr Teilhabe für junge Geflüchtete

Jungen Geflüchteten mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung im Alter von 18 bis 27 Jahren mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Qualifizierung, Ausbildung und Arbeitsmarkt zu ermöglichen – das ist das Ziel des Projekts "Gemeinsam Durchstarten im Kreis Unna". Zuletzt hat der Kreis im Juni 2020 die Teilhabemanager vorgestellt – ein Baustein des Projekts. Jetzt hat der Kreistag die Vergabe vier weiterer Bausteine bestätigt.

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Dominik Heddram, Auszubildender bei der Chemikalien-Gesellschaft Hans Lungmuß mbh & Co. KG, Uwe Lungmuß, Geschäftsführer der Chemikalien-Gesellschaft Hans Lungmuß mbh & Co. KG, Heinz-Herbert Dustmann, IHK-Präsident, Stefan Schreiber, IHK-Hauptgeschäftsführer, und Michael Ifland, IHK-Geschäftsführer. (Foto: IHK zu Dortmund - Oliver Schaper)

IHK zu Dortmund feiert 50 000. Ausbildungsvertrag in zehn Jahren

Eine außergewöhnliche Premiere gab es für die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund am 10. September zu feiern: Zum ersten Mal seit Beginn der 1990er-Jahre konnte sie in ihrer IHK-Region mit den Städten Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna seit 2011 jedes Jahr mehr als 5.000 neu eingetragene Berufsausbildungsverhältnisse verzeichnen. „Die gesamte Zahl von 50.000 in 10 Jahren ist schon etwas Besonderes, auf die unsere ausbildenden Unternehmen stolz sein können“, betonte IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann.

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Regionales Ausbildungsmanagement: Passgenaue Beratung als Modell für NRW

Unter der Regie der Werkstatt Unna konnten über 100 Jugendliche passgenaue vermittelt werden: Eine Auszubildende räumt, angeleitet von einer Verkäuferin, ein Regal im Supermarkt ein. (Symbolfoto: Fotolia)
Unter der Regie der Werkstatt Unna konnten über 100 Jugendliche passgenaue vermittelt werden: Eine Auszubildende räumt, angeleitet von einer Verkäuferin, ein Regal im Supermarkt ein. (Symbolfoto: Fotolia)

Ausbildungsfähige Jugendliche finden keine Lehrstelle, Ausbildungsbetriebe können ihre Nachwuchsstellen nicht besetzen, weil sie nicht den passenden Bewerber finden. Diese schon typische Situation der Vorjahre könnte sich im Zuge der Corona-Pandemie bis zum Herbst erheblich zuspitzen, wenn Betriebe in wirtschaftlichen Notsituationen ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen können. Das „Regionale Ausbildungsmanagement“ im Kreis Unna hatte es sich erfolgreich zum Hauptanliegen gemacht, Betriebe und Jugendliche passgenau zusammenzubringen. Das Modellprojekt wird jetzt im Lande Schule machen: Die Impulse werden bei der laufenden Neugestaltung des Übergangssystems von Schule zu Beruf einfließen.

Dies sicherten Stephanie Pudenz, Referatsleiterin im Ministeriumfür Schuleund Bildung, sowie Dr. Jens Stuhldreier, Referatsleiter im NRW-Arbeitsministerium, zu. Auf Einladung von Landrat Makiolla tagte September eine hochkarätige Expertenrunde am 9. September im Kreishaus.

Mehr als 1.000 Jugendliche und 550 Betriebe beraten

Auf Einladung von Landrat Michael Makiolla tagte eine hochkarätige Expertenrunde zum Thema Ausbildungsmanagement im Kreishaus. (Foto: mobilotat.de)
Auf Einladung von Landrat Michael Makiolla tagte eine hochkarätige Expertenrunde zum Regionalen Ausbildungsmanagement im Kreishaus. (Foto: mobilotat.de)

Von 2017 bis 2019 wurden im Rahmen des Modellversuches „Regionales Ausbildungsmanagement“ (RAM) unter der Regie der Werkstatt im Kreis Unna im Kreis Unna/Hamm über 1.000 Jugendliche und mehr als 550 Betriebe erreicht und intensiv beraten. Am Ende fanden nach passgenauer Vermittlung 100 junge Menschen den Weg zum Berufsabschluss. Entwickelt und getragen wurde der innovative Ansatz von den Geschäftsführungen und Leitungen aller relevanten Arbeitsmarktakteure, von der Bundesagentur für Arbeit und den beiden Jobcentern im Kreis Unna und Hamm, über die IHK zu Dortmund, die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft Hellweg, den DGB bis hin zum Kreis Unna. Zentrale Zielgruppe waren ausbildungsfähige Jugendliche ohne Berufsabschluss an den Berufskollegs der Region. Die praktische Umsetzung erfolgte durch die Werkstatt im Kreis Unna, die auch die Förderung beim Arbeitsministerium NRW und dem europäischen Sozialfond einlobte.

Frühe und individuelle Berufsortientierung wichtig

Die Auswertung der beteiligten Partner Ende 2019 fiel überaus positiv aus, und man verabredete sich darauf, gemeinsam mit den beiden zuständigen Ministerien (Arbeit und Schule) Bilanz zu ziehen. Die hochkarätige Runde war sich einig: Das Ausbildungsmanagement war erfolgreich, auch als Baustein in der erfolgreichen Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit im Kreis. Gelernt haben alle Beteiligten: Der Schwerpunkt müsse bei einer frühzeitigen und individuellen Berufsorientierung ausbildungsfähiger Jugendlicher liegen. Wenn passgenaue und motivierte Bewerber*nnen gefunden wären, seien auch die nötigen Lehrstellen verfügbar und zu besetzen. Berufsorientierung allein in den allgemeinbildenden Schulen reiche nicht aus, gerade auch in den Berufskollegs müsse eine weitere Potenzialberatung und frühzeitige Orientierung erfolgen, damit Schülerinnen und Schüler hier keine sinnlosen „Warteschleifen“ drehen und am Ende doch am höheren Schulabschluss scheitern, empfahl auch Dr. Heike Stiepelmann, Schulleiterin des Friedrich-List-Berufskolleg Hamm.

„Es wird eine Daueraufgabe bleiben, Jugendliche gerade aus den Berufskollegs und verfügbare Stellen in der Region systematisch zusammenzubringen.“

Herbert Dörmann (Werstatt Unna)

Landrat Michael Makiolla hofft: „Es wäre gut und wünschenswert, wenn das Land erfolgreiche Elemente des regionalen Ausbildungsmanagements, wie etwa die zielgerichtete Beratung von Berufsschülern, in sein Regelsystem einarbeiten würde. Dies könnte sowohl grundsätzlich beim Kampf gegen den Fachkräftemangel helfen als auch in der momentanen Corona-Krise eine wichtige Unterstützung bieten“. Für Werkstatt-Geschäftsführer Herbert Dörmann sprechen die aktuellen Ausbildungszahlen für sich. Von den 3.680 Lehrstellenbewerbern im Bereich der Arbeitsagentur Hamm waren im August noch immer 700 unversorgt. Auf der anderen Seite blieben bisher noch 634 der 3.113 Ausbildungsstellen unbesetzt: „Es wird eine Daueraufgabe bleiben, Jugendliche gerade aus den Berufskollegs und verfügbare Stellen in der Region systematisch zusammenzubringen“, sagt Dörmann. Der Landrat und der Werkstatt-Geschäftsführer werden die Ergebnisse des Modellprojektes und die daraus abgeleiteten Forderungen und Empfehlungen jetzt noch einmal beiden Fachministern schriftlich mitteilen. Dass die Briefe dort auf offene Ohren treffen, sicherten deren Vertreter bei der Fachtagung im Kreishaus zu.

Schulsozialarbeit dauerhaft finanziert

Die Landesregierung NRW hat die Weiterfinanzierung der Schulsozialarbeit sichergestellt. Darauf weist jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Markowski hin. "Die wertvollen Angebote der Schulsozialarbeit (bleiben) auch über den 31. Dezember 2020 hinaus in vollem Umfang erhalten", erklärte NRW Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer dazu nach der Grundsatzentscheidung Ende August.

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