Die neuen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße 11 und 11a weisen erhebliche Baumängel auf. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

SPD stellt klar: Vor Entscheidung über Flüchtlingsunterkünfte noch Klärungsbedarf

Die neuen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße 11 und 11a weisen erhebliche Baumängel auf. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Die neuen Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße 11 und 11a weisen erheb­liche Bau­mängel auf. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

In der vorigen Woche hat die SPD-Frak­tion einen Antrag zur Grund­stücks­be­vor­ra­tung gestellt sich vor diesem Hin­ter­grund auch für den Abriss der Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße aus­ge­spro­chen. Heute (29. Januar) sieht sich SPD-Frak­ti­ons­chef Michael Klim­ziak zu einer Klar­stel­lung des Antrages seiner Frak­tion ver­an­lasst: „Es wurde mit­unter der Anschein erweckt, dass die SPD so schnell wie mög­lich die Abriss­bagger bestellen will, um die Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße abzu­reißen, um dort bezahl­baren Wohn­raum zu errichten“, so Michael Klim­ziak. „Das ist natür­lich nicht der Fall. Eine Sanie­rung muss aber auch wirt­schaft­lich ver­tretbar sein.“ 

Fakt sei, dass die Ver­wal­tungs­spitze seine Frak­tion wäh­rend der Klau­sur­ta­gung im Herbst dar­über unter­richtet habe, dass bei den beiden Holz­bauten bis zum dama­ligen Zeit­punkt schon Bau­mängel in Höhe von 200.000 Euro auf­ge­treten sind. „Außerdem wurde uns berichtet, dass die aus­füh­rende Firma, die anschei­nende nur noch einen Brief­ka­sten in Ham­burg unter­hält, auf keine Regress­an­sprüche der Gemeinde ein­ge­gangen ist bzw. über­haupt nicht reagiert hat“, sagt Klim­ziak. „Die Erfolgs­chance, die For­de­rungen der Gemeinde durch­zu­setzen, sah die Ver­wal­tungs­spitze als äußerst gering an.“ Diese habe wei­terhin erklärt, dass sich die Flücht­lings­lage ent­spannt habe und man bequem auf einen Gebäu­de­körper ver­zichten könne.

Regressansprüche und Wirtschaftlichkeit prüfen

Vor einer Ent­schei­dung über Abriss oder Sanie­rung der Flücht­lings­un­ter­künfte seien selbst­ver­ständ­lich noch einige Vor­aus­set­zungen zu schaffen, betont Klim­ziak: „Zunächst muss geklärt werden, ob das Bau­un­ter­nehmen in Regress genommen werden kann.“ Dazu seien seien mit der Wahr­neh­mung der Inter­essen der Gemeinde beauf­tragt worden. „Hier ist der letzte Stand meiner Infor­ma­tion, dass der von uns beauf­tragte Anwalt inzwi­schen Kon­takt zum geg­ne­ri­schen Anwalt hat.“

Das Ergebnis muss natür­lich abge­wartet werden, so Klim­ziak weiter. „Sollte es aller­dings nicht zum Erfolg für die Gemeinde führen, wird man ernst­haft dar­über nach­denken müssen, ob es zu recht­fer­tigen ist, 1/​5 der Inve­sti­ti­ons­summe in die Instand­hal­tung zu inve­stieren, wohl wis­send, dass damit das Ende der Fah­nen­stange wohl nicht erreicht ist.“ 

Für eine ver­nünf­tige Wirt­schaft­lich­keits­prü­fung müsse „ganz genau fest­stehen, was eine Sanie­rung kostet und ob es bei den 200.000 Euro bleibt“, räumt der SPD-Chef ein. „Erst danach können wir uns die Errich­tung von bezahl­barem Wohn­raum auf diesem Grund­stück sehr gut vor­stellen und würden das auch favo­ri­sieren.“

In der Rah­men­pla­nung des Bahn­hofes und des Bahn­hof­um­feldes werde auch das Augen­merk auf die gezielte Ent­wick­lung von bezahl­barem Wohn­raum im Ein­zugs­be­reich von Hal­te­stellen des schie­nen­ge­bun­denen Per­so­nen­nah­ver­kehrs gespro­chen. „Wir reden also hier von einer Mit­tel­frist-Pla­nung, die von den genannten Fak­toren abhängig ist, nicht von einem schnellen Abriss der Unter­künfte.“

Flüchtlingsunterkünfte Bahnhofstraße: CDU drängt weiter auf Erhalt der Häuser

Die CDU-Frak­tion über­zeugte sich vor Ort von der bau­li­chen Situa­tion in den Unter­künften an der Bahn­hof­straße. (Foto: privat)

Die Mit­glieder der CDU-Rats­frak­tion machten sich gestern Abend (27.1.) selbst ein Bild von der bau­li­chen Situa­tion der Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße. Mit dabei waren auch der 1. Bei­geord­nete Bernd Kasischke sowie Uwe Nett­len­busch und Andreas Schröter vom Fach­be­reich Tech­ni­sche Dienste der Gemeinde.

Bei der Bege­hung wurde deut­lich, dass die Schäden auf hand­werk­liche Fehler des Bau­un­ter­neh­mers zurück­zu­führen sind. Hier wurde offenbar bei der Errich­tung nicht nach den gel­tenden Regeln der Technik gear­beitet. Für die Besei­ti­gung der Schäden ist klar der Bau­un­ter­nehmer in der Ver­ant­wor­tung, der dafür in Regress zu nehmen ist.

Baunternehmen soll Schaden beseitigen

Die CDU-Frak­tion zeigt sich befremdet davon, dass andere die Häuser am lieb­sten abreißen und neu bauen würden. Ange­sichts der hohen Inve­sti­ti­ons­umme über 1.000.000 Euro kommt ein vor­zei­tiger Abriss inner­halb eines bestehenden Rechts­streits mit einem Unter­nehmer einer Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern gleich. Daher setzt sich die CDU-Frak­tion wei­terhin dafür ein, den Ver­ur­sa­cher des Scha­dens haftbar zu machen.

Solange der Rechts­streit besteht, würde ein Abriss der Häuser die Ver­fah­rens­grund­lage ent­ziehen. Außerdem sei es nicht ver­tretbar, für die Fehl­lei­stungen eines Bau­un­ter­neh­mens den Steu­er­zahler in die Pflicht zu nehmen, so Frank Mar­kowski. Zum juri­sti­schen Scha­dens­nach­weis kann ein Beweis­si­che­rungs­ver­fahren bzw. ein Gut­achten erstellt werden. Schluss­end­lich ist auch noch die Frage unbe­ant­wortet, wie sich die Flücht­lings­si­tua­tion in den kom­menden Jahren ent­wickeln wird und wie stark der Bedarf nach Unter­brin­gungs­plätzen in der Gemeinde sein wird, fasst der Frak­ti­ons­vor­sit­zender die Hal­tung der CDU zusammen.


Kommentar:

Abriss ist die teuerste Lösung

Fragen Sie sich am besten mal selbst: Würden Sie Ihr Auto ver­schrotten, das noch 10.000 Euro wert ist, nur weil eine ärger­liche Repa­ratur von 2.500 Euro fällig ist? Wenn Sie diese Frage vor­be­haltlos mit Ja beant­worten würden, gehören Sie ver­mut­lich zu denen, die auch die Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße abreißen wollen.

Sicher, der Ver­gleich mag wie alle hinken. Aber er trifft genau den Kern, um den es in der Dis­kus­sion um die Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße geht. Alles andere, von einem angeb­lich kom­pli­zierten Rechts­streit über die zuge­geben ver­lockenden Aus­sicht, ein rares Gemein­de­grund­stück für bezahl­baren Wohn­raum frei­zu­räumen bis hin zu der Frage, wo Flücht­linge am besten inte­griert werden können, sind nur Nebel­kerzen, die von der eigent­li­chen Pro­ble­matik ablenken.

Dass die Ver­wal­tungs­spitze ernst­haft vor­ge­schlagen hat, die beiden Unter­künfte abzu­reißen und die SPD-Frak­tion bereit ist, darauf ein­zu­steigen, zeigt nur, dass von Haus­halts­recht und bilan­zi­eller Abschrei­bung aktuell keiner der Ver­ant­wort­li­chen im Rat­haus hin­rei­chend Ahnung hat.

Dabei ist die Sache doch eigent­lich ganz ein­fach: Vor knapp vier Jahren sind die Holz­ba­racken für eine satte Mil­lion Euro gebaut worden. Mit dieser Summe stehen sie im Haus­halt der Gemeinde und sind längst noch nicht abge­schrieben. Viel­mehr stehen sie da noch immer mit einem Rest­buch­wert von schät­zungs­weise ca. 800.000 Euro. Richtig gelesen: Denn auch wenn die Holz­ba­racken Bau­mängel haben, stellen sie doch, zumin­dest bilan­ziell, wert­volles Eigen­ka­pital dar.

Rotstift oder Haushaltsdefizit

Wer die beiden Unter­künfte nun abreißen will, ver­nichtet dieses Eigen­ka­pital der Gemeinde. Daher m u s s der Gegen­wert von ca. 800.000 Euro im selben Haus­halts­jahr als Ver­lust (!) abge­schrieben werden. Auf einen Schlag geriete der mühsam erkämpfte Haus­halts­aus­gleich aus den Fugen und die Gemeinde müsste ein Haus­halts­de­fizit in dieser Höhe aus­weisen. Oder aber, so ver­langt es die Gemein­de­ord­nung, Ein­spa­rungen in glei­cher Höhe im Haus­halt vor­nehmen: Wir dürfen gespannt sein, wo der Rot­stift ange­setzt würde: beim neuen Rat- und Bür­ger­haus? Bei der Digi­ta­li­sie­rung der Schulen? Oder bei der Erwei­te­rung der Duden­roth­schule?

Wie prak­tisch, dass die Kom­mune da ihre Rech­nungs­prü­fung selbst durch­führt. Jeder ordent­liche Steu­er­prüfer würde wohl in Ohn­macht fallen, wenn er für eine derart vor­sätz­liche Geld­ver­nich­tung die Ver­ant­wor­tung tragen müsste.

Apropos Ver­ant­wor­tung. Dass die Unter­künfte schlimme Bau­mängel auf­weisen, für die das aus­füh­rende Bau­un­ter­nehmen ver­ant­wort­lich ist, weiß man im Rat­haus schon seit mehr als zwei Jahren. Da muss die Frage erlaubt sein: Warum wurde das Unter­nehmen bis­lang nicht in Regress genommen? Bis­lang wurde auch noch keine Klage auf den Weg gebracht, wie der 1. Bei­geord­nete auf Nach­frage bestä­tigte.

Die Begrün­dung der Ver­wal­tungs­spitze, dass das ver­ant­wort­liche Bau­un­ter­nehmen nicht reagiert und erreichbar sei, ist – mit Ver­laub – lächer­lich. Dass in einer sich anbah­nenden juri­sti­schen Aus­ein­an­der­set­zung ein Beschul­digter nicht reagiert oder abtaucht, ist leider der Nor­mal­fall. Sonst wäre ja keine Klage nötig. Würde jeder, der in einem Rechts­streit auf stur stellt, damit durch­kommen, gebe es wohl keine Klagen mehr vor deut­schen Gerichten. 

Mitverantwortung der Gemeinde

Warum die Ver­wal­tungs­spitze so zöger­lich agiert, dürfte indes klar sein: Ganz offenbar trägt die Gemeinde selbst eine gehö­rige Por­tion Mit­ver­ant­wor­tung. Schließ­lich hat die eigene Bau­ver­wal­tung sei­ner­zeit die Bau­auf­sicht geführt. Lässt sich nicht mehr fest­stellen, wer die Bau­akten gegen­ge­zeichnet hat? Dann hätte man doch den Ver­ant­wort­li­chen.

Auch der Archi­tekt, übri­gens ein Mit­glied der Frak­tion des Bür­ger­blocks, will nach eigener Aus­sage nichts mit der Bau­auf­sicht zu tun gehabt haben, obwohl er doch bei nahezu allen Orts­ter­minen dabei war und das aus­füh­rende Bau­un­ter­nehmen sogar emp­fohlen hat. Es wäre auch ein­fach zu pein­lich, in einem Rechts­streit ein­räumen zu müssen, dass die eigene Bau­auf­sicht offen­sicht­lich ihre Auf­gabe nicht richtig wahr­ge­nommen hat. Mög­li­cher­weise wurden aber auch Fri­sten im Rat­haus ver­säumt, so das eine Klage gar nicht mehr mög­lich ist.

Vor diesem Hin­ter­grund ist es bei­nahe sogar ver­ständ­lich, dass die Ver­wal­tungs­spitze sich das lei­dige Pro­blem an der Bahn­hof­straße mög­lichst schnell vom Hals schaffen will.

von Peter Gräber

Die Brücke über die B1-Brücke Kurze Straße ist in der Nacht zum heutigen Sonntag abrissen worden: Deutlich zu erkennen ist das Sandbett, das auf der B1 aufgeschüttet wurde, um Beschädigungen der Fahrbahn zu vermeiden. (Foto: F. Brockbals)

Abrissbagger leisten ganze Arbeit: B1-Brücke Kurze Straße ist Geschichte

Die Brücke über die B1-Brücke Kurze Straße ist in der Nacht  zum heutigen Sonntag abrissen worden: Deutlich zu erkennen ist das Sandbett, das auf der B1 aufgeschüttet wurde, um Beschädigungen der Fahrbahn zu vermeiden. (Foto: F. Brockbals)
Die Brücke über die B1-Brücke Kurze Straße ist in der Nacht zum heu­tigen Sonntag abrissen worden: Deut­lich zu erkennen ist das Sand­bett, das auf der B1 auf­ge­schüttet wurde, um Beschä­di­gungen der Fahr­bahn zu ver­meiden. (Foto: F. Brock­bals)

Die fast 60 Jahre alte Brücke Kurze Straße über die A40 (heu­tige B1) ist Geschichte: In der Nacht zu Sonntag (26. Januar) zer­legten ins­ge­samt fünf Abriss­bagger im Auf­trag der DEGES Deut­sche Ein­heit Fern­stra­ßen­pla­nungs- und ‑bau GmbH das Bau­werk. Der Stra­ßen­ver­kehr auf der dar­unter lie­gende B1 zwi­schen der Abfahrt Holzwickede und dem Kreuz Unna/​Dortmund wurde in beiden Rich­tungen kom­plett gesperrt.

Im Laufe des Tages müssen noch einige Rest­ar­beiten erle­digt werden. Ab morgen 5 Uhr soll der Ver­kehr dann wieder frei­ge­geben werden. Aller­dings bleibt die Fahr­bahn­breite auf der B1 im Bau­stel­len­be­reich für die Dauer der Bau­ar­beiten ver­engt.

Ganz so schnell wie die Brücke abge­rissen wurde, kann sie aller­dings nicht ersetzt werden: DEGES-Pro­jekt­leiter Karl-Heinz Auk­schun geht von einer Bau­zeit von einem Jahr für das Ersatz­bau­werk aus.

Der Abriss und Neubau der Brücke ist wegen des sechs­spu­rigen Aus­baus der A40 erfor­der­lich. Im gesamten Abschnitt zwi­schen der Anschluss­stelle Dort­mund-Ost bis zum Auto­bahn­kreuz Unna sind ins­ge­samt 14 Brücken­bau­werke von der Maß­nahme betroffen. Im Bereich Holzwickede werden auch noch die Brücken über die Nord­straße und den Oel­pfad erneuert bzw. ersetzt.

Bauzeit ein Jahr – danach folgt Brücke Nordstraße

Etwa ein  Jahr wird es nach Angaben der DEGES dauern, bis an dieser Stelle wieder der Verkehr über ein Ersatzbauwerk rollen kann. (Foto: F. Brockbals)
Etwa ein Jahr wird es nach Angaben der DEGES dauern, bis an dieser Stelle wieder der Ver­kehr über ein Ersatz­bau­werk rollen kann. (Foto: F. Brock­bals)

Wie der DEGES-Pro­jekt­leiter bereits im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss der Gemeinde im Oktober erläu­terte, wird es bei den Bau­ar­beiten an der Brücke Nord­straße nur tage­weise eine Kom­plettsper­rung des Stra­ßen­ver­kehrs auf der B1 geben: Zunächst wird der B1-Ver­kehr auf die süd­liche Hälfte der Brücke geführt, wäh­rend die nörd­liche Hälfte abge­bro­chen wird. Par­allel dazu wird die neue Ersatz­brücke gebaut. Wenn die erste Hälfte der neuen Brücke fer­tig­ge­stellt ist, wird der Ver­kehr darauf geführt und die nörd­liche Hälfte der alten Brücke abge­rissen. Diese Arbeiten werden außer­halb der Nord­straße durch­ge­führt, auf der der Rad- und Gehweg aller­dings auf 1,15 m ver­engt werden muss.

Die vier Auf- und Abfahrten bleiben für min­de­stens drei Monate kom­plett geschlossen und werden als Rampen für den Bau­stel­len­ver­kehr genutzt. Wäh­rend dieser Zeit muss der gesamte B1-Ver­kehr durch das Gemein­de­ge­biet über die beiden nächst­ge­le­genen Auf- und Abfahrten in Dort­mund-Sölde bzw. dem Unnaer Kreuz umge­leitet werden.

Der genaue Termin, wann die Bau­ar­beiten an der Brücke Nord­straße beginnen, steht noch nicht fest. Dieser hängt auch vom Zeit­plan für den neuen A40-Anschl­kuss am Oel­pfad mit der Ost­um­ge­hung ab, so Pro­jekt­leiter Auk­schun.

Die SPD möchte die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße abreißen und an ihrer Stelle neue, bezahkbare Wohnungen errichten. Das Foto zeigt die Modulbauten im September 2016 kurz vor der Fertigstellung. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Bezahlbarer Wohnraum fehlt: SPD stellt Antrag zur Grundstücksbevorratung

Die SPD möchte die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße abreißen und an ihrer Stelle neue, bezahkbare Wohnungen errichten. Das Foto zeigt die Modulbauten im September 2016 kurz vor der Fertigstellung. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die SPD möchte die sanie­rungs­be­dürf­tigen Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße mög­lichst schnell durch neuen, bezahl­bare Wohn­raum ersetzen. Das Foto zeigt die Modul­bauten im Sep­tember 2016 kurz vor Fer­tig­stel­lung. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Die SPD-Frak­tion for­dert mög­lichst schnell, neuen bezahl­baren Wohn­raum in Holzwickede zu schaffen und hat dazu einen Antrag zur Grund­stücks­be­vor­ra­tung gestellt: Darin ent­halten sind zwei For­de­rungen: Die sanie­rungs­be­dürf­tigen Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straßen sollen abge­rissen werden, um an ihrer Stelle neue, bezahl­bare Woh­nungen errichten zu können. Außerdem soll die Gemeinde geeig­nete Grund­stücke erwerben, um Pro­jekte mit bezahl­baren Wohn­raum rea­li­sieren zu können.

In der jüng­sten Ver­gan­gen­heit war der Presse zu ent­nehmen, dass die UKBS im Kreis­ge­biet ins­ge­samt 269 neue Woh­nungen errichten will und somit 64 Mill. Euro inve­stiert“, erläu­tert Frak­ti­ons­chef Michael Klim­ziak. „Unsere Gemeinde, eben­falls Gesell­schaf­ter­kom­mune, wird hier nicht erwähnt. Als Grund wird die schlechte Grund­stücks­be­vor­ra­tung der Gemeinde ange­führt. “

Flüchtlingsunterkünfte ersetzen

Michael Klim­ziak erin­nert daran, dass seine Frak­tion schon in einem Antrag am 21. Januar 2016, also vor vier Jahren, auf diese Pro­ble­matik hin gewiesen und die Ver­wal­tung auf­ge­for­dert habe, mög­liche geeig­nete Grund­stücke zu erwerben, um den Bau von bezahl­barem Wohn­raum zu ermög­li­chen. „Leider gibt es hier bis heute keine Ergeb­nisse“, bedauert Klim­ziak.

Außerdem hat die Ver­wal­tungs­spitze in den Klau­sur­be­ra­tungen im Herbst erläu­tert, dass die Flücht­lings­un­ter­künfte an der Bahn­hof­straße erheb­liche Mängel auf­weisen. „Hier hat die Ver­wal­tung selbst darauf hin­ge­wiesen, dass nach einer Besei­ti­gung der bestehenden Gebäu­de­körper, neue bezahl­bare Woh­nungen errichtet werden könnten. Dieses Vor­haben unter­stützen wir sehr“, so der Frak­ti­ons­vor­sit­zende. Aller­dings: „Gespräche sind dies­be­züg­lich mit der UKBS anschei­nend nicht geführt worden.“

Große Lücke im Wohnungsmarkt schließen

Aus diesem Grund stellt die SPD nun­mehr einen neuen Antrag mit den beiden ein­gangs erwähnten Kern­for­de­rungen. „Seit län­gerer Zeit ist bekannt, dass bezahl­barer Wohn­raum in Holzwickede nicht gerade im Über­an­gebot vor­handen ist. Wir hören immer wieder von Men­schen, die gerne in unserer Gemeinde eine Woh­nung mieten würden, die auch ihren finan­zi­ellen Res­sourcen ent­spricht, aber leider oft genug dabei ohne Erfolg bleiben“, begründet Klim­ziak den Antrag seiner Frak­tion.

Zudem beschäf­tigt die SPD-Frak­tion die Frage der Inte­gra­tion der Men­schen, die als Flücht­linge in der Gemeinde ange­kommen sind und der­zeit in den bekannten Ein­rich­tungen eine erste Unter­kunft gefunden haben. Klim­ziak: „Wir gehen davon aus, dass ein Groß­teil der Men­schen auch dau­er­haft hier­bleiben wird, somit stellt sich auch in diesem Zusam­men­hang die Frage nach bezahl­barem Wohn­raum.“

Ein wei­terer Aspekt sei der Bedarf an kleinem Wohn­raum für Sin­gles und Allein­er­zie­hende mit einem Kind. Die SPD hoffe, so Klim­ziak abschlie­ßend, gemeinsam mit den übrigen Frak­tionen das Ziel zu errei­chen, „die vor­han­dene große Lücke im Woh­nungs­markt schließen“ zu können.

Die Folgenutzung der Immobilie beschäftigt derzeit die Politik. SPD und auch FDP haben jetzt eigene Anträge dazu gestellt. der AWO-Kindergarten in Opherdicke. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Nachnutzung von Gebäuden in Bergdörfern beschäftigt Politik: Anträge von SPD und FDP

Die Folgenutzung der Immobilie beschäftigt derzeit die Politik. SPD und auch FDP haben jetzt eigene Anträge dazu gestellt. der AWO-Kindergarten in Opherdicke. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Die Fol­ge­nut­zung der Immo­bilie beschäf­tigt der­zeit die Politik. SPD und auch FDP haben jetzt eigene Anträge dazu gestellt. der AWO-Kin­der­garten in Opher­dicke. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Durch den Bau der beiden neuen Kin­der­ta­ges­stätten im Emscher­park und in Opher­dicke werden sich erst­mals zum neuen Kin­der­gar­ten­jahr (ab 1. August) ganz neue räum­liche Mög­lich­keiten in Opher­dicke und Hengsen ergeben, die der­zeit auch die Holzwickeder Politik beschäf­tigen. Vor diesem Hin­ter­grund haben die SPD und auch die FDP jetzt jeweils geson­derte Anträge zur Nach­fol­ge­nut­zung von Immo­bi­lien gestellt.

Der SPD-Antrag zielt dabei auf die Fol­ge­nut­zung des Geländes der AWO-Kita Son­nen­blume in Opher­dicke ab. Das Grund­stück dort befindet sich im Eigentum der Gemeinde. Das darauf ste­hende Gebäude ist stark sanie­rungs­be­dürftig. „Der Abriss, ver­bunden mit einem Neubau, scheint hier die wirt­schaft­lichste Alter­na­tiver“, heißt es im SPD-Antrag dazu. Sei­tens der Ver­wal­tung gibt es ver­schie­dene Über­le­gungen zur Nach­nut­zung für die Immo­bilie. „So hat man an eine Mög­lich­keit der Nah­ver­sor­gung gedacht, kon­kret an das Modell eines Hof­la­dens, aber auch mög­liche klei­nere Depen­dancen von Dis­coun­tern dort ein­zu­richten“, heißt es in dem Antrag weiter. Hier gibt die SPD-Frak­tion aller­dings zu bedenken, „dass klei­nere Läden der Nah­ver­sor­gungkeine keine län­gere Lebens­dauern in Opher­dicke auf­weisen konnten“. 

SPD schlägt seniorengerechtes Wohnen vor

Durch unsere Orts­vor­ste­herin und unseren Bür­ger­mei­ster­kan­di­daten wurde aber bekannt, dass Wohn­raum für ältere Men­schen in Opher­dicke fehlt, ver­bunden mit eine Pflege- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tung“, so SPD-Frak­ti­ons­chef Michael Klim­ziak. „Sie wissen von vielen Gesprä­chen, dass es Senioren, die Ihr Haus nicht mehr selbst ‚bewirt­schaften‘ können, sehr schwer fällt, das ‚geliebte Dorf‘ zu ver­lassen.“

Das Grund­stück der AWO-Kita sei groß genug, so dass dort „meh­rere Woh­nungen für Senioren zu errichten“ wären, schlägt der Frak­ti­ons­vor­sit­zende vor. Für die Betreuung der Men­schen in den Senio­ren­woh­nungen könnte auch die AWO infrage kommen, so Klim­ziak weiter. In Ver­bin­dung mit dem senio­ren­ge­rechten Wohn­raum könnte dort auch eine Bäckerei viel­leicht auch mit einem Café, ähn­lich wie der Betrieb im Landweg, ent­stehen, das dar­über hinaus auch „über eine kleine Aus­wahl an täg­li­chen Bedarfs­ar­ti­keln ver­fügen“ könnte.

Wir denken hier nicht nur an die Senioren und die son­stigen Ein­wohner von Opher­dicke und Hengsen, son­dern z.B. auch an die vielen Fahr­rad­tou­ri­sten, die das Dorf pas­sieren“, erläu­tert Michael Klim­ziak. Daher bean­tragt seine Frak­tion, die Ver­wal­tung mit der Prü­fung einer sol­chen Idee für die Nach­nut­zung des Geländes zu beauf­tragen. „Hier ist sicher auch unsere kreis­ei­gene UKBS ein­zu­be­ziehen“, for­dert Klim­ziak. Im näch­sten Fach­aus­schuss soll die Ver­wal­tung dann berichten.

FDP für Unterbringung des DRK

Feuerwehrgerätehaus Schwerter Straße
Nach Ansicht der FDP als neues DRK-Domizil weniger gut geeignet: das ehe­ma­lige Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus an der Schwerter Straße in Hengsen. (Foto: Archiv)

Die FDP hat ihren Antrag zur Über­pla­nung des Grund­stücks an der Schwerter Straße mit dem Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus und der Kita Schatz­kiste in Hengsen für den kom­menden Pla­nungs- und Bau­aus­schuss gestellt. Auch die Nach­nut­zung der Gebäude auf dieser Fläche wurde bereits in den Haus­halts­be­ra­tungen im Herbst the­ma­ti­siert: Bekannt­lich ist von der Ver­wal­tung beab­sich­tigt, den DRK-Pavillon am aktu­ellen Standort Im Hof neben der Duden­roth­schule auf­zu­geben und nach Hengsen in die Räum­lich­keiten der ehe­ma­ligen Feu­er­wehr an der Schwerter Straße zu ver­la­gern. Die Räume dort werden aktuell noch von der Kita Schatz­ki­sten nebenan mit­ge­nutzt.

Die FDP hält diesen Standort in Hengsen, der gemeinsam mit der Fläche und den Gebäuden der noch genutzten Schatz­kiste zu betrachten wäre, für nicht geeignet“ als neues DRK-Domizil, wie ihr Vor­sit­zender Lars Berger erklärt. „Neben dem Feu­er­wehr­haus, wird auch die Immo­bilie der evan­ge­li­schen Tages­ein­rich­tung bald einer neuen Nut­zung unter­zogen werden müssen“, begründet er diese Auf­fas­sung. „Die Fläche als gesamte Ein­heit betrachtet birgt ein erheb­lich grö­ßeres Poten­tial für eine zukünf­tige Nach­nut­zung.“ 

Gesamtfläche in Hengsen hat mehr Potenzial

Die Libe­ralen sehen an diesem Standort „viel eher eine mög­liche Nut­zung für eine kleine Nah­ver­sor­gung als am ehe­ma­ligen Standort des AWO-Kin­der­gar­tens in Opher­dicke“, so Berger weiter. „Die vor­han­dene ver­kehr­liche Erschlie­ßung an der Schwerter Straße birgt allein durch das höhere Ver­kehrs­auf­kommen ein grö­ßeren Zulauf für eine mög­liche gewerb­liche Nut­zung im Bereich der Nah­ver­sor­gung.“ Einen wei­teren Vor­teil sieht die FDP-Frak­tion in der Mög­lich­keit, „das DRK alter­nativ nach Opher­dicke in den jet­zigen Standort der AWO Kita zu ver­la­gern“. Denn der Neubau der AWO-Kita im Emscher­park wird vor­aus­sicht­lich eher fer­tig­ge­stellt, als die neue evan­ge­li­sche Kita an der Unnaer Straße, in die die Kita Schatz­kiste umziehen wird.

Ein Auszug des DRK am Standort neben der Duden­roth­schule wäre also früher mög­lich, womit auch die not­wen­dige Erwei­te­rung der OGS der Schule eher beginnen könnte. 

Der Efeu- und Weinbewuchs wird ab heute vom alten Rathauses entfernt. Etwa fünf Jahre soll es dauern, bis das Grün wieder bis zum Dachfirst hochgewachsen ist. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Efeu- und Weinbewuchs am Rathaus wird entfernt

Der Efeu- und Weinbewuchs wird ab heute vom alten Rathauses entfernt. Etwa fünf Jahre soll es dauern, bis das Grün wieder bis zum Dachfirst hochgewachsen ist.   (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Der Efeu- und Wein­be­wuchs wird ab heute vom alten Rat­hauses ent­fernt. Etwa fünf Jahre soll es dauern, bis das Grün wieder bis zum Dach­first hoch­ge­wachsen ist. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Die Ansicht des alten Rat­hauses zum Markt­platz hin wird sich für einige Jahre ver­än­dern: Mit dem heu­tigen Tag (20. Januar) hat eine beauf­tragte Firma mit dem Rück­schnitt des Fas­sa­den­be­wuchses am Rat­haus begonnen, wie die Gemein­de­ver­wal­tung mit­teilt. Dies sei Gemeinde im Vor­feld der Säu­be­rung der Fas­sa­den­seiten erfor­der­lich, um die Flä­chen bear­beiten zu können.

Im ersten Arbeits­schritt werden die vier Fas­saden manuell frei­ge­schnitten und der Efeu­be­wuchs samt Wur­zel­werk ent­fernt, wie die Gemeinde weiter mit­teilt. Der Wein­be­wuchs wird dabei nicht kom­plett ent­fernt, son­dern fach­ge­recht zurück­ge­schnitten. Nach etwa fünf Jahren soll der Wein­be­wuchs wieder bis zum Dach­first hoch­ge­wachsen sein. Inso­fern ergibt sich die Chance, Tot­holz zu ent­fernen und den Wein wieder gesund wachsen zu lassen.

Im Anschluss an den Frei­schnitt werden die Nord­fas­sade und Teile der Ost­fas­sade von allen anhaf­tenden Ver­schmut­zungen, wie z.B. Klet­ter­füß­chen gerei­nigt. Dies geschieht in einem scho­nenden Ver­fahren mit­tels eines Hoch­druck-Was­ser­dampf­rei­ni­gers. Dieser Arbeits­schritt muss früh­zeitig erfolgen, weil in diesem Bereich der Neubau anschließt und die Fas­sade somit Innen­be­reich des neu ent­ste­henden Foyers sein wird.

Das Thema „Sportforum für Holzwickede“ beschäftigte auf Einladung des Holzwickeder SC und der Turngemeinde Holzwickede die Vertreter von Rat und Verwaltung im Sportheim des Montanhydraulik-Stadions. (Foto: privat)

Überangebot an Hallenkapazitäten: CDU fordert Sachstandsbericht zum Sportforum

Das Thema „Sportforum für Holzwickede“ beschäftigte auf Einladung des Holzwickeder SC und der Turngemeinde Holzwickede die Vertreter von Rat und Verwaltung im Sportheim des Montanhydraulik-Stadions. (Foto: privat)
Im April 2018 stellten Ver­treter des HSC und der TGH das „Sport­forum für Holzwickede“ den Ver­tre­tern von Rat und Ver­wal­tung im Sport­heim des Mon­tan­hy­draulik-Sta­dions vor. (Foto: privat)

Das von den beiden Sport­ver­einen HSC und TGH im Fach­aus­schuss im Juni 2018 vor­ge­stellte Sport­forum für Holzwickede stößt auf breite Zustim­mung im poli­ti­schen Raum. Die SPD hat sich inzwi­schen sogar schon auf den Standort am Aachener Weg fest­ge­legt. Als ein­zige Frak­tion im Rat hat sich bis­lang die CDU gegen das Sport­forum nach Vor­bild des Sport­fo­rums des TV Jahn-Rheine posi­tio­niert. Jetzt hat die CDU-Frak­tion einen Sach­stands­be­richt im näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schuss bean­tragt.

Nach den Vor­stel­lungen der beiden vor­ge­nannten Holzwickeder Sport­ver­eine könnte das Pro­jekt im Bereich des Park­platzes des Schul­zen­trums am Aachener Weg ver­ortet werden, for­mu­liert CDU-Chef Frank Laus­mann vor­sichtig. „Zudem wurde von den Visio­nären ange­nommen, dass durch etwaige Gemein­de­be­darfe, zum Bei­spiel, durch Mit­be­nut­zung des Schul­sportes Syn­er­gien ent­stünden, die zu einer Win-win-Situa­tion führen würde, so dass die Gemeinde Holzwickede an dem Vor­haben finan­ziell betei­ligt werden könnte.“

Zweifel auch an Standort Aachener Weg

Genau daran haben die Christ­de­mo­kraten aller­dings erheb­liche Zweifel. „Zum einen ist aus Erfah­rungen ver­gan­gener Jahre bei der Stand­ort­suche einer Kin­der­ta­ges­stätte bekannt, dass das in Rede ste­hende Grund­stück für diese Art von Über­pla­nungen aus ver­schie­denen Gründen unge­eignet ist“, begründen sie ihren Antrag. „Zum anderen wurde im Abschluss­be­richt der Gemein­de­prü­fungs­an­stalt des Landes Nord­rhein-West­falen im Jahre 2019 fest­ge­stellt, dass die Gemeinde Holzwickede ein Über­an­gebot an Hal­len­ka­pa­zi­täten vor­hält.“ 

Da inzwi­schen seit der Prä­sen­ta­tion des Pro­jektes ein­ein­halb Jahre ver­gangen sind, hat die CDU für den näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schuss einen Sach­stands­be­richt zu dem Vor­haben sowie eine Dar­stel­lung der Aus­la­stung der gemein­de­ei­genen Sport­stätten und ‑hallen durch den Schul- und Ver­eins­sport bean­tragt.

Brücke über B1: Auch Schülerbeförderung nach Sperrung Kurze Straße kompliziert

Shirley-Carina Cart­haus (2.v.l.) mit ihren Kin­dern Tom, Leon­hard, Tochter Xenia und ihrer Freundin Marie-Lee an der Hal­te­stelle Hir­tenweg in der Fried­rich-Ebert-Straße. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Anwohner und Ver­kehrs­teil­nehmer werden sich auf eine erheb­liche Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gung ein­stellen müssen, wenn ab kom­menden Montag (20. Januar) die Brücke Kurze Straße für den Fuß- und Stra­ßen­ver­kehr für vor­aus­sicht­lich ein Jahr gesperrt wird. Hin­ter­grund ist der sechs­spu­rige Ausbau der B1, für den die Brücke abge­rissen und neu gebaut werden muss. In beson­derer Weise betroffen sind auch die Schul­kinder aus dem Bereich Fried­rich-Ebert-Straße. Denn auch die beiden Schul­bus­li­nien 147 und 178 führen über die Brücke Kurze Straße.

Wobei sich die Rege­lung für die Schü­ler­be­för­de­rung als „äußerst kom­pli­ziert“ her­aus­stellte, wie ein VKU-Spre­cher gegen­über Shirley-Carina Cart­haus ein­räumte. Die Mutter von drei Kinder wohnt in der Fried­rich-Ebert-Straße 25a und hat bereits nach einem ersten Bericht im Emscher­blog im Oktober vorigen Jahres Kon­takt mit der VKU auf­ge­nommen und auf die Pro­ble­matik der Schü­ler­be­för­de­rung auf­merksam gemacht.

Für meine beiden Kinder Xenia und Tom ist der Aus­fall des Schul­busses nicht ganz so pro­ble­ma­tisch“, glaubt ihrer Mutter. Die 13-Jäh­rige besucht das CSG, ihr zehn­jäh­riger Sohn die Duden­roth­schule. „Not­falls können die beiden mit dem Fahrrad in die Schule fahren. Auch wenn das jetzt in der dunklen Jah­res­zeit sehr gefähr­lich ist. Beson­ders wegen der gefähr­li­chen Kreu­zung mit der Steh­fen­straße ist das aber kein sicherer Schulweg“, weiß Mutter Cart­haus. „Da gibt es weder einen Fuß­gän­ger­überweg noch eine Ampel. Da pas­sieren ständig Unfälle.“

Sohn muss Schulweg trainieren

Noch pro­ble­ma­ti­scher ist die Situa­tion aller­dings für Tom’s Zwil­lings­bruder Leo­nard. Er hat das Pro­blem, sich nur schlecht auf neue oder unge­wohnte Situa­tionen ein­stellen zu können und benö­tigt des­halb auch eine Schul­be­glei­tung, erzählt seine Mutter. „Leo besucht die Peter-Weiss-Gesamt­schule in Unna. Da kann er auf keinen Fall mit dem Fahrrad hin­fahren. Bis­lang fährt er mor­gens ab 6.58 Uhr von der Hal­te­stellen Hir­tenweg vor unserem Haus ab. Wenn es einen neuen Schulweg gibt, müssen wir das auf jeden Fall vorher mit Leo trai­nieren.“

Nachdem die Gemeinde Holzwickede den genauen Termin der Sper­rung der Brücke zu Jah­res­be­ginn bekannt gab, fragte Shirley-Carina Cart­haus bei der Gemeinde und auch bei der VKU mehr­fach nach, wie die Schü­ler­be­för­de­rung nach der Sper­rung aus­sehen soll. Eine ver­bind­liche Aus­kunft hat sie nicht bekommen. Ein VKU-Mit­ar­beiter, der vor ein paar Wochen vor Ort war, hatte ihr ledig­lich inof­fi­ziell gesagt, dass ver­mut­lich ein klei­nerer Bus mor­gens alle Kinder ein­sam­meln und zur Mas­sener Heide bringen wird, wo sie dann umsteigen müssen und zum Ost­ring fahren können, berichtet die Mutter.

Für den Rückweg konnte man mir gar keine Infor­ma­tion geben. Die Sache sei kom­pli­ziert und VKU und Gemeinde müssen sich noch abstimmen“, habe man ihr bei VKU und Gemeinde erklärt. „So über­ra­schend kommt die Sper­rung ja nicht“, wun­dert sich die Mutter. „Meine Kinder sind ja auch nicht die ein­zigen, die betroffen sind. Allein bei uns in der Fried­rich-Ebert-Straße fahren mor­gens sechs Kinder mit dem Bus zur Schule.“

Mit Taxibus und Umsteigen

Auf Nach­frage des Emscher­blogs bestä­tigte VKU-Spre­cherin Inga Fransson gestern, dass es tat­säch­lich noch Abstim­mungs­be­darf gebe. Für heute (15. Januar) kün­digte die VKU-Spre­cherin eine Pres­se­mit­tei­lung der Ver­kehrs­be­triebe mit den offi­zi­ellen Umlei­tungen und Ersatz­ver­kehren an. „Das wäre ja dann auch noch recht­zeitig genug.“

Heute Vor­mittag mel­dete sich dann end­lich auch die VKU bei Shirley-Carina Cart­haus mit einer ver­bind­li­chen Aus­kunft: Danach soll ihr Sohn Leon­hard um 6.59 Uhr mor­gens mit dem Taxibus der VKU zur Roon­straße gebracht werden, dort aus­steigen und mit dem Bus zum Ost­ring wei­ter­fahren. Auf dem Rückweg geht es mit dem 147er vom Ost­ring ab 15.02 Uhr in umge­kehrte Rich­tung zur Roon­straße und von dort mit dem Taxi­sbus zum Hir­tenweg zurück.

Ihre beiden anderen Kinder können mor­gens vom Hir­tenweg mit dem Taxi­sbus direkt zum Schul­zen­trum fahren. Nach Schul­schluss geht es von dort mit dem gewohnten Bus Rich­tung Bahnhof weiter. An der Rausinger Straße (Nachtwey) können die Kinder dann in einen Taxibus umsteigen, der sie zum Hir­tenweg bringen wird.

Shirley-Carina Cart­haus ist froh, diese Infor­ma­tionen end­lich bekommen zu haben: „Es ist zwar etwas umständ­li­cher, aber sehr schön, dass es jetzt diese Alter­na­tive gibt. Den neuen Schulweg muss ich aber auf jeden Fall zunächst erst mit Leo üben.“

Die Beckenwände in der Kleinschwimmhalle werden wieder verputzt. Deutlich zu erkennen in den Seitenwänden: die Kernbohrungen für die Reinwassereinströmdüesen und Scheinwerfer. (Foto: Wasserversorgung)

Kleinschwimmhalle ab nächste Woche wieder nutzbar

Die Klein­schwimm­halle wird nach mona­te­langer Sanie­rung vor­aus­sicht­lich ab Montag (20. Januar) näch­ster Woche wieder für den öffent­li­chen Bade­be­trieb frei­ge­geben. Das bestä­tigte Betrien­bs­leiter Stefan Peters­mann auf Nach­frage.

Der Grund, warum es noch keine offi­zi­elle Pres­se­mit­tei­lung der Bäder­be­triebe dazu gegeben hat: Es müssen in dieser Woche noch die Ein­stiege in den Becken von den Hand­wer­kern mon­tiert werden. Nach den Erfah­rungen mit den Hand­wer­kern wäh­rend der Sanie­rung hält sich Peters­mann mit der Nen­nung eines offi­zi­ellen Eröff­nungs­ter­mins zurück, bis die letzten Arbeiten erle­digt sind.

Der dritte Bau­ab­schnitt der Sanie­rung der Klein­schwimm­halle wurde bereits im Sommer vorigen Jahres begonnen. Dabei wurden die gesamte Bäder­technik unter den Becken, aber auch die Fliesen in den Becken erneuert. Kosten­punkt: rund 500.000 Euro.

269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS infor­mierte über ihre Neu­bau­pläne, von links: Auf­sichts­rats­vor­sit­zender Theodor Rieke, Pro­ku­rist Alex­ander Kraw­czyk, Archi­tekt und Pro­ku­rist Martin Kolander und Geschäfts­führer Mat­thias Fischer mit dem Plan des Solar­hauses, das in Kamen ent­stehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Sied­lungs­ge­sell­schaft (UKBS) geht gegen die Woh­nungsnot in die Neu­bau­of­fen­sive: In den näch­sten zwei Jahren wird die UKBS ins­ge­samt 269 neue Woh­nungen bauen und 64 Mil­lionen Euro in den Gesell­schaf­ter­kom­munen inve­stieren. Aller­dings: An Holzwickede, eben­falls eine Gesell­schaf­ter­kom­mune, geht diese Neu­bauiof­fen­sive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine ein­zige UKBS-Woh­nung gebaut werden. Grund: die schlechte Grund­stücks­be­vor­ra­tung der Gemeinde Holzwickede.

Wir gehen mit einem inten­siven Neubau-Pro­gramm an den Start!“ Mit diesen Worten kenn­zeich­nete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vor­sit­zende des Auf­sichts­rates, die umfang­rei­chen Bau-Akti­vi­täten der UKBS in den Gesell­schaf­ter­kom­munen in näch­ster Zeit. Und Geschäfts­führer Mat­thias Fischer unter­legte diese Fest­stel­lung mit ein­drucks­vollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 ins­ge­samt 269 neue Woh­nungen errichten, was 9,1 Pro­zent des der­zei­tigen Bestandes ent­spricht. Dafür inve­stiert das kom­mu­nale Woh­nungs­un­ter­nehmen ins­ge­samt rund 64 Mil­lionen Euro.

Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit sollen bei allen Pro­jekten nach­drück­lich berück­sich­tigt werden. Das reiche von einer Eis­spei­cher­technik über Mie­ter­strom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Was­ser­stoff ange­trie­benen Autos. Für das soeben begon­nene Jahr kün­digte Fischer 106 neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 6 968 qm Wohn­fläche an. Das sei bereits „eine Haus­nummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kom­mende Jahr wei­tere 163 Pro­jekte zu. Der Geschäfts­führer wer­tete diese Akti­vi­täten als „posi­tives Zei­chen für die Zukunfts­ent­wick­lung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kom­mu­naler Garant für eine erfolg­reiche soziale Woh­nungs­po­litik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Dar­stel­lung von Mat­thias Fischer zwei Pro­jekte, und zwar in Berg­kamen am Rat­haus­platz mit 30 Woh­nungs­ein­heiten auf 2 161 Qua­drat­me­tern und in Unna an der Vincke­straße mit 8 Woh­nungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäfts­führer weiter, noch die Bau­ar­beiten an der zwei­zü­gigen Kin­der­ta­ges­stätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vier­zü­gigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emscher­ge­meinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leucht­turm-Pro­jekt“ des Unter­neh­mens an der Wil­helm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Ver­sor­gungs­tech­no­logie und 30 Woh­nungs­ein­heiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 805 qm ent­stehen. Auch bleibt die UKBS an der Ber­liner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Woh­nungen auf einer Gesamt­fläche von 2 080 qm ent­stehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen eben­falls meh­rere Neu­bau­pro­jekte auf der Agenda des kom­mu­nalen Woh­nungs­un­ter­neh­mens. So sollen an der Dan­ziger Straße in einem ersten Bau­ab­schnitt zehn neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 641 qm ent­stehen und in einem zweiten Bau­ab­schnitt wei­tere 24 Woh­nungen mit 1 688 qm. Dar­über hinaus plant die UKBS an der Hein­rich­straße 40 neue Woh­nungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 897 qm sollen zudem an der Ber­liner Allee in Unna ent­stehen. Ebenso an der Ber­liner Allee wird mit der Errich­tung eines vier­zü­gigen Kin­der­gar­tens in diesem Jahr begonnen. Schließ­lich sind von der UKBS an der Brock­haus­straße in Unna wei­tere 50 Woh­nungs­ein­heiten mit einer Fläche von ins­ge­samt 3 200 qm vor­ge­sehen.

Außerdem kün­digte Geschäfts­führer Fischer auch den Bau jeweils einer vier­zü­gigen Kin­der­ta­ges­stätte in Berg­kamen (Ber­liner Straße) und Bönen (Borg­holz) an.

Mit einem Mehr­ge­nera­tionen-Wohn­pro­jekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Sied­lungs­ge­sell­schaft schließ­lich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Woh­nungs­ein­heiten und ein Gemein­schafts­raum auf einer Gesamt­fläche von 1 833 qm vor­ge­sehen.

Auf­sichts­rats-Vor­sit­zende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich über­zeugt, dass die UKBS mit diesem gewal­tigen Neu­bau­pro­gramm dazu bei­tragen werde, die starke Woh­nungs­nach­frage im Kreis Unna zu min­dern – und das, wie er sagte, „auf gemä­ßigtem Miet­ni­veau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS aus­ge­rechnet in seiner Hei­mat­ge­meinde in den kom­menden zwei Jahren kein ein­ziges neues Pro­jekt angeht und bezahl­baren Wohn­raum schafft, erklärt der Auf­sichts­rats­vor­sit­zende so: „Nor­ma­ler­weise werden wir ja nicht selbst aktiv, son­dern unsere Gesell­schafter tragen uns Vor­haben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestä­tigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke aller­dings auch: „Es gibt eben kaum gemein­de­ei­gene Grund­stücke, die für sozialen Woh­nungsbau zur Ver­fü­gung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevor­ra­tung von Flä­chen in der Gemeinde. Das ist ein Pro­blem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbe­dingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Woh­nungen an der Bahn­hof­straße neben den Flücht­lings­un­ter­künften gebaut. Und diese Unter­künfte werden mög­li­cher­weise schon bald abge­rissen. „Im Prinzip ent­steht die Bahn­hof­straße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahl­barer Wohn­raum für ein­kom­mens­schwä­chere Holzwickeder ent­steht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu pri­vaten Preisen ver­mietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohn­park Emscher­quelle, wo noch 66 Wohn­ein­heiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Woh­nungsbau ent­stehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Inve­stor WILMA alles selbst erle­digen“, weiß der UKBS-Auf­sichts­rats­vor­sit­zende. „Das ist jeden­falls mein aktu­eller Infor­ma­ti­ons­stand.“ Wie es aus­sieht, geht also die Neu­bau­of­fen­sive der UKBS völlig an der Emscher­ge­meinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahl­barem Wohn­raum.

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