Das Thema „Sportforum für Holzwickede“ beschäftigte auf Einladung des Holzwickeder SC und der Turngemeinde Holzwickede die Vertreter von Rat und Verwaltung im Sportheim des Montanhydraulik-Stadions. (Foto: privat)

Überangebot an Hallenkapazitäten: CDU fordert Sachstandsbericht zum Sportforum

Das Thema „Sportforum für Holzwickede“ beschäftigte auf Einladung des Holzwickeder SC und der Turngemeinde Holzwickede die Vertreter von Rat und Verwaltung im Sportheim des Montanhydraulik-Stadions. (Foto: privat)
Im April 2018 stellten Ver­treter des HSC und der TGH das „Sport­forum für Holzwickede“ den Ver­tre­tern von Rat und Ver­wal­tung im Sport­heim des Mon­tan­hy­draulik-Sta­dions vor. (Foto: privat)

Das von den beiden Sport­ver­einen HSC und TGH im Fach­aus­schuss im Juni 2018 vor­ge­stellte Sport­forum für Holzwickede stößt auf breite Zustim­mung im poli­ti­schen Raum. Die SPD hat sich inzwi­schen sogar schon auf den Standort am Aachener Weg fest­ge­legt. Als ein­zige Frak­tion im Rat hat sich bis­lang die CDU gegen das Sport­forum nach Vor­bild des Sport­fo­rums des TV Jahn-Rheine posi­tio­niert. Jetzt hat die CDU-Frak­tion einen Sach­stands­be­richt im näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schuss bean­tragt.

Nach den Vor­stel­lungen der beiden vor­ge­nannten Holzwickeder Sport­ver­eine könnte das Pro­jekt im Bereich des Park­platzes des Schul­zen­trums am Aachener Weg ver­ortet werden, for­mu­liert CDU-Chef Frank Laus­mann vor­sichtig. „Zudem wurde von den Visio­nären ange­nommen, dass durch etwaige Gemein­de­be­darfe, zum Bei­spiel, durch Mit­be­nut­zung des Schul­sportes Syn­er­gien ent­stünden, die zu einer Win-win-Situa­tion führen würde, so dass die Gemeinde Holzwickede an dem Vor­haben finan­ziell betei­ligt werden könnte.“

Zweifel auch an Standort Aachener Weg

Genau daran haben die Christ­de­mo­kraten aller­dings erheb­liche Zweifel. „Zum einen ist aus Erfah­rungen ver­gan­gener Jahre bei der Stand­ort­suche einer Kin­der­ta­ges­stätte bekannt, dass das in Rede ste­hende Grund­stück für diese Art von Über­pla­nungen aus ver­schie­denen Gründen unge­eignet ist“, begründen sie ihren Antrag. „Zum anderen wurde im Abschluss­be­richt der Gemein­de­prü­fungs­an­stalt des Landes Nord­rhein-West­falen im Jahre 2019 fest­ge­stellt, dass die Gemeinde Holzwickede ein Über­an­gebot an Hal­len­ka­pa­zi­täten vor­hält.“ 

Da inzwi­schen seit der Prä­sen­ta­tion des Pro­jektes ein­ein­halb Jahre ver­gangen sind, hat die CDU für den näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schuss einen Sach­stands­be­richt zu dem Vor­haben sowie eine Dar­stel­lung der Aus­la­stung der gemein­de­ei­genen Sport­stätten und ‑hallen durch den Schul- und Ver­eins­sport bean­tragt.

Brücke über B1: Auch Schülerbeförderung nach Sperrung Kurze Straße kompliziert

Shirley-Carina Cart­haus (2.v.l.) mit ihren Kin­dern Tom, Leon­hard, Tochter Xenia und ihrer Freundin Marie-Lee an der Hal­te­stelle Hir­tenweg in der Fried­rich-Ebert-Straße. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Anwohner und Ver­kehrs­teil­nehmer werden sich auf eine erheb­liche Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gung ein­stellen müssen, wenn ab kom­menden Montag (20. Januar) die Brücke Kurze Straße für den Fuß- und Stra­ßen­ver­kehr für vor­aus­sicht­lich ein Jahr gesperrt wird. Hin­ter­grund ist der sechs­spu­rige Ausbau der B1, für den die Brücke abge­rissen und neu gebaut werden muss. In beson­derer Weise betroffen sind auch die Schul­kinder aus dem Bereich Fried­rich-Ebert-Straße. Denn auch die beiden Schul­bus­li­nien 147 und 178 führen über die Brücke Kurze Straße.

Wobei sich die Rege­lung für die Schü­ler­be­för­de­rung als „äußerst kom­pli­ziert“ her­aus­stellte, wie ein VKU-Spre­cher gegen­über Shirley-Carina Cart­haus ein­räumte. Die Mutter von drei Kinder wohnt in der Fried­rich-Ebert-Straße 25a und hat bereits nach einem ersten Bericht im Emscher­blog im Oktober vorigen Jahres Kon­takt mit der VKU auf­ge­nommen und auf die Pro­ble­matik der Schü­ler­be­för­de­rung auf­merksam gemacht.

Für meine beiden Kinder Xenia und Tom ist der Aus­fall des Schul­busses nicht ganz so pro­ble­ma­tisch“, glaubt ihrer Mutter. Die 13-Jäh­rige besucht das CSG, ihr zehn­jäh­riger Sohn die Duden­roth­schule. „Not­falls können die beiden mit dem Fahrrad in die Schule fahren. Auch wenn das jetzt in der dunklen Jah­res­zeit sehr gefähr­lich ist. Beson­ders wegen der gefähr­li­chen Kreu­zung mit der Steh­fen­straße ist das aber kein sicherer Schulweg“, weiß Mutter Cart­haus. „Da gibt es weder einen Fuß­gän­ger­überweg noch eine Ampel. Da pas­sieren ständig Unfälle.“

Sohn muss Schulweg trainieren

Noch pro­ble­ma­ti­scher ist die Situa­tion aller­dings für Tom’s Zwil­lings­bruder Leo­nard. Er hat das Pro­blem, sich nur schlecht auf neue oder unge­wohnte Situa­tionen ein­stellen zu können und benö­tigt des­halb auch eine Schul­be­glei­tung, erzählt seine Mutter. „Leo besucht die Peter-Weiss-Gesamt­schule in Unna. Da kann er auf keinen Fall mit dem Fahrrad hin­fahren. Bis­lang fährt er mor­gens ab 6.58 Uhr von der Hal­te­stellen Hir­tenweg vor unserem Haus ab. Wenn es einen neuen Schulweg gibt, müssen wir das auf jeden Fall vorher mit Leo trai­nieren.“

Nachdem die Gemeinde Holzwickede den genauen Termin der Sper­rung der Brücke zu Jah­res­be­ginn bekannt gab, fragte Shirley-Carina Cart­haus bei der Gemeinde und auch bei der VKU mehr­fach nach, wie die Schü­ler­be­för­de­rung nach der Sper­rung aus­sehen soll. Eine ver­bind­liche Aus­kunft hat sie nicht bekommen. Ein VKU-Mit­ar­beiter, der vor ein paar Wochen vor Ort war, hatte ihr ledig­lich inof­fi­ziell gesagt, dass ver­mut­lich ein klei­nerer Bus mor­gens alle Kinder ein­sam­meln und zur Mas­sener Heide bringen wird, wo sie dann umsteigen müssen und zum Ost­ring fahren können, berichtet die Mutter.

Für den Rückweg konnte man mir gar keine Infor­ma­tion geben. Die Sache sei kom­pli­ziert und VKU und Gemeinde müssen sich noch abstimmen“, habe man ihr bei VKU und Gemeinde erklärt. „So über­ra­schend kommt die Sper­rung ja nicht“, wun­dert sich die Mutter. „Meine Kinder sind ja auch nicht die ein­zigen, die betroffen sind. Allein bei uns in der Fried­rich-Ebert-Straße fahren mor­gens sechs Kinder mit dem Bus zur Schule.“

Mit Taxibus und Umsteigen

Auf Nach­frage des Emscher­blogs bestä­tigte VKU-Spre­cherin Inga Fransson gestern, dass es tat­säch­lich noch Abstim­mungs­be­darf gebe. Für heute (15. Januar) kün­digte die VKU-Spre­cherin eine Pres­se­mit­tei­lung der Ver­kehrs­be­triebe mit den offi­zi­ellen Umlei­tungen und Ersatz­ver­kehren an. „Das wäre ja dann auch noch recht­zeitig genug.“

Heute Vor­mittag mel­dete sich dann end­lich auch die VKU bei Shirley-Carina Cart­haus mit einer ver­bind­li­chen Aus­kunft: Danach soll ihr Sohn Leon­hard um 6.59 Uhr mor­gens mit dem Taxibus der VKU zur Roon­straße gebracht werden, dort aus­steigen und mit dem Bus zum Ost­ring wei­ter­fahren. Auf dem Rückweg geht es mit dem 147er vom Ost­ring ab 15.02 Uhr in umge­kehrte Rich­tung zur Roon­straße und von dort mit dem Taxi­sbus zum Hir­tenweg zurück.

Ihre beiden anderen Kinder können mor­gens vom Hir­tenweg mit dem Taxi­sbus direkt zum Schul­zen­trum fahren. Nach Schul­schluss geht es von dort mit dem gewohnten Bus Rich­tung Bahnhof weiter. An der Rausinger Straße (Nachtwey) können die Kinder dann in einen Taxibus umsteigen, der sie zum Hir­tenweg bringen wird.

Shirley-Carina Cart­haus ist froh, diese Infor­ma­tionen end­lich bekommen zu haben: „Es ist zwar etwas umständ­li­cher, aber sehr schön, dass es jetzt diese Alter­na­tive gibt. Den neuen Schulweg muss ich aber auf jeden Fall zunächst erst mit Leo üben.“

Die Beckenwände in der Kleinschwimmhalle werden wieder verputzt. Deutlich zu erkennen in den Seitenwänden: die Kernbohrungen für die Reinwassereinströmdüesen und Scheinwerfer. (Foto: Wasserversorgung)

Kleinschwimmhalle ab nächste Woche wieder nutzbar

Die Klein­schwimm­halle wird nach mona­te­langer Sanie­rung vor­aus­sicht­lich ab Montag (20. Januar) näch­ster Woche wieder für den öffent­li­chen Bade­be­trieb frei­ge­geben. Das bestä­tigte Betrien­bs­leiter Stefan Peters­mann auf Nach­frage.

Der Grund, warum es noch keine offi­zi­elle Pres­se­mit­tei­lung der Bäder­be­triebe dazu gegeben hat: Es müssen in dieser Woche noch die Ein­stiege in den Becken von den Hand­wer­kern mon­tiert werden. Nach den Erfah­rungen mit den Hand­wer­kern wäh­rend der Sanie­rung hält sich Peters­mann mit der Nen­nung eines offi­zi­ellen Eröff­nungs­ter­mins zurück, bis die letzten Arbeiten erle­digt sind.

Der dritte Bau­ab­schnitt der Sanie­rung der Klein­schwimm­halle wurde bereits im Sommer vorigen Jahres begonnen. Dabei wurden die gesamte Bäder­technik unter den Becken, aber auch die Fliesen in den Becken erneuert. Kosten­punkt: rund 500.000 Euro.

269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS infor­mierte über ihre Neu­bau­pläne, von links: Auf­sichts­rats­vor­sit­zender Theodor Rieke, Pro­ku­rist Alex­ander Kraw­czyk, Archi­tekt und Pro­ku­rist Martin Kolander und Geschäfts­führer Mat­thias Fischer mit dem Plan des Solar­hauses, das in Kamen ent­stehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Sied­lungs­ge­sell­schaft (UKBS) geht gegen die Woh­nungsnot in die Neu­bau­of­fen­sive: In den näch­sten zwei Jahren wird die UKBS ins­ge­samt 269 neue Woh­nungen bauen und 64 Mil­lionen Euro in den Gesell­schaf­ter­kom­munen inve­stieren. Aller­dings: An Holzwickede, eben­falls eine Gesell­schaf­ter­kom­mune, geht diese Neu­bauiof­fen­sive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine ein­zige UKBS-Woh­nung gebaut werden. Grund: die schlechte Grund­stücks­be­vor­ra­tung der Gemeinde Holzwickede.

Wir gehen mit einem inten­siven Neubau-Pro­gramm an den Start!“ Mit diesen Worten kenn­zeich­nete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vor­sit­zende des Auf­sichts­rates, die umfang­rei­chen Bau-Akti­vi­täten der UKBS in den Gesell­schaf­ter­kom­munen in näch­ster Zeit. Und Geschäfts­führer Mat­thias Fischer unter­legte diese Fest­stel­lung mit ein­drucks­vollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 ins­ge­samt 269 neue Woh­nungen errichten, was 9,1 Pro­zent des der­zei­tigen Bestandes ent­spricht. Dafür inve­stiert das kom­mu­nale Woh­nungs­un­ter­nehmen ins­ge­samt rund 64 Mil­lionen Euro.

Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit sollen bei allen Pro­jekten nach­drück­lich berück­sich­tigt werden. Das reiche von einer Eis­spei­cher­technik über Mie­ter­strom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Was­ser­stoff ange­trie­benen Autos. Für das soeben begon­nene Jahr kün­digte Fischer 106 neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 6 968 qm Wohn­fläche an. Das sei bereits „eine Haus­nummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kom­mende Jahr wei­tere 163 Pro­jekte zu. Der Geschäfts­führer wer­tete diese Akti­vi­täten als „posi­tives Zei­chen für die Zukunfts­ent­wick­lung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kom­mu­naler Garant für eine erfolg­reiche soziale Woh­nungs­po­litik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Dar­stel­lung von Mat­thias Fischer zwei Pro­jekte, und zwar in Berg­kamen am Rat­haus­platz mit 30 Woh­nungs­ein­heiten auf 2 161 Qua­drat­me­tern und in Unna an der Vincke­straße mit 8 Woh­nungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäfts­führer weiter, noch die Bau­ar­beiten an der zwei­zü­gigen Kin­der­ta­ges­stätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vier­zü­gigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emscher­ge­meinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leucht­turm-Pro­jekt“ des Unter­neh­mens an der Wil­helm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Ver­sor­gungs­tech­no­logie und 30 Woh­nungs­ein­heiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 805 qm ent­stehen. Auch bleibt die UKBS an der Ber­liner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Woh­nungen auf einer Gesamt­fläche von 2 080 qm ent­stehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen eben­falls meh­rere Neu­bau­pro­jekte auf der Agenda des kom­mu­nalen Woh­nungs­un­ter­neh­mens. So sollen an der Dan­ziger Straße in einem ersten Bau­ab­schnitt zehn neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 641 qm ent­stehen und in einem zweiten Bau­ab­schnitt wei­tere 24 Woh­nungen mit 1 688 qm. Dar­über hinaus plant die UKBS an der Hein­rich­straße 40 neue Woh­nungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Woh­nungen mit einer Gesamt­fläche von 897 qm sollen zudem an der Ber­liner Allee in Unna ent­stehen. Ebenso an der Ber­liner Allee wird mit der Errich­tung eines vier­zü­gigen Kin­der­gar­tens in diesem Jahr begonnen. Schließ­lich sind von der UKBS an der Brock­haus­straße in Unna wei­tere 50 Woh­nungs­ein­heiten mit einer Fläche von ins­ge­samt 3 200 qm vor­ge­sehen.

Außerdem kün­digte Geschäfts­führer Fischer auch den Bau jeweils einer vier­zü­gigen Kin­der­ta­ges­stätte in Berg­kamen (Ber­liner Straße) und Bönen (Borg­holz) an.

Mit einem Mehr­ge­nera­tionen-Wohn­pro­jekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Sied­lungs­ge­sell­schaft schließ­lich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Woh­nungs­ein­heiten und ein Gemein­schafts­raum auf einer Gesamt­fläche von 1 833 qm vor­ge­sehen.

Auf­sichts­rats-Vor­sit­zende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich über­zeugt, dass die UKBS mit diesem gewal­tigen Neu­bau­pro­gramm dazu bei­tragen werde, die starke Woh­nungs­nach­frage im Kreis Unna zu min­dern – und das, wie er sagte, „auf gemä­ßigtem Miet­ni­veau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS aus­ge­rechnet in seiner Hei­mat­ge­meinde in den kom­menden zwei Jahren kein ein­ziges neues Pro­jekt angeht und bezahl­baren Wohn­raum schafft, erklärt der Auf­sichts­rats­vor­sit­zende so: „Nor­ma­ler­weise werden wir ja nicht selbst aktiv, son­dern unsere Gesell­schafter tragen uns Vor­haben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestä­tigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke aller­dings auch: „Es gibt eben kaum gemein­de­ei­gene Grund­stücke, die für sozialen Woh­nungsbau zur Ver­fü­gung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevor­ra­tung von Flä­chen in der Gemeinde. Das ist ein Pro­blem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbe­dingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Woh­nungen an der Bahn­hof­straße neben den Flücht­lings­un­ter­künften gebaut. Und diese Unter­künfte werden mög­li­cher­weise schon bald abge­rissen. „Im Prinzip ent­steht die Bahn­hof­straße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahl­barer Wohn­raum für ein­kom­mens­schwä­chere Holzwickeder ent­steht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu pri­vaten Preisen ver­mietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohn­park Emscher­quelle, wo noch 66 Wohn­ein­heiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Woh­nungsbau ent­stehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Inve­stor WILMA alles selbst erle­digen“, weiß der UKBS-Auf­sichts­rats­vor­sit­zende. „Das ist jeden­falls mein aktu­eller Infor­ma­ti­ons­stand.“ Wie es aus­sieht, geht also die Neu­bau­of­fen­sive der UKBS völlig an der Emscher­ge­meinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahl­barem Wohn­raum.

Teuer Wohnen: Junge Familien von Wohnpark Emscherquelle enttäuscht

Mit diesem Lage­plan wirbt die Wilma für den Wohn­park Emscher­quelle. Im Bild unten rechts die beiden Haus­typen, die Wilma anbietet. (Skizze: Wilma GmbH)

Vor dem Bür­ger­be­gehren zur Umwand­lung des ehe­ma­ligen Kaser­nen­ge­ländes hatten die Befür­worter des neuen Wohn­ge­bietes damit geworben, dass dort preis­wertes Bau­land für junge Fami­lien ent­stehen soll. Vor allem die CDU wurde nicht müde, zu betonen, dass es ein Wohn­ge­biet vor allem für junge, nicht ganz so finanz­starke Fami­lien würde. Sogar eine mög­liche Sub­ven­tion des Bau­landes brachte CDU-Chef Frank Laus­mann ins Gespräch. Noch im alten Jahr hat der Inve­stor, die Wilma Wohnen West Pro­jekte GmbH, nun die Kauf­preise für die beiden Stan­dard-Haus­typen im Wohn­park­park Emscher­quelle ver­öf­fent­licht. Und siehe da: Die Ent­täu­schung gerade bei jungen Fami­lien ist groß. 

Gleich meh­rere von ihnen mel­deten sich beim Emscher­blog tele­fo­nisch und auch schrift­lich, um ihrer Ent­täu­schung Aus­druck zu ver­leihen. Einer von ihnen ist der Holzwickeder Chri­stian K. (30 J.). Der junge Fami­li­en­vater bittet aller­dings darum, seinen Namen nicht zu nennen, weil er wei­terhin eine Immo­bilie im Raum Holzwickede sucht und Nach­teile befürchtet: „Ich habe mich schon sehr früh bei der Wilma gemeldet, gleich nachdem der Pro­jekt­leiter von Wilma die erste Pla­nung im Forum vor­ge­stellt hatte“, berichtet er.

Rd. 443.000 Euro für Standard-Haustyp

Wir können uns das als junge Familie kaum lei­sten.“

Fami­li­en­vater K. (30 Jahre)

K. wohnt mit Frau und Kind zur Miete in Holzwickede und hatte große Hoff­nung in den Wohn­park Emscher­quelle gesetzt. „Es hieß doch immer, dass die Häuser dort auch für junge Fami­lien erschwing­lich sein sollen.“ Als er dann vor Weih­nachten die Ange­bote mit Preisen von Wilma zuge­schickt bekam, war er ziem­lich geschockt. Kon­kret soll die Dop­pel­haus­hälfte mit Garage und Stell­platz am Haus im Wohn­park rd. 443.000 Euro, min­de­stens aber 383.000 Euro kosten bei rd. 140 qm Wohn­fläche und Grund­stücken um die 300 qm – wobei Käufer die Wahl zwi­schen zwei Haus­typen (W 193 oder W 145) haben. Hinzu kommen noch Kosten für Maler­ar­beiten, Fuß­böden und Extra­wün­sche, die vom Stan­dard (z.B. bei Elek­trik, Sani­tär­ob­jekten usw.) abwei­chen. Wei­tere Kosten kommen auf Käufer für Notar- und Gerichts­ko­sten sowie natür­lich die Grund­steuer zu. Alles in allem sum­mieren sich da noch einmal locker Zusatz­ko­sten in satter fünf­stel­lige Höhe.

Wenn man sich die Beschrei­bung ansieht, ist die Lei­stung von Wilma im Ver­gleich gar nicht mal so exor­bi­tant teuer“, räumt K. den­noch ein. Trotzdem: „Wir können uns das als junge Familie kaum lei­sten. Woran wir uns vor allem stoßen, ist, dass vorher ein so fal­scher Ein­druck erweckt worden ist.“ Das sei ein­fach ärger­lich. „Wir hätten uns schon auch eine preis­wer­tere Vari­ante in dem Neu­bau­ge­biet gewünscht“, meint K. „Viel­leicht auch einen Haustyp, der nicht unter­kel­lert und dafür etwas preis­werter ist.“ 

Neben rein finan­zi­ellen Über­le­gungen ist K. aller­dings auch ent­täuscht von der übrigen Pla­nung des Wohn­parks. „Da war vorher ja relativ viel Grün vor­ge­sehen. Das gibt es jetzt auch nicht mehr.“ Auf­ge­geben hat der Fami­li­en­vater den Wunsch nach einem eigenen Haus noch nicht. „Aber wir ziehen den Wohn­park wohl nicht mehr ernst­haft in Erwä­gung. Viel­mehr schauen wir uns jetzt auch nach gebrauchten Immo­bi­lien um.“ 

Wasser auf die Mühlen“ der Kritiker

Da wurden ein­fach fal­sche Erwar­tungen geweckt.“

Wil­fried Brink­mann

Die Kritik des Holzwickeder Fami­li­en­va­ters ist „Wasser die Mühlen“ des Bür­ger­block-Spre­chers Wil­fried Brink­mann: Der Vor­sit­zende des Pla­nungs- und Bau­aus­schusses hat schon sehr früh immer wieder darauf hin­ge­wiesen, dass es in dem Neu­bau­ge­biet auf dem ehe­ma­ligen Kaser­nen­ge­lände weder gün­stige Bau­preise noch das ver­spro­chene Grün geben wird. Zudem sei die Ver­kehrs­si­tua­tion längst nicht befrie­di­gend geklärt. „Da wurden ein­fach fal­sche Erwar­tungen geweckt. Zur Ehren­ret­tung von Wilma muss man aber sagen: Die Wilma hat nie gesagt, dass sie beson­ders preis­gün­stig baut.“ Noch in einer der letzten öffent­li­chen Sit­zungen des Jahres hatte Brink­mann vor­ge­rechnet: Man müsse heute „für eine gute Eigen­tums­woh­nung von 3.000 Euro pro Qua­drat­meter“ aus­gehen. „Die Wilma baut unter­kel­lert und mit aus­ge­bautem Dach­ge­schoss. Dafür ver­langt sie auch einen stolzen Preis.“

Dass die CDU fal­sche Erwar­tungen geweckt habe, sieht ihr Vor­sit­zender aller­dings nicht so. „Ich kenne die kon­kreten Ange­bote der Wilma nicht, aber im Moment sind die Bau­preise schon happig. Man muss aber den ganzen Bau­markt bewerten.“ Die stei­genden Preise gingen vor allem auf die aktu­elle Zins­po­litik zurück. „Es gibt der­zeit eine hohe Nach­frage und ein geringes Angebot.“ Dass diese Ent­wick­lung gerade für junge Fami­lien nicht gün­stig ist, räumt Laus­mann ein.

CDU hofft auf freie Marktwirtschaft

Die aktu­elle Situa­tion ist nichts, was wir uns gewünscht haben.“

Frank Laus­mann

Als CDU-Chef trete er aber auch für die freie Markt­wirt­schaft ein. „Die Frage, ob die Häuser zu teuer sind, wir der Markt beant­worten.“ Für einen echten Ver­gleich müsse man den Wohn­park mit anderen Neu­bau­ge­bieten in der Nach­bar­schaft ver­glei­chen. „Ich bin sicher, dass sich Wilma am Markt ori­en­tiert und reagiert, wenn sie ihre Häuser nicht ver­kaufen kann“, glaubt Laus­mann. „Die aktu­elle Situa­tion ist nichts, was wir uns gewünscht haben“, räumt er ein. „Aber für unsere Ent­schei­dung, das Wohn­ge­biet aus­zu­weisen, war die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung die größte Her­aus­for­de­rung. Wir wollen über den Zuzug junger Fami­lien unsere Schulen und Kitas sowie die übrige Infra­struktur sichern.“

Es habe ja sogar auch die in Aus­sicht gestellten Sub­ven­tionen für junge Fami­lien gegeben. „Es gibt das Bau­kin­der­geld und auch die Grund­er­werb­steuer ist gesenkt worden“, erin­nert der CDU-Chef. „Das betrifft zwar nicht spe­ziell den Wohn­park Emscher­quelle. Aber wir als Gemeinde haben da auch wenig Hand­lungs­spiel­raum“, behauptet Laus­mann. „Wir ver­su­chen seit 16 Jahren eine ver­nünf­tige Lösung für das Kaser­nen­ge­lände zu finden. Mit dem Wohn­park Emscher­quelle ist das gelungen.“

Die Grünen fordern: Gemeinde soll mit Bahn über Verschönerung der Unterführung reden

Unterführung Nordstraße
Die Grünen möchten die Gemein­de­ver­wal­tung beauf­tragen, kon­krete Gespräche mit der Deut­schen Bahn über die Umge­stal­tung der Unter­füh­rung auf­zu­nehmen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Holzwickeder Grünen drängen darauf. Dass die Gemeinde Holzwickede Kon­takt zur Deut­schen Bahn auf­nimmt, um kon­krete Gespräche zur Umge­stal­tung der unat­trak­tiven Bahn­un­ter­füh­rung zu führen. Ein ent­spre­chender Antrag wurde jetzt von der Frak­tion der Grünen für den näch­sten Pla­nungs- und Bau­aus­schuss gestellt.

Für ihren Frak­ti­ons­vor­sit­zenden ist „Kom­mu­nal­po­litik der Ort der Wahr­heit“, so Fried­helm Klemp: „Seit Jahren werden wir immer wieder auf die Unat­trak­ti­vität der Bahn­un­ter­füh­rung in unserer Gemeinde ange­spro­chen. Wir haben ja auch schon mit unserem Kunst­pro­jekt ver­sucht, diese Unat­trak­ti­vität ein wenig zu min­dern.“ 

Was natür­lich nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein konnte. Denn, so Klemp weiter: „Die Unter­füh­rung als Ver­bin­dung von der Nord­straße zur gemeind­li­chen Mitte ist Ein­gangstor für unsere Gemeinde und ent­spricht in keiner Weise moderner Gemein­de­ge­stal­tung. Viel­mehr ähnelt sie alten Ruhr­ge­biets­fas­saden.“

Unterführung gehört zum Bahnhofsumfeld

Ein kleiner Bei­trag der Mit­glieder der Grünen zur Ver­schö­ne­rung: die Wand­bilder in der Unter­füh­rung Bahn­hof­straße. (Foto: privat)

Im Zuge der Pla­nung für eine moderne und attrak­tive Bahn­hofs­ge­stal­tung haben die Grünen in den letzten Pla­nungs- und Bau­aus­schüssen des alten Jahres sowie auch im Rat ihr Anliegen zur Umge­stal­tung der Unter­füh­rung zum Aus­druck gebrachte und auf alte Beschlüsse hin­ge­wiesen. „Ich per­sön­lich habe sogar auch auf För­der­mög­lich­keiten der Bahn für Umwelt­ver­schö­ne­rungen hin­ge­wiesen“, so Fried­helm Klemp.

Für uns und für viele Bürger macht es über­haupt keinen Sinn, mit erheb­li­chen Kosten einen modernen Bahnhof und sein Umfeld zu gestalten und dabei die Unter­füh­rung außer Acht zu lassen, die eine erheb­lich andere Ansicht bietet.“ 

Auch bei der Gemeinde, erin­nert der Grünen-Frak­ti­ons­chef, ist Geld für Umge­stal­tung der Unter­füh­rung vor­handen: rd. Eine halbe Mil­lion Euro. „Das Geld muss nur abge­rufen werden“, so Fried­helm Klemp.

Von daher daher bitten die Grünen die Mit­glieder des Pla­nungs- und Bau­aus­schusses ihrem Antrag zu folgen und zu beschließen, die Ver­wal­tung zu beauf­tragen, kon­krete Gespräche zur Umge­stal­tung der Unter­füh­rung mit der Deut­schen Bahn zu führen und im dar­auf­fol­genden Fach­aus­schuss dar­über zu berichten, damit über wei­tere Maß­nahmen dis­ku­tiert werden kann.

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Teilstück saniert: Wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße (K31)

Die Bauarbeiten sind abgeschlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Steinbruchstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Bau­ar­beiten sind abge­schlossen: Es gibt wieder freie Fahrt auf der Stein­bruchs­traße. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Der Zeit­plan ist auf­ge­gangen: Nach einer drei­mo­na­tigen Voll­sper­rung ist die Stein­bruchs­traße in Holzwickede (K31) wieder frei. Der Kreis Unna hat ein rund 400 Meter langes Teil­stück kom­plett saniert. Wer­muts­tropfen für die Anwohner: Die freie Fahrt auf der Straße ist nur von kurzer Dauer.

Zwi­schen der Schönen Flöte und dem Bill­me­ri­cher Weg haben die Stra­ßen­bau­ar­beiter in den ver­gan­genen Wochen dafür gesorgt, dass die Straße voll aus­ge­baut und etwas ver­brei­tert wurde. „Wir konnten die Arbeiten pünkt­lich abschließen“, erklärt Jürgen Busch, zustän­diger Sach­ge­biets­leiter beim Kreis Unna, „und das war auch wichtig.“

Denn es steht schon die nächste Bau­stelle an – und dafür muss das Teil­stück frei sein. Der Lan­des­be­trieb Straßen NRW hat näm­lich vor, die Auto­bahn­brücke im wei­teren Ver­lauf der Straße, die dann Mas­sener Heide heißt und auf Unnaer Stadt­ge­biet liegt, zu sanieren. Zur Vor­be­rei­tung darauf müssen Ver­sor­gungs­lei­tungen unter Feder­füh­rung der Stadt­be­triebe Unna tiefer gelegt werden. Des­halb wird die Strecke vor­aus­sicht­lich ab dem 20. Januar erneut voll gesperrt. Bis dahin kann der Ver­kehr auf dem frisch sanierten Teil­stück rollen – aller­dings zunächst mit Tempo 30, weil Mar­kie­rungen noch fehlen. PK | PKU 

Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fachbereichsleiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Neuer Leiter Fachbereich Bauen der Kreisverwaltung: Georg Thomys übernimmt

Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fachbereichsleiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)
Landrat Makiolla wünscht dem neuen Fach­be­reichs­leiter Georg Thomys (r.) viel Erfolg. (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Der Fach­be­reich Bauen der Kreis­ver­wal­tung Unna hat einen neuen Chef: Georg Thomys heißt der Neue, bei dem seit Dezember 2019 alle Fäden zusam­men­laufen.

Zuvor war Thomys Fach­dienst­leiter der Bau­ord­nung in Lüden­scheid. Er ist gebür­tiger Hagener, Diplom-Inge­nieur und hat jah­re­lang Erfah­rung. Gestartet ist sein Wer­de­gangs zum Kreis­ober­baurat 1995 mit einem Prak­tikum in einem Archi­tek­tur­büro. Es folgten ein Stu­dium an der Uni­ver­sität Dort­mund, zwei Aus­lands­se­me­ster in Kansas (USA) und viele Neben­be­schäf­ti­gungen, bis der 46-Jäh­rige sein Archi­tektur und Städ­tebau-Diplom­stu­dium 2001 mit „sehr gut“ abschloss. 

In den öffent­li­chen Dienst trat er bei der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf als Regie­rungs­bau­re­fe­rendar ein. Nach der Staats­prü­fung zum Bau­as­sessor 2005 arbei­tete er bei der Stadt Bonn bis er 2007 die Lei­tung des Bau­ord­nungs­amts /​unteren Denk­mal­be­hörde Hagen über­nahm. 2014 über­nahm er die Lei­tung der Bau­ord­nung in Lüden­scheid und jetzt kommt der erfah­rene Archi­tekt nach Unna. 

Landrat Michael Makiolla wünschte ihm alles Gute und viel Erfolg für die anste­henden Auf­gaben. Zum Fach­be­reich Bauen gehören die Sach­ge­biete Bau­ord­nungs­an­ge­le­gen­heiten, Unter­hal­tung, Neubau und Erwei­te­rung von Ver­kehrs­flä­chen zu dem auch der Kreis­bauhof gehört, Hoch­bau­maß­nahmen an Dienst­ge­bäuden und Ver­wal­tung, Ver­gaben und Woh­nungs­wesen. PK | PKU

Der Lebensmitteldiscounter Aldi will am Standort Stehfenstraße neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im Planungs- und Bauausschuss gestern Abend zustimmend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Fachausschuss bringt Aldi-Erweiterung und Wasserstoffanlage für Eco Port auf den Weg

Der Lebensmitteldiscounter Aldi will am Standort Stehfenstraße neu bauen und seine Verkaufsfläche verdoppeln. Die notwendige Änderung des Bebauungsplanes wurde im Planungs- und Bauausschuss gestern Abend zustimmend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Der Lebens­mit­tel­dis­counter Aldi will am Standort Steh­fen­straße neu bauen und seine Ver­kaufs­fläche ver­dop­peln. Die not­wen­dige Ände­rung des Bebau­ungs­planes wurde im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss gestern Abend zustim­mend zur Kenntnis genommen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Im Gewer­be­park süd­lich der Chaussee will die West­netz GmbH in einem Pilot­pro­jekt eine Was­ser­stoff­ver­sor­gungs­sta­tion bauen und betreiben. Auf dem rund 3.000 m2 großen Areal im Eco Port ist der Aufbau eines Was­ser­stoff­hoch­druck­be­häl­ters als Was­ser­stoff­quelle geplant, aus der die Betriebe west­lich der Gott­lieb-Daimler-Straße mit Energie ver­sorgt werden können. Lang­fri­stig könnte dort auch eine Was­ser­stoff-Tank­stelle ent­stehen. Das Ansied­lungs­vor­haben ist bereits im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss Mitte Sep­tember zustim­mende zur Kenntnis genommen worden. Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss stand gestern Abend (11.12.) die not­wen­dige Ände­rung des Bebau­ungs­planes auf der Tages­ord­nung.

Das 0,3 Hektar große Areal liegt zwi­schen der Gott­lieb-Daimler-Straße (Norden), einem namen­losen Wirt­schaftsweg (Osten) und der A 40 (Süden). Damit der Was­ser­stoff­hoch­druck­be­hälter errichtet werden kann, müssen die bisher im Bebau­ungs­plan für Aus­gleichs­maß­nahmen vor­ge­se­henen Grün­flä­chen in gewerb­liche Bau­flä­chen umge­wan­delt werden. Ein Grün­aus­gleich ist an anderer Stelle im Gemein­de­ge­biet vor­ge­sehen. Mit der Umwid­mung der vor­han­denen Erd­gas­lei­tung zu einer Was­ser­stoff­lei­tung, die angren­zende Betriebe west­lich der Gott­lieb-Daimler-Straße in die Ener­gie­ver­sor­gung ein­bindet, so die Ver­wal­tung, sei „ein wich­tiger Bei­trag zur Ener­gie­wende vor­ge­sehen“. Der Aus­schuss nahm die Ände­rung des Bebau­ungs­planes zustim­mend zur Kenntnis.

Eben­falls zustim­mend zur Kenntnis genommen hat der Pla­nungs- und Bau­aus­schuss die Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­planes Ein­zel­han­dels­standort Steh­fen­straße. Dahinter ver­birgt sich die geplante Erwei­te­rung des Aldi-Marktes auf rd. 1.500 m2 am aktu­ellen Standort. Hier hatten nach einigen Ände­rungen die Plan­un­ter­lagen noch einmal öffent­lich aus­ge­legen.

Ebenso wurde die Ände­rung des Bebau­ungs­planes Am Brauck zur Kenntnis genommen.

3,5 Mio. Euro für Straßensanierung bis 2024

Asphalt, Straßenbau, Baustelle, (Foto: CCO - pixabay.de)
Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss stand auch das Stra­ßen­sa­nie­rungs­pro­gramm für die näch­sten fünf Jahre auf der Tages­ord­nung. (Foto: CCO – pixabay.de)

Schließ­lich stimmten die Frak­tionen dem von der Ver­wal­tung vor­ge­schla­genen Stra­ßen­sa­nie­rungs­pro­gramm 2020 – 2024 zu. Danach sind für die näch­sten fünf Jahre Sanie­rungs­maß­nahmen von jähr­lich 700.000 Euro vor­ge­sehen. Grund­lage des Pro­gramms sind die Daten, die bei der Stra­ßen­zu­stands­er­fas­sung durch eagle eye ermit­telt wurden. Die 3,5 Mio. Euro rei­chen nach Aus­sage der Ver­wal­tung zwar nicht aus, um den im Erhal­tungs­kon­zept dar­ge­stellten Stra­ßen­zu­standes zu erhalten. Die Summe sei aber „ein Mehr­fa­ches der Mittel, die in den zurück­lie­genden Jahren in die Stra­ßen­sa­nie­rung inve­stiert wurden“.

Kon­kret ist vor­ge­sehen im näch­sten Jahr fol­gende Straßen zu sanieren:

  • Schu­bertstraße (Fried­rich- bis Natorper Straße) 130.000 Euro
  • Steh­fen­straße (Kant- bis August-Borsig-Straße) 110.000 Euro
  • Mas­sener Straße (Goethe- bis Jahn­straße) 130.000 Euro
  • Irisweg (Unnaer- bis Ost­straße, einschl. Gehweg) 90.000 Euro
  • Ruhr­straße (ver­schie­dene Abschnitte) 120.000 Euro

Im Jahr 2021 sind dann vor­ge­sehen:

  • Les­sing­straße (Rausinger- bis Haydn­straße) 130.000 Euro
  • Uhland­straße (Elsa-Brand­ström- bis Hohen­leuch­te­straße) 120.000 Euro
  • Bahn­hof­straße, Gehweg (Mon­tan­hy­draulik- bis Jahn­straße) 90.000 Euro
  • Flie­der­straße (gesamt) 180.000 Euro
  • Schwerter Straße (Grenze zu Geisecke) 70.000 Euro
Die SPD Holzwickede und der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)

SPD-Diskussion mit Bürgern zum Thema „Straßenbaubeiträge abschaffen“

Die SPD Holzwickede und der heimische Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Diskussion über die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)
Die SPD Holzwickede und der hei­mi­sche Land­tags­ab­ge­ord­nete Hartmut Ganzke hatten gestern Abend zu einer Dis­kus­sion über die Abschaf­fung der Stra­ßen­aus­bau­bei­träge in das Alois-.Gemmeke-Haus geladen. (Foto: SPD)

Die Dis­kus­sion um die Zukunft der Stra­ßen­aus­bau­bei­träge in NRW war Thema bei einer gemein­samen Ver­an­stal­tung des hei­mi­schen Land­tags­ab­ge­ord­neten Hartmut Ganzke und der ört­li­chen SPD in Holzwickede im Alois-Gemmecke-Haus.


Stefan Käm­mer­ling MdL, kom­mu­nal­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Land­tags­frak­tion, stellte den aktu­ellen Sach­stand dar. Die von der schwarz-gelben Lan­des­re­gie­rung nun vor­ge­schla­gene Rege­lung, die Maxi­mal­bei­träge zu begrenzen, sei unge­recht und an Büro­kratie kaum zu über­bieten. „Zusätz­lich ent­steht für die Kom­munen ein erheb­li­cher Ver­wal­tungs­auf­wand, der nicht vom Land begli­chen wird. In ihrem eigenen Mini­ste­rium jedoch hat die zustän­dige Mini­sterin Schar­ren­bach für die Abwick­lung des För­der­pro­gramms neue Stellen geschaffen“, kri­ti­siert Stefan Käm­mer­ling die Pläne der Lan­des­re­gie­rung.

Viele Fragen an den Fachpolitiker

Die Städte in meinem Wahl­kreis lei­sten seit Jahren große Anstren­gungen, um relativ geringe Stra­ßen­aus­bau­bei­träge auf die Betrof­fenen umzu­legen. Der Vor­schlag der Lan­des­re­gie­rung würde vor Ort kaum Ent­la­stung bringen“, bewertet Hartmut Ganzke die Pläne der zustän­digen Mini­sterin. Die Teil­nehmer der Ver­an­stal­tung hatten eine Viel­zahl von Fragen an den Fach­po­li­tiker Stefan Käm­mer­ling aus Esch­weiler und teilten nach der Ver­an­stal­tung Posi­tion der NRW Land­tags­frak­tion der SPD, „die Bei­träge sind unge­recht und gehören kom­plett abge­schafft“.

Ins­be­son­dere für Gering­ver­diener, junge Fami­lien und Rentner bedeuten die Bei­träge oft­mals eine nicht zu stem­mende finan­zi­elle Bela­stung. Hinzu komme, dass die Kom­munen die Grund­stücks­ei­gen­tümer unter­schied­lich stark an den Kosten betei­ligen, mal mit 50, mal sogar mit 80 Pro­zent der umle­gungs­fä­higen Kosten. Für die Grund­lage der Berech­nung spielten auch der wirt­schaft­liche Hin­ter­grund der Betrof­fenen, die finan­zi­elle Situa­tion und der Wert des Grund­stücks keine Rolle. „Dieses Gesetz schafft eine soziale Härte, die wir abschaffen wollen“, sagt Käm­mer­ling.

Gesetzentwurf seit 2018 auf dem Tisch

Unser Vor­schlag, die kom­plette Abschaf­fung der Stra­ßen­aus­bau­bei­träge, ist unbü­ro­kra­tisch, ent­la­stet die Anwoh­ne­rinnen und Anwohner und die kom­mu­nalen Ver­wal­tungen. So geht Büro­kra­tie­abbau“, erläu­terte Stefan Käm­mer­ling seinen Zuhö­rern. Hartmut Ganzke fügte hinzu: „Die Bür­ge­rinnen und Bürger in NRW können sich auf die SPD-Land­tags­frak­tion ver­lassen. Unser Geset­zes­ent­wurf liegt seit November 2018 auf dem Tisch. Wir bleiben dabei, dass unser Geset­zes­vor­schlag gerecht und finan­zierbar ist. Nun ist es an der Regie­rungs­ko­ali­tion.“

Große Unsi­cher­heit bestand bei den teil­neh­menden Bür­gern über die Behand­lung bereits erfolgter Aus­bau­maß­nahmen, sowie über die Aus­ge­stal­tung mög­li­cher Stich­tags­re­ge­lungen. Die beiden Abge­ord­neten sagten zu, die offenen Fragen in die Bera­tungen der Frak­tion ein­zu­bringen.

Kontakt

Mobil: +49 (170)  9 03 26 14

E-mail: info@emscherblog.de

Folgen Sie uns

Archiv