Landrat Michael Makiolla (Foto: Linda Peloso - Kreis Unna)

Landrat fordert Lösung der Altschuldenfrage: „Land muss Farbe bekennen“

„Wenn nicht jetzt, wann dann.“ Das fragt sich Landrat Michael Makiolla angesichts der zögerlichen Haltung der Landesregierung bei der Altschuldenfrage: „Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist bereit, einen Großteil der kommunalen Altschulden zu übernehmen. Die Landesregierung listet dagegen gute Taten der Vergangenheit auf und sitzt das Thema ansonsten aus.“  

Strukturell unterfinanzierte Kommunen aus der gesamten Republik haben sich vor Jahren zum parteiübergreifenden Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ zusammengeschlossen und machen seitdem erfolgreich Druck in Berlin. So hat Bundesfinanzminister Scholz zugesagt, die Hälfte der kommunalen Kassenkredite in Höhe von bis zu 40 Milliarden Euro zu übernehmen. Bedingung: Die Länder stimmen dem in einem nationalen Konsens zu und beteiligen sich ihrerseits.  

„Für die Würde unserer Städte“

Allein im Ruhrgebiet werden finanzschwache oder strukturell unterfinanzierte Kommunen nach einer Ende 2019 aufgemachten Rechnung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) von Kassenkrediten in Höhe von 14,3 Milliarden niedergedrückt. „Ich erwarte deshalb von der Landeregierung, dass sie die historisch niedrigen Zinssätze nutzt, um zu günstigen Konditionen klamme Kommunen dauerhaft zu entlasten.“  

Der Landrat richtet bei seiner Forderung nach der Lösung der Altschuldenfrage auch den Blick nach vorn. „Das Ende des Bergbaus hat ab Mitte der 1960er Jahre einen heute noch nicht abgeschlossenen Strukturwandel in Gang gebracht. Der bis spätestens 2038 vorgesehene Kohlausteig stellt uns wieder vor Herausforderungen“.  

Die avisierte Finanzhilfe von 600 Millionen bis eine Milliarde Euro für den Kreis Unna und vier andere Städte im Revier wird nicht reichen, um die Region zukunftsfest zu machen, fürchtet Landrat Makiolla und ist sicher: „Wir müssen selbst gestalten, also auch selbst investieren. Dafür brauchen wir eine freie Spitze, wie sie mit Lösung der Altschuldenfrage erkennbar würde.“ PK | PKU

Die alte Schule in Opherdicke, in der aktuell noch die AWO-Kita Sonnenblume untergebracht ist, wollen die Grünen unbedingt erhalten. Sie schlagen eine Art Sozialkaufhaus als Folgenutzung vor. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Die Grünen wollen alte Schule in Opherdicke als Sozialkaufhaus erhalten

Die alte Schule in Opherdicke, in der aktuell noch die AWO-Kita Sonnenblume untergebracht ist, wollen die Grünen unbedingt erhalten. Sie schlagen eine Art Sozialkaufhaus als Folgenutzung vor. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die alte Schule in Opherdicke, in der aktuell noch die AWO-Kita Sonnenblume untergebracht ist, wollen die Grünen unbedingt erhalten. Sie schlagen eine Art Sozialkaufhaus als Folgenutzung vor. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

In der Diskussion um die Folgenutzung der Immobilie an der Dorfstraße in Opherdicke nach dem Umzug des AWO-Kindergartens Sonnenblume haben die Holzwickeder Grünen sich mit einem eigenen Vorschlag positioniert: „Wir möchten die alte Dorfschule, in der heute noch der AWO-Kindergarten untergebracht ist, erhalten“, betont ihr Fraktionsvorsitzender Friedhelm Klemp.  „Es handelt sich nicht nur um ein historisches Gebäude. Die Immobilie bietet auch eine Möglichkeit zur Nahversorgung.“  

Schon nach ihren Haushaltsberatungen im Herbst hatten die Grünen vorgeschlagen, nach dem Umzug der Kita dort einen Sozialkaufladen einzurichten, in dem benachteiligte Menschen in eine sinnvolle Tätigkeit gebracht werden können. „Im Vordergrund steht hier für uns der soziale Anspruch mit einer kleinen Nahversorgung“, so Klemp weiter. „Da eine solche Maßnahme auch gefördert wird, ist ein Gewinndruck nicht gegeben. Da wir die Gemeinde auch fahrradtouristisch aufwerten möchten, wäre es eine gute Sache für Opherdicke.“

Außerdem suche der Historische Verein eine neue Bleibe. „Auch eine solche Nachnutzung wäre für uns interessant.“

Ortsnahe Flüchtlingsunterkünfte erhalten

Die Unterkünfte an der Bahnhofstraße wollen die Grünen erhalten, stattdessen die Flüchtlingsunterkunft an der Mühlenstraße aufgeben: Das Foto zeigt die Unterkunft beim Nachbarschaftsfest im Juli vorigen Jahres.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Unterkünfte an der Bahnhofstraße wollen die Grünen erhalten, stattdessen die problembeladene Flüchtlingsunterkunft an der Mühlenstraße aufgeben: Das Foto zeigt die Unterkunft beim Nachbarschaftsfest im Juli vorigen Jahres. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Für uns ist ganz wichtig, dass Integration im Ort erfolgen sollte. Deshalb möchten wir die Unterkunft an der Mühlenstraße schließen.“

Friedhelm Klemp

Erhalten möchten die Grünen auch die Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße, wie der Fraktionschef erläutert: „Obwohl wir uns damals bei der Planung  für feste Gebäude eingesetzt haben, die mehr Qualität und Wertbeständigkeit geboten und  besser zum Straßenbild gepasst hätten, möchten wir die Flüchtlingsunterkünfte im Gegensatz zur SPD erhalten. Deshalb möchten wir, dass der Rechtsweg weiter verfolgt wird, bis die Verantwortlichen für die Baumängel dort gefunden werden.“

Schon „die Planung der Unterkünfte“ sei „nicht bedürfnisorientiert“ gewesen und hätte mit geringen Kosten verbessert werden können, meinen die Grünen. „Wir fordern deshalb auch eine genaue Kostenermittlung für die Instandsetzung mit gleichzeitiger Aufstellung, was eine Qualitätsverbesserung, beispielsweise eine bessere Belüftung, kostet.“   

Nach Auffassung der Grünen muss eine Unterbringungsmöglichkeit für geflüchtete Menschen im Ort erfolgen. „Für uns ist ganz wichtig, dass Integration im Ort erfolgen sollte. Deshalb möchten wir die Unterkunft an der Mühlenstraße schließen“, so Friedhelm Klemp weiter. „Für die gab es nie ein richtiges Konzept. Die Unterbringung dort war schon immer problembeladen und konnte nur durch den Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern kompensiert werden.“

Die SPD möchte die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße abreißen und an ihrer Stelle neue, bezahkbare Wohnungen errichten. Das Foto zeigt die Modulbauten im September 2016 kurz vor der Fertigstellung. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Bezahlbarer Wohnraum fehlt: SPD stellt Antrag zur Grundstücksbevorratung

Die SPD möchte die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße abreißen und an ihrer Stelle neue, bezahkbare Wohnungen errichten. Das Foto zeigt die Modulbauten im September 2016 kurz vor der Fertigstellung. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die SPD möchte die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße möglichst schnell durch neuen, bezahlbare Wohnraum ersetzen. Das Foto zeigt die Modulbauten im September 2016 kurz vor Fertigstellung. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die SPD-Fraktion fordert möglichst schnell, neuen bezahlbaren Wohnraum in Holzwickede zu schaffen und hat dazu einen Antrag zur Grundstücksbevorratung gestellt: Darin enthalten sind zwei Forderungen: Die sanierungsbedürftigen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraßen sollen abgerissen werden, um an ihrer Stelle neue, bezahlbare Wohnungen errichten zu können. Außerdem soll die Gemeinde geeignete Grundstücke erwerben, um Projekte mit bezahlbaren Wohnraum realisieren zu können.

„In der jüngsten Vergangenheit war der Presse zu entnehmen, dass die UKBS im Kreisgebiet insgesamt 269 neue Wohnungen errichten will und somit 64 Mill. Euro investiert“, erläutert Fraktionschef Michael Klimziak. „Unsere Gemeinde, ebenfalls Gesellschafterkommune, wird hier nicht erwähnt. Als Grund wird die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde angeführt. „

Flüchtlingsunterkünfte ersetzen

Michael Klimziak erinnert daran, dass seine Fraktion schon in einem Antrag am 21. Januar 2016, also vor vier Jahren, auf diese Problematik hin gewiesen und die Verwaltung aufgefordert habe, mögliche geeignete Grundstücke zu erwerben, um den Bau von bezahlbarem Wohnraum zu ermöglichen. „Leider gibt es hier bis heute keine Ergebnisse“, bedauert Klimziak.

Außerdem hat die Verwaltungsspitze in den Klausurberatungen im Herbst erläutert, dass die Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße erhebliche Mängel aufweisen. „Hier hat die Verwaltung selbst darauf hingewiesen, dass nach einer Beseitigung der bestehenden Gebäudekörper, neue bezahlbare Wohnungen errichtet werden könnten. Dieses Vorhaben unterstützen wir sehr“, so der Fraktionsvorsitzende. Allerdings: „Gespräche sind diesbezüglich mit der UKBS anscheinend nicht geführt worden.“

Große Lücke im Wohnungsmarkt schließen

Aus diesem Grund stellt die SPD nunmehr einen neuen Antrag mit den beiden eingangs erwähnten Kernforderungen. „Seit längerer Zeit ist bekannt, dass bezahlbarer Wohnraum in Holzwickede nicht gerade im Überangebot vorhanden ist. Wir hören immer wieder von Menschen, die gerne in unserer Gemeinde eine Wohnung mieten würden, die auch ihren finanziellen Ressourcen entspricht, aber leider oft genug dabei ohne Erfolg bleiben“, begründet Klimziak den Antrag seiner Fraktion.

Zudem beschäftigt die SPD-Fraktion die Frage der Integration der Menschen, die als Flüchtlinge in der Gemeinde angekommen sind und derzeit in den bekannten Einrichtungen eine erste Unterkunft gefunden haben. Klimziak: „Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Menschen auch dauerhaft hierbleiben wird, somit stellt sich auch in diesem Zusammenhang die Frage nach bezahlbarem Wohnraum.“

Ein weiterer Aspekt sei der Bedarf an kleinem Wohnraum für Singles und Alleinerziehende mit einem Kind. Die SPD hoffe, so Klimziak abschließend, gemeinsam mit den übrigen Fraktionen das Ziel zu erreichen, „die vorhandene große Lücke im Wohnungsmarkt schließen“ zu können.

Auch Laura Kleist (sitzende) absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Gemeindebücherei, v.l.: Silke Becker, Natascha Özdilli (DRK), Teamleiter Sina Rumpke, Andreas vom Lehn Kristina Truß. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Aus der Schule in Freiwilligendienst: Soziales Engagement trifft Berufsorientierung

Auch Laura Kleist (sitzende) absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Gemeindebücherei, v.l.: Silke Becker, Natascha Özdilli (DRK), Teamleiter Sina Rumpke, Andreas vom Lehn Kristina Truß. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Auch Laura Kleist (sitzende) absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Gemeindebücherei, v.l.: Silke Becker, Natascha Özdilli (DRK), Teamleiter Sina Rumpke, Andreas vom Lehn Kristina Truß. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Mit dem Jahreswechsel wird der Schulabschluss für so manche 10. und 12. Klässler immer greifbarer. Doch was kommt danach? Wer sich eine Auszeit vom Lernalltag wünscht, noch nicht so recht weiß, wohin es beruflich in Zukunft gehen soll oder sich einfach gerne ganz praktisch sozial engagieren möchte, für den könnte ein Freiwilliges Soziales Jahr (kurz FSJ) die richtige Wahl sein.

Zwölf Monate lang (oder bei Bedarf auch kürzer, aber mindestens sechs Monate) können junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren hierbei einer sozialen Tätigkeit nachgehen, Einblicke ins Berufsleben sammeln und sich so ganz nebenbei und in Ruhe im Dschungel der unerschöpflichen Karrieremöglichkeiten orientieren.

Als Träger der Freiwilligendienste FSJ und BFD hat der DRK-Kreisverband Unna interessierten Jugendlichen in der gesamten Region Westfalen-Lippe hierbei so einige spannende Einsatzstellen zu bieten:

Neben den klassischen Einsatzfeldern in der Krankenpflege, dem Rettungsdienst oder im Kindergarten, versprechen Jobs in einer Bibliothek oder als Technikscout für Grundschulen Spannung und Abwechslung für kulturinteressierte oder technikaffine Jugendliche. Und auch, wer bereits einen klaren Berufswunsch als Lehr- oder Pflegekraft, Physiotherapeut, Ärztin oder ähnliches hat, kann das FSJ perfekt nutzen, um das eigene Ziel ganz unverbindlich zu testen, Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichsten Menschen zu sammeln und erste Kontakte mit potenziellen späteren Arbeitgebern zu knüpfen.

Auch Laura Kleist, die ihr Freiwilliges soziales Jahr in der Gemeindebücherei Holzwickede absolviert, wurde über den DRK-Kreisverband Unna zur Gemeinde Holzwickede vermittelt.

Pünktlich zum neuen Jahr startet nun die heiße Bewerbungsphase für das FSJ im Jahr 20/21. Interessiert? Die Bewerbung erfolgt ganz unkompliziert online unter www.freiwilligendienste-unna.de.

Aus einem Pool aus mehr als 160 Einsatzstellen vermittelt der DRKKreisverband Unna die Bewerberinnen und Bewerber dann passgenau nach ihren jeweiligen Begabungen und persönlichen Interessen.

Ergänzend zum Einsatz in den Dienststellen umfasst der Freiwilligendienst insgesamt 25 Seminartage. In kleinen Gruppen werden hier gemeinsam mit den pädagogisch geschulten DRK-Bildungsreferenten soziale, persönliche, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen erarbeitet. Und nebenbei bleibt natürlich auch genug Zeit für das Einsatzstellenübergreifende Kennenlernen und den Austausch über die jeweiligen Praxiserfahrungen.

Ganz umsonst ist das FSJ – neben der persönlichen Weiterentwicklung – aber selbstverständlich auch nicht: Taschengeld, Verpflegung, Sozialversicherung und gesetzlich geregelter Urlaubsanspruch sind während der 12-monatigen Beschäftigung selbstverständlich. Zudem wird der Freiwilligendienst in der Regel als Vorpraktikum für soziale Berufe oder Studiengänge anerkannt.

Noch Fragen?

Weitere Informationen gibt’s vor Ort beim DRK-Kreisverband Unna e.V., Mozartstraße 34, 59423 Unna oder per Mail an freiwilligendienste@drk-kvunna.de.

Das Team der Erziehungsberatungsstelle (von links): Annika Korthaus, Inga Richter (Leiterin), Horst Wachholz, Katja Schuon (Fachbereichsleiterin), Katrin Völlmecke und Jana Maeßen. (Foto: Kreis Unna)

Beratung rund ums Thema Erziehung und Familie: Prävention zum Wohle des Kindes

Das Team der Erziehungsberatungsstelle (von links): Annika Korthaus, Inga Richter (Leiterin), Horst Wachholz, Katja Schuon (Fachbereichsleiterin), Katrin Völlmecke und Jana Maeßen. (Foto: Kreis Unna)
Das Team der Erziehungsberatungsstelle (von links): Annika Korthaus, Inga Richter (Leiterin), Horst Wachholz, Katja Schuon (Fachbereichsleiterin), Katrin Völlmecke und Jana Maeßen. (Foto: Kreis Unna)

Es kann Streit mit dem Partner sein, ein Trauerfall in der Familie, Mobbing in der Schule oder schlichtweg Unsicherheit bei Erziehungsfragen. Krisen und Konflikte kommen in den besten Familien vor – und das in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die wenigsten lösen sich von selbst. Individuelle Probleme erfordern daher individuelle Lösungsansätze. Solche möchte die Erziehungsberatungsstelle des Kreises Unna ihren Klienten aufzeigen.  

Ein Raum, wo alle offen über ihre Anliegen und Sorgen sprechen können, ohne jegliche Art von Wertung fürchten zu müssen. Das bietet die Erziehungsberatungsstelle bereits seit vielen Jahren an. Stets im Fokus: das Kindeswohl. Ob telefonisch, online oder persönlich – Ratsuchende bekommen hier auf kurzem, unbürokratischem und kostenfreiem Weg hilfreiche Tipps von einem multiprofessionellen Team. Diese niederschwellige Erreichbarkeit ist vor allem im Hinblick auf eines relevant: Prävention.  

„Prävention hat einen besonders hohen Stellenwert. Wir wollen kein Kind zurück lassen und daher ist es umso wichtiger, ein mögliches Problem frühestmöglich anzugehen, am besten bevor das Kind in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist“, betont Katja Schuon, Fachbereichsleiterin Familie und Jugend des Kreises Unna.  

Anonym und schweigepflichtig

Das Angebot in Holzwickede, Bönen und Fröndenberg reicht von Einzelgesprächen mit Kindern und Eltern über eine Familienberatung bis hin zur Fachberatung von Lehrern und Erziehern. Dabei ist den beratenden Psychologen, Pädagoginnen, Sozialarbeitern und einer Heilpädagogin besonders wichtig, dass Betroffene die Hemmung davor verlieren, Rat zu suchen. Die Beratung kann auf Wunsch anonym stattfinden. An die Schweigepflicht sind die Ansprechpartner in jedem Fall gebunden.  

„Unser Beratungsspektrum ist sehr breit. Das fängt bei vermeintlichen Kleinigkeiten an und geht bis hin zu komplexeren Fällen. Wir beschäftigen uns mit Themen wie Belastung der Eltern, schulischen Problemen, Medienkonsum, Geschwisterrivalität, psychischen Konflikten oder ganz simplen Fragen zur Erziehung und Entwicklung. Dem einen Ratsuchenden ist mit einem Gespräch bereits geholfen, bei dem anderen bedarf es einer umfangreicheren Beratung“ erläutert Inga Richter, Leiterin der Beratungsstelle.  

Beratungsgespräche können in Holzwickede in der Rausinger Straße 3 geführt werden. Telefonisch zu erreichen ist das Team um Inga Richter unter Tel. 0 23 01 / 94 59 40 oder per Mail an pb@kreis-unna.de.  

Offene Sprechstunden

Interessierte haben außerdem die Chance, die offenen Sprechstunden wahrzunehmen: Montags von 9 bis 10 Uhr in Fröndenberg/Ruhr, ebenfalls montags von 11 bis 12 Uhr in Bönen sowie dienstags von 10 bis 11 Uhr in Holzwickede. Weitere Infos gibt es in dem neuen Faltblatt der Beratungsstelle, zu finden in den Familienzentren in Fröndenberg, Bönen und Holzwickede sowie in den Dienststellen des Allgemeinen Sozialdienstes des Kreises und unter www.kreis-unna.de (Suchbegriff: Erziehung). PK|PKU

269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS informierte über ihre Neubaupläne, von links: Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Prokurist Alexander Krawczyk, Architekt und Prokurist Martin Kolander und Geschäftsführer Matthias Fischer mit dem Plan des Solarhauses, das in Kamen entstehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) geht gegen die Wohnungsnot in die Neubauoffensive: In den nächsten zwei Jahren wird die UKBS insgesamt 269 neue Wohnungen bauen und 64 Millionen Euro in den Gesellschafterkommunen investieren. Allerdings: An Holzwickede, ebenfalls eine Gesellschafterkommune, geht diese Neubauioffensive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine einzige UKBS-Wohnung gebaut werden. Grund: die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde Holzwickede.

„Wir gehen mit einem intensiven Neubau-Programm an den Start!“ Mit diesen Worten kennzeichnete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vorsitzende des Aufsichtsrates, die umfangreichen Bau-Aktivitäten der UKBS in den Gesellschafterkommunen in nächster Zeit. Und Geschäftsführer Matthias Fischer unterlegte diese Feststellung mit eindrucksvollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 insgesamt 269 neue Wohnungen errichten, was 9,1 Prozent des derzeitigen Bestandes entspricht. Dafür investiert das kommunale Wohnungsunternehmen insgesamt rund 64 Millionen Euro.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen bei allen Projekten nachdrücklich berücksichtigt werden. Das reiche von einer Eisspeichertechnik über Mieterstrom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Wasserstoff angetriebenen Autos. Für das soeben begonnene Jahr kündigte Fischer 106 neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 6 968 qm Wohnfläche an. Das sei bereits „eine Hausnummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kommende Jahr weitere 163 Projekte zu. Der Geschäftsführer wertete diese Aktivitäten als „positives Zeichen für die Zukunftsentwicklung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kommunaler Garant für eine erfolgreiche soziale Wohnungspolitik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Darstellung von Matthias Fischer zwei Projekte, und zwar in Bergkamen am Rathausplatz mit 30 Wohnungseinheiten auf 2 161 Quadratmetern und in Unna an der Vinckestraße mit 8 Wohnungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäftsführer weiter, noch die Bauarbeiten an der zweizügigen Kindertagesstätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vierzügigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emschergemeinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leuchtturm-Projekt“ des Unternehmens an der Wilhelm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Versorgungstechnologie und 30 Wohnungseinheiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 805 qm entstehen. Auch bleibt die UKBS an der Berliner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 2 080 qm entstehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen ebenfalls mehrere Neubauprojekte auf der Agenda des kommunalen Wohnungsunternehmens. So sollen an der Danziger Straße in einem ersten Bauabschnitt zehn neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 641 qm entstehen und in einem zweiten Bauabschnitt weitere 24 Wohnungen mit 1 688 qm. Darüber hinaus plant die UKBS an der Heinrichstraße 40 neue Wohnungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 897 qm sollen zudem an der Berliner Allee in Unna entstehen. Ebenso an der Berliner Allee wird mit der Errichtung eines vierzügigen Kindergartens in diesem Jahr begonnen. Schließlich sind von der UKBS an der Brockhausstraße in Unna weitere 50 Wohnungseinheiten mit einer Fläche von insgesamt 3 200 qm vorgesehen.

Außerdem kündigte Geschäftsführer Fischer auch den Bau jeweils einer vierzügigen Kindertagesstätte in Bergkamen (Berliner Straße) und Bönen (Borgholz) an.

Mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft schließlich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Wohnungseinheiten und ein Gemeinschaftsraum auf einer Gesamtfläche von 1 833 qm vorgesehen.

Aufsichtsrats-Vorsitzende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich überzeugt, dass die UKBS mit diesem gewaltigen Neubauprogramm dazu beitragen werde, die starke Wohnungsnachfrage im Kreis Unna zu mindern – und das, wie er sagte, „auf gemäßigtem Mietniveau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde in den kommenden zwei Jahren kein einziges neues Projekt angeht und bezahlbaren Wohnraum schafft, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende so: „Normalerweise werden wir ja nicht selbst aktiv, sondern unsere Gesellschafter tragen uns Vorhaben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestätigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke allerdings auch: „Es gibt eben kaum gemeindeeigene Grundstücke, die für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevorratung von Flächen in der Gemeinde. Das ist ein Problem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbedingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Wohnungen an der Bahnhofstraße neben den Flüchtlingsunterkünften gebaut. Und diese Unterkünfte werden möglicherweise schon bald abgerissen. „Im Prinzip entsteht die Bahnhofstraße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwächere Holzwickeder entsteht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu privaten Preisen vermietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohnpark Emscherquelle, wo noch 66 Wohneinheiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Wohnungsbau entstehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Investor WILMA alles selbst erledigen“, weiß der UKBS-Aufsichtsratsvorsitzende. „Das ist jedenfalls mein aktueller Informationsstand.“ Wie es aussieht, geht also die Neubauoffensive der UKBS völlig an der Emschergemeinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen immer teurer: Blick in neuen Mietspiegel für Holzwickede lohnt sich

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels,  v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede),  Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister  Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)
Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen wird immer teurer. Um einen Vergleich zu haben, wie hoch die Mieten sind, lohnt sich ein Blick in den Mietspiegel. Für die Gemeinde Holzwickede und sechs andere Kommunen hat der Kreis Unna erstmals den qualifizierten Mietspiegel erstellt. In der letzten Sitzung des alten Jahres haben die Fraktionen in Haupt- Finanz- und Personalausschusses den neuen Mietspiegel für die Gemeinde Holzwickede zur Kenntnis genommen und anerkannt. Der neue ab 1. Januar 2020 gültige Mietspiegel ist erstmals nicht mehr vom Eigentümerverband Haus und Grund Unna e.V. erstellt worden, sondern vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Kreises Unna.

Für den neuen qualifizierten Mietspiegel hat der Gutachterausschuss des Kreises in Holzwickede 354 Daten erfasst (Stand Mai 2019), wie die Verwaltung auf Nachfrage von SPD-Sprecher Michael Klimziak mitteilt. Davon sind 261 privat vermietete Wohnungen. Der Mietspiegel für Holzwickede bezieht sich auf nicht preisgebundene Wohnungen und gibt eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete im Gemeindegebiet. Er stellt eine Orientierungshilfe dar, die es beiden Mietvertragsparteien ermöglichen soll, eine angemessene Miethöhe festzustellen. Wobei der Wohnraum in Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Klage vergleichbar sein soll.

Bei Mieterhöhungsverfahren verbindlich

Insbesondere bei gesetzlichen Mieterhöhungsverfahren hat der qualifizierte Mietspiegel Rechtsfolgen: So muss der Vermieter sich auf die darin enthaltenen Angaben beziehen. Bei gerichtlichen Verfahren wird außerdem davon ausgegangen, dass der Mietspiegel die ortsüblichen Vergleichsmieten wiedergibt.

Der Mietspiegel weist die ortübliche monatliche Miete je Quadratmeter Wohnfläche in Form von Mietspannen aus. Diese sind in Baualtersklassen eingeteilt und gelten für unmöblierte Wohnungen von 25 bis 150 qm Wohnfläche.  Die ortsübliche Miete in Holzwickede wird als Nettokaltmiete (ohne Heiz- und Betriebskosten) ausgewiesen.

Der qualifizierte Mietspiegel 2020 für Holzwickede sieht wie folgt aus:

Baualtersklasse Mittelwert in Euro/qm Unter- und Obergrenze in Euro/qm
bis 19494,81 4,19 – 5,52
1950 bis 19644,74 4,12 – 5,44
1965 bis 19774,95 4,31 – 5,69
1978 bis 19945,62 4,89 – 6,44
1995 bis 20095,74 5,00 – 6,59
ab 2010 6,65 5,79 – 7,63

Vom ausgewiesenen Mittelwert kann abgewichen werden, wenn die Ausstattung der Wohnung „in Art, Umfang und Qualität erheblich vom Durchschnitt abweicht“. Wenn es Merkmale der Wohnung gibt, die nicht durch Zu- und Abschläge (s. weiter unten) abgedeckt werden, die im Mietspiegel genannt sind. Auch die Wohnlage spielt eine Rolle.

Nur eine Wohnlage in Holzwickede

Bemerkenswerterweise heißt es im Mietspiegel für Holzwickede zur Wohnlage: „Das Gebiet der Gemeinde Holzwickede in mehrere Wohnlagen aufzuteilen ist nicht möglich. Die überwiegende Mehrheit der Wohnungen befindet sich in mittlerer Lage. Diese zeichnet sich aus durch:

  • Wohn- oder gemischte bauliche Nutzung
  • wenig Grünflächen
  • höheres Verkehrsaufkommen, teilweise Durchgangsverkehr
  • ausreichend Verkehrsanbindung, ausreichender Parkraum
  • Nahversorgung gewährleistet, andere Infrastruktureinrichtungen ausreichend erreichbar“

Nach dem Mietspiegel stellen Zu- oder Abschläge Abweichungen vom Standard (durchschnittliche Qualität des jeweiligen Merkmals) dar. Sie sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie vom Vermieter eingebracht werden.

Zu- und Abschläge

Folgende Zu- oder Abschläge können pro Quadratmeter Wohnfläche angerechnet werden:

Merkmal Wohnfläche Zu- oder Abschlag in Euro/qm Wohnfläche
25 qm bis unter 45 qm  +0,60
45 qm bis unter 70 qm +0,05
70 qm bis unter 95 qm  Standard
95 qm bis unter 130 qm -0,05
130 qm bis unter 150 qm-0,15

 Beheizungsart

Als Standard der Wohnungen in Holzwickede wird von einer Gas- oder Ölzentralheizung ausgegangen im Mietspiegel. Andere Beheizungsarten ergeben folgende Zu- oder Abschläge:

Merkmal Beheizungsart Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Gas/Heizöl Standard
Fernwärme-0,30
Nachtspeicher/Strom-0,20

Als weitere Merkmale für Zu- oder Abschläge bei der Monatsmiete sind im Mietspiegel Ausstattung, allgemeine bzw. energetische Modernisierungen oder die Lage der Wohnung innerhalb eines Gebäudes genannt.

Ausstattung

Für eine durchschnittliche Wohnung wird eine Grundausstattung mit einem Badezimmer (Dusche oder Wanne) und WC, Balkon oder Terrasse, Isolierverglasung sowie ein einfacher Bodenbelag (z.B. Laminat) angenommen.

Unter einer einfachen Ausstattung sind beispielsweise einfache PVC-Fußböden, Einfachverglasung oder ein schlechter Zuschnitt der Wohnung zu verstehen.

Eine gehobene Ausstattung zeichnet sich unter anderem durch das Vorhandensein eines Gäste-WC oder 2. Badezimmers, großformatige Fliesen, Dreifachverglasung oder gehobene Bodenbeläge aus.

Merkmal Ausstattung Zu- oder Abschläge in Euro/qm
einfache Ausstattung-0,10
mittlere AusstattungStandard
gehobene Auisstattung+0,10

Modernisierung

Hier enthält der qualifizierte Mietspiegel eine detaillierte Aufstellung von allgemeinen und energetischen Modernisierungsmaßnahmen, die mit gestaffelt nach Art und Zeitpunkt der Durchführung mit Punkten bewertet werden. Die Summe der Punkte führt dann zu weiteren Zu- oder Abschläge von +0,15 Euro/qm Wohnfläche (mittlerer Modernisierungsgrad) bis +0,40 Euro/qm oder hat keine Auswirkung (Standard) bei kleineren Modernisierungen im Rahmen der Instandhaltung.

Weitere besondere Merkmale

Weitere Zuschläge konnten für folgende Merkmale ermittelt werden:

Merkmal Lage im Gebäude Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Einfamilienhaus+0,50
Wohngebäude mit 2 oder 3 WE  +0,20
1 Zimmer  -0,40
Wohnung befindet sich ab dem 3. OG       -0,20
Wohnung befindet sich im DG         -0,15
Wohnung über Aufzug erreichbar    +0,25

Keinen Einfluss auf die Miete haben folgende Merkmale, die von den Gutachtern des Kreises untersucht wurden:

  • fehlender Balkon, bzw. besonders großer Balkon/ Dachterrasse
  • Gäste-WC
  • Wohnungen, die durch Erdwärme beheizt werden
  • Barrierefrei erstellt oder erreichbar
  • Lage der Wohnung im Kellergeschoss bzw. Souterrain
  • 2 oder mehr Zimmer

Der neue qualifizierte Mietspiegel ist der einzige offizielle Mietspiegel für Holzwickede. Er ist bis 31. Dezember 2021 gültig und wird dann fortgeschrieben. Die Gemeinde Holzwickede hat angekündigt, den Mietspiegel 2020 auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, was allerdings bislang noch nicht geschehen ist.

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)

Kreis Unna schickt Bewerbung als Fairtrade-Kreis los

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)
Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)

Die Bewerbung ist abgeschickt, jetzt ist Transfair e.V. am Zug: Mit der Gründung der Steuerungsgruppe hat der Kreis Unna aus eigener Sicht auch die letzte Voraussetzung erfüllt, um den Titel Fairtrade-Kreis zu erhalten. Das Kampagnenbüro von TransFair e.V. wird die Unterlagen nun prüfen und über eine Zertifizierung entscheiden.  

Nachdem der Kreistag im Sommer beschlossen hatte, bei der Kampagne Fairtrade-Towns mitzumachen, hat sich jede Menge getan. Für eine Zertifizierung reicht es nämlich nicht aus, Fairtrade-Produkte in Sitzungen oder dem eigenen Bistro anzubieten. Neben dem erwähnten Kreistagsbeschluss müssen unter anderem eine Steuerungsgruppe als treibende Kraft hinter dem Engagement stehen und Einzelhändler und Gastronomen benannt werden, die mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten.  

„Wir wollen ein ganz konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt und faire Handelsbeziehungen setzen“, erklärt Landrat Michael Makiolla, der mit seiner Unterschrift die Ziellinie im Bewerbungsmarathon markierte.

Steuerungsgruppe gegründet

Die frisch gegründete Steuerungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein Forum zum kreisweiten Austausch in Sachen Fairtrade zu bieten. Ihr gehören Peter Driesch (Fachbereichsleiter Natur und Umwelt beim Kreis Unna), Jutta Eickelpasch (Verbraucherzentrale e.V. Kamen, für die Zivilgesellschaft), Klaus-Bernhard Kühnapfel (Bündnis 90/Die Grünen, Vertreter für die Kreispolitik), Michael Sacher (Buchhandlung Hornung Unna, für den Bereich Wirtschaft), Matthias Tresp (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Unna) und Stephanie Viefhues (Stadt Werne) an.  

Viele Partner vorbildlich

In vorbildlicher Art und Weise um den Fairtrade-Gedanken kümmern sich übrigens schon zahlreiche Schulen, Kirchen, Gastronomiebetriebe und Vereine: „Auch aus diesen Bereichen musste der Kreis viele Fairtrade-Partner benennen, und hier konnten wir auf breite Unterstützung zählen“, freut sich Matthias Tresp aus dem Fachbereich Natur und Umwelt, der die Fairtrade-Bewerbung des Kreises koordinierte und jetzt der Rückmeldung von Fairtrade e.V. entgegenfiebert.   Weitere Infos unter www.kreis-unna.de/fairtrade. PK | PKU

Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit: Das Ziel ist in Sichtweite

Martin Wiggermann, Thomas Helm, Ladrat Michael Makiolla und Uwe Ringelsiep (v.l.) blicken zuversichtlich auf die letzte Etappe in Sachen Senkung der Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Unna um 50 Prozent. (Foto: Fabiana Regino – Kreis Unna)

Die Jugendarbeitslosigkeit soll bis 2020 in jeder Stadt und Gemeinde im Kreis halbiert werden. Dafür macht sich ein kreisweites Bündnis seit 2013 stark. Definierte Zwischenziele wurden in den Jahren 2016 bis 2018 aber verfehlt. Nun befindet sich die Initiative, für die sich der Kreis, samt Jobcenter und Agentur für Arbeit engagieren, allerdings auf der Zielgeraden.  

Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit heißt in Zahlen: von 1.728 Arbeitslosen unter 25 Jahren im Jahr 2013 runter auf 864 im Jahr 2020. Das Ergebnis im November 2019: 985 junge Arbeitslose. Zwar sind das 66 mehr als für das nun endende Jahr als Zielmarke definiert wurde, der in den Vorjahren entstandene Rückstand konnte in diesem Jahr jedoch deutlich reduziert werden, waren es 2018 noch etwa 97 Arbeitslose mehr als erwartet.

Erstmalig die 1.000-Marke unterschritten

Damit verzeichnet der Kreis erstmals unter 1.000 arbeitslose Jugendliche. Innerhalb des vergangenen Jahres konnten mehr als 130 arbeitssuchende Jugendliche an Arbeitgeber vermittelt werden. Möglich war das durch die gute Zusammenarbeit aller Akteure. Besonderen Dank sprachen Landrat Michael Makiolla, Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm und der Vorsitzende der Trägerversammlung des Jobcenters Kreis Unna, Martin Wiggermann dem Team von Jobcenter-Chef Uwe Ringelsiep aus.  

Dieser betonte im Zuge der Zwischenbilanz, dass alle Beteiligten sich nun auf der Zielgeraden nochmals fokussieren müssten: „Wir wollen keinen Jugendlichen aufgeben, schon gar nicht auf den letzten Metern. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass gut ein Drittel unserer Kunden keinen Schulabschluss vorweisen kann. Wenn einer nicht will, dann muss man den einen oder anderen mit sanften Methoden zu seinem Glück zwingen. Sonst droht Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut“, erklärt Uwe Ringelsiep.  

Herausforderungen gemeistert

Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm bewertet die Entwicklungen sehr positiv und erinnert an Hürden auf dem Weg zu Ziel: „Da war zum einen die Flüchtlingsbewegung 2015, die bei Gründung der Initiative nicht abzusehen war und zum anderen der Ausbildungsmarkt, auf dem ein starkes Ungleichgewicht von Bewerbern und offenen Ausbildungsstellen herrschte. Die Balance konnte mittlerweile aber deutlich verbessert werden“, so Helm, der sich für den Endspurt zuversichtlich zeigt.   

Für Martin Wiggermann ist das Ziel in Sichtweite lediglich ein Ansporn, noch mehr erreichen zu wollen: „Ich bin stolz, dass wir uns trotz aller Herausforderungen auf dem Weg zu halb so vielen jugendlichen Arbeitslosen nun kurz vor dem Ziel befinden. Das darf aber nicht das Ende sein, denn es gibt noch viel zu tun, gerade in den Schulen. Nichtsdestotrotz sind die Entwicklungen definitiv als Meilenstein zu sehen“, so der stellvertretende Landrat Wiggermann.  

Die besonders schwierigen Fälle im Schlussspurt

Auch Landrat Michael Makiolla zeigt sich zuversichtlich für den Schlussspurt: „Ich bin überzeugt, dass wir auf der Zielgeraden sind. Dafür haben wir auch eine Menge getan“, betont Makiolla und verweist dabei auf die drei Sachbearbeiter-Stellen im Jobcenter und den fünf Fall-Managern an den Berufskollegs des Kreises, die der Kreis zusätzlich beauftragt hat. „Diese Leute kümmern sich um die besonders schwierigen Fälle und ich bin zuversichtlich, dass wir auch die vermittelt bekommen.“  

Die Statistik zeigt: Der Kreis Unna ist mit den aktuellen Zahlen deutlich besser als der Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalens. Zwar haben viele andere Kommunen ihre Ziele in Sachen Senkung der Jugendarbeitslosigkeit erreicht, die meisten setzten sich allerdings bescheidenere Zielmarken, wie z.B. die Senkung der Quote um zehn Prozent. An den aktuellen Entwicklungen im Kreis Unna wollen alle Akteure auch 2020 anknüpfen. PK | PKU  

Laura und Maja haben es geschafft: 1.650 Euro für Kinder- und Jugendhospitzdienst

Brigitte Eggenstein (r.) und Michaela Heine (l.) vom Kinder- und Jugendhospiztdienst nahmen die Spende von Laura (2.v.r.) und Maja entgegen, die von ihren Müttern begleitet wurden (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Dass man auch mit wenig viel erreichen kann, wollten Laura Backs und Maja Müller zeigen und genau das haben die beiden zehnjährigen Mädchen aus Holzwickede auch geschafft: Eine Spende in Höhe von 1.650 Euro konnten Laura und Maja heute an den Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna überreichen.

„Das ist eine der größten Einzelspenden, die wir bisher von privater Seite bekommen haben“, staunte Ariane Rauscher, Leiterin der Einrichtung, nicht schlecht. „Respekt, das war wirklich eine richtig tolle Aktion von Euch“, lobte sie die Mädchen. „An euch können sich wirklich viele Menschen ein Beispiel nehmen, dass man auch an andere denken soll. Vielen Dank dafür.“

Stand auf Weihnachtsmarkt und Sammlung

An euch können sich wirklich viele Menschen ein Beispiel nehmen, dass man auch an andere denken soll. Vielen Dank dafür.“

Ariane Rauscher

Das gespendete Geld haben die beiden dicken Freundinnen auf dem Holzwickeder Weihnachtsmarkt eingenommen. An einem eigenen Stand verkauften sie dort selbstgebackene Plätzchen und eigene Bastelarbeiten, die sie zuvor, unterstützt von ihren Familien, in wochenlanger Arbeit vorbereitet hatten. Außerdem hatten sie in ihrer Nachbarschaft und in Holzwickeder Geschäften Spenden eingesammelt.

Der Erlös aus ihrem Engagement, das die Herzen so vieler Holzwickeder erwärmte, sollte für den Kinder- und Jugendhospitzdienst bestimmt sein, entschieden die beiden Freundinnen, die das Holzwickeder Gymnasium in unterschiedlichen Klassen besuchen.

Der in Unna-Königsborn ansässige ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet Familien, deren Kinder eine lebensverkürzende Erkrankung haben von der Diagnose an, im Leben und über den Tod des Kindes hinaus. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, die Familien zu Hause durch geschulte Ehrenamtliche zu unterstützen.

Laura und Maja an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

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