269 Wohnungen geplant: UKBS startet Neubauoffensive – an Holzwickede vorbei

Die UKBS informierte über ihre Neubaupläne, von links: Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke, Prokurist Alexander Krawczyk, Architekt und Prokurist Martin Kolander und Geschäftsführer Matthias Fischer mit dem Plan des Solarhauses, das in Kamen entstehen soll. (Foto: UKBS)

Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) geht gegen die Wohnungsnot in die Neubauoffensive: In den nächsten zwei Jahren wird die UKBS insgesamt 269 neue Wohnungen bauen und 64 Millionen Euro in den Gesellschafterkommunen investieren. Allerdings: An Holzwickede, ebenfalls eine Gesellschafterkommune, geht diese Neubauioffensive völlig vorbei. Hier kann noch immer keine einzige UKBS-Wohnung gebaut werden. Grund: die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde Holzwickede.

„Wir gehen mit einem intensiven Neubau-Programm an den Start!“ Mit diesen Worten kennzeichnete Theodor Rieke, der Holzwickeder Vorsitzende des Aufsichtsrates, die umfangreichen Bau-Aktivitäten der UKBS in den Gesellschafterkommunen in nächster Zeit. Und Geschäftsführer Matthias Fischer unterlegte diese Feststellung mit eindrucksvollen Zahlen: Danach will die UKBS in 2020 und 2021 insgesamt 269 neue Wohnungen errichten, was 9,1 Prozent des derzeitigen Bestandes entspricht. Dafür investiert das kommunale Wohnungsunternehmen insgesamt rund 64 Millionen Euro.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sollen bei allen Projekten nachdrücklich berücksichtigt werden. Das reiche von einer Eisspeichertechnik über Mieterstrom bis hin zu Car-Sharing für die Mieter bis zu mit Wasserstoff angetriebenen Autos. Für das soeben begonnene Jahr kündigte Fischer 106 neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 6 968 qm Wohnfläche an. Das sei bereits „eine Hausnummer“, meinte er, und sicherte sogleich für das kommende Jahr weitere 163 Projekte zu. Der Geschäftsführer wertete diese Aktivitäten als „positives Zeichen für die Zukunftsentwicklung des Kreises Unna“. Die UKBS werde damit ihrem Anspruch gerecht, kommunaler Garant für eine erfolgreiche soziale Wohnungspolitik zu sein.

Investitionen von insgesamt 64 Mio. Euro

Bereits im Bau befinden sich nach Darstellung von Matthias Fischer zwei Projekte, und zwar in Bergkamen am Rathausplatz mit 30 Wohnungseinheiten auf 2 161 Quadratmetern und in Unna an der Vinckestraße mit 8 Wohnungen und 530 qm. Dazu liefen, so der UKBS-Geschäftsführer weiter, noch die Bauarbeiten an der zweizügigen Kindertagesstätte in Unna am Erlenweg sowie an den beiden vierzügigen Kitas an der Unnaer Straße und an der Allee in der Emschergemeinde.

Für das neue Jahr hat die UKBS Großes vor – wenn auch nicht in Holzwickede. Hier soll auch das „Leuchtturm-Projekt“ des Unternehmens an der Wilhelm-Bläser-Straße in Kamen mit neuer Versorgungstechnologie und 30 Wohnungseinheiten in Angriff genommen werden. In Kamen sollen am Kalthof zudem elf neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 805 qm entstehen. Auch bleibt die UKBS an der Berliner Straße in Kamen aktiv, wo 32 neue Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 2 080 qm entstehen sollen.

Keine einzige neue UKBS-Wohnung in der Gemeinde

In der Stadt Unna stehen ebenfalls mehrere Neubauprojekte auf der Agenda des kommunalen Wohnungsunternehmens. So sollen an der Danziger Straße in einem ersten Bauabschnitt zehn neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 641 qm entstehen und in einem zweiten Bauabschnitt weitere 24 Wohnungen mit 1 688 qm. Darüber hinaus plant die UKBS an der Heinrichstraße 40 neue Wohnungen mit 2 640 qm Fläche. Neun neue Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 897 qm sollen zudem an der Berliner Allee in Unna entstehen. Ebenso an der Berliner Allee wird mit der Errichtung eines vierzügigen Kindergartens in diesem Jahr begonnen. Schließlich sind von der UKBS an der Brockhausstraße in Unna weitere 50 Wohnungseinheiten mit einer Fläche von insgesamt 3 200 qm vorgesehen.

Außerdem kündigte Geschäftsführer Fischer auch den Bau jeweils einer vierzügigen Kindertagesstätte in Bergkamen (Berliner Straße) und Bönen (Borgholz) an.

Mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt startet die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft schließlich in Selm ins neue Jahr. Hier sind 25 Wohnungseinheiten und ein Gemeinschaftsraum auf einer Gesamtfläche von 1 833 qm vorgesehen.

Aufsichtsrats-Vorsitzende Theodor Rieke aus Holzwickede zeigte sich überzeugt, dass die UKBS mit diesem gewaltigen Neubauprogramm dazu beitragen werde, die starke Wohnungsnachfrage im Kreis Unna zu mindern – und das, wie er sagte, „auf gemäßigtem Mietniveau“. 

Kein Bauland für bezahlbaren Wohnraum

Warum die UKBS ausgerechnet in seiner Heimatgemeinde in den kommenden zwei Jahren kein einziges neues Projekt angeht und bezahlbaren Wohnraum schafft, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende so: „Normalerweise werden wir ja nicht selbst aktiv, sondern unsere Gesellschafter tragen uns Vorhaben an. Aus Holzwickede hat es keine Anfrage gegeben“, bestätigt Theo Rieke. Warum das so ist, weiß Rieke allerdings auch: „Es gibt eben kaum gemeindeeigene Grundstücke, die für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden könnten. Offenbar gibt es wenig Bevorratung von Flächen in der Gemeinde. Das ist ein Problem und schon länger bekannt und die Politik sollte es unbedingt angehen.“

Zwar werden gerade neue Wohnungen an der Bahnhofstraße neben den Flüchtlingsunterkünften gebaut. Und diese Unterkünfte werden möglicherweise schon bald abgerissen. „Im Prinzip entsteht die Bahnhofstraße ganz neu“, meint Theo Rieke. Doch ob dort auch bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwächere Holzwickeder entsteht, ist noch die Frage. „Was da gerade privat gebaut wird, wird auch zu privaten Preisen vermietet“, ahnt Rieke.

Auch im Wohnpark Emscherquelle, wo noch 66 Wohneinheiten von 50 bis 90 m2  als sozialer Wohnungsbau entstehen sollen, bleibt die UKBS außen vor. „Dort wird der Investor WILMA alles selbst erledigen“, weiß der UKBS-Aufsichtsratsvorsitzende. „Das ist jedenfalls mein aktueller Informationsstand.“ Wie es aussieht, geht also die Neubauoffensive der UKBS völlig an der Emschergemeinde vorbei. Dabei gibt es vor Ort durchaus großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen immer teurer: Blick in neuen Mietspiegel für Holzwickede lohnt sich

Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels,  v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede),  Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister  Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)
Vor der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Erstellung des Mietspiegels, v.l.: Friedrich-Wilhelm Rebbe (Bürgermeister Fröndenberg), Ludwig Holzbeck (Baudezernent Kreis Unna), Ulrike Drossel (Bürgermeisterin Holzwickede), Mario Löhr (Bürgermeister Selm), Landrat Michael Makiolla, Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen), Roland Schäfer (Bürgermeister Bergkamen), Lothar Christ (Bürgermeister Werne), Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Jochen Marienfeld (Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte). (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Wohnen wird immer teurer. Um einen Vergleich zu haben, wie hoch die Mieten sind, lohnt sich ein Blick in den Mietspiegel. Für die Gemeinde Holzwickede und sechs andere Kommunen hat der Kreis Unna erstmals den qualifizierten Mietspiegel erstellt. In der letzten Sitzung des alten Jahres haben die Fraktionen in Haupt- Finanz- und Personalausschusses den neuen Mietspiegel für die Gemeinde Holzwickede zur Kenntnis genommen und anerkannt. Der neue ab 1. Januar 2020 gültige Mietspiegel ist erstmals nicht mehr vom Eigentümerverband Haus und Grund Unna e.V. erstellt worden, sondern vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Kreises Unna.

Für den neuen qualifizierten Mietspiegel hat der Gutachterausschuss des Kreises in Holzwickede 354 Daten erfasst (Stand Mai 2019), wie die Verwaltung auf Nachfrage von SPD-Sprecher Michael Klimziak mitteilt. Davon sind 261 privat vermietete Wohnungen. Der Mietspiegel für Holzwickede bezieht sich auf nicht preisgebundene Wohnungen und gibt eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete im Gemeindegebiet. Er stellt eine Orientierungshilfe dar, die es beiden Mietvertragsparteien ermöglichen soll, eine angemessene Miethöhe festzustellen. Wobei der Wohnraum in Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Klage vergleichbar sein soll.

Bei Mieterhöhungsverfahren verbindlich

Insbesondere bei gesetzlichen Mieterhöhungsverfahren hat der qualifizierte Mietspiegel Rechtsfolgen: So muss der Vermieter sich auf die darin enthaltenen Angaben beziehen. Bei gerichtlichen Verfahren wird außerdem davon ausgegangen, dass der Mietspiegel die ortsüblichen Vergleichsmieten wiedergibt.

Der Mietspiegel weist die ortübliche monatliche Miete je Quadratmeter Wohnfläche in Form von Mietspannen aus. Diese sind in Baualtersklassen eingeteilt und gelten für unmöblierte Wohnungen von 25 bis 150 qm Wohnfläche.  Die ortsübliche Miete in Holzwickede wird als Nettokaltmiete (ohne Heiz- und Betriebskosten) ausgewiesen.

Der qualifizierte Mietspiegel 2020 für Holzwickede sieht wie folgt aus:

Baualtersklasse Mittelwert in Euro/qm Unter- und Obergrenze in Euro/qm
bis 19494,81 4,19 – 5,52
1950 bis 19644,74 4,12 – 5,44
1965 bis 19774,95 4,31 – 5,69
1978 bis 19945,62 4,89 – 6,44
1995 bis 20095,74 5,00 – 6,59
ab 2010 6,65 5,79 – 7,63

Vom ausgewiesenen Mittelwert kann abgewichen werden, wenn die Ausstattung der Wohnung „in Art, Umfang und Qualität erheblich vom Durchschnitt abweicht“. Wenn es Merkmale der Wohnung gibt, die nicht durch Zu- und Abschläge (s. weiter unten) abgedeckt werden, die im Mietspiegel genannt sind. Auch die Wohnlage spielt eine Rolle.

Nur eine Wohnlage in Holzwickede

Bemerkenswerterweise heißt es im Mietspiegel für Holzwickede zur Wohnlage: „Das Gebiet der Gemeinde Holzwickede in mehrere Wohnlagen aufzuteilen ist nicht möglich. Die überwiegende Mehrheit der Wohnungen befindet sich in mittlerer Lage. Diese zeichnet sich aus durch:

  • Wohn- oder gemischte bauliche Nutzung
  • wenig Grünflächen
  • höheres Verkehrsaufkommen, teilweise Durchgangsverkehr
  • ausreichend Verkehrsanbindung, ausreichender Parkraum
  • Nahversorgung gewährleistet, andere Infrastruktureinrichtungen ausreichend erreichbar“

Nach dem Mietspiegel stellen Zu- oder Abschläge Abweichungen vom Standard (durchschnittliche Qualität des jeweiligen Merkmals) dar. Sie sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie vom Vermieter eingebracht werden.

Zu- und Abschläge

Folgende Zu- oder Abschläge können pro Quadratmeter Wohnfläche angerechnet werden:

Merkmal Wohnfläche Zu- oder Abschlag in Euro/qm Wohnfläche
25 qm bis unter 45 qm  +0,60
45 qm bis unter 70 qm +0,05
70 qm bis unter 95 qm  Standard
95 qm bis unter 130 qm -0,05
130 qm bis unter 150 qm-0,15

 Beheizungsart

Als Standard der Wohnungen in Holzwickede wird von einer Gas- oder Ölzentralheizung ausgegangen im Mietspiegel. Andere Beheizungsarten ergeben folgende Zu- oder Abschläge:

Merkmal Beheizungsart Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Gas/Heizöl Standard
Fernwärme-0,30
Nachtspeicher/Strom-0,20

Als weitere Merkmale für Zu- oder Abschläge bei der Monatsmiete sind im Mietspiegel Ausstattung, allgemeine bzw. energetische Modernisierungen oder die Lage der Wohnung innerhalb eines Gebäudes genannt.

Ausstattung

Für eine durchschnittliche Wohnung wird eine Grundausstattung mit einem Badezimmer (Dusche oder Wanne) und WC, Balkon oder Terrasse, Isolierverglasung sowie ein einfacher Bodenbelag (z.B. Laminat) angenommen.

Unter einer einfachen Ausstattung sind beispielsweise einfache PVC-Fußböden, Einfachverglasung oder ein schlechter Zuschnitt der Wohnung zu verstehen.

Eine gehobene Ausstattung zeichnet sich unter anderem durch das Vorhandensein eines Gäste-WC oder 2. Badezimmers, großformatige Fliesen, Dreifachverglasung oder gehobene Bodenbeläge aus.

Merkmal Ausstattung Zu- oder Abschläge in Euro/qm
einfache Ausstattung-0,10
mittlere AusstattungStandard
gehobene Auisstattung+0,10

Modernisierung

Hier enthält der qualifizierte Mietspiegel eine detaillierte Aufstellung von allgemeinen und energetischen Modernisierungsmaßnahmen, die mit gestaffelt nach Art und Zeitpunkt der Durchführung mit Punkten bewertet werden. Die Summe der Punkte führt dann zu weiteren Zu- oder Abschläge von +0,15 Euro/qm Wohnfläche (mittlerer Modernisierungsgrad) bis +0,40 Euro/qm oder hat keine Auswirkung (Standard) bei kleineren Modernisierungen im Rahmen der Instandhaltung.

Weitere besondere Merkmale

Weitere Zuschläge konnten für folgende Merkmale ermittelt werden:

Merkmal Lage im Gebäude Zu- oder Abschläge in Euro/qm Wohnfläche
Einfamilienhaus+0,50
Wohngebäude mit 2 oder 3 WE  +0,20
1 Zimmer  -0,40
Wohnung befindet sich ab dem 3. OG       -0,20
Wohnung befindet sich im DG         -0,15
Wohnung über Aufzug erreichbar    +0,25

Keinen Einfluss auf die Miete haben folgende Merkmale, die von den Gutachtern des Kreises untersucht wurden:

  • fehlender Balkon, bzw. besonders großer Balkon/ Dachterrasse
  • Gäste-WC
  • Wohnungen, die durch Erdwärme beheizt werden
  • Barrierefrei erstellt oder erreichbar
  • Lage der Wohnung im Kellergeschoss bzw. Souterrain
  • 2 oder mehr Zimmer

Der neue qualifizierte Mietspiegel ist der einzige offizielle Mietspiegel für Holzwickede. Er ist bis 31. Dezember 2021 gültig und wird dann fortgeschrieben. Die Gemeinde Holzwickede hat angekündigt, den Mietspiegel 2020 auf ihrer Homepage zu veröffentlichen, was allerdings bislang noch nicht geschehen ist.

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)

Kreis Unna schickt Bewerbung als Fairtrade-Kreis los

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)
Die Fairtrade-Steuerungsgruppe mit (v.l.) Klaus-Bernhard Kühnapfel, Jutta Eickelpasch, Matthias Tresp, Stephanie Viefhues und Peter Driesch. (Foto: Angelika Molzahn – Kreis Unna)

Die Bewerbung ist abgeschickt, jetzt ist Transfair e.V. am Zug: Mit der Gründung der Steuerungsgruppe hat der Kreis Unna aus eigener Sicht auch die letzte Voraussetzung erfüllt, um den Titel Fairtrade-Kreis zu erhalten. Das Kampagnenbüro von TransFair e.V. wird die Unterlagen nun prüfen und über eine Zertifizierung entscheiden.  

Nachdem der Kreistag im Sommer beschlossen hatte, bei der Kampagne Fairtrade-Towns mitzumachen, hat sich jede Menge getan. Für eine Zertifizierung reicht es nämlich nicht aus, Fairtrade-Produkte in Sitzungen oder dem eigenen Bistro anzubieten. Neben dem erwähnten Kreistagsbeschluss müssen unter anderem eine Steuerungsgruppe als treibende Kraft hinter dem Engagement stehen und Einzelhändler und Gastronomen benannt werden, die mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten.  

„Wir wollen ein ganz konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt und faire Handelsbeziehungen setzen“, erklärt Landrat Michael Makiolla, der mit seiner Unterschrift die Ziellinie im Bewerbungsmarathon markierte.

Steuerungsgruppe gegründet

Die frisch gegründete Steuerungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein Forum zum kreisweiten Austausch in Sachen Fairtrade zu bieten. Ihr gehören Peter Driesch (Fachbereichsleiter Natur und Umwelt beim Kreis Unna), Jutta Eickelpasch (Verbraucherzentrale e.V. Kamen, für die Zivilgesellschaft), Klaus-Bernhard Kühnapfel (Bündnis 90/Die Grünen, Vertreter für die Kreispolitik), Michael Sacher (Buchhandlung Hornung Unna, für den Bereich Wirtschaft), Matthias Tresp (Fachbereich Natur und Umwelt Kreis Unna) und Stephanie Viefhues (Stadt Werne) an.  

Viele Partner vorbildlich

In vorbildlicher Art und Weise um den Fairtrade-Gedanken kümmern sich übrigens schon zahlreiche Schulen, Kirchen, Gastronomiebetriebe und Vereine: „Auch aus diesen Bereichen musste der Kreis viele Fairtrade-Partner benennen, und hier konnten wir auf breite Unterstützung zählen“, freut sich Matthias Tresp aus dem Fachbereich Natur und Umwelt, der die Fairtrade-Bewerbung des Kreises koordinierte und jetzt der Rückmeldung von Fairtrade e.V. entgegenfiebert.   Weitere Infos unter www.kreis-unna.de/fairtrade. PK | PKU

Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit: Das Ziel ist in Sichtweite

Martin Wiggermann, Thomas Helm, Ladrat Michael Makiolla und Uwe Ringelsiep (v.l.) blicken zuversichtlich auf die letzte Etappe in Sachen Senkung der Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Unna um 50 Prozent. (Foto: Fabiana Regino – Kreis Unna)

Die Jugendarbeitslosigkeit soll bis 2020 in jeder Stadt und Gemeinde im Kreis halbiert werden. Dafür macht sich ein kreisweites Bündnis seit 2013 stark. Definierte Zwischenziele wurden in den Jahren 2016 bis 2018 aber verfehlt. Nun befindet sich die Initiative, für die sich der Kreis, samt Jobcenter und Agentur für Arbeit engagieren, allerdings auf der Zielgeraden.  

Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit heißt in Zahlen: von 1.728 Arbeitslosen unter 25 Jahren im Jahr 2013 runter auf 864 im Jahr 2020. Das Ergebnis im November 2019: 985 junge Arbeitslose. Zwar sind das 66 mehr als für das nun endende Jahr als Zielmarke definiert wurde, der in den Vorjahren entstandene Rückstand konnte in diesem Jahr jedoch deutlich reduziert werden, waren es 2018 noch etwa 97 Arbeitslose mehr als erwartet.

Erstmalig die 1.000-Marke unterschritten

Damit verzeichnet der Kreis erstmals unter 1.000 arbeitslose Jugendliche. Innerhalb des vergangenen Jahres konnten mehr als 130 arbeitssuchende Jugendliche an Arbeitgeber vermittelt werden. Möglich war das durch die gute Zusammenarbeit aller Akteure. Besonderen Dank sprachen Landrat Michael Makiolla, Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm und der Vorsitzende der Trägerversammlung des Jobcenters Kreis Unna, Martin Wiggermann dem Team von Jobcenter-Chef Uwe Ringelsiep aus.  

Dieser betonte im Zuge der Zwischenbilanz, dass alle Beteiligten sich nun auf der Zielgeraden nochmals fokussieren müssten: „Wir wollen keinen Jugendlichen aufgeben, schon gar nicht auf den letzten Metern. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass gut ein Drittel unserer Kunden keinen Schulabschluss vorweisen kann. Wenn einer nicht will, dann muss man den einen oder anderen mit sanften Methoden zu seinem Glück zwingen. Sonst droht Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut“, erklärt Uwe Ringelsiep.  

Herausforderungen gemeistert

Thomas Helm von der Agentur für Arbeit Hamm bewertet die Entwicklungen sehr positiv und erinnert an Hürden auf dem Weg zu Ziel: „Da war zum einen die Flüchtlingsbewegung 2015, die bei Gründung der Initiative nicht abzusehen war und zum anderen der Ausbildungsmarkt, auf dem ein starkes Ungleichgewicht von Bewerbern und offenen Ausbildungsstellen herrschte. Die Balance konnte mittlerweile aber deutlich verbessert werden“, so Helm, der sich für den Endspurt zuversichtlich zeigt.   

Für Martin Wiggermann ist das Ziel in Sichtweite lediglich ein Ansporn, noch mehr erreichen zu wollen: „Ich bin stolz, dass wir uns trotz aller Herausforderungen auf dem Weg zu halb so vielen jugendlichen Arbeitslosen nun kurz vor dem Ziel befinden. Das darf aber nicht das Ende sein, denn es gibt noch viel zu tun, gerade in den Schulen. Nichtsdestotrotz sind die Entwicklungen definitiv als Meilenstein zu sehen“, so der stellvertretende Landrat Wiggermann.  

Die besonders schwierigen Fälle im Schlussspurt

Auch Landrat Michael Makiolla zeigt sich zuversichtlich für den Schlussspurt: „Ich bin überzeugt, dass wir auf der Zielgeraden sind. Dafür haben wir auch eine Menge getan“, betont Makiolla und verweist dabei auf die drei Sachbearbeiter-Stellen im Jobcenter und den fünf Fall-Managern an den Berufskollegs des Kreises, die der Kreis zusätzlich beauftragt hat. „Diese Leute kümmern sich um die besonders schwierigen Fälle und ich bin zuversichtlich, dass wir auch die vermittelt bekommen.“  

Die Statistik zeigt: Der Kreis Unna ist mit den aktuellen Zahlen deutlich besser als der Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalens. Zwar haben viele andere Kommunen ihre Ziele in Sachen Senkung der Jugendarbeitslosigkeit erreicht, die meisten setzten sich allerdings bescheidenere Zielmarken, wie z.B. die Senkung der Quote um zehn Prozent. An den aktuellen Entwicklungen im Kreis Unna wollen alle Akteure auch 2020 anknüpfen. PK | PKU  

Laura und Maja haben es geschafft: 1.650 Euro für Kinder- und Jugendhospitzdienst

Brigitte Eggenstein (r.) und Michaela Heine (l.) vom Kinder- und Jugendhospiztdienst nahmen die Spende von Laura (2.v.r.) und Maja entgegen, die von ihren Müttern begleitet wurden (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Dass man auch mit wenig viel erreichen kann, wollten Laura Backs und Maja Müller zeigen und genau das haben die beiden zehnjährigen Mädchen aus Holzwickede auch geschafft: Eine Spende in Höhe von 1.650 Euro konnten Laura und Maja heute an den Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna überreichen.

„Das ist eine der größten Einzelspenden, die wir bisher von privater Seite bekommen haben“, staunte Ariane Rauscher, Leiterin der Einrichtung, nicht schlecht. „Respekt, das war wirklich eine richtig tolle Aktion von Euch“, lobte sie die Mädchen. „An euch können sich wirklich viele Menschen ein Beispiel nehmen, dass man auch an andere denken soll. Vielen Dank dafür.“

Stand auf Weihnachtsmarkt und Sammlung

An euch können sich wirklich viele Menschen ein Beispiel nehmen, dass man auch an andere denken soll. Vielen Dank dafür.“

Ariane Rauscher

Das gespendete Geld haben die beiden dicken Freundinnen auf dem Holzwickeder Weihnachtsmarkt eingenommen. An einem eigenen Stand verkauften sie dort selbstgebackene Plätzchen und eigene Bastelarbeiten, die sie zuvor, unterstützt von ihren Familien, in wochenlanger Arbeit vorbereitet hatten. Außerdem hatten sie in ihrer Nachbarschaft und in Holzwickeder Geschäften Spenden eingesammelt.

Der Erlös aus ihrem Engagement, das die Herzen so vieler Holzwickeder erwärmte, sollte für den Kinder- und Jugendhospitzdienst bestimmt sein, entschieden die beiden Freundinnen, die das Holzwickeder Gymnasium in unterschiedlichen Klassen besuchen.

Der in Unna-Königsborn ansässige ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet Familien, deren Kinder eine lebensverkürzende Erkrankung haben von der Diagnose an, im Leben und über den Tod des Kindes hinaus. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, die Familien zu Hause durch geschulte Ehrenamtliche zu unterstützen.

Laura und Maja an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Schöne Bescherung: Ehrenamtliche Helfer verteilen Weihnachtspakete an Tafel-Kunden

Die Ehrenamtlichen der Gruppe Mit Ra & Tat mit den gespendeten Weihnachtspaketen, die sie anschließend an die Kunden der Tafel-Ausgabestelle verteilten. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Auch für die Helferinnen und Helfer der Gruppe „Mit Rat und Tat“ war heute ein besonderer Tag: In der Ausgabestelle der Tafel in evangelischen Gemeindehaus konnten die ehrenamtlichen Helfer wieder zahlreiche prallgefüllte Weihnachtspakete an ihre Kunden verteilen.

Gespendet haben die Pakete mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Süßigkeiten, aber auch Spielzeug für Kinder verschiedene Privatpersonen und Gruppen aus Holzwickede sowie die Paul-Gerhardt-Schule. Auf die Spendenbereitschaft der Holzwickeder können sich die Tafelhelfer verlassen: „Wir haben gar nicht mal groß die Werbetrommel rühren müssen. Die Leute kennen unsere Aktion schon und haben gespendet“, freut sich Wilfried Knoke. „Wir möchten uns bei allen Spendern für ihre Großzügigkeit bedanken, ohne die wir hier heute keine Pakete an unsere bedürftigen Kunden verteilen könnten.“

Dank der Helfer gilt den Spendern

Auf die Pakete haben die Spender Zettel mit Inhaltsangaben geklebt oder Hinweise geschrieben, damit die Tafelhelfer wissen, ob das Paket für einen Mann oder eine Frau, ein Mädchen oder einen Jungen bestimmt ist. Alkoholische Getränke oder Tabakwaren sollten nicht gespendet werden.  

Wie in den Vorjahren erwarteten die Tafelhelfer wieder etwa 40 bis 45 Personen zur heutigen Paketausgabe – etwas mehr als an normalen Ausgabetagen kommen.

Kunden der Tafel benötigen einen speziellen Ausweis, um ihre Bedürftigkeit nachzuweisen. Ohne diesen Ausweis geht nichts an der Tafel – weder in Holzwickede noch in Unna. Ausweise werden gegenwärtig nicht mehr ausgegeben, da es noch immer einen Ausgabestopp gibt. Denn die Tafel kauft keine Lebensmittel zu und kann immer nur ausgeben, was ihr vorher selbst von örtlichen oder überlokalen Lebensmittelmärkten wie Aldi und Lidl zur Verfügung gestellt werden.

Kolpingsfamilie sammelt: „Mein Schuh tut gut“

Unter dem Motto „Mein Schuh tut gut“ sammelt das Kolpingwerk Deutschland seit 2016, dem 25. Jahrestag der Seligsprechung des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping, gebrauchtes, aber noch gebrauchsfähiges Schuhwerk aller Art.

Auch in diesem Jahr werden wieder drei Sammeltermine angeboten. Die Schuhspenden werden von der Kolpingsfamilie Holzwickede zu folgenden Terminen

  • Samstag (7. Dezember) von 16.30 bis 17 Uhr
  • Sonntag (15. 22. Dezember) von 10.30 bis 11 Uhr
  • Sonntag (5. Januar) von 10.30 bis 11 Uhr

jeweils im Eingangsbereich (Turmraum) der Liebfrauenkirche entgegengenommen.

Update 27.11.: In die Pressemitteilung der Kolpingsfamilie, die der o.g. Meldung zugrunde liegt, haben sich leider zwei Fehler eingeschlichen: Das richtige Motto der Sammelaktion lautet nicht „Dein Schuh tut gut“, sondern „Mein Schuh tut gut“. Außerdem ist der zweite Sammeltermin nicht der 15. Dezember, sondern der 22. Dezember von 10.30 bis 11 Uhr. Die Kolpingsfamilie bittet für das Versehen um Entschuldigung. Die Meldung oben wurde entsprechend korrigiert.

Die Helfer der Gruppe Mit Rat und Tat vor der Verteilung der gespendeten Weihnachtspakete in der Ausgabestelle der Tafel im vergangenen Jahr. Auch dieses Jahr hoffen die Helfer wieder auf die Spendenbereitschaft der Holzwickeder. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Tafel-Helfer hoffen auf Spendenbereitschaft und Weihnachtspakete für alle Kunden

Wie bereits in den Vorjahren, möchten die Mitglieder der Holzwickeder Seniorengruppe „Mit Rat und Tat“ auch in diesem Jahr wieder den Besuchern der Tafel, Ausgabestelle Holzwickede, mit der Ausgabe von Weihnachtspaketen eine Freude bereiten. "Dabei hoffen wir, dass wiederum so zahlreich wie zuletzt durch die Holzwickeder Bevölkerung gespendet wird", sagt ihr Sprecher Wilfried Knoke.

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Unterbezirksvorsitzender Hartmut Ganzke und Geschäftsführer Rainer Goepfert mit den Jubilaren und Ruheständlern des AWO Unterbezirks Ruhr-Lippe-Ems sowie der Tochtergesellschaften Bildung+Lernen gGmbH und DasDies Service GmbH. (Foto: AWO)

868 Jahre Betriebszugehörigkeit: AWO Ruhr-Lippe-Ems ehrt langjährige Mitarbeiter

40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems sowie der Tochtergesellschaften Bildung+Lernen gGmbH und DasDies Service GmbH, die in diesem Jahr Dienstjubiläum haben sowie weitere fünf, die in den Ruhestand eingetreten sind, wurden gestern (17.11.) in einem feierlichen Rahmen geehrt. Die AWO hatte die langjährigen Mitarbeiter zu einem Brunch und gemütlichem Beisammensein in den Landgasthof Oma Kepmann in Unna eingeladen.

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30 Jahre KI Kreis Unna und 100 Jahre Demokratie in Deutschland: 2019 steht für das KI und das Team um Marina Raupach in besonderem Maße unter dem Motto "Mut machen. Erinnern. Handeln.". (Foto: Max Rolke – Kreis Unna)

Kommunales Integrationszentrum seit 30 Jahren Motor der Integration

Jeder fünfte Bürger im Kreis Unna hat eine Zuwanderungsgeschichte. Dass das Miteinander hier gelingt, ist ganz besonders der Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums (KI) zu verdanken. Denn das kreiseigene KI ist nicht nur Anlaufstelle für alle Fragen zum Thema, sondern auch Motor für eine im Alltag stattfindende Integration. Und das seit 30 Jahren.

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