Mieter des Bauvereins in der Bahnhofstraße 455 und 57 in ihren Gärten,. (Foto: P. GHräber - Emscherblog)

Überraschung im Fachausschuss: Bauverein will Bebauungskonzept neu überdenken

Mieter des Bauvereins in der Bahnhofstraße 455 und 57 in ihren Gärten,. (Foto: P. GHräber - Emscherblog)
Die Mieter des Bau­ver­eins an Bahn­hof­straße 55 und 57 in ihren Gärten: Der Bau­verein will dort neue Wohn­ge­bäude errichten. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Die Sit­zung des Pla­nungs- und Bau­aus­schusses gestern (23.6.) wurde von den Mie­tern der Häuser Bahn­hof­straße 55 und 57 sowie der Jahn­straße mit großem Inter­esse erwartet. Hofften Sie doch mehr über die Pläne des Bau­ver­eins zu erfahren und wie die Holzwickeder Politik dazu steht. Doch dazu kam es erst gar nicht: Über­ra­schend hatte Bau­verein-Vor­stand Wolf­gang Böcker vor der Sit­zung darum gebeten, das Bebau­ungs­kon­zept des Bau­ver­eins wieder von der Tages­ord­nung zu nehmen. Gegen die beiden Stimmen der Grünen stimmte der Aus­schuss zu.

In der Beschluss­vor­lage zu dem Tages­ord­nungs­punkt hatte die Ver­wal­tung der Politik emp­fohlen, die not­wen­dige Auf­stel­lung des Bebau­ungs­planes noch nicht vor­zu­nehmen, der Bau­verein möge sein Bebau­ungs­kon­zept noch einmal über­ar­beiten (Emscher­blog berich­tete).

Bürgerfragestunde mit Bauverein-Vorstand

Bau­verein-Vor­stand Wolf­gang Böcker (3.v.l.) in der Fra­ge­stunde des Pla­nungs- und Bau­aus­schusses. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog.)

Kurios: In der anschlie­ßenden Bür­ger­fra­ge­stunde durfte dann Wolf­gang Böcker mit Bil­li­gung des Aus­schuss­vor­sit­zenden Wolf­gang Brink­mann, der Mit­glied des Bau­ver­eins ist, und Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel den Mie­tern vor­halten, dass sie gegen das Bau­vor­haben pro­te­stieren, ohne richtig infor­miert zu sein.

Böcker erklärte den anwe­senden Bür­gern, dass die Gemeinde das Gespräch über bezahl­baren Wohn­raum mit dem Bau­verein gesucht habe, nicht umge­kehrt. So sei man auf die eigene Fläche im Bereich Bahnhof- und Mon­tan­hy­drau­lik­straße gekommen. Bei der Vor­stel­lung der Pla­nungen im vor­her­ge­henden Fach­aus­schuss sei es zunächst nur darum gegangen, „zu sehen, wie die Politik dazu steht“. Denn vor wei­teren Schritten sei „eine Grund­satz­ent­schei­dung nötig“, so Böcker weiter. „Anson­sten ist in der Pla­nung alles voll­kommen offen und noch gar nichts ent­schieden.“

Das Bebau­ungs­kon­zept sollte gestern nicht mehr in der Sit­zung beraten werden, weil es am Freitag dieser Woche eine Auf­sichts­rats­sit­zung des Bau­ver­eins geben wird. „Darin werden wir das Kon­zept noch einmal über­denken“, kün­digt der Bau­verein-Vor­stand an. „Das Ergebnis ist völlig offen.“

Was sollen wir infor­mieren, wenn noch gar nicht klar ist, was gemacht werden soll.“

-Wolf­gang Böcker

Gegen­über den anwe­senden Mie­tern stellte Böcker klar: Es sei zunächst nur daran gedacht, auf den eigenen Flä­chen zu bauen. „Die Klein­gar­ten­an­lage an der Mon­tan­hy­drau­lik­straße bleibt bestehen.“ Da es sich dabei um gemein­de­ei­gene Flä­chen han­delt, seien diese Gärten auch „ganz klar Sache der Gemeinde“. 

Auf Fragen der Mieter, wo der Bau­verein denn die geplanten neuen Gebäude bauen will, wenn nicht in ihren Gärten, blieb Böcker unkon­kret: „Da ist doch noch so viel Wiese…“ Aller­dings ließ der Vor­stands­chef auch durch­blicken, dass es sich um eigene Flä­chen han­dele und die Gar­ten­nut­zung dort nicht ver­trag­lich zuge­si­chert, son­dern nur ein frei­wil­liges Zuge­ständnis des Bau­ver­eins sei. „Sollten Garagen besei­tigt werden, wird es dafür Ersatz geben“, so Böcker weiter.

Den Vor­wurf, dass er die Mieter bis dato nicht über das Pla­nungs­vor­haben infor­miert habe, wischte Wolf­gang Böcker vom Tisch: „Was sollen wir infor­mieren, wenn noch gar nicht klar ist, was gemacht werden soll.“ Sei­ner­seits kri­ti­siert der Bau­verein-Vor­stand, dass schon einen Tag nach der vorigen Pla­nungs- und Bau­aus­schusses die Lage­pläne aus der öffent­li­chen Sit­zung bekannt waren – durch einen Bericht im Emscher­blog.

Deutliche Kritik an der Sitzungsführung

Fried­helm Klemp, Frak­ti­ons­vor­sit­zender der Grünen, kri­ti­sierte heute die Art der Sit­zungs­füh­rung scharf: „Eine Bür­ger­fra­ge­stunde ist dafür da, dass Bürger Fragen an die Bür­ger­mei­sterin oder den Aus­schuss­vor­sit­zenden richten können“, so Klemp. „Es ist nicht zulässig und ein Unding, dass der Aus­schuss­vor­sit­zende einem Pro­jekt­leiter in einer Bür­ger­fra­ge­stunde die Mög­lich­keit gibt, für sein Vor­haben zu werben und auch noch die Bürger anzu­greifen. Außerdem hätten für das Pro­to­koll auch die Namen der Fra­ge­steller fest­ge­halten werden müssen. Das ist alles nicht pas­siert. Da hätte der Vor­sit­zende oder die Bür­ger­mei­sterin ein­greifen müssen.“

Bauverein


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (2)

  • Wenn schon Pläne vom Archi­tekten als Anhang im Rats­in­for­ma­ti­ons­sy­stem für jeden öffent­lich zugäng­lich sind, warum behauptet man dann, das noch nicht klar ist was gemacht werden soll? Wofür dann die Pläne?
    Schön das Herr Gräber alles Wahr­heits­ge­treu hier wie­der­gibt Danke!

  • Man sollte jetzt ein­fach nur mal schauen, welche Partei in dieser Sache aktiv war und die Mieter unter­stützte und wer ein­fach nur das Wer­be­fern­sehen für Herrn Bökers war. Es sind ja bald Wahlen.…vielleicht sollte man mal keine Main­zel­männ­chen wählen!

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