Verwaltung folgt Politik: Keine Zäune fürs Schulzentrum – aber Konzept gegen Vandalismus

Soll keine Dauereinrichtung werden: die Umzäunung des Schulzentrums zur Verhinderung von Vandalismus. Stattdessen will die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie der Problematik anders begegnet werden kann. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)
Soll keine Dauereinrichtung werden: die Umzäunung des Schulzentrums zur Verhinderung von Vandalismus. Stattdessen will die Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie der Problematik anders begegnet werden kann. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Verwaltung wird vorerst keine Zäune am Schulzentrum aufstellen, um der Vandalismusproblematik dort zu begegnen. SPD-Sprecher Michael Klimziak begrüßte im Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales gestern Abend (7.6.) ausdrücklich, „dass die Verwaltung der Politik gefolgt ist“ in dieser Frage.  

Auf seine Nachfrage, ob es möglich sei, der Verwaltung Unterstützung bei der Lösung der Vandalismusproblematik zukommen zu lassen, erklärte Holzwickedes Beigeordneter: Es sei „noch keine Zeit“ gewesen, ein fertiges Konzept zu entwerfen. „Wir werden aber noch auf die einschlägigen Institutionen wie den Treffpunkt Villa und die Schulsozialarbeiter zugehen“, so Bernd Kasischke. „Ich glaube allerdings nicht, dass die Schulsozialarbeiter der richtige Hebel sind. Denn das Problem kommt ja nicht aus den Schulen.“

Flüchtlingsinitiative berichtet über Arbeit in der Pandemie

Helferkreis

Zuvor hatte in der Sitzung Friedhelm Nusch für die Initiative „Willkommen in Holzwickede“ einen mündlichen Bericht über die Arbeit der Initiative in der Coronazeit gegeben. In der im Jahr 2014 gegründete Initiative ist derzeit noch ein „harter Kern“ von etwa 15 Personen aktiv. Die Pandemie stelle für alle Beteiligten „eine große Herausforderung“ dar. Die Helferinnen und Helfer versuchen so gut es geht unter den erschwerten Bedingungen Kontakte zu halten: Geflüchtete werden weiter bei Behördengängen oder zu Ärzten begleitet. Auch private Kontakte werden aufrechterhalten. Die Initiative helfe auch weiterhin bei Umzügen, sammle Möbel und helfe beim Einrichten.

Ein sehr großes Problem sei natürlich auch, für anerkannte Flüchtlinge eine passende Wohnung in der Gemeinde zu finden. Hier lobte Friedhelm Nusch ausdrücklich, die UKBS, die „sehr kooperativ“ mit der Initiatuve zusammenarbeitet.  

„Insgesamt sind in der Pandemie persönliche Kontakte aber nur sehr eingeschränkt möglich“, bestätigt Friedhelm Nusch. „Untereinander halten wir zumeist per ZOOM Kontakt oder auch über eine Whatsapp-Gruppe. Für viele der geflüchteten Menschen sind die mangelnden Kontakte aber ein großes Probleme.“  Um sich einzuleben und Kontakte mit den Holzwickedern zu bekommen seien eben auch Veranstaltungen wie der Weihnachtsmarkt, Streetfood usw. wichtig, die leider nicht stattfinden können in der Pandemie.

Flüchtlinge leiden unter fehlenden Kontaktmöglichkeiten

Trotzdem bestätigt Nusch: „Die meisten der Flüchtlinge fühlen sich wohl in Holzwickede.“ Wozu sicher auch beitrage, dass es in Holzwickede bislang zu keinerlei negativen Vorkommnissen oder offenen Fremdenfeindlichkeiten gekommen sei, was „wirklich sehr positiv“ sei. „Ich kann nur appellieren an alle: Wenn die Chance besteht, Kontakt aufzunehmen, dann tun Sie es. Sie werden feststellen, dass ein solcher Kontakt für beide Seiten sehr fruchtbar sein kann.“ Die in Holzwickede lebenden Geflüchteten seien „keine homogene Gruppe“, betont Friedhelm Nusch. „Man muss schon jede Einzelperson sehen.“

„Sehr dankbar“ sei die Initiative für die Betreuung der Flüchtlinge durch die Caritas und die Zusammenarbeit mit den beiden vor Ort eingesetzten Kräften, die „sehr engagiert und kompetent“ arbeiteten. „Wir als Initiative könnte das niemals so leisten.“  Seit der personellen Umbesetzung im Sozialamt sei auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde „sehr konstruktiv“ geworden. „Auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden, haben wir eigentlich immer das Gefühl, dass unsere Anliegen konstruktiv behandelt werden“, lobt Friedhelm Nusch.

Schließlich appellierte der Sprecher der Initiative abschließend an alle Fraktionen im Ausschuss, bei einer möglichen Entscheidung über sanierungsbedürftigen Unterkünfte an der Bahnhofstraße dafür zu sorgen, „dass eine zentrumsnahe Unterbringung der Bewohner nicht ersatzlos gestrichen wird.“ Die Unterkünfte an der Mühlenstraße sind aus Sicht der Betroffenen und der Initiative „auf Dauer keine Unterbringungsmöglichkeit“, betont Friedhelm Nusch. „Die Unterkünfte sind einfach viel weit entfernt.“

Spielplatz in Hengsen abgelehnt

Der von ihm beantragte Spielplatz in Hengsen wurde abgelehnt: Ortsvorsteher Volker Schütte. (Foto: privat)
Der von ihm beantragte Spielplatz in Hengsen wurde abgelehnt: Ortsvorsteher Volker Schütte. (Foto: privat)

Ein weiteres Thema war der Antrag des Ortsvorstehers von Hengsen einen Spielplatz im bereich Weststraße zu errichten. Der Antrag sei von ihm gestellt worden, nachdem er von einer Senioren „mit Tränen in den Augen“ darauf hingewiesen worden sei, dass Anwohner bewusst Kinder auf der Weststraße spielen lassen, um die dort zulässigen Tempo 30 weiter zu reduzieren.  „So etwas geht gar nicht“, versichert Schütte, ein hauptberuflicher Polizeibeamter. In diesem Zusammenhang sei Idee zu seinem Antrag geboren worden. Nach mehreren Gesprächen habe sich „die Situation inzwischen beruhigt“.

Aus Sicht des Ortsvorstehers wäre es tatsächlich „nicht die schlechteste Idee, Tempo 30 flächendeckend im ganzen Ortsteil einzuführen.“ Doch darüber entscheidet eben nicht die Gemeinde.

Dass der Spielplatz in Hengsen nicht zu realisieren ist, hat Schütte inzwischen ebenfalls akzeptieren müssen. Wie die Verwaltung dazu mitteilte, gibt es keine einzige geeignete Gemeindefläche in Hengsen. Zudem sei die Infrastruktur des Ortsteil ganz ohne Mehrfamilienhäuser so, dass für einen Spielplatz auch nicht wirklich Bedarf bestehe.

Schüttes Antrag wurde deshalb auch einstimmig abgelehnt.

AfJFSS, Flüchtlingsinitiative, Schulzentrum


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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