Eindeutige Empfehlung der FDP und Grünen für Ulrike Drossel: “Wir Bürger meistern das”

Unterstützten ngemeinsam Ulike Drossel (M.) als Spitzenkandidatin, v.l.:  Friedhelm Hahne, Friedrich-Wilhelm Bernhardt, Thomas Wolter und Günter Schneidereit. (Foto: Peter Gräber)

Unter­stützten gemein­sam die Spitzenkan­di­datin Ulrike Drossel (Mitte): Fried­helm Hahne, Friedrich-Wil­helm Bern­hardt, Thomas Wolter und Gün­ter Schnei­dere­it (v.l.). (Foto: Peter Gräber)

Bürg­erblock, FDP und Die Grü­nen sehen die his­torische Chance, bei der Wahl zum Bürg­er­meis­ter­amt im Herb­st die bish­erige SPD-Pha­lanx zu durch­brechen. Darum stellen sich die Holzwicked­er Lib­eralen und auch die Grü­nen hin­ter die Spitzenkan­di­datin des Bürg­erblocks und geben eine ein­deutige Wahlempfehlung für Ulrike Drossel ab.

Dass sie die Kan­di­datin für aus­re­ichend qual­i­fiziert hal­ten und ihr zutrauen, sich gegen Michael Klimzi­ak, den Kan­di­dat­en der SPD, durchzuset­zen, daran ließen Fried­helm Hahne und Friedrich-Wil­helm Bern­hardt (FDP) sowie Gün­ter Schnei­dere­it (Die Grü­nen) bei ein­er gemein­samen Pressekon­ferenz heute (25.3.) im Rathaus „nicht den ger­ing­sten Zweifel“.

Nach­dem der FDP-Frak­tionsvor­sitzende Jochen Hake sich aus per­sön­lichen Grün­den gegen eine eigene Kan­di­datur entsch­ieden habe, so Friedrich-Wil­helm Bern­hardt, habe sich die FDP weit­er mit dem The­ma Bürg­er­meis­ter­wahl beschäftigt. Es habe Gespräche mit Einzelper­so­n­en und auch den anderen Parteien im Rat – außer der SPD – gegeben. „Unser eigentlich­es Ziel war zunächst einen parteineu­tralen Kan­di­dat­en zu find­en“, räumt Bern­hardt ein. „Das klappte nicht. Als dann Ulrike Drossel ihren Hut in den Ring warf, haben wir uns entschlossen sie zu unter­stützen. Wir geben gerne eine Wahlempfehlung für sie ab und trauen ihr sehr wohl zu, die Gemeinde zu leit­en.“  Mit Ulrike Drossel sehen die drei Parteien die Chance, in der Gemeinde Holzwickede und in der Ver­wal­tung etwas zu ändern und einen Bürg­er­meis­ter zu bekom­men, der nicht der SPD ange­hört.

Als gel­ernte Bankkauf­frau und selb­st­ständi­ge Unternehmerin sei „die Qual­i­fika­tion zweifel­los da“, meint auch Gün­ter Schnei­dere­it von den Grü­nen. „Und alles, was ihr noch fehlen sollte, kann man noch ler­nen.“

CDU hat alle Zeitfenster verstreichen lassen

Die Sprech­er aller drei Frak­tio­nen beze­ich­neten es als “bedauer­lich, dass die CDU nicht mit ins Boot geholt“ wer­den kon­nte. „Die CDU hat uns auch etwas hän­gen lassen“, kri­tisiert Bern­hardt. Die CDU habe alle Zeit­fen­ster, die man in den gemein­samen Gesprächen verabre­det hat­te, ver­stre­ichen lassen und bis zur Stunde wed­er einen Zwis­chen­bericht noch eine Absage gegeben. „Das ist schade, spielt aber jet­zt auch keine Rolle mehr. Wir haben uns jet­zt fest­gelegt.“ Noch bleibe aber genü­gend Zeit bis zur Wahl im Sep­tem­ber.

Wir wer­den als Team einen guten Wahlkampf hin­le­gen“, ver­sprach Ulrike Drossel. Wobei die Grü­nen zwar volle Unter­stützung ver­sprechen, wie Gün­ter Schnei­dere­it ver­spricht, aber selb­st keinen aktiv­en Wahlkampf machen wer­den. „Dafür fehlen uns ganz ein­fach die Leute.“  Der Slo­gan „Wir Bürg­er meis­tern das“ werde sie durch den ganzen Wahlkampf begleit­en, kündigt Ulrike Drossel an. „Es wird einen klas­sis­chen Wahlkampf geben, aber sich­er auch noch die eine oder andere Über­raschung geben.“  Auf die Men­schen zuzuge­hen, Gespräche auf Augen­höhe führen und ehrlich­er Umgang miteinan­der gehörten zu ihrer Kernkom­pe­tenz, so Drossel. „Ich betra­chte es nicht als Selb­stver­ständlichkeit, dass mich die bei­den anderen Parteien unter­stützen.“ Einen Kan­di­dat­en aus ein­er anderen Partei zu unter­stützen sei noch ein­mal etwas ganz anderes als einen parteineu­tralen Bewer­ber zu unter­stützen.

In den meisten Sachfragen herrscht Einigkeit

Allerd­ings auch in jüng­ster Ver­gan­gen­heit schon eine gute Zusam­me­nar­beit der drei Frak­tio­nen gegeben, etwa bei der Vor­bere­itung des Bürg­er­begehrens gegen die Bebau­ung des Kasernengeländes.„Diese Zusam­me­nar­beit unser­er drei Parteien ist ganz wichtig“, betonte auch BBL-Chef Thomas Wolter. „Gemein­sam kön­nen wir etwas bewe­gen. Schließlich ste­hen 43 Prozent der Wäh­ler hin­ter uns, wenn wir mal von der jüng­sten Kom­mu­nal­wahl aus­ge­hen.“

Zwar werde sie als Bürg­er­meis­terin für alle Men­schen in der Gemeinde da sein und keine Parteipoli­tik machen, ver­sichert Ulrike Drossel. Trotz­dem schadet es natür­lich nicht, dass sich die drei Unter­stützer­parteien in den meis­ten Sach­fra­gen mit ihr einig sind:

In der Ver­wal­tung müsse drin­gend die Kom­mu­nika­tion intern und mit den Bürg­ern verbessert wer­den. „Manche Infor­ma­tio­nen brauchen zwei Tage, bis sie intern weit­erg­ere­icht sind“, sagt Ulrike Drossel. „Und bei Bürg­er­an­fra­gen kann man ruhig mal eine Zwis­chenant­wort geben.“ Dies seien Kleinigkeit­en, die sie ange­hen werde als Bürg­er­meis­terin. „Zwei große Sachen sind: Auf die Finanzen auf­passen und die schwarze Null ausweit­en.  Damit bin ich dann bei der Förderung der lokalen Wirtschaft und beim Kostens­paren.“  Zu Let­zterem gehöre etwa ein vernün­ftiges Gebäude­m­an­age­ment, was sie schon seit Jahren fordere.

Kommunikation in und mit der Verwaltung verbessern

Apro­pos Gebäude­m­an­age­ment: Auch gegen einen Rathaus-Anbau sper­rt sich die Spitzenkan­di­datin nicht. „Das ist ein reines Rech­enex­em­pel“, so Ulrike Drossel: Die entsprechen­den För­der­mit­tel voraus­ge­set­zt, könne sich das Vorhaben rech­nen. Die Ver­al­tung sei derzeit auf fünf Stan­dorte verteilt. Das koste viel Miete und sei teil­weise mit unzu­mut­baren Arbeit­sräu­men wie in der Post­straße ver­bun­den. Mit dem Rathaus-Anbau ließe sich außer­dem die ver­wal­tungsin­terne Kom­mu­nika­tion verbessern. Außer­dem kön­nte das Rathaus endlich behin­derten­gerecht gestal­tet und ein öffentlich­es WC real­isiert wer­den.

Zwei andere The­men kön­nten eine kün­ftige Bürg­er­meis­terin Ulrike Drossel nicht mehr in Ver­legen­heit brin­gen: die Ostumge­hung und die Emscherkaserne. „Diese The­men sind poli­tisch abge­früh­stückt“, glaubt Ulrike Drossel.

Ich grat­uliere Frau Drossel ganz her­zlich zur Kan­di­datur und finde es pos­i­tiv, dass jet­zt zumin­d­est eine Gegenkan­di­datin fest­ste­ht.”

Michael Klimzi­ak, Spitzenkan­di­dat der SPD

Der SPD-Spitzenkan­di­dat Michael Klimzi­ak erk­lärte heute gegenüber dem Emscherblog: “Ich grat­uliere Frau Drossel ganz her­zlich zur Kan­di­datur und finde es pos­i­tiv, dass jet­zt zumin­d­est eine Gegenkan­di­datin fest­ste­ht. Ich freue mich auf einen fairen Wahlkampf in den näch­sten Monat­en, der von Sachthe­men geprägt ist. Für mich ist das selb­stver­ständlich, denn das erwarten die Bürg­erin­nen und Bürg­er von uns, damit sie am 13.09. auch auf dieser Grund­lage eine Entschei­dung tre­f­fen kön­nen.”

 

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Dipl.-Journalist

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