Die neuen Tablets der Dudenrothschule erlauben ein sehr individuelles Lernen und werden im Unterricht eingesetzt. (Foto: privat)

Digitales Lernen: Teilhabe aller Schüler scheitert weiterhin an Austattung

Die neuen Tablets der Dudenrothschule erlauben ein sehr individuelles Lernen und werden im Unterricht eingesetzt. (Foto: privat)
Die Gleich­be­hand­lung aller Schüler beim digi­talen Lernen stand auf Antrag der SPD im Schul­aus­schuss auf der Tages­ord­nung: Nicht allen Kin­dern stehen digi­tale End­ge­räte zur Ver­fü­gung. (Foto: privat)

Wenn die Zwangs­pause der Schulen in der Corona-Krise eines gezeigt hat, dann dies: Es können nicht alle Kinder glei­cher­maßen am digi­talen Lernen teil­haben. Dies liegt zum einen an den unter­schied­li­chen Lern­platt­formen und Aus­stat­tungen in den Schulen der Gemeinde. Zum anderen ver­fügen aber auch die Schüler nicht über die nötigen Vor­aus­set­zungen für digi­tales Lernen wie End­ge­räte, WLAN oder Inter­net­an­schlüsse. Nach Ansicht der SPD müssen alle Schüler in Holzwickede über die nötigen End­ge­räte ver­fügen. Falls nicht, sollten sie diese auch leih­weise von der Gemeinde zur Ver­fü­gung gestellt bekommen. Ein ent­spre­chender Antrag der SPD wurde im Schul­aus­schuss gestern (4.6.) beraten und ein­stimmig ange­nommen. Aller­dings bleibt der Antrag auch ohne Kon­se­quenzen.

Auf Vor­schlag der Ver­wal­tung wurde Antrag zur Kenntnis genommen und die Ver­wal­tung ledig­lich beauf­tragt, „in Zusam­men­ar­beit mit den Schulen und unter Umset­zung des Medi­en­ent­wick­lungs­planes das digi­tale Lernen an den Holzwickeder Schulen voran zu bringen“.

SPD-Antrag ohne Konsequenzen

Zuvor hatte die Ver­wal­tung das Ergebnis einer Umfrage an den Holzwickeder Schulen dar­ge­legt, wie viele Schü­le­rinnen und Schüler auf­grund von nicht vor­han­denen digi­talen End­ge­räten oder einem schwie­rigen Wohn- und Lebens­um­feld keine Chance haben, am Lernen auf Distanz teil­zu­nehmen.

Aloy­si­us­schule

Die Schule berich­tete, dass nach Angabe von Eltern 136 Kinder nicht über ein eigene End­gerät ver­fügen, 76 haben auch keinen Drucker­zu­gang.

Duden­roth­schule

Hier wird von 38 Schü­lern berichtet, die keinen Zugang zu digi­talen Geräten haben. Die Schule wies außerdem darauf hin, dass es in den Fami­lien auch an digi­talem Wissen fehlt, so dass das Bereit­stellen von Geräten keine Lösung ist. Kri­tisch sieht es die Schul­lei­tung außerdem, wenn die bereits in der Schule vor­han­denen End­ge­räte an die Schüler zur Nut­zung zu Hause ver­teilt würden, weil diese dann zur Nut­zung in der Schule fehlten.

Nord­schule

Die Nord­schule berichtet von etwa 30 Schü­lern, die keinen Zugang zu digi­talen End­ge­räten zu Hause haben. Aus diesem Grund werden an der Nord­schule alle Pflicht­auf­gaben und Arbeits­pläne in Papier­form an die Schüler ver­teilt.

Paul-Ger­hardt-Schule

Die Schul­lei­tung teilte mit: Einige Schüler haben tech­ni­sche Pro­bleme unter­schied­li­cher Art. Es sei beab­sich­tigt, die vor­han­denen Tablets gegen Unter­schrift an die Schü­lern für das Lernen zu Hause aus­zu­geben. Zusätz­lich wird an einer App gear­beitet, die gleich­zeitig Mes­senger und Video­platt­form ist. Hierzu wurden auch Gelder bei der Gemeinde ange­fragt.

Von den beiden wei­ter­füh­renden Schulen im Schul­zen­trum lagen recht­zeitig zur Sit­zung keine Ant­worten vor.

Unterschiedliche Plattformen und wenig Endgeräte

Wie die Ver­wal­tung dazu mit­teilte und auch aus dem Sach­stands­be­richt zum Medi­en­ent­wick­lungs­plan ersicht­lich ist, steht an den Holzwickeder Schulen nur eine relativ über­sicht­liche Zahl von digi­talen End­ge­räten (z.B. Tablets) zur Ver­fü­gung. Aller­dings können nach Erhalt der Digi­tal­pakt­mittel noch einige offene Bestel­lungen rea­li­siert werden. Tech­nisch gesehen, hält die Ver­wal­tung „die Über­las­sung von schu­li­schen End­ge­räten“ an die Schüler für „pro­ble­ma­tisch“, da diese in ein System (mobile-device-manage­ment) ein­ge­bunden sind und „nicht ohne Wei­teres an anderer Stelle als in der Schule ein­setzbar“ seien.

Was die unter­schied­li­chen Lern­platt­formen an den Holzwickeder Schulen angeht, so wies die Ver­wal­tung bereits jetzt darauf hin, dass „eine ein­heit­liche Lern­platt­form für alle Schulen und Schul­formen nicht sinn­voll wäre“.

AfSSKS, digitales Lernen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Mobil: +49 (170)  9 03 26 14

E-mail: info@emscherblog.de

Folgen Sie uns

Archiv