Beerdigung der Mutter nicht bezahlt: Freispruch für den Sohn

Vom Vor­wurf des Betruges wurde gestern ein 55-jäh­riger Bochumer vor dem Amts­ge­richt in Unna frei­ge­spro­chen. Dem Ange­klagten war vor­ge­worfen worden, im März vorigen Jahres das Holzwickeder Bestat­tungs­un­ter­nehmen Göß­mann damit beauf­tragt zu haben, seine ver­stor­bene Mutter zu beer­digen, obwohl er bei Auf­trags­er­tei­lung schon gewusst habe, dass er die Rech­nung für die Bei­set­zung in Höhe von 1.700 Euro nicht beglei­chen kann.

Nachdem er den ersten Termin seiner Haupt­ver­hand­lung platzen ließ, war der 55-Jäh­rige zum zweiten Termin mit der Polizei vor­ge­führt worden. In der Ver­hand­lung hatte der Ange­klagte dann ver­si­chert, dass er nie vor­ge­habt habe, den Bestatter „übers Ohr zu hauen“. Er warte viel­mehr noch immer auf die Aus­zah­lung der Ster­be­geld­ver­si­che­rung seiner Mutter. Die Aus­zah­lung ver­zö­gere sich, weil sein Bruder, der erste Bezugs­be­rech­tigte für diese Ver­si­che­rung, inzwi­schen eben­falls ver­storben sei. Die Kinder seines Bru­ders seien jedoch nicht gut auf ihn zu spre­chen und ver­zö­gerten die Aus­zah­lung. Ohne das Ver­si­che­rungs­geld habe er einen Offen­ba­rungseid ablegen müssen und den Bestatter nicht bezahlen können.

Auf­grund dieses Sach­ver­haltes gab das Gericht dem Bochumer noch einmal Zeit, seine Geschichte zu belegen. Und in der Tat konnte der 55-jäh­rige Ange­klagte in der Ver­hand­lung heute anhand der Ver­si­che­rungs­un­ter­lagen nach­weisen, dass seine Geschichte stimmt. Nachdem sein Bruder als erster Begün­stigter der Ster­be­ver­si­che­rung ver­storben ist, rückt der Bochumer als als Anspruchs­be­rech­tigter nach, wird die Ver­si­che­rungs­summe in Höhe von 7.500 Euro an ihn aus­ge­zahlt. Sobald Geld aus­ge­zahlt ist, will der Bochumer auch die Rech­nung des Holzwickeder Bestat­ters beglei­chen. Eine Betrugs­ab­sicht konnte das Gericht darum nicht erkennen, zumal der Ange­klagte zum Zeit­punkt der Auf­trags­er­tei­lung an den Bestatter im Januar auch noch einen festen Job hatte. Des­halb folgte heute – Ende gut alles gut – der Frei­spruch.

Bestatter, Betrug


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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