Schlagwort: Betrug

(Foto: Succo - Pixabay)

31-Jähriger betrügt eigene Familie mit raffiniertem Trick: Vier Monate Gefängnis

Hat er seinen Stief­vater und seine Mutter mit einem raf­fi­nierten Trick um 1.442 Euro erleich­tert oder ist er selbst ein­fach völlig naiv auf einen ver­meint­lich guten Freund her­ein­ge­fallen? Um diese Frage ging es heute (27. Januar) vor dem Amts­ge­richt Unna, wo sich der 31-jäh­rige D. wegen Betrugs zu ver­ant­worten hatte.

Die Anklage warf dem arbeits­losen Kamener vor, seiner in Holzwickede lebenden Mutter und seinem Stief­vater am 21. Januar vorigen Jahres vor­ge­gau­kelt zu haben, dass er bei einem Gewinn­spiel im Internet 721 Euro gewonnen habe, zur Aus­zah­lung jedoch ein Paypal-Konto benö­tige. Sein Stief­vater stellte dar­aufhin sein Paypal-Konto zur Ver­fü­gung und zahlte das Geld an seinen Stief­sohn aus, nachdem ihm das Geld über­wiesen worden war. Etwa eine Woche später wurden die 721 Euro dann von seinem Paypal-Konto wieder zurück­ge­bucht: Paypal machte Käu­fer­schutz gel­tend, da es sich nicht um einen Casino-Gewinn, son­dern um einen Internet-Kauf gehan­delt habe, bei dem der Käufer gel­tend gemacht hatte, dass er bezahlte Ware nicht bekommen habe.

Casino-Gewinn im Internet vorgegaukelt

Zu seiner Ver­tei­di­gung tischte der Ange­klagte heute eine etwas andere Geschichte auf: Ein guter Freund habe ihm erzählt, dass er im Internet bei einem Glücks­spiel 721 Euro gewonnen habe, aber für die Aus­zah­lung ein Online-Konto benö­tige, was er nicht habe. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht jemanden kenne, der ein Paypal-Konto hat“, so der Ange­klagte. „Ich wollte ihm einen Gefallen tun und habe meine Mutter gefragt, ob sie das Geld auf ihr Konto aus­zahlen lässt.“ 

Seine Mutter habe sich das Geld dann aus­zahlen lassen und an ihn wei­ter­ge­geben. D. will es an seinen Freund wei­ter­ge­reicht und für seinen Gefallen selbst ledig­lich 100 Euro von ihm bekommen haben. „Der hat alles kaputt gemacht“, jam­merte D. heute auf der Ankla­ge­bank. Schon einen Tag danach sei er, dank seiner Freundin, die ihn vor einem Jahr von der Straße geholt habe, skep­tisch geworden. Doch da war es schon zu spät. Seit dem Vor­fall sei er bei seiner Familie end­gültig unten durch und habe keinen Kon­takt mehr zu ihr. Seinen lang­jäh­rigen Freund will er seit der Trans­ak­tion auch nicht wieder gesehen haben.

Geschädigte zahlen doppelt

Der Stief­vater schil­derte heute im Zeu­gen­stand: „Er hat uns erzählt, dass er eine E- Mail-Adresse braucht, weil er 721 Euro im Internet gewonnen hat.“ Seine Frau habe dar­aufhin ihr Paypal-Konto zur Ver­fü­gung gestellt und sich das Geld über­weisen lassen. D. habe sie bedrängt und das Geld noch am selben Abend haben wollen. „Er hat uns ver­si­chert, dass alles legal ist und wir uns keine Sorgen machen müssten.“ Doch die Über­wei­sung habe ein bis zwei Tage gedauert. „Erst dann haben wir ihm das Geld gegeben.“

Eine Woche später habe sich dann Paypal gemeldet und das Geld zurück­ge­for­dert. „Die haben Käu­fer­schutz gel­tend gemacht. Es sei eine bezahlte Ware nicht gelie­fert worden“, so der Stief­vater im Zeu­gen­stand. „Seitdem habe ich Pro­bleme mit Paypal.“ Der Stief­vater fühlt sich gleich dop­pelt von seinem Stief­sohn betrogen: „Er hat von mir das Geld bekommen und ich musste den glei­chen Betrag auch noch an Paypal zahlen.“ 

Die E‑Mail-Adresse, unter der das Geld bei Paypal zurück­ge­for­dert wurde, sei als die des Ange­klagten erkannt worden, so der Stief­vater. Stimmt das, wären die 1.440 Euro kom­plett bei seinem Stief­sohn gelandet. „Er hat mich auch schon öfters betuppt“, so der erboste Stief­vater, der seinen Stief­sohn prompt anzeigte, nachdem sich Paypal bei ihm gemeldet hatte. „Jetzt hat er bei uns auch Haus­verbot.“

Käuferschutz: Paypal fordert 721 Euro zurück

Der Ankla­ge­ver­treter nahm D. seine Geschichte nicht ab und sah den Tat­vor­wurf nach dieser Aus­sage als bestä­tigt an. Gegen den Ange­klagten spricht zudem, dass er wegen Raubes, gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung und Betrugs vor­be­straft und nach einem Urteil des Amts­ge­richts Unna von einem Jahr und zehn Monaten noch immer unter Bewäh­rung steht. Des­halb for­derte der Staats­an­walt eine Haft­strafe von acht Monaten ohne Bewäh­rung für D.

Dessen Ver­tei­diger meinte dagegen, dass man „die Aus­sage meines Man­danten nicht ein­fach als Schutz­be­haup­tung vom Tisch wischen“ könne. Es gebe berech­tigte Zweifel an der Schuld seines Man­danten, wes­halb er auf Frei­spruch plä­dierte.

Richter Schaf­fer­nicht ver­ur­teilte den Ange­klagten schließ­lich wegen Betrugs zu einer Haft­strafe von vier Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig.

In seiner Urteils­be­grün­dung bezeich­nete der Richter die vom Ange­klagten auf­ge­tischte Geschichte als wider­sprüch­lich und unglaub­würdig. So sei es kaum vor­stellbar, dass jemand bei einem Glücks­spiel im Internet einen Gewinn erzielen kann, ohne sich vorher dort zu regi­strieren. Und dann wäre da noch das Vor­stra­fen­re­gi­ster des Ange­klagten, „was nicht von schlechten Eltern ist“. Ob das erste Urteil von einem Jahr und zehn Monaten gegen D., der nun als Bewäh­rungs­ver­sager gilt, wider­rufen wird und er auch diese Strafe absitzen muss, ist noch nicht raus. Die Ent­schei­dung dar­über fällt erst später.

Mutter stiehlt Identität der Tochter für Bestellungen: Sechs Monate zur Bewährung

Weil die 43 Jahre alte Y. selbst nicht kreditwürdig war, nutzte die Mutter die Identität ihrer Tochter und bestellte auf deren Namen im Internet: Mal war es ein Apple iPod, mal Bekleidung oder auch eine Couch – insgesamt mindestens sieben Mal gab es solche Bestellungen im Gesamtwert von gut 2.000 Euro in der Zeit von April 2015 bis März 2017. Dafür musste sich die Mutter heute (4. September) vor dem Amtsgericht in Unna wegen Betrugs verantworten.

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Felgen bei ebay verkauft und nicht geliefert: 23-Jähriger wegen Betrugs vor Gericht

Wegen Betrugs in zwei Fällen hatte sich ein 23-jäh­riger Holzwickeder heute vor dem Amts­ge­richt in Unna zu ver­ant­worten. Der junge Mann erschien ohne Anwalt vor Gericht und legte dort einen Auf­tritt hin, der die heute zahl­rei­chen Besu­cher im Gerichts­saal ziem­lich ratlos hin­ter­ließ: Dumm kann Anklagte ja nicht sein, immerhin stu­diert der Holzwickeder Elek­tro­technik. Ist er also nur ziem­lich naiv oder doch ziem­lich dreist? Auch Richter Chri­stian Johann konnte sich wohl heute noch kein end­gül­tiges Bild von den Tat­ge­schehen machen und ver­tagte des­halb sein Urteil, um noch wei­tere Zeugen zu hören.

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