Taxifahrer wirft Radler um: Verfahren eingestellt

Beim Abbiegen aus der Allee in die Haupt­straße hat ein 40 Jahre alter Taxi­fahrer aus Holzwickede am 18. Oktober vorigen Jahres einen 78-jäh­rigen Fahr­rad­fahrer mit seinem E‑Rad über­sehen. Auf dem Überweg soll er den Senior dann mit seinem Pkw ange­stoßen haben. Der 78-jäh­rige kam zu Fall und erlitt eine Schürf­wunde am kleinen Finger und am Knie. Der Taxi­fahrer stand des­halb heute (9. Mai) wegen fahr­läs­siger Kör­per­ver­let­zung vor dem Amts­ge­richt Unna.

Der leicht ver­letzte Senioren war anschlie­ßend sofort von dem Taxi­fahrer in die nächste Arzt­praxis gebracht worden, wo er ver­sorgt wurde. Der eigent­li­chen Sach­ver­halt ist unstrittig. Aller­dings hatte der Senioren zunächst bei der Polizei aus­ge­sagt, dass er auf seinem E‑Rad den Überweg befahren habe. Erst später kor­ri­gierte er seine Aus­sage: Er habe sein Rad geschoben, als er den Überweg queren wollte, um ins Rat­haus zu gelangen.

Keine fahrlässige Körperverletzung erkennbar

Genau das bestritt der Ver­tei­diger des Taxi­fah­rers. Er wies darauf hin, dass der Senior sein Rad eben nicht geschoben, son­dern ver­bo­te­ner­weise darauf gefahren sei.

Beide Unfall­be­tei­ligten sind nur sehr langsam gefahren. Trotzdem kam es zu dem leichten Anstoß, der den Radler zu Fall brachte. Beide wollen sich gegen­seitig „nicht gesehen“ haben. 

Richter Jörg Hücht­mann wollte zwar ein gewisses Ver­schulden nicht aus­schlie­ßend, konnte aber auch kein schuld­haftes fahr­läs­siges Ver­halten erkennen. Denn die Unfall­be­tei­ligten seien „nicht rück­sichtslos gefahren“. Die Situa­tion sei für beide „ein­fach dumm gelaufen“, befand der Richter – und stellte das Ver­fahren ein.

fahrlässige Körperverletzung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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