Schlagwort: Kinderbetreuung

Die Kreistagsfraktion der SPD will die über zehn Mio. Euro teure Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahme zügig beginnen: die Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede. (Foto: Kreis Unna)

Ein Elternteil als Schlüsselperson reicht: Land weitet Kinderbetreuung aus

Sie arbeiten im medizinischen Bereich, organisieren die Versorgung oder halten das ÖPNV-Angebot aufrecht. In der Coronakrise stellen sogenannte Schlüsselpersonen die kritische Infrastruktur sicher. Sind sie auch Eltern, sollen sie ihre Kinder währenddessen gut betreut wissen. Deshalb haben Erziehungsberechtigte ab sofort auch dann Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder, wenn nur ein Elternteil eine vom Arbeitgeber bescheinigte Schlüsselfunktion hat. Die vom Land am Freitag getroffenen Regelungen gelten ab sofort bis einschließlich 19. April für alle Wochentage, also bei Bedarf auch samstags und sonntags (Ausnahme Karfreitag bis Ostermontag).

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Stellen den Tätigkeitsbericht 2018 des Fachbereichs für Familie und Jugend vor, v.l.: Theo Rieke (Fachausschussvorsitzender), Leiterin Katja Schuon und Dezernent Torsten Göpfert vor dem Treffpunkt Villa. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Tätigkeitsbericht Kreis-Jugendamt: Holzwickede bei Kinderbetreuung weit vorne

Das Kreis-Jugendamt plant eine Großtagespflegestelle mit bis zu neun Betreuungsplätzen für U3-Kinder in Holzwickede. (Foto Carole LR/Pixabay)
Das Kreis-Jugendamt plant eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle mit bis zu neun Betreu­ungs­plätzen für U3-Kinder in Holzwickede. (Foto Carole LR/​Pixabay) Kin­der­be­treuung

Der Fach­be­reich Familie und Jugend des Kreises Unna hatte sah sich im ver­gan­genen Jahr vielen Her­aus­for­de­rungen gegen­über, vor allem im per­so­nellen Bereich. „Wir mussten an einer wich­tigen Schalt­stelle eine Lang­zeit­er­kran­kung ver­kraften. Dadurch hatten wir schon etwas Sand im Getriebe“, räumt Dezer­nent Tor­sten Göp­fert bei der Vor­stel­lung des Tätig­keits­be­richtes 2018 für den Fach­be­reich ein. „Das drückt sich durch gestie­gene Fall­zahlen Fall­zahlen im Bereich Hilfen zur Selbst­hilfe oder auch in der psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stelle aus.“

Statt pass­ge­naue Hil­fe­lei­stungen anbieten zu können, habe häufig nach Akten­lage ent­schieden werden müssen, ohne genau hin­zu­schauen. „Das tut weh, ist aber nicht zum Nach­teil der Kinder gewesen“, ver­si­chert der Dezer­nent. „Wir sind da nach dem Prinzip ver­fahren: Im Zweifel lieber einmal zuviel bewil­ligen als zu wenig. Das zeigen ja auch die gestiegen Fall­zahlen. Wir sind aber gerade wieder dabei, durch Begut­ach­tungen, Hospi­ta­tionen im Unter­richt usw. das Ganze wieder ein­zu­fangen.“

Großtagespflegestelle für U3-Betreuung kommt

Stellen den Tätigkeitsbericht 2018 des Fachbereichs für Familie und Jugend vor, v.l.: Theo Rieke (Fachausschussvorsitzender), Leiterin Katja Schuon und Dezernent Torsten Göpfert vor dem Treffpunkt Villa. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Stellen den Tätig­keits­be­richt 2018 des Fach­be­reichs für Familie und Jugend vor, v.l.: Theo Rieke (Fach­aus­schuss­vor­sit­zender), Lei­terin Katja Schuon und Dezer­nent Tor­sten Göp­fert vor dem Treff­punkt Villa. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Dass der Fach­be­reich Jugend und Familie nicht auf die Kosten guckt, wenn es um das Kinds­wohl geht, zeigt sich auch bei der Kin­der­ta­ges­be­treuung. „Dem Rechts­an­spruch der Eltern Genüge zu tun, ist noch einmal eine beson­dere Her­aus­for­de­rung, die aber auch poli­tisch gewollt ist“, sagt Tor­sten Göp­fert. „Aber auch wir wollen ja die Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf. Das zeigt etwa das Bei­spiel der teuren Über­gangs­lö­sung, die in Holzwickede an der Rausinger Halle geschaffen wurde, um den Bedarf zu decken.“

In Holzwickede werden gerade gleich­zeitig zwei neue Kita gebaut, in Frön­den­berg eine und in Bönen ist eine neue Kita geplant“, erklärt
Theo Rieke, der Vor­sit­zende des Jugend­hil­fe­aus­schusses im Kreis Unna. Im Jugend­amts­be­reich (Holzwickede, Frön­den­berg, Bönen) ist die Emscher­ge­meinde bei der Ver­sor­gung mit Betreu­ungs­plätzen für Kinder
„ganz weit voraus“.

Jugend­amts­lei­terin Katja Schuon weist darauf hin, dass in Holzwickede auch noch wei­tere Anstren­gungen unter­nommen werden in diesem Bereich: „Wir denken auch noch über eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle nach, in der bis zu neun Kinder bereut werden können.“ In den beiden anderen Kom­munen gibt es bereits je eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle, die sich beson­ders zur U3-Betreuung eignet. Der Bedarf in Holzwickede ist ein­deutig: In Holzwickede schon jetzt nach Angaben des Kreises mehr als jedes zweite Kind in der U3-Betreuung (52,6 %).

Die Ent­schei­dung über die Ein­rich­tung soll in der näch­sten Sit­zung des näch­sten Jugend­hil­fe­aus­schusses des Kreises fallen. Vorher wollen die ver­ant­wort­li­chen auch noch keine wei­teren Ein­zel­heiten her­aus­lassen. Nur soviel: „Es gibt die Mög­lich­keit, solche Groß­ta­ges­pfle­ge­stellen privat oder auch bei Unter­nehmen anzu­sie­deln. In Bönen ist die Stelle etwa bei Kik ange­sie­delt.“

Neues Familienbüro vor Ort geplant

Aber auch die kom­mu­nalen Prä­ven­ti­ons­ketten will das Amt für Jugend und Familie stärken – auch vor Ort: So gibt es kon­krete Pla­nungen, in allen drei Jugend­amts­kom­munen Fami­li­en­büros vor Ort anzu­sie­deln. Sie sollen das bisher in Unna vor­han­dene zen­trale Fami­li­en­büro ersetzen. „Das Fami­li­en­büro dort läuft gut. Aber die bis­he­rige Stel­len­in­ha­berin geht nun in Rente“, so Tor­sten Göp­fert. „Das wollen wir nutzen, um das Fami­li­en­büro zu dezen­tra­li­sieren.“ 

Wich­tigste Auf­gabe der Mit­ar­bei­terin des Fami­li­en­büros ist es, alle Fami­lien mit Neu­ge­bo­renen zu besu­chen, über vor­han­dene Hilfen und Struk­turen zu infor­mieren und Sprech­stunden anzu­bieten. Ziel: Der Erst­kon­takt zwi­schen Jugendamt und Kind/​Familie sollte mög­lichst nicht erst zur Ein­schu­lung statt­finden.

Die drei Fami­li­en­büros in Holzwickede, Frön­den­berg und Bönen sollen jeweils mit einer halben Stelle besetzt, was einer 50-pro­zen­tigen Stel­len­aus­wei­tung ent­spräche. Vor­stellbar sei vor Ort auch noch wei­tere Dienst­lei­stungen anzu­bieten. Eine Räum­lich­keit in der Gemeinde ist schon ins Auge gefasst, wie Göp­fert erklärt. „Das Angebot soll mög­lichst nie­der­schwellig sein, wes­halb wir das Fami­li­en­büro nicht beim AsD, der psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stelle oder in einem Ver­wal­tungs­ge­bäude ansie­deln wollen.“ 

Wei­tere Ein­zel­heiten will Tor­sten Göp­fert noch nicht ver­raten. Denn auch über das Fami­li­en­büro muss der Jugend­hil­fe­aus­schuss in näch­ster Sit­zung erst noch ent­scheiden.

Kinderbetreuung sichern: Damit es auch mit der Arbeit klappt

: Landrat Michael Makiolla (vorne rechts) und Jobcenter Geschäftsführer Uwe Ringelsiep unterzeichneten im Beisein von Norbert Diekmännken (Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales, l.), Sandra Waßen (Fachbereichsleiterin Familie und Jugend) sowie Sozialdezernent Torsten Göpfert die Kooperationsvereinbarung zur Kinderbetreuung. Foto: B. Kalle – Kreis Unna
Landrat Michael Makiolla (vorne rechts) und Job­center Geschäfts­führer Uwe Rin­gel­siep unter­zeich­neten im Bei­sein von Nor­bert Diek­männken (Fach­be­reichs­leiter Arbeit und Soziales, l.), Sandra Waßen (Fach­be­reichs­lei­terin Familie und Jugend) sowie Sozi­al­de­zer­nent Tor­sten Göp­fert die Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung zur Kin­der­be­treuung. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

(PK) Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist häufig eine Her­aus­for­de­rung. Feh­lende Kin­der­be­treuung darf aber nie­manden daran hin­dern, eine Arbeit auf­zu­nehmen. Darin sind sich das Job­center Kreis Unna, der Kreis und die kreis­an­ge­hö­rigen Städte einig und haben eine ent­spre­chende Ver­ein­ba­rung geschlossen.

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