Peter Gräber, Avatar, Kommentar

Schwarzer Peter

Jetzt sollen es also die Vertreter der Fraktionen verbockt haben, die an der abendlichen Montagsrunde zwei Tage vor der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses teilgenommen haben. Sie sollen nicht nur in diesem Gespräch die neue Idee der Trägerschaft des Sportforums durch einen unbekannten Investor „positiv gewürdigt“ und „breite Zustimmung“ signalisiert, sondern sogar vorgeschlagen haben, dass sich die Politik gemeinsam mit dem HSC auf die Suche nach einem solchen Investor macht.

Dann hätten die Fraktionsvertreter auch noch darauf gedrängt, diese tolle Idee schon zwei Tage später im Planungs- und Bauausschuss zu präsentieren, wobei die HSC-Verantwortlichen eigentlich vor gehabt hätten, damit noch bis Juni zu warten.

Leider haben eben diese Teilnehmer des Montagsgesprächs danach vergessen, ihre Fraktionen über die neuen Pläne des HSC zu informieren. Schließlich meldeten sich drei von ihnen, die auch Mitglied im Planungs- und Bauausschuss sind, auch in der Ausschusssitzung nicht zu Wort, um zu berichten, wie begeistert sie doch alle zwei Tage zuvor vom neuen HSC-Konzept waren. So etwas konnten die HSC-Verantwortlichen natürlich nicht ahnen und nun ist der Katzenjammer groß.

So jedenfalls ist die Lesart des HSC-Vorstandes, der mit seiner Stellungnahme eine Menge weiteres Porzellan zerschlagen haben dürfte. Schon die zeitlichen Abläufe lassen an dieser Lesart Zweifel aufkommen und den Eindruck entstehen, dass hier nur der Schwarze Peter weitergereicht werden soll. Doch über die Glaubwürdigkeit der Darstellung des HSC-Vorstandes mag sich jeder selbst ein Bild machen.

Die Stellungnahme des HSC-Vorstandes unterstreicht einmal mehr, wie unglücklich und dilettantisch die Vereinsführung in dieser Sache agiert. Noch immer können die HSC-Verantwortlichen keine konkrete Planung, ja nicht einmal ein verbindliches Konzept für das geplante „Forum für Gesundheit  Bewegung – Prävention“ vorweisen. Zu allem Überfluss haben sie jetzt auch noch die Vertreter der Verwaltung und ihre Fürsprecher in der Politik vor den Kopf gestoßen und verärgert.

Nach dieser Stellungnahme dürfte es noch einmal schwerer geworden sein, zu einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit mit dem HSC in Sachen Sportforum zusammenzufinden.

HSC, Sportforum


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (3)

  • Sehr geehrter Herr Gräber,
    als freier, unabhängiger Dipl.- Journalist steht es Ihnen auf Ihrer Internetseite uneingeschränkt zu über die Ereignisse in unser Gemeinde zu berichten und zu kommentieren. Dies gilt selbst dann, wenn Sie die Pressemitteilung vom 8.April nicht voll umfänglich veröffentlichen ( https://hsc-holzwickede.de) und sich eine Meinung bilden, ohne zuvor beim HSC nachzufragen, wie es aus deren Sicht zu den Irritationen zwischen dem Treffen mit der Politik am Montag dem 28.3.2022 und der Sitzung des Bau- und Planungsausschuss am Mittwoch dem 30.3,2022 gekommen ist. Der HSC akzeptiert diese Art der Pressefreiheit,

    Meine Akzeptanz als 1.Vorsitzender des HSC ist jedoch überschritten, wenn Sie persönlich meine Vorstandskollegen/-innen als Dilettanten titulieren. Ich werde es nicht zulassen, dass ehrenamtliche Personen bei einem Projekt für Gesundheit und Bewegung, dass allen Mitgliedern und Bürgern der Gemeinde und Umgebung zu Gute kommen soll, öffentlich diskreditiert werden. Der Vorstand des HSC kann nach der Satzung Ausgaben, die bereits in der Vorplanung im 5-stelligen Bereich liegen nur mit Zustimmung des Aufsichtsrat und der Mitgliederversammlung veranlassen. Aus diesem Grund hat der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Gespräche mit Politik und Verwaltung in der Vergangenheit geführt und ist bereit dies auch in Zukunft zu tun, um gemeinsam die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu klären, damit diese dann den Mitgliedern zu einem Votum über das gemeinnützige Projekt vorgelegt werden können.

    Der HSC-Vorstand hat daher immer betont, dass finanzielle Verbindlichkeiten auch für eine Vorplanung (Architekt, Bauvoranfrage, Altlasten etc,) nur eingegangen werden, wenn eine grundsätzliche Einigung mit der Politik/Verwaltung über die Modalitäten der Überlassung eines Grundstücks erfolgt. Wenn diese Vorgehensweise Ihrer Auffassung nach, sehr geehrter Herr Gräber, dilettantisch ist, bin ich gerne von solchen ehrenamtlichen Personen an meiner Seite umgeben. Diese Zeilen sind nicht gerichtet an Befürworter oder Gegner des Projektes, die weiterhin ihre Meinung im emscherblog bekunden können und sollten, sondern dienen nur dazu, die ehrenamtliche Tätigkeit in allen Bereichen unseres Lebens zu würdigen und nicht zu deskreditieren, nur weil man anderer Meinung ist.

    • Sehr geehrter Herr Speer,

      wie Sie aus meiner umfangreichen Berichterstattung nach der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses unmissverständlich entnehmen können, liegt es mir fern, die HSC-Vereinsführung für ihre vorsichtige Finanzpolitik zu kritisieren. Dass der Vorstand bislang sehr darauf bedacht gewesen ist, kein unnötiges Geld für das Projekt Sportforum auszugeben, habe ich sogar ausdrücklich als „verantwortungsvoll“ und „aller Ehren wert“ bezeichnet, wie Sie in meinem Kommentar „Ein klägliches Bild“ entnehmen können.

      Als dilettantisch kann ich dagegen nur bezeichnen, wie die HSC-Verantwortlichen Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für das Sportforum betreiben. Die korrekte Definition des Begriffs „dilettantisch“ lautet übrigens „laienhaft, nicht fachmännisch, amateurhaft“, ist also keineswegs beleidigend.

      Dafür, was ich konkret damit meine, einige Beispiele: Sie erwarten, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, den Baugrund für das von Ihnen geplante Sportforum ohne finanzielle Gegenleistung von der Gemeinde. Sie behaupten auch in ihrem Kommentar oben wieder, dass ein Sportforum allen Mitgliedern und Bürgern der Gemeinde und Umgebung zugutekommt. Bislang haben Sie allerdings für diese Behauptung noch kein schlüssiges Konzept präsentieren können, warum das so ist und was der HSC mit einem Sportforum, abgesehen vom Gesundheitssport, überhaupt will, geschweige denn eine konkrete Bauplanung vorgelegt.

      Offenbar weiß die HSC-Führung selbst nicht so genau, wie das Projekt zu finanzieren ist. Anders ist es für mich nicht zu erklären, dass die Verantwortlichen ständig mit neuen Ideen und Forderungen kommen: Zuletzt mit der Idee, dass nicht mehr der Verein, sondern ein unbekannter Investor Bauherr, der HSC dagegen nur noch vorübergehender Mieter werden soll. Neu ist auch die Idee, dass der HSC E-Sport im Sportforum anbieten will, wofür natürlich schnelles Internet notwendig ist. Auch die IT-Infrastruktur soll die Gemeinde nun noch bereitstellen. Vom E-Sport bis zum Zocken anderer E-Games ist nur ein kleiner Schritt. Wie soll die Abgrenzung funktionieren?

      Statt mit einem klaren Plan öffentlich und transparent für das Vorhaben Sportforum zu werben, kann ich mich überhaupt nur an zwei vage Präsentationen durch HSC-Vertreter zum Sportforum erinnern: Die eine fand vereinsintern vor genau vier Jahren im April 2018 im Montanhydraulik-Stadion für politische Vertreter statt, als Sie, Herr Speer, noch gar kein Vorsitzender waren. Damals handelte es sich auch noch um ein gemeinsames Projekt von HSC und TGH, wovon heute auch nicht mehr die Rede ist.

      Die andere Präsentation fand zwei Monate später im Juni 2018 in einem öffentlichen Sportausschuss im Rathaus statt. Dabei präsentierten HSC-Verantwortliche den kühnen Vorschlag, die alte Turnhalle am Schulzentrum abzureißen und durch das neue Sportforum zu ersetzen.

      Es sind nicht die anderen, die das Vorhaben diskreditieren, Herr Speer. Dafür sorgt die HSC-Führung schon selbst.

      Ich unterstelle den HSC-Verantwortlichen selbstverständlich nicht, dass Sie in dieser Angelegenheit wider besseren Wissens handeln. Ich gehe vielmehr davon aus, dass Sie ganz einfach nicht genau wissen, wie Kommunalpolitik und -verwaltung funktionieren, welche Entscheidungsprozesse, Vorschriften, Sachzwänge und rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung eines solchen Vorhabens wie das Sportforum notwendig und einzuhalten sind.

      Sonst hätte es Sie beispielsweise nicht überraschen können, was im Planungs- und Bauausschuss passiert ist. Es wäre schon wegen der einzuhaltenden Fristen gar nicht möglich gewesen, ihren neuen HSC-Forderungskatalog als normalen Tagesordnung in die Sitzung einzuführen. Auch für eine Tischvorlage kam Ihr Schreiben zu kurzfristig (lt. Verwaltung erst neun Stunden vor Sitzungsbeginn). Schließlich hätten Sie sonst auch wissen können, dass es zumindest den Teilnehmern der größeren Fraktionen der Montagsrunde kaum möglich war, die eigenen Fraktionen umfassend über den Inhalt der Montagsrunde zu informieren. Denn Fraktionssitzungen fanden zwischen den beiden Termin nicht statt.

      Warum haben Sie eigentlich die Fraktionen nicht selbst aus erster Hand informiert und/oder die neuesten Entwicklungen gleich selbst im Ausschuss präsentiert?

      Gerade Sie als Jurist, Herr Speer, sollten doch wissen, dass es erheblich rechtliche Hürden gibt für den Versuch, Gemeindeeigentum ohne Gegenleistung an einen Verein zu übereignen, selbst wenn dieser als gemeinnützig eingestuft ist. Dazu reicht ein Blick in die Gemeindeordnung. Eine noch viel höhere Hürde ist dabei jedoch das EU-Recht. Danach ist es völlig ausgeschlossen, dass die Gemeinde einem privaten Investor ein Grundstück ohne Gegenleistung überlässt, damit dieser anschließend darauf mit anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen in Wettbewerb treten kann.

      Auch über diese entscheidenden Punkte hätte bei einer vertrauensvollen, transparenten Zusammenarbeit schon längst geredet werden können und müssen. Stattdessen hat es die Vereinsführung wieder einmal vorgezogen, nur einzelne Personen aus dem politischen Spektrum anzusprechen und unterstellt, dass diese es in ihrem Sinne schon richten werden.

      Dies sind nur einige Beispiel dafür, warum ich meine, dass die HSC-Führung in der causa Sportforum bisher ziemlich viele Fehler gemacht hat und sehr dilettantisch agiert. Dazu gehört auch die Art und Weise wie die HSC-Verantwortlichen jetzt versuchen, sich in der Öffentlichkeit von jeglicher Schuld reinzuwaschen und die Versäumnisse und Fehler stets bei anderen suchen: der Verwaltung, der Politik und natürlich auch den Überbringern der Botschaft.

      Nicht zu erkennen, dass es im Sinne eines geplanten Vorhabens wie das Sportforum zielführender wäre, die konstruktive Zusammenarbeit zu suchen statt einer Konfrontation – auch das, Herr Speer, ist für mich dilettantisch.

  • Danke für die ausführliche Berichterstattung und die Kommentare.
    Ich fühle mich nach der Lektüre nun gut informiert und kann mir tatsächlich ein gutes Bild der Situation und der Lage machen. Herrn Speer kann ich nur herzlich einladen, sich einmal selbst inhaltlich auf alle Tagesordnungspunkte eines Ausschusses vorzubereiten, seine Meinung und Ideen bzw, Fragen zu den Themen dann noch mit ca. 10 weiteren Personen abzustimmen und dies alles neben einer üblichen Erwerbstätigkeit mit 40h pro Woche, Familie und vielleicht noch Hobby zu erledigen und einmal darauf zu achten, wie viel Zeit dafür benötigt wird.
    Sollte das tatsächlich jemand selbst aus der Politik vorgeschlagen haben, so kurzfristig noch eine Tischvorlage für den Ausschuss einzureichen, so würde mich interessieren, wer das ist. Vielleicht gibt es in den Fraktionen Menschen, die auch tagsüber Zeit haben, ihre E-Mails aus der Politik zu lesen und direkt weiterzuleiten, ganz sicher aber gibt es Menschen, die diese Zeit nicht haben, sondern die in ihrer Arbeitszeit arbeiten und daher Lokalpolitik und deren Organisation erst nach Feierabend erledigen können.

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