Die SPD hat das ehemalige Künstler-Gelände in den Fokus genommen und sieht dort großes Potenzial zur planvollen Entwicklung dringend benötigter neuer Gewerbeflächen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Rausingen: Politik meldet Bedenken an gegen Grundstücksverkauf an Investor

Die SPD hat das ehemalige Künstler-Gelände in den Fokus genommen und sieht dort großes Potenzial zur planvollen Entwicklung dringend benötigter neuer Gewerbeflächen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Das ehe­ma­lige Gelände der Firma Künstler (Foto) ist inzwi­schen an einen pri­vaten Inve­stor ver­kauft. Die Ver­wal­tung schlägt vor, eine angren­zende wei­teren Fläche in Gemein­de­be­sitz eben­falls an den Inve­stor zu ver­kaufen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Flä­chen im Gewer­be­ge­biet Eco Port sind prak­tisch aus­ver­kauft und die Gemeinde müsste eigent­lich neue Flä­chen für Gewer­be­an­sied­lungen aus­weisen, wenn sie sich wei­ter­ent­wickeln und zukunfts­si­cher auf­stellen will. Nach den Klau­sur­be­ra­tungen im vorigen Jahr hatte die SPD des­halb vor­ge­schlagen, sich mög­lichst schnell um den Erwerb des rund 27.500 qm großen Geländes der Firma Künstler an Schä­fer­kamp­straße zu bemühen. Das Gelände ist inzwi­schen an einen pri­vaten Inve­stor ver­kauft, dem die Gemeinde auf Vor­schlag der Ver­wal­tung nun auch noch ein rd. 0,75 ha großes gemein­de­ei­genes Grund­stück ver­kaufen soll, das direkt an das Künstler-Gelände angrenzt. Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss sprach sich die Politik dagegen aus.

Hin­ter­grund ist die Ände­rung des Bebau­ungs­planes „17.1 Rausingen“. Mit ihm wurden im Jahr 2001 nicht mehr benö­tigte Reser­ve­flä­chen der ehe­ma­ligen Firma Künstler als Grün­fläche aus­ge­wiesen. Es war als Aus­gleichs­maß­nahme für die Ansied­lung des Unter­neh­mens GDW Dach- und Wand­technik GmbH und die Ver­le­gung der Rausinger Straße gedacht. Die 1,56 ha große unbe­baute Gewer­be­ge­biets­fläche eig­nete sich dafür beson­ders, weil sie in unmit­tel­barer Nähe des Natur­schutz­ge­bietes Sölder Bruch liegt. Die Hälfte dieser Aus­gleichs­fläche, die in Gemein­de­be­sitz ist, soll nun auf Vor­schlag der Ver­wal­tung an den Inve­stor ver­kauft werden, der auch schon das Künstler-Gelände erworben hat. 

Fläche grenzt an Künstler-Gelände

Wie der Wirt­schafts­för­derer Stefan Thiel dar­legte, kann die Gemeinde nach der auf­ge­ge­benen Ent­wick­lungs­per­spek­tive für die Firma Künstler mit der ver­blei­benden halben Aus­gleichs­fläche den bestehenden Aus­gleichs­be­darf abdecken und behielte immer noch 0,26 ha Aus­gleichs­fläche in Reserve. Die andere Hälfte der Fläche könne des­halb zur Gewer­be­an­sied­lung ver­kauft werden.

Zwar han­delte es sich im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss ledig­lich um eine Kennt­nis­nahme. Beschlossen werden soll der Ver­kauf im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss. Doch SPD-Spre­cher Peter Wehlack meldet bereits Bedenken an: „Durch den Ver­kauf der gemein­de­ei­genen Fläche blockieren wir uns mög­li­cher­weise ohne Not für spä­tere Ver­kehrs­lö­sungen im Westen“. Das noch immer mehr­heit­lich gewünschte „Drei-Achsen-Modell mit einer west­li­chen Tan­gente hat sich nach einem Ver­kauf end­gültig erle­digt“.

Durch den Ver­kauf der gemein­de­ei­genen Fläche blockieren wir uns mög­li­cher­weise ohne Not für spä­tere Ver­kehrs­lö­sungen im Westen“.


Peter Wehlack

CDU-Spre­cher Frank Laus­mann sah das auch so: „Außerdem hätten wir vor einem Ver­kauf schon das Inter­esse zu erfahren, was der Inve­stor dort auf dem Gelände plant.“ Den Hin­weis, des 1. Bei­geord­neten Bernd Kasischke, dass es nur eine Kennt­nis­nahme gehe („Die West­tan­gente ist nur theo­re­ti­scher Natur und heute nicht das Thema.“) und die Ent­schei­dung im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss falle, kom­men­tierte SPD-Spre­cher Man­fred Matysik: „Die SPD-Frak­tion wird auch dort einem Ver­kauf nicht zustimmen.“

Die große West­tan­gente als Lösung ist sicher unrea­li­stisch“, räumte Frank Laus­mann ein. „aber klei­nere Lösungen sind sicher mög­lich.“ Ähn­lich sieht es auch Peter Wehlack: „Wir schlagen mit einem Ver­kauf die Tür ja auch für klei­nere Lösungen über die Schä­fer­kamp­straße zu und ver­bauen uns so jede Pla­nungs­mög­lich­keit. Das ist das Gegen­teil von vor­aus­schau­endem Han­deln.“

Solange die Ergeb­nisse der von der FDP bean­tragten Mach­bar­keits­studie für die Schä­fer­kamp­straße nicht vor­liegen, darf keine Fläche in diesem Bereich ver­kauft werden, so der mehr­heit­liche Tenor der Frak­tionen im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss.

Gewerbeflächen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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