Nach Shoppingtour Lastschrift widersprochen: Geldstrafe für junge Mutter

Wegen Betruges hatte sich eine junge, zwei­fache Mutter aus Holzwickede gestern vor dem Amts­ge­richt in Unna zu ver­ant­worten. Im Sommer 2012 war die Holzwicke­derin auf Shop­ping­tour bei H & M in Dort­mund sowie Ikea in Kamen gegangen, Knapp 400 Euro hatte sie per EC-Karte bezahlt und anschlie­ßend – trotz Kon­to­deckung – wieder zurück­bu­chen lassen.

In den vor­an­ge­gan­genen Ver­hand­lungen hatte die Holzwicke­derin stets vehe­ment bestritten, die Rück­bu­chung ver­an­lasst zu haben. Mal sollte ihre Spar­kasse einen Fehler gemacht und die frag­li­chen Beträge ohne Auf­trag zurück­ge­bucht haben, ein anderes Mal sollte es sich um ein Miss­ver­ständnis gehan­delt haben, das durch einen geän­derten Frei­be­trag auf ihrem Konto ent­standen sei. Nach Aus­kunft der Spar­kasse können der­ar­tige Rück­bu­chungen von Last­schriften aber wohl grund­sätz­lich nur im Auf­trag der Kon­to­in­ha­berin erfolgt sein.

Überraschendes Geständnis nach längerem Leugnen

In der Ver­hand­lung gestern zeigte sich die junge Mutter über­ra­schend geständig. Sie habe tat­säch­lich sei­ner­zeit den Abbu­chungen von knapp 400 Euro wider­spro­chen, obwohl ihr Konto noch gedeckt war. „Damit Sie keinen fal­schen Ein­druck von mir bekommen“, schob die Holzwicke­derin auch gleich ihr Motiv nach: „Ich habe das nicht ohne Grund getan.“ Die Bezie­hung zu ihrem dro­gen­ab­hän­gigen Partner und Vater ihrer Kinder habe in einer schweren Krise gesteckt. Sie sei ver­zwei­felt gewesen und habe das Geld gebraucht. „Es ging mir wirk­lich sehr schlecht und ich konnte bis zuletzt auch nicht dar­über reden.“

Ihre beson­dere Situa­tion erkannte das Gericht wohl. „Aber die Tat kann das nicht recht­fer­tigen“, so der Staats­an­walt und Richter uni­sono. Zudem hätte die Holzwicke­derin längst die Chance gehabt, das ganze Ver­fahren zu beenden, wenn sie die knapp 400 Euro zurück­ge­zahlt hätte. Doch die Raten­zah­lung, die bereits mit der Ankla­ge­be­hörde ver­ein­bart war, wurde von ihr begonnen, aber dann nicht fort­ge­setzt. Zudem ist die Holzwicke­derin bereits ein­schlägig wegen Betruges vor­be­straft. Dies alles ver­an­lasste Amts­richter Johann schließ­lich dazu, dem Antrag der Staats­an­walt­schaft zu folgen und die Holzwicke­derin zu einer Geld­strafe von 500 Euro zu ver­ur­teilen. Für eine junge Mutter, die allein das Kin­der­geld und die Grund­si­che­rung als Ein­künfte ange­geben hat, durchaus viel Geld.

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