Langsam kehrt das Leben in die Gemeinde zurück. Trotzdem soll es Veranstaltungen wie die Streetfoodmärkte - hier mit Chris and The Poor Boys - viele andere nicht mehr geben in diesem Jahr, kündigt die Verwaltung an. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Kritik im Fachausschuss: Verwaltung auf kulturellen Neustart überhaupt nicht vorbereitet

Langsam kehrt das Leben in die Gemeinde zurück. Trotzdem soll es Veranstaltungen wie die Streetfoodmärkte - hier mit Chris and The Poor Boys - viele andere nicht mehr geben in diesem Jahr, kündigt die Verwaltung an. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Langsam kehrt das Leben in die Gemeinde zurück. Trotzdem soll die Streetfoodmärkte – hier mit Chris and The Poor Boys – wie viele andere kulturelle Veranstaltungen nicht geben in diesem Jahr, kündigt die Verwaltung an. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Gleich zu Beginn des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften gestern (16.6.) hätte die Verwaltung eigentlich die Kulturveranstaltungen 2021 vorstellen sollen. Doch eine schriftliche Vorlage dazu gab es nicht. Fachbereichsleiter Matthias Aufermann entschuldigte das mit einem krankheitsbedingten personellen Engpass – und gab nur einen kurzen mündlichen Bericht.

Der reichte allerdings auch aus, denn viel gab es tatsächlich nicht mitzuteilen. Obwohl mit weiter sinkenden Inzidenzwerten langsam wieder das Leben in die Gemeinde zurückkehrt. Für das kulturelle Leben in Holzwickede gilt das leider nicht. Dafür gab es deutliche Kritik der Politik.

Nur vage Ideen

Veranstaltungen wie Holzwickede karibisch oder die Streetfoodmärkte werden das ganze Jahr über nicht stattfinden. Für die Veranstalter lohnen sich diese Events angeblich nicht, solange die Zuschauerzahlen noch begrenzt werden. „Das haben uns die Veranstalter klar gesagt“, so Aufermann.  Auch das Ausweichen mit Veranstaltungen zum Emscherquellhof sei nicht möglich: „Hier hat die Emschergenossenschaft entschieden, dass dort in diesem Jahr gar keine Veranstaltungen stattfinden.“

Immerhin sei es kurzfristig gelungen, den Kindertrödelmarkt zur Eröffnung des Ferienspasses zu realisieren. Im Juli sei auch noch eine Ausstellung mit Bildern von Klaus Pfauter zum neuen Rathaus in der Rausinger Halle geplant. Vielleicht gebe es an gleicher Stelle im September auch ein Oktoberfest.

Ähnlich vage ging es weiter: Es könnte auch noch die eine oder andere kleinere Veranstaltung dazu kommen, „vielleicht open air oder eine Holzwickeder Nacht“, so der Fachbereichsleiter weiter. „Wir haben uns einmal im kleinen Kreis zusammengesetzt und eine Liste mit etwa 30 Vorschlägen zusammengestellt, was auch mit Beteiligung von Vereinen oder der lokalen Gastronomie umgesetzt werden könnte. Es handelt sich aber bisher nur um Ideen, die noch nicht realisiert sind.“

Viele Absagen, wenig Termine

Von der SPD gab es deutliche Kritik: „Ich höre nur von Absagen seit einem Jahr. Sicher wird das in vielen Fälle auch gerechtfertigt sein. Aber wir haben vor mehr als einem Jahr eine zusätzliche Stelle geschaffen“, erinnert Peter Wehlack. „Wenn ich dann höre, dass man sich jetzt  ,einmal im kleinen Kreis zusammengesetzt‘ hat, um Ideen für Veranstaltungen zu entwickeln, muss ich wirklich fragen: Womit haben sich die Mitarbeiter denn das ganze Jahr über beschäftigt?“

„Wenn überhaupt wieder etwas kulturell läuft in Holzwickede, dann wird das von Vereinen oder Gastronomen gemacht. Von der Gemeinde kommt gar nichts.“

– Peter Wehlack (SPD)

Man kann auch nicht immer alles nur auf die Corona-Pandemie schieben. „Wenn überhaupt wieder etwas kulturell läuft in Holzwickede, dann wird das von Vereinen oder Gastronomen gemacht. Von der Gemeinde kommt gar nichts“, so Peter Wehlack. „Dabei gibt es sogar ein Landesprogramm, wie ich gestern erfahren habe, das mit mehreren Millionen Euro das Risiko von Veranstaltern absichern hilft, wenn eine Veranstaltung ausfallen muss.“

Personeller Engpass im Fachbereich

Holzwickedes Beigeordneter räumte ein, dass „die Kritik teilweise berechtigt“ sei. „Aber die Mitarbeiter waren tatsächlich das ganze Jahr über damit beschäftigt, Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Dass ausgerechnet jetzt, wo es wieder losgeht, eine Mitarbeiterin fünf Wochen und die andere drei Wochen erkrankt ausfällt, ist wirklich unglücklich und bleibt in so einem kleinen Fachbereich einfach nicht ohne Konsequenzen“, bat Bernd Kasischke um Verständnis. „Wir wollen aber auch vorsichtig sein, weil sich die Situation auch schnell wieder ändern kann.“

Trotzdem blieb der SPD-Sprecher bei seiner Kritik: „Wir sehen doch, was schon wieder alles an Veranstaltungen im Umland geht. Das müsste doch auch bei uns möglich sein. Wir hätten einfach besser vorbereitet sein müssen“, so Peter Wehlack, der mit seiner Kritik nicht allein stand.

Auch die Sprecher von Bürgerblock und FDP schlopssen sich seiner Kritik an.

Kulturausschuss, Terminkalender


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Vielleicht sollte man den beteiligten Kritikern eine Glaskugel mit dem Blick in die Zukunft geben. Dann kann man Zu- und Absagen je nach Auskunft der Glaskugel.

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