Kreis Unna zieht Zwischenbilanz des beispielhaften „Go In“-Integrationsprojektes

Landrat Michael Makiolla und die Dezernentin der Bezirksregierung Arnsberg, Sigrid Kuck, im Kreis der Lehrkräfte. Foto: L. Peukmann - Kreis Unna

Land­rat Micha­el Makiol­la und die Dezer­nen­tin der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, Sig­rid Kuck, im Kreis der Lehr­kräf­te, die am Go In-Pro­jekt teil­neh­men. (Foto: L. Peuk­mann — Kreis Unna)

(PK) Kin­der und Jugend­li­che, die aus ande­ren Län­dern zuge­wan­dert sind, sol­len ihre Schul­kar­rie­re im Kreis Unna mög­lichst naht­los fort­set­zen kön­nen. Das gelingt hier nach dem „Go In“-Prinzip. Eine Zwi­schen­bi­lanz zu der 2012 ein­ge­führ­ten Struk­tur und der dazu­ge­hö­ri­gen wis­sen­schaft­li­chen Beglei­tung zogen die Betei­lig­ten im Kreis­haus.

Lern‘ etwas Rich­ti­ges, wenn Du etwas wer­den möch­test.“ Das sag­ten schon die Groß­el­tern. Recht hat­ten sie: Eine soli­de schu­li­sche Aus­bil­dung ist die Grund­la­ge für den spä­te­ren beruf­li­chen und damit auch per­sön­li­chen Erfolg. Da der Bil­dungs­er­folg gera­de bei Kin­dern mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund eine wesent­li­che Rol­le für ihre erfolg­rei­che sozia­le und spä­te­re beruf­li­che Inte­gra­ti­on spielt, ist die zeit­na­he und qua­li­fi­zier­te schu­li­sche Inte­gra­ti­on von gro­ßer Bedeu­tung.

Unter dem Begriff „Go In“ neh­men alle rund 130 Schu­len im Kreis neu zuge­wan­der­te Kin­der und Jugend­li­che auf – aktu­ell sind das genau 1.008 Schü­le­rin­nen und Schü­ler. „Natür­lich sind die Her­aus­for­de­run­gen ange­sichts der Viel­zahl neu zuge­wan­der­ter Kin­der groß“, erklärt Tor­sten Göp­fert, der Jugend- und Sozi­al­de­zer­nent des Krei­ses Unna. „Des­halb haben wir jetzt nicht nur mit den Pro­jekt­be­tei­lig­ten Zwi­schen­bi­lanz gezo­gen und fest­ge­stellt, wo wir ste­hen, son­dern wer­den uns bald auch mit allen Schul­trä­gern im Kreis tref­fen.“

Ein Erfolgsfaktor ist der schnelle Spracherwerb

Das Pro­jekt „Go In“ gilt bun­des­weit wegen sei­nes inte­gra­ti­ven Ansat­zes in Fach­krei­sen als bei­spiel­ge­bend: Die „Neu­en“ wer­den direkt in einem Klas­sen­ver­band mit den deutsch­spra­chi­gen Schü­lern beschult und erhal­ten zusätz­lich an ihrer Schu­le För­der­un­ter­richt „Deutsch“. „So funk­tio­niert Inte­gra­ti­on“, unter­streicht Sig­rid Kuck, Schul­fach­li­che Dezer­nen­tin bei der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg: „Die Spra­che ler­nen und auf sozia­ler Ebe­ne von Anfang an gut auf­ge­ho­ben sein.“

(Foto: Dennis Treu - Kreis Unna)

Schu­li­sche Aus­bil­dung in Spra­che und Schrift ist der Schlüs­sel zur Inte­gra­ti­on. (Foto: Den­nis Treu — Kreis Unna)

Hand in Hand arbei­ten Bezirks­re­gie­rung Arns­berg als obe­re Schul­auf­sicht, das Schul­amt für den Kreis Unna als unte­re Schul­auf­sicht, die Aus­län­der­be­hör­den des Krei­ses und der Stadt Lünen, das Kom­mu­na­le Inte­gra­ti­ons­zen­trum Kreis Unna (KI), die Schul­ver­wal­tungs­äm­ter der Städ­te und Gemein­den und die Schu­len aller Schul­for­men zusam­men, damit die­ser Weg, von dem alle Betei­lig­ten päd­ago­gisch über­zeugt sind, erfolg­reich fort­ge­setzt wird.

Einer der Erfolgs-Fak­to­ren ist der schnel­le Sprach­er­werb. „Kin­der ler­nen am Sprach­vor­bild und sind hier im All­tag mit ande­ren Kin­dern zusam­men, die rich­ti­ges Deutsch spre­chen“, erläu­tert Schul­amts­di­rek­to­rin Susan­ne Wes­sels aus dem Schul­amt für den Kreis Unna. Gleich­zei­tig wir­ke die sozia­le Inte­gra­ti­on im Regel­klas­sen­ver­band von Beginn an. So haben die neu zuge­wan­der­ten Kin­der schnell das Gefühl dazu­zu­ge­hö­ren, fin­den ihren Platz im Frei­zeit­be­reich und berei­chern das Klas­sen­le­ben dar­über hin­aus mit ihrer eige­nen Geschich­te.

Damit es nicht nur mit der Spra­che schnell klappt, son­dern auch im Fach­un­ter­richt, erar­bei­ten Schu­len im Kreis pas­sen­de Kon­zep­te. Über das bun­des­wei­te For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­gramm „Bil­dung in Spra­che und Schrift“ (BiSS) gibt es Unter­stüt­zung und die wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tung. So haben sich kreis­weit bereits zahl­rei­che Leh­re­rin­nen und Leh­rer inten­siv fort­ge­bil­det. Im Rah­men von BiSS erar­bei­tet das Kom­mu­na­le Inte­gra­ti­ons­zen­trum dar­über hin­aus gemein­sam mit einem Dut­zend BiSS-Schu­len päd­ago­gi­sche Hil­fen für alle Schu­len im Kreis – von Unter­richts­ma­te­ria­li­en über Lehr­werks­emp­feh­lun­gen bis hin zu Selbst­lern­ma­te­ri­al.

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