Kreis Unna zeichnet Pfarrgemeinde Liebfrauen mit Klimaschutzflagge aus

Hahn

Der Leiter des Kreis-Umwelt­amtes, Ludwig Holz­beck (l.) über­reicht die Kli­ma­schutz­flagge an Pastor Bern­hard Mid­de­lanis (r.) und die Ver­treter der Pfarr­ge­meinde Lieb­frauen sowie der Gemeinde Holzwickede. Die Pfarr­ge­meinde über­nimmt die Flagge vom Alu­werk Unna, dessen Kauf­män­ni­scher Leiter, Wolf­gang Brett­schneider (5.v.l.), eben­falls zur Aus­zeich­nung gra­tu­lierte. (Foto: Peter Gräber)

Der Kreis Unna hat die Pfarr­ge­meinde Lieb­lings­frauen Holzwickede nicht nur als erste Insti­tu­tion in Holzwickede, son­dern auch als erste Kir­chen­ge­meinde im Kreis mit der Kli­ma­schutz­flagge der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Lokale Agenda 21 aus­ge­zeichnet.

Dass die Moti­va­tion zum Umwelt­schutz in der katho­li­schen Kir­chen­ge­meinde beson­ders hoch ist, liegt eigent­lich nahe: „Gott hat uns die Welt anver­traut“, erin­nert Pfarrer Bern­hard Mid­de­lanis bei der Aus­zeich­nung gestern. „Damit wir für die Bewah­rung der Schöp­fung Sorge tragen.“ Trotzdem ist es schon außer­ge­wöhn­lich, wie sich vor sieben Jahren eine kleine Gruppe Ehren­amt­li­cher mit viel Zeit und Enga­ge­ment daran gegeben hat, ein Umwelt­pro­gramm für die katho­li­sche Kir­chen­ge­meinde umzu­setzen.

Gott hat uns die Welt anver­traut. Damit wir für die Bewah­rung der Schöp­fung Sorge tragen.“

Bern­hard Mid­de­lanis, Pfarrer der Lieb­frau­en­gemeinde.

Bereits 2006 star­tete die Pfarr­ge­meinde die ersten Schritte zur Ein­füh­rung der zer­ti­fi­zierten Manage­ment­sy­steme Grüner Hahn und EMAS (Eco-Manage­ment and Audit Scheme). Schon ein Jahr später, im Januar 2007, wurde die Holzwickeder Pfarr­ge­meinde als erste katho­li­sche Kir­chen­ge­meinde nörd­lich der Main­linie gemäß dieser beiden Manage­ment­sy­steme zer­ti­fi­ziert. Der rasche Erfolg täuscht etwas dar­über hinweg, dass es anfangs die Holzwickeder Initia­tive gar nicht so ein­fach hatte beim zustän­digen Erz­bistum: „Wir sind in Pader­born kei­nes­wegs mit offenen Armen emp­fangen worden“, erin­nert sich Wil­fried Brink­mann, Pfarr­ge­mein­derat und Bau­aus­schuss­vor­sit­zender der Kom­mune. Doch irgend­wann hätten auch die Ver­ant­wort­li­chen im Erz­bistum erkannt, dass man mit Umwelt­be­wusst­sein auch eine ganze Menge Geld sparen kann. „Aber es ist eine ganz feine Lei­stung, dass wir das alles so hin­be­kommen haben“, sagt Brink­mann nicht ohne Stolz. Schließ­lich hat die Pfarr­ge­meinde auch eine Vor­bild­funk­tion für andere Kir­chen­ge­meinden und ist Mul­ti­pli­kator für viele wei­tere pri­vate Initia­tiven.

Liebfrauenkirche hat modernste Heizung im Dekanat

Die ehren­amt­li­chen Helfer um Wolf­gang Römer, Hein­rich Ceglarski und Willi Schäfer haben bei ihrem vor­bild­li­chen Ein­satz für den Kli­ma­schutz die Kirche, das Pfarr­heim, das Pfarr­haus und den Kin­der­garten im Hin­blick auf zahl­reiche Ener­gie­spar­mög­lich­keiten unter die Lupe genommen und zahl­reiche Ver­bes­se­rungen umge­setzt. Um nur einige der Maß­nahmen zu nennen: In der Kirche wurde die alte Hei­zung gegen die modernste Hei­zung im ganzen Dekanat aus­ge­tauscht. Alle Löcher in der Kir­chen­decke wurden geschlossen. Auch der Kin­der­garten und das Pfarr­haus erhielten neue Hei­zungs­an­lagen, die Anlage im Pfarr­heim wurde zudem opti­miert. Schließ­lich wurden in allen Objekten die alten Glüh­lampen durch moderne Ener­gie­spar­leuchten ersetzt.

Durch diese und viele wei­tere klei­nere Maß­nahmen ist es der Initia­tive gelungen, erheb­liche Mengen an Energie und CO­­in der Pfarr­ge­meinde ein­zu­sparen. Obwohl der Ver­brauch durch die neue U3-Betreuung und die Umstel­lung auf einen Ganz­tags­be­trieb mit fri­scher Küche im Kin­der­garten eigent­lich gestiegen ist.

Hoher symbolischer Wert für Außendarstellung

Beim Gas wurden trotzdem allein ca. 27.500 kWh im Jahr ein­ge­spart, beim Strom pro Jahr etwa 3.100 kWh. Das ent­spricht immerhin ca. 8.730 kg CO2 Bela­stung weniger pro Jahr.

Dipl. Ing. Ludwig Holz­beck (Fach­be­reichs­leiter Natur und Umwelt beim Kreis Unna) betonte gestern in seiner Lau­datio denn auch, dass die Pfarr­ge­meinde die Kli­ma­schutz­flagge absolut ver­dient habe: „Hier wird global gedacht und lokal gehan­delt. Beson­ders beach­tens­wert ist, dass die Akti­vi­täten von nur drei Per­sonen ehren­amt­lich umge­setzt wurden.“ Die Flagge der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Lokale Agenda 21, zu der 524 Mit­glieder zählen (Gebiets­kör­per­schaften, Insti­tu­tionen wie Gewerk­schaften, Ver­eine etc.) wird wie ein Wan­der­pokal wei­ter­ge­reicht.

Hier wird global gedacht und lokal gehan­delt. Beson­ders beach­tens­wert ist, dass die Akti­vi­täten von nur drei Per­sonen ehren­amt­lich umge­setzt wurden.“

Dipl. Ing. Ludwig Holz­beck (Fach­be­reichs­leiter Natur und Umwelt beim Kreis Unna)

Unter den bis­lang 15 Aus­ge­zeich­neten sind nicht nur Indu­strie­un­ter­nehmen, auch eine Schule wurde schon aus­ge­zeichnet. Über­nommen hat die Pfarr­ge­meinde die Kli­ma­schutz­flagge vom Alu­werk Unna. Deren Kauf­män­ni­scher Leiter Wolf­gang Brett­schneider gra­tu­lierte der Pfarr­ge­meinde. Die Kli­ma­schutz­flagge habe in der Außen­dar­stel­lung einen nicht zu unter­schät­zenden sym­bo­li­schen Wert. Außerdem gab Brett­schneider den Ver­ant­wort­li­chen denn guten Rat, auch künftig auf eine solide Daten­er­fas­sung und –ana­lyse zu setzen. „Damit beginnt jedes umwelt­be­wusste Han­deln.“

In näch­ster Zukunft stehen keine grö­ßeren Maß­nahmen mehr in der Pfarr­ge­meinde an, statt­dessen ist Fein­tu­ning ange­sagt: „Die Beleuch­tung in der Kirche muss noch ver­bes­sert werden“, meint der Umwelt­be­auf­tragte der Pfarr­ge­meinde, Wolf­gang Römer. „Aber viel ist da nicht mehr drin an Ein­spar­po­ten­zial, selbst wenn wir auf LED-Technik umrü­sten würden.“

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