Haus Opherdicke mit Museum und Skulpturenpark, zu dem auch die "Sirena" in der Gräfte gehört ist immer einen Ausflug wert. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Haus Opherdicke lockt zum Spaziergang in der Natur mit Kunstgenuss in Museum und Skulpturenpark

Das Haus Opherdicke mit Museum und Skulpturenpark, zu dem auch die „Sirena“ in der Gräfte gehört ist immer einen Ausflug wert. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Lange genug drinnen gehockt, jetzt raus in den Frühling! Wer den Spaziergang in der Natur noch mit Kunstgenuss verbinden möchte, kommt einfach mal wieder in den Kreis Unna. Im Norden hat Schloss Cappenberg nach fünfjähriger Pause und aufwändiger Renovierung wiedereröffnet. Westfälischer Barock erstrahlt in neuem Glanz, und Freiherr vom Stein begrüßt die Besucherinnen und Besucher jetzt sogar persönlich. Eine neue Ausstellungsarchitektur und Audioguides machen es möglich. Im Südkreis lohnt eine Tour nach Holzwickede, hier zum Haus Opherdicke mit großem Landschaftsgarten, in dem jetzt die Obstbäume blühen.

Oder Sie schlendern durch den weitläufigen Skulpturenpark am Haus Opherdicke mit seinen unbekannten Schönen. Zwölf Frauenfiguren von Raimondo Puccinelli stehen im 30.000 Quadratmeter großen Park, nur die „Sirena“ betört in der Gräfte, bringt hier aber keinen Seefahrer mehr vom Kurs ab. Wer mehr erfahren möchte: Sonn- und feiertags beginnen hier jeweils um 13 Uhr öffentliche Führungen.

Ausstellung „Face to face“ zeigt mehr als Porträts

Aktuell zieht auch die neue Ausstellung „Face to face“ das Publikum an: Porträts aus der Sammlung Frank Brabant & Gäste. Junge Künstlerinnen und Künstler der Kunstakademie Düsseldorf bereichern die opulente Schau des bekannten Wiesbadener Sammlers mit ihren Positionen. Nach mehr als zwei Jahren Maskentragen können wir endlich wieder Gesichter sehen, in ihnen lesen, die Porträts studieren. Mehr als 100 Werke von 90 Künstlerinnen und Künstlern bieten einen aufregenden Rundgang entlang Bildnissen aus allen Epochen und dokumentieren umfassend die Entwicklung der Porträtmalerei, die sich als eigene Gattung in der Kunstgeschichte behaupten konnte.

Große Namen hängen neben unbekannten, vergessenen, alten und neuen: Otto Dix, Max Pechstein oder Otto Möller sind in der Schau vertreten, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff oder Franz Radziwill. Josef Scharl, Alexej von Jawlensky, Karl Hofer, aber auch Horst Antes, Peter August Böckstiegel oder Käthe Kollwitz füllen die thematisch sortierten Säle, Heinrich Campendonk, Eduardo Chillida oder Brabants Neuerwerbung Karl Otto Hy.

Der Sammler Frank Brabant hat in der Ausstellung sein aktuelles Lieblingsbild gefunden: David Benedikt Wirths „self“ von 2020 (l.). Rechts Heribert Fischer Geisings Damenporträt von 1929, das Brabant besitzt. (Foto: sim)

Fünfte Ausstellung des Sammlers Frank Brabant

Es ist die fünfte Ausstellung des Sammlers auf Opherdicke. Der Wiesbadener zeigt 50 neue Bilder seiner Sammlung, deren Grundstein er in den 1960er-Jahren legte und die heute um die 600 Werke umfasst. Das erste Bild erwarb er 1963: ein Holzschnitt von Max Pechstein für 350 Mark. Als Brabant später mit seiner Diskothek „Pussycat“ im Wiesbadener „Bermuda-Dreieck“ gutes Geld verdiente, wuchsen Kunstinteresse und Bilderwände. Immer wieder gern erzählt der gebürtige Schweriner die Geschichte vom gesparten Geld für einen VW Käfer. Das Auto kaufte er dann doch nicht, kam aber mit einem Bild von Kirchner nach Hause. Es könnte seine letzte Ausstellung im Haus Opherdicke sein, kokettiert der 83-Jährige. Er wird mit seiner Vermutung hoffentlich falsch liegen.

Die Ausstellung „face to face“ ist aber wohl ein Liebhaberprojekt, ein Stück Lebenswerk, das die Kuratoren Wilko Austermann und Arne Reimann mit zeitgenössischer Kunst, gut ausgesucht und verteilt in den zehn Ausstellungsräumen, noch toppen konnten. So wird die chronologisch aufgebaute Ausstellung vom frühen Expressionismus, Bilder einer verschollenen Generation über die neue Sachlichkeit,  Kubismus, Konkretem bis zur Pop Art und dem aktuellen Selbstporträt mit Buntstiften zu einer groß angelegten Jahrzehnte überdauernden Erzählung über Menschen, ihre Geschichten, ihre Maler und Malerinnen. Wir blicken in Gesichter – damals wie heute faszinierend. Ausdrucksstark.

Museum Haus Opherdicke
Dorfstraße 29, 59439 Holzwickede
Face to face“, Porträts aus der Sammlung Frank Brabant & Gäste
bis 28. August
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
10 bis 17.30 Uhr
Führungen: Sonntags und Feiertags 11.30 Uhr und 14.30 Uhr

Ausstellung Face to face, Haus Opherdicke

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