Außerschulische Angebote wie dieser Kreativkurs ín den Osterferien in der Paul-Gerhardt-Schule sind auch an den übrigen drei Grundschulen im Sommer geplant. Für die Sommerferien ist in der Hegnser Grundschule noch nichts gepant. Ab 8. Mai wird es aber auch samstags Schule an der Paul-Gerhardt-Schule geben, wie Schulleiter Magnus Krämer (Bildmitte) sagt. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Grundschulen planen außerschulische Angebote: Doch in großen Ferien fehlen Räumlichkeiten

Außerschulische Angebote wie dieser Kreativkurs ín den Osterferien in der Paul-Gerhardt-Schule sind auch an den übrigen drei Grundschulen im Sommer geplant.  Für die Sommerferien ist in der Hegnser Grundschule noch nichts gepant. Ab 8. Mai wird es aber auch samstags Schule an der Paul-Gerhardt-Schule geben, wie Schulleiter Magnus Krämer (Bildmitte) sagt. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Außerschulische Angebote wie dieser Kreativkurs ín den Osterferien in der Paul-Gerhardt-Schule sind auch an den übrigen drei Grundschulen im Sommer geplant. Für die Sommerferien ist in der Hegnser Grundschule noch nichts gepant. Ab 8. Mai wird es aber auch samstags Schule an der Paul-Gerhardt-Schule geben, wie Schulleiter Magnus Krämer (Bildmitte) sagt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die pandemiebedingten Schließungen der Schulen, das damit verbundene wochenlange Aussetzen des Präsenzunterrichtes und die Umstellung auf Distanzunterricht macht Eltern und den betroffenen Schülern aller Schulformen Sorge: Viele fürchten Bildungsrückstände und Nachteile, etwa wenn es in die Abiturprüfungen geht oder der Wechsel zur weiterführenden Schule ansteht.

Auch Dr. Michael Golek, Vater eines Grundschülers in Holzwickede, erwartet solche Probleme: „Anfang April legte das Ifo-Institut München eine Studie vor, nach der Schüler im Schnitt bei Distanzunterricht nur noch auf rund 4,3 Stunden täglichen Unterricht kommen statt 7,4 Stunden beim Präsenzunterricht“, so Dr. Golek. „Meine Erfahrungen im Homeschooling eines Viertklässlers liegen bei nur rund 1,5 Stunden Netto-Unterricht täglich aus der Distanz.“

Eltern in Sorger wegen Unterrichtsausfall

Die bundesweit einheitlichen Verschärfungen durch das verabschiedet 4. Infektionsschutzgesetz, die anhaltenden Inzidenzen und die Befristung der Maßnahmen auf zunächst 30. Juni (eine Woche vor den Sommerferien) ließen erwarten, dass sich der Zustand eher noch verschlechtere. „Gerade Abschlussklässler der 4. Klassen werden enorme Probleme beim Übergang in die jeweilige neue Schulform haben“, befürchtet Dr. Golek.

Umso unverständlicher ist es für ihn, dass es, abgesehen von den Angeboten in den Osterferien an der Paul-Gerhardt- und Nordschule, in Holzwickede keinerlei „Aufholangebote“ für die Grundschüler „in den kommenden Ferien und an den Wochenenden“ als Ergänzung zum Unterricht aus der Distanz gibt. „Dazu werde ich auch noch eine Bürgeranfrage stellen, sobald es wieder eine öffentliche Sitzung mit Fragestunde gibt“, kündigt der betroffene Vater an.

Schulverwaltung stellt Antrag – Schulen müssen Inhalte liefern

Matthias Aufermann, zuständiger Leiter des Fachbereichs Fb IIb (Schule) erklärt dazu auf Nachfrage, dass das Land NRW rd. 36 Mio. Euro zur Förderung von außerschulischen Angeboten in den Ferien oder an Wochenenden bis zum Jahresende bereitgestellt hat. „Wir als Schulträger stellen den Antrag auf Fördermittel für die Schulen“, so Aufermann. „Aber die Schulen müssen die Anträge mit Inhalten füllen.“ Warum nur zwei der vier Grundschulen in den Osterferien außerschulische Angebote unterbreitet haben, kann Aufermann auch nicht sagen. „Ich kann aber sagen, dass wir mit allen Schulen im Gespräch zu diesem Thema sind. Soweit ich weiß, will die Aloysiusschule im Sommer etwas anbieten. Die Paul-Gerhardt-Schule will ab Mai auch samstags Schule anbieten. Der Antrag dazu liegt mir vor, muss aber noch mit Arnsberg und der Schulleitung abgestimmt werden. “

Was die Sommerschule angeht gebe es aber ein Problem, so der Fachbereichsleiter: „Dafür fhelen eigentlich an allen vier Grundschulen die Räumlichkeiten.“ Denn in den großen Ferien werde ian allen vier Schulen entweder umgebaut, saniert oder die Grundreinigung durchgeführt. „Deshalb haben wir mit den Schulleitungen gesprochen und vereinbart, dass wir Kontakt mit dem Treffpunkt Villa aufnehmen und versuchen, dort Räumlichkeiten in den Ferien zu bekommen.“  Ein noch viel größeres Problem wäre es allerdings, wenn die Bezirksregierung auf die Idee käme, dass die einzelnen Gruppen aus den Schulen coronabedingt nicht gemischt werden dürfen. „Das hoffe ich nicht, denn sonst könnten wir diese Idee ganz vergessen“, meint Matthias Aufermann. „Wir bleiben aber mit allen Schulleitungen im Gespräch und werden das Thema der außerschulischen Angebote auch beim nächsten Treffen noch einmal ansprechen.“

Dudenrothschule

Wie eine Nachfrage des Emscherblogs zeigt, hätte es auch an der Dudenrothschule in den Osterferien ein außerschulisches Angebot geben sollen, wie die Leiterin Katja Buschsieweke bestätigt: „Wir hatten überlegt, ein solches Angebot in Kooperation mit dem Treffpunkt Villa anzubieten. Denn derzeit ist es bei uns räumlich problematisch.“ Bekanntlich wird die Dudenrothschule in diesem Jahr umfangreich saniert. Grundsätzlich sei es aber auch so, dass die Schule auch keine Arbeitsverträge mit Externen abschließen könne. „Das geht nicht. Deshalb haben wir die Zusammenarbeit mit der Villa gesucht“, so Katja Buschsieweke. „Leider ist dann Klaus Neumann, der Leiter der Villa, unerwartet verstorben.“ Deshalb habe das Projekt nicht realisiert werden können. Die Schulleiterin betont aber, dass es die vermuteten Lerndefizite durch den Distanzunterricht bei den Kindern an ihrer Schule aber auch nicht gibt und folglich auch keine „Aufholangebote“ nötig sind. Auch die Angebote an der Paul-Gerhardt- und Nordschule in der Osterschule seien ja „kein Ersatzunterricht“ gewesen.

Ferienbetreuung in Form einer Sommerschule kann es auch in den kommenden großen Ferien an der Dudenrothschule nicht geben. „Dafür haben wir einfach keine Räume zur Verfügung“, sagt die Leiterin der größten Holzwickeder Grundschule. Geplant seien außerschulische Angebote dennoch. „Deshalb haben wir die Gemeinde gebeten, Kontakt mit der Villa aufzunehmen, um uns dort Räume zur Verfügung zu stellen.“

Aloysiusschule

Die Aloysiusschule habe sich an den Angeboten der beiden anderen Grundschulen in den Osterferien nicht beteiligt, weil daran kein Interesse bei den Eltern bestand, betont die Leiterin Gabi Spieker. „Wir hatten das vorher bei unseren Eltern abgefragt. Aber es gab keinen Bedarf.“ Lediglich bei einem Elternpaar gab es erhöhten Betreuungsbedarf. „Dieses Kind haben wir dann auch nach Hengsen vermittelt, wo es auch an der Osterschule teilgenommen hat.“

Für den Sommer hat die katholische Grundschule „eine ganze Menge Angebote geplant“, versichert Gabi Spieker. „Allerdings nur solange es die OGS-Betreuung gibt. Sonst wird hier die Grundreinigung durchgeführt.“  Über den Trägerverein der OGS wäre es aber prinzipiell kein Problem, externe Mitarbeiter für außerschulische Angebote zu beschäftigen, meint die Schulleiterin.

Allerdings betont Gabi Spieker auch, dass wohl „niemand aus unserem Kollegium Lernrückstände bei den Kindern bestätigen“ würde: „Unsere Kinder hatten ähnlich viel Unterricht wie beim Präsenzunterricht“, sagt Spieker. „Was den Kindern natürlich fehlt ist die Gemeinsamkeit und der Austausch in Fächern wie Musik, Kunst und Sport oder auch unsere gemeinsamen Feste und Aktionen, die nicht stattfinden können.“ Was aber die Vermittlung des Lehrstoffes angeht, sei der Unterricht nur anders organisiert worden. „Die vermeintlich schwächeren Schüler haben wir ohnehin hier in der Schule unterrichtet in der Notbetreuung, so dass sie einen geregelten Tagesablauf hatten.“

Nordschule

An der Nordschule war die Nachfrage nach der Osterschule groß. „So groß, dass wir das Angebot auf die schwächeren Schüler begrenzt hatten“, wie Schulleiterin Claudia Paulo meint. Folglich hatte die Osterschule an der Nordschule auch noch am ehesten den Charakter eines Nachhilfeangebotes. „Wir haben uns bemüht, Defizite in der Osterschule aufzuarbeiten.“  Claudia Paulo räumt ein, dass es gar nicht einfach war, geeignete externe Kräfte zu finden. Es sei auch „eine ziemliche Arbeit“ gewesen, das außerschule Angebiot in den Osterferien zu organisieren. „Richtig ist, dass die Schulverwaltung den Antrag auf Fördermittel gestellt hat. Aber das Geld wurde uns auch erst vier bis sechs Wochen später überwiesen.“ Soi habe das finanzielle Risiko für die Bezahlung der Externen bei der Schule gelegen.

Für die großen Ferien sind weitere Angebote an der Nordschule geplant. „Wir haben aber das Problem, dass wir dann hier drei OGS-Kindergruppen haben, weil an den anderen Schulen umgebaut oder gereinigt wird. Deshalb ist mit der Gemeinde abgesprochen, dass wir möglichst in den Treffpunkt Villa ausweichen können.“

Paul-Gerhardt-Schule

Lediglich an der Paul-Gerhardt-Schule sind im Sommer bisher keine weiteren außerschulischen Angebote geplant, wie Schulleiter Magnus Krämer bestätigt. „Aber wir werden ab 8. Mai eine Samstagsschule anbieten. Dazu haben wir schon fünf Kooperationspartner angesprochen.“  Auch Magnus Krämer betont: Weder die Osterschule noch die Samstagsschule sei als Nachhilfeunterricht gedacht, um Defizite aufzuarbeiten. Vielmehr soll den Kindern ein gemeinsames Erlebnis und etwas lehrreiche Abwechslung geboten werden. Die Finanzierung solcher unterhaltsamen außerschulischen Angebote sei nicht das Problem, glaubt Magnus Krämer. „Die Stiftung ,Gutes Tun‘ hat als Coronahilfe allen Holzwickeder Schulen jeweils 1.000 Euro zur Verfügung gestellt und auch das Förderprogramm des Landes läuft noch bis Jahresende.“

Den Förderantrag dazu stellt die Gemeinde für die Schulen. Danach könnten externe Kooperationspartner für außerschulische Angebote über einen Vertrag mit einem freien Träger beschäftigt werden. „Das kann ein Förderverein, der Kirchenkreis, eine Moscheeverein oder irgendein anderer freier Träger sein“, meint Krämer. Für die Osterschule an Hengser Grundschule hat der Schulleiter die Verträge mit den Externen allerdings „einfach selbst geschlossen“.

außerschulische Angebote, Grundschulen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Ich kann mich nur den Ausführungen von Dr. Michael Golek anschließen.
    Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Schere im sozialen, emotionalen und kognitiven im Bildungsbereich durch die Pandemie bis zum Anschlag geöffnet ist.
    Es sind genügend finanzielle Mittel vorhanden.
    Neben den Mittel vom Land hat die Bundesregierung zusätzlich eine Milliarde für Nachhilfe und zusätzliche Förderung zur Verfügung gestellt.
    Es kann nicht sein, dass durch Inflexibilität derRaumorganisation den Kindern nicht geholfen werden kann und die Mittel nicht abgerufen werden können.

    Neben den Grundschulen haben wir das Schulzentrum mit vielen Räumen,
    Sportheime, die Rausinger Halle, alle Kirchen haben zusätzliche Räume.
    Es können sicher auch Grundreinigungsarbeiten und Renovierungsarbeiten zeitlich versetzt werden. Es gibt sicher eine verwaltungsmäßige Ressource, die
    das organisieren könnte.

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