Die Gemeinde soll ein Kontingent E-Bikes für Schüler anschaffen, damit diese nicht mehr so häufig mit dem "Elterntaxi" ins Schulzentrum gebracht werden, fordert die FDP. (Symbolfoto: Pixabay.de)

FDP will Schülern E-Bikes zur Nutzung stellen: Ziel sind weniger „Elterntaxis“

Die Gemeinde soll ein Kontingent E-Bikes für Schüler anschaffen, damit diese nicht mehr so häufig mit dem "Elterntaxi"  ins Schulzentrum gebracht werden, fordert die FDP.  (Symbolfoto: Pixabay.de)
Die Gemeinde soll ein Kontingent E-Bikes für Schüler anschaffen, damit diese nicht mehr so häufig mit dem „Elterntaxi“ ins Schulzentrum gebracht werden, fordert die FDP. (Symbolfoto: Pixabay.de)

Die Holzwickeder FDP möchte die verkehrliche Situation am Schulzentrum entlasten und gleichzeitig die Gemeinde etwas jugendfreundlicher machen. Deshalb beantragt die FDP, ein Kontingent E-Bikes anzuschaffen, das Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums zur Verfügung gestellt werden soll, um möglichst ohne das sogenannte „Elterntaxi“ zur Schule gelangen zu können.

„Die verkehrliche Situation in der Gemeindemitte führt bekannter Weise gerade an unseren Schulen zu den Hol- und Bringe-Zeiten immer wieder massiven Problemen. Seit Jahren sucht die Kommunalpolitik nach Alternativen, die zu einer Entlastung führen könnten“, begründet der Fraktionsvorsitzende der FDP den Antrag seiner Fraktion.  Die Liberalen orientieren sich damit an erfolgreichen Projekten in anderen Kommunen. „In der Stadt Sundern wurden im vergangenen Jahr mehrere E-Bikes angeschafft, die vornehmlich an Schüler ausgegeben werden, die ihren Schulweg sonst nur mit dem sogenannten Elterntaxi meistern können“, so Lars Berger weiter.

Jugendfreundlich und ökologisch

Ein solches Projekt könnte nach Ansicht der FDP auch in der Emschergemeinde dazu führen, dass weniger Eltern ihren Nachwuchs mit dem Pkw zur Schule bringen. E-Bikes sind für Jugendliche meist nicht zu finanzieren. „Ein Angebot der kostenlosen Bereitstellung inklusive einer privaten Nutzung würde für die Schüler nicht nur eine eigenständige Mobilität sicherstellen, sondern auch erneut die Familien- und Jungendfreundlichkeit unserer Gemeinde unter Beweis stellen“, ist Lars Berger überzeugt.

Was die rechtliche Grundlager des Projektes angeht, ließen sich sicherlich Informationen der Stadt Sundern verwenden. Zur Finanzierung dieses Projektes seien wahrscheinlich auch Sponsoren oder Fördermittelgeber notwendig, die zunächst „zeitnah durch die Verwaltung zu ermitteln“ gelte.

Der Antrag der FDP soll im nächsten Schulausschuss behandelt werden.

E-Bikes, Elterntaxis, FDP


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (14)

  • Hildegard Busemann

    Wenn die Kinder die Verkehrsregeln kennen, sicher Fahrrad fahren können, brauchen sie nur ein Fahrrad. Sollte die Zeit eine Rolle spielen dann nur kräftiger in die Pedalen treten.

  • Solarbänke, EBikes… Woanders gibt es das, also soll es das für Howi auch geben. Diese Argumentation kannte ich bisher nur bei Kleinkindern, wenn es um Spielzeug geht.

    Was die Räder betrifft: nur weil Sundern es hat, muss es doch Howi nicht automatisch auch haben müssen. Dafür unterscheidet sich Sundern schon alleine topographisch erheblich von Howi.

  • Klar, so ein Pedelec senkt die Hemmschwelle, mit dem Rad zur Schule zu fahren. Aber mir geht die Entwicklung in die falsche Richtung. Jugendliche und insbesondere Kinder sollten meiner Meinung nach nur herkömmliche Fahrräder nutzen.
    Statt Wahlversprechungen zu machen, sollten sich alle Parteien dafür einsetzen, dass die Fahrradinfrastruktur sicher, lückenlos und intuitiv nutzbar ausgebaut wird. Alles andere ist Käse.

    Der Vergleich mit Sundern hinkt: dort ist die Schule auf einer Anhöhe, in Holzwickede im Tal. Schüler aus den südlichen Ortschaften wie Hengsen oder Opherdicke können sich zur Schule hin überwiegend rollen lassen und nach dem vielen Unterricht und Klassenmief tut ein wenig körperliche Betätigung sehr gut.

  • Ich denke auch, dass es vielleicht sinnvoller wäre, hier mal intensiv an der Fahrradinfrastruktur zu arbeiten. In Holzwickede das Fahrrad sicher und vernünftig als Verkehrsmittel (statt bloßes Hobby- oder Spielgerät) zu nutzen, ist nicht möglich. Wenn ich alleine schon sehe, an wie vielen Straßen sich die Gemeinde damit zufrieden gibt, die weißen Schilder aufzustellen, die Radfahrern erlauben die Fußwege mitzubenutzen, anstatt ggf. vernünftige Radwege anzulegen, oder die Mitbenutzung des Straßenraums sicher zu gestalten, ärgere ich mich als Radfahrerin massiv. Die meisten wissen nicht einmal, dass auf diesen „Mitbenutzung erlaubt“-Fußwegen der Radfahrer seine Geschwindigkeit anzupassen hat, was regelmäßig Schrittgeschwindigkeit bedeutet. Sollen die Kinder da dann mit Pedelecs Schrittgeschwindigkeit fahren? Auch die Überquerung von Straßen oder das Abbiegen wird dann übrigens zum Problem, wenn der Radfahrer plötzlich vom Fußweg kommend in den Straßenraum eindringt. Nicht zuletzt dieser Unsinn führt zu vielen selbstgefährdenden Regelverstößen durch Radfahrer. Diese Schilder führen zudem dazu, dass Autofahrer sich über diejenigen ärgern, die „trotzdem“ (zulässigerweise!) auf der Straße fahren und diese dann durch besonders agressive Fahrweise gefährden. Auch die wenigen vorhandenen gemeinsamen Rad- und Fußwege in der Gemeinde sind idR viel zu schmal, schnelle Radfahrer mit Pedelecs gefährden hier Fußgänger oder müssen ständig abbremsen, um langsam an Fußgängern und freilaufenden Hunden vorbeizufahren.
    Die Hauptstraße nach Hengsen hoch hat genug Platz um auf beiden Seiten sichere Radwege auf der Straße auszuweisen. Auf der Holzwickeder Straße nach Opherdiche hoch sollte auch dringend zumindest über vernünftige Fahrradschutzstreifen (von ausreichender Breite) auf der Straße nachgedacht werden. Gerade bergab ist es doch absolut irre, Radfahrer auf die schmalen Fußwege drängen zu wollen.

  • Wäre es nicht einfacher, einfach allen Kinden einen kostenlosen Zugang zum Busnetz zur Verfügung zu stellen? Üblicherweise betrifft das nur jene Kinder, die entsprechend weit weg von der Schule wohnen. Die Elterntaxis nutzen ja in erster Linie jene Kinder, die nicht weit weg genug wohnen, aber dennoch kein Interesse am Laufen/Rad haben. Insofern: Gebt denen doch einfach ein ÖPNV-Ticket? Da diese vorher schließlich auch kein Bus gefahren sind, entstehen dadurch ja keinerlei finanzielle Einbußen?

  • Ja der Wahlkampf und die Hirngespinste der Parteien.

    E-Bikes machen wie andere Klimaziele wenig aus, wenn die Quelle später zu versiegen droht. Das Lithium und der Abbau werden früher oder später bei steigenden Zahlen wahrscheinlich ein Problem darstellen.
    Was lustiger ist, alle Gesundheitsforscher sagen die Kinder müssen sich mehr bewegen und Sport machen. Wäre hierfür das E-Bike das richtige. Kommt mir vor, als wenn ich in die Pommesbude gehe und eine halbe Currywurst haben möchte da ich ja die Umwelt retten möchte.
    Der Vorschlag mit dem kostenneutralen Busticket wäre doch Wahlkampftechnisch viel besser und man erreicht eine Zentralisierung der Bringungen. Noch dazu werden Ressourcen geschont.
    Also wie immer erst Überlegen dann Vorschlagen und dann bitte auch umsetzten.

  • @ Peter K
    Mal abgesehen davon, dass ich auch gegen den E-Bike-Vorschlag bin: Der Pommesbudenvergleich ist komplett unpassend und entspricht auch null der Wahrheit.

    Ein E-Bike ist kein Mofa. Ein E-Bike ist auch Fahrrad und auch Bewegung. Mit Unterstützung, ja durchaus, aber eben auch Bewegung. Gerade ein E-Bike ermöglicht es doch jedem Fahrrad zu fahren, auch wenn man vllt nicht so ganz fit oder gar ein Sportmuffel ist und eventuell den einen oder anderen Berg schieben müsste und genau deshalb das klassische Fahrrad im Zweifel stehen lassen würde oder stattdessen dann doch das Auto nimmt.

    Aber Strampeln muss man beim E-Bike auch, wenn auch entspannter und mit keinerlei Unterscheidung, ob man nun bergauf oder geradeaus fährt. Es ist trotzdem kein Vergleich zu einem Mofa oder was auch immer Sie sich darunter vorstellen.

    • Ich spiele mal den Korintenkacker:

      Ein E-Bike nach fachlicher Definition ist sehr wohl ein Mofa-ähnliches Gefährt. Es hat einen „Gasgriff“ und man muss nicht pedalieren.

      „E-Bike“ ist der umgangssprachliche Begriff, hier geht es um Pedelecs. „Pedal electric cycle“.

  • Ich kann Johanna nur zustimmen: es braucht dringend eine bessere Radinfrastruktur!
    Wenn es flächendeckend sichere Fahrradwege geben würde, würden viel mehr Menschen bereit sein das Rad zu nutzen.
    Dass man Angst haben muss, an jeder zweiten Ecke von Autofahrenden umgenietet oder von der Straße gedrängt zu werden, gibt einfach kein gutes Gefühl. Weder wenn man als erwachsene Person radelt, und erst recht nicht wenn man die eigenen Kinder fahren lässt.

  • Eine spannende Diskussion! Der Vorschlag „E-Bikes für Kinder“ ist auch meiner Meinung nach zu kurz gedacht. Offen gestanden, halte ich Kinder auf schnellen E-Bikes (oder Pedelecs) in einer Gemeinde wie Holzwickede für gefährdet. Denn es ist m.E. richtig, dass die Fahrradinfrastruktur unzureichend und vielerorts gar nicht vorhanden ist. Eine Besserung hat sich in den letzten Jahren kaum ergeben und die Diskussion um die Sölder Straße vor einigen Jahren zeigt, was den Entscheidern bislang wichtig war: Im Ergebnis wurde die Parkplätze so geordnet, dass sich die Autos in beiden Richtungen schnell bewegen können. Ein breiterer Fußweg? Gab es nicht. Ein Radweg? Fehlanzeige. Und dass, obwohl die Sölder Straße ein viel genutzter Schulweg ist und inzwischen zusätzlich vom Baustellenverkehr für die Emschertalkaserne betroffen ist.
    Aber was kann man tun? Ich finde die Diskussion um eine bessere Fahrradinfrastruktur (die oft auch den Fußgängern hilft) für Holzwickede richtig und zukunftsweisend. Klar, die Flächen dafür fallen nicht vom Himmel. Insofern wird man über neue Aufteilungen von Räumen nachdenken müssen. Die Investitionen sind häufig geringer als man denkt. In unserem Nachbarland den Niederlanden hat man in Wohnquartieren durch ein intelligentes Einbahnstraßensystem eine Richtungsfahrbahn für den Rad- und Fußverkehr umgenutzt. Klar, Autofahrer müssen kleine Umwege in Kauf nehmen. Der Rad- und Fußverkehr funktioniert in beide Richtungen, hat mehr Platz, mehr Komfort und vor allem mehr Sicherheit. Das kommt insbesondere den Kindern zugute. Die Investitionen? Gar nicht so groß wie man denkt, weil man im Wesentlichen mit Schildern und Farbe arbeiten kann. Warum probiert das Holzwickede nicht einmal in einem Quartier aus? Ein Versuch wäre es m.E. wert!

    • Das finde ich auch einen guten Ansatz, über den nachgedacht werden sollte. Zumindest könnte ja mal geschaut werden, bei welchen Straßen, so etwas möglich ist.

  • Eine gute Infrastrukturplanung von Radwegen wäre doch schon mal ein guter Anfang.
    Doch schreien und rufen kann jeder, aber einen konkreten Vorschlag herauszuarbeiten und diesen mit realistischen Zahlen zu beliefern schafft keiner der Parteien.
    Da kommt immer nur das ein Antrag bei der Verwaltung gestellt wird ….. Das Ergebnis ist: Da man trotz fürstlicher Besetzung keinen Experten hat wird Firma xy beauftragt und die hat herausgefunden, dass….
    Nun sind etliche tausend Euros ausgegeben und die Parteien sagen: Nee so haben wir uns das nicht gedacht. Nun beginnt der Bart zu wachsen und alles bleibt wie es ist. Aber zur nächsten Kommunalwahl wird in die Schublade geschaut was da noch so drin ist.
    Warum wird nicht ein Arbeitskreis von allen Parteien und Radverbände mit einer gemeinsamen Zielsetzung „Bessere Radwege in Holzwickede“ gegründet. Vielleicht kann man über eine Bürgerauktion auch Spenden für eine Kostenbeteiligung von uns Bürgern bekommen. Wenn so etwas rechtens ist? Holzwickede und die Lage sind schön. Wir alle rufen bloß zu wenig ab oder verlassen uns auf andere. Bevor die Asche verteilt wird. Ich meine mich auch damit, würde mich bei interessanten Themen einbringen. Radfahrer gibt es in allen Parteien und ein gemeinsames Ziel aller ist doch wie ein Sieg.

  • Als überzeugter Biobiker halte ich E-Bikes für Kinder und Jugendliche für absolut daneben. Dass Menschen, die mehr als 5 Kilometer täglich bergauf, bergab zur Arbeit radeln oder den Familieneinkauf tätigen, ein E-Bike nutzen, macht ja noch einen gewissen Sinn. Aber schon für Freizeitradler ist der E-Bike-Hype der falsche Weg. Denn auch E-Bikes sind deutlich umweltschädlicher als Fahrräder ansonsten.
    Um eine fahrradfreundliche Kommune zu werden, braucht es nicht mehr E-Bikes (und schon gar nicht für Schüler*innen, sondern Radwege, die diesen Namen verdienen und insgesamt eine radfreundliche Infrastruktur.
    Kopenhagen ist schon vor dem E-Bike-Boom zur Welthauptstadt des Fahrrades geworden und auch in den Niederlanden kann man an vielen Stellen sehen, wie es geht, fahrradfreundlich zu werden.
    Tut mir leid, liebe Autofahrer (zu denen ich durchaus auch gehöre), es geht nicht ohne Verzicht auf Parkraum, ohne Einschränkung der Zufahrtsmöglichkeiten für PKW und ohne die Bereitschaft bei Investitionen in den Straßenbau Fußgängern und Radfahrern den Vorzug zu geben (zumindest für die nächsten 25 Jahre).

  • Das wird nicht funktionieren. Es geht ja kaum noch um die Wegstrecke. Die Tage parkte eine Mutter den Gehweg vor dem Seniorenheim inkl Fahrradweg zu. Ich sagte zu ihr „gei..r Parkplatz“ in deutlich bissigen Ton. Darauf sie „wo sonst die Kinder aussteigen sollen ist unzumutbar. Aber Sie haben sicher keine Kinder!“ Doch, habe ich. Nur habe ich meine selten gefahren und ganz bestimmt nicht bis vor das Klassenzimmer. Am Edeka, in den Nebenstraßen, meinetwegen auch mal kurz Kirchstrasse gibt es etliche Möglichkeiten sein Kind rauszulassen. Dafür muss man keine anderen Kinder auf Rad- und Gehweg gefährden. Ich denke solche Helikoptereltern könnten so ein Bike vor der Tür haben und die Kids dürften dennoch nicht damit fahren. Weil der böse Verkehr…. Oder eben auch jene Mutti. Hauptsache ihr Kind kommt heile an.

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