Fahren ohne Führerschein: Gläubiger bringt 34-Jährigen auf Anklagebank

Weil er im ver­gan­genen Jahr Auto gefahren sein soll, ohne einen Füh­rer­schein zu besitzen, musste sich ein 34-jäh­riger Holzwickeder heute (7.7.) vor dem Amts­ge­richt in Unna ver­ant­worten. Auf die Ankla­ge­bank gebracht hat ihn ein Bekannter, der ihn bei der Polizei anzeigte.

Warum ihn der Bekannt anschwärzte, glaubt der Holzwickeder zu wissen: Der Bekannte sei der Ansicht, dass er ihm etwas Geld schulde. Mehr­fach habe er ihn selbst und auch seine Mutter ter­ro­ri­siert, um das Geld ein­zu­treiben. Immer wieder habe es im ver­gan­genen Jahr des­halb Rei­be­reien geben, so der Ange­klagte. Schließ­lich habe der Bekannte ihm gedroht: „Ich weiß, dass Du schwarz arbei­test und ohne Füh­rer­schein Auto fährst. Ich mach‘ Dein Leben kaputt.“

Zum Glück für den Ange­klagten, ist es dazu bisher nicht gekommen. Für eine Anzeige wegen vor­sätz­li­chen Fah­rens ohne Fahr­erlaubnis hat es den­noch gereicht.

Zwar gab er der 34-Jäh­rige heute vor dem Amts­ge­richt zu, keine Fahr­erlaubnis zu besitzen. Aller­dings habe er sich auch noch nie hinter das Steuer eines Pkw gesetzt – bis auf eine Aus­nahme: Im Vor­jahr habe er ein ein­ziges Mal seine dama­lige Freundin vom Fami­li­en­ge­richt in Dort­mund mit ihrem Auto abge­holt. „Das war ein Fehler“, räumte der Ange­klagte ein. „Aber sie war völlig ver­zwei­felt und hatte mich wei­nend ange­rufen.“ Danach habe er nie wieder ihren Wagen genutzt.

Er arbeite wohl schon mal ab und zu Autos auf dem Park­platz auf. „Aber ich wüsste nicht, dass ich schon mal selbst Auto gefahren bin“, beteu­erte der 34-Jäh­rige.

Ich weiß, dass Du schwarz arbei­test und ohne Füh­rer­schein Auto fährst. Ich mach‘ Dein Leben kaputt.“

Der Ange­klagte zum Motiv des Anzei­ge­n­er­stat­ters

Irgend­wann im August“ vorigen Jahres habe er ihn am Steuer eines Autos gesehen, sagte dagegen sein Bekannter heute als Zeuge aus. „Aber er ist auch davor und später noch gefahren. Dafür gibt auch noch wei­tere Zeugen“, behaup­tete der Zeuge. „Der fährt immer mit dem Auto. Das weiß doch jeder in Holzwickede.“ In seiner ersten Aus­sage bei der Polizei hatte der Bekannte noch erklärt, dass der 34-Jäh­rige ein dunkles, kleines Auto gefahren habe. Im Zeu­gen­stand heute, meinte er sich genauer zu erin­nern, dass es ein dunkler Golf gewesen sei, den der Ange­klagte gefahren habe.

Auch die dama­lige Freundin des Ange­klagten sagt heute als Zeugin aus. Merk­würdig: Sie behaup­tete, den Ange­klagten noch nie am Steuer eines Pkw gesehen zu haben. Auch ihren eigenen Wagen, einen schwarzen Golf, habe der Ange­klagte nie in ihrem Bei­sein gefahren. Auf Nach­frage von Richter Jörg Grans­euer erin­nerte sich die Zeugin zwar an den Termin beim Fami­li­en­ge­richt in Dort­mund. Doch habe nicht ihr dama­liger Freund sie dort abge­holt, wie dieser kurz zuvor aus­ge­sagt hatte, son­dern seine Mutter. Wie sie sich diesen Wider­spruch erkläre, wollte der Richter wissen: „Keine Ahnung.“

Zu einem Urteils­spruch kam Richter Jörg Grans­euer heute noch nicht. Er ver­tagte die Ver­hand­lung auf einen noch zu bestim­menden Termin, weil zwei wei­tere Zeugen gehört werden sollen. Weil die beiden bereits heute zu der Ver­hand­lung vor­ge­laden, aber unent­schul­digt nicht erschienen waren, setzte der Richter ein Ord­nungs­geld in Höhe von jeweils 150 Euro ersatz­weise Ord­nungs­haft gegen sie fest. Außerdem müssen die beiden die durch ihr Fern­bleiben heute ent­stan­denen Kosten tragen.

Fahren ohne Führerschein


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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