Bürgermeisterin Ulrike Drossel und Fachbereichsleiter Matthias Aufermann präsentieren ein Plakat mit Weihnachtsgrüßen, das überall im Gemeindegebiet zu sehen sein wird. Neben den Grüßen zum Fest wendet sich die Bürgermeisterin darauf mit der dringenden Bitte an die Bürger von Holzwickede, sich an die Corona-Schutzvorschriften zu halten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Dringender Appell der Bürgermeisterin: Auch private Kontakte massiv einschränken

Bürgermeisterin Ulrike Drossel und Fachbereichsleiter Matthias Aufermann präsentieren ein Plakat mit Weihnachtsgrüßen, das überall im Gemeindegebiet zu sehen sein wird.  Neben den Grüßen zum Fest wendet sich die Bürgermeisterin darauf mit der dringenden Bitte an die Bürger von Holzwickede, sich an die Corona-Schutzvorschriften zu halten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Bürgermeisterin Ulrike Drossel und Fachbereichsleiter Matthias Aufermann präsentieren ein Plakat mit Weihnachtsgrüßen, das bald überall im Gemeindegebiet zu sehen sein wird. Neben den Grüßen zum Fest wendet sich die Bürgermeisterin darauf mit der dringenden Bitte an die Holzwickeder Bürger, sich an die Corona-Schutzvorschriften zu halten und auch private Kontakte massiv einzuschränken. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Mit einer 7-Tages-Inzidenz von knapp über 300, aktuell 98 Corona-Fällen und 5 Einwohnern, die mit einer Covid-19-Infektion verstorben sind, ist Corona längst auch in Holzwickede angekommen. So erschreckend diese Zahlen für eine kleine Gemeinde sind – Anlass für örtlich andere Einschränkungen als allgemein schon gelten, sind diese Zahlen noch nicht, wie Bürgermeisterin Ulrike erklärt. „Wir halten uns in Holzwickede an die kreisweit geltende Verordnung.“

Einige neue Regelung gibt es aber dennoch. „Unser Standesamt muss sich neu aufstellen. Es ist jetzt nur noch ein kleinerer Personenkreis von maximal sechs Personen bei einer Trauung zulässig. Das ist natürlich ein starke Einschränkung für die Brautpaare und ihre Angehörigen“, weiß Ulrike Drossel. „Aber sie dient dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger und auch der Kolleginnen und Kollegen.“

Bei Trauungen nur noch maximal sechs Personen

„Die dauernden Änderungen sind auch für uns in der Verwaltung eine große Herausforderung“, bestätigt Holzwickedes Bürgermeister. „Eine noch größere sind sie für die Menschen im Alltag. Wir spüren schon, dass die Bereitschaft der Menschen, sich an die Regeln zu halten, nicht mehr so groß ist wie noch im Frühjahr beim ersten Lockdown“, so Ulrike Drossel. „Leider führt es dazu, dass sich das Virus immer stärker verbreitet.“ 

„Ich bin sicher, dass es für jeden eine echte Überraschung ist, wenn er aufgrund von privaten Kontakten plötzlich in Quarantäne müssen“, meint Holzwickedes Bürgermeisterin. Ulrike Drossel mahnt aber alle Bürger eindringlich: „Es ist ganz wichtig, dass Sie auch die privaten Kontakte innerhalb der eigenen Familie und des engsten Freundeskreises massiv einschränken, um sich selbst und andere zu schützen.“

„Die dauernden Änderungen sind auch für uns in der Verwaltung eine große Herausforderung.“

Ulrike Drossel (Bürgermeisterin)

Die Gemeinde Holzwickede sei noch immer kein Hotspot, räumt Ulrike Drossel ein. „Nach wie vor sind es Einzelfälle, die übers ganze Gemeindegebiet verteilt sind.“ Trotzdem wird das Ordnungsamt gemeinsam mit der Polizei ab sofort verstärkt im Einsatz sein und kontrollieren: Im Emscherpark, auch an den Bushaltestellen und allen anderen Orten, wo es mutmaßlich zu Verstößen gegen die Corona-Auflagen kommen könnte.

Darüber, welche Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erforderlich sind, stehen die Verantwortlichen in Kommune und Kreis in einem regelmäßigem Austausch. „Unser eigener Stab trifft sich regelmäßig einem wöchentlich zu einem festen Termin, um über das weitere Vorgehen zu beraten“, sagt Ulrike Drossel. „Zusätzlich müssen wir uns natürlich abstimmen, wie wir in Holzwickede von der Corona-Schutzverordnung betroffen sind.“

Auf Kreisebene finden diese Abstimmungsgespräche ebenfalls statt. Hinzu kommen die regelmäßigen Bürgermeisterkonferenzen, der Kreis steht in Kontakt mit der Bezirksregierung, die wiederum stimmt sich mit Düsseldorf ab.

Abstimmungs- und Informationsbedarf

Trotzdem werden auch die Verantwortlichen hier vor Ort immer wieder mal von Maßnahmen überrascht. Jüngstes Beispiel ist die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gestern (3.12.), wonach sich Lehrkräfte in Schulen und Erzieherinnen in Kitas nach einer entsprechenden Schulung selbst mit Schnelltests auf Corona testen dürfen. Für Matthias Aufermann, Fachbereichsleiter für Schule, Sport und Kultur, bedeutet diese Ankündigung des Bundes-Gesundheitsministers zunächst vor allem eines: Improvisation und Informationsbedarf.

Denn Ausführungsvorschriften für die neue Schnelltest-Regelung gibt es natürlich noch nicht. Hinzu kommt: Die Gemeinde ist als Schulträger für die vier Grundschulen sowie die Hauptschule und das Gymnasium im Schulzentrum zuständig. Dort muss die Schulverwaltung nun zunächst den Bedarf und die Voraussetzungen klären. Für die Kitas sind dagegen die verschiedenen Träger und das Kreis-Jugendamt zuständig.

An den unterschiedlichen Zuständigkeit scheitert Kommunikation häufig: So bekommen der Schulträger bzw. die -verwaltung auch keine Rückmeldung über Infektionsfälle in den Schulen am Ort vom Gesundheitsamt. „Schön wär’s ja, wenn ich diese Information bekäme“, lächelt Aufermann gequält.

Die Information über Neuinfektionen an Schulen und Kitas in Holzwickede kommt zwar vom Gesundheitsamt über den Kreis an das Ordnungsamt der Gemeinde. „Von dort kann ich natürlich auch die Informationen abfragen, aber so erfahre ich auch nur, welche Einrichtung betroffen ist, nicht aber ob ein Lehrer oder Schüler infiziert ist.“ Letztlich muss der Fachbereichsleiter in den jeweiligen Einrichtungen telefonisch diese Daten abfragen.

Appell, Corona


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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