33-Jähriger finanziert mit Diebstählen seinen Kokainkonsum

Mit seinem Betreuer und einem Anwalt erschien ein 33-jäh­riger Dort­munder gestern vor dem Amts­ge­richt Unna, wo er sich wegen gewerbs­mä­ßigen Dieb­stahls und des Ver­stoßes gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz zu ver­ant­worten hatte.

Am 7. März vorigen Jahres soll der 33-Jäh­rige in Holzwickede nach­mit­tags gegen 15.20 Uhr aus einem Keller des Hauses Haupt­straße 28 einen Makita Bohr­hammer, einen Trenn­schleifer und Zubehör im Gesamt­wert von 2 000 Euro gestohlen haben. Ein beson­ders schwerer Fall von Dieb­stahl, so die Ankla­ge­ver­tre­terin, doch längst nicht das ein­zige Ver­gehen des Ange­klagten: Noch acht wei­tere Dieb­stähle soll der Ange­klagte in der Zeit von Januar bis Oktober vorigen Jahres in Dort­mund begangen haben sowie in einem Fall 0,2 Gramm Kokain auf der Mün­ster­straße in Dort­mund erworben haben.

Zumeist han­delt es sich um Dieb­stähle aus Dro­ge­rie­märkten, wo der Ange­klagte bei sich bie­tender Gele­gen­heit Baby­win­deln, Feucht­tücher oder Shampoo ent­wen­dete. Außerdem stahl er ein 1 500 Euro teures Fahrrad, ein anderes Mal einen Fahr­rad­sattel im Wert von 20 Euro oder Alt­me­tall. In einem wei­teren Fall nahm der Ange­klagte einen Tisch vor einer Bäckerei mit, den die Ver­käu­ferin zum Fei­er­abend ver­gessen hatte anzu­ketten.

Gutachten soll Zurechnungsfähigkeit klären

Alle Straf­taten räumte der Ange­klagte ein, auch wenn er sich teil­weise nur schwer erin­nern konnte.

Mit dem Erlös aus seiner Beute finan­zierte der 33-Jäh­rige seine Dro­gen­sucht. Seit 15 Jahren schon, so sagte er heute aus, sei er dro­gen­süchtig und kon­su­miere täg­lich Kokain. Wobei er den Koks raucht und nicht schnupft oder spritzt. Schon seit län­gerer Zeit hat der 33-Jäh­rige, der noch bei seinen Eltern wohnt, einen Betreuer. Diesen braucht er, um seine all­täg­li­chen Ange­le­gen­heiten regeln zu können.

Da seine psy­chi­schen Pro­bleme und auch die Dro­gen­ab­hän­gig­keit nach Akten­lage und auch Augen­schein kaum zu über­sehen sind, ver­an­lasste Richter Jörg Hücht­mann eine gut­ach­ter­liche Unter­su­chung. Sie soll klären, inwie­weit der 33-Jäh­rige über­haupt zurech­nungs­fähig und ver­ant­wort­lich zu machen ist für seine Taten. Wenn das Gut­achten vor­liegt, soll dann ein neuer Ver­hand­lungs­termin ange­setzt werden.

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