Zusammenarbeit in der Pflege im Interesse der Patienten

Barbara Steffens, Landesministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (7.v.r.) zusammen mit Organisatoren und Referenten der Fachtagung „Wege der Zusammenarbeit von Krankenhäusern, Pflegebetrieben und Ärztinnen/Ärzten“. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)
Bar­bara Stef­fens, Lan­des­mi­ni­sterin für Gesund­heit, Eman­zi­pa­tion, Pflege und Alter (7.v.r.) zusammen mit Orga­ni­sa­toren und Refe­renten der Fach­ta­gung „Wege der Zusam­men­ar­beit von Kran­ken­häu­sern, Pfle­ge­be­trieben und Ärztinnen/​Ärzten“. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

(PK) Wenn Kran­ken­häuser, Pfle­ge­be­triebe und Ärzte gut ver­netzt sind, ist der Wechsel eines Pati­enten von der einen in eine andere Ein­rich­tung kein Pro­blem. Die Wege der Zusam­men­ar­beit der drei Insti­tu­tionen war des­halb jetzt Thema einer internen Fach­ta­gung, zu der der Kreis Unna am ver­gan­genen Freitag (11.12.) ein­ge­laden hatte.

Landrat Michael Makiolla begrüßte rund 100 Tagungs-Teil­nehmer im Spie­gel­saal des Hauses Opher­dicke, dar­unter zahl­reiche Ein­rich­tungs­leiter, Fach­leute aus Pfle­ge­be­trieben und Mul­ti­pli­ka­toren sowie Ver­treter aus Politik und Ver­wal­tung. Hoch­ka­rä­tige Refe­renten prä­sen­tierten anschlie­ßend unter anderem erste Ergeb­nisse des Modell­pro­jekts Ent­wick­lung eines bio­gra­fie­ori­en­tierten und kul­tur­sen­si­blen Über­lei­tungs­ma­nage­ments. „Dieses Vor­haben im Inter­esse der Pati­enten ist bun­des­weit ein­malig“, unter­strich Makiolla.

Alle Men­schen haben Bedürf­nisse und Vor­lieben, die Ergeb­nisse ihrer Lebens­ge­schichte und ihrer kul­tu­rellen Wur­zeln sind. Pfle­ge­kräfte in Senio­ren­heimen gehen auf diese Bedürf­nisse ein. Sie wissen, warum ein älterer Mensch nicht trinkt oder isst, wenn ein Getränk in der fal­schen Tasse gereicht wird oder ein gewohntes Würz­mittel fehlt. Sie ver­stehen, dass es beim Gewitter zur Panik kommen kann, weil Blitz und Donner an einen Bom­ben­an­griff erin­nern können. Muss ein älterer Mensch aber mal ins Kran­ken­haus, fehlen dort häufig diese Infor­ma­tionen, sodass es zu Miss­ver­ständ­nissen und Kon­flikten kommen kann.

Vorbildliche Altenarbeit und Initiative des Kreises Unna

Viel Lob für die Initia­tive und die vor­bild­liche Alten­ar­beit des Kreises Unna kam von der pro­mi­nen­te­sten Red­nerin der Fach­ta­gung, Lan­des­ge­sund­heits­mi­ni­sterin Bar­bara Stef­fens. Nach ihrem Gruß­wort nahm sie mit Hans-Michael Hau­stein (Leiter AWO-Pfle­ge­heim Unna, Spre­cher AG Pfle­ge­heime im Kreis Unna), Dr. Petra Dlu­gosch (LWL-Klinik Dort­mund, Spre­cherin AG Geron­to­psych­ia­trie), Dr. Dietmar Her­ber­hold (Stif­tungs­vor­stand Evan­ge­li­sches Kran­ken­haus Unna, Ger­ia­trie­ver­bund Kreis Unna), Dr. Thomas Huth (Geschäfts­führer „Mein Gesund­heits­netz Unna GmbH“, Haus­ärzt­li­cher Not­dienst für Pfle­ge­heim­be­wohner) und Chri­stiane Wei­ling (Pro­jekt­ver­ant­wort­liche der gaus gmbh medien bil­dung poli­tik­be­ra­tung) an einer Podi­ums­dis­kus­sion teil.

Rund 100 Teilnehmer tauschten sich über die engere Vernetzung aller Einrichtungen in der Pflege aus. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)
Rund 100 Teil­nehmer tauschten sich über die engere Ver­net­zung aller Ein­rich­tungen in der Pflege aus. (Foto: B. Kalle – Kreis Unna)

Unter Mode­ra­tion von Diplom-Psy­cho­login Claudia Bessin waren sich die Betei­ligten einig, dass es vor allem darauf ankommt, dass Lei­tungs­kräfte ihre Mit­ar­beiter von der Bedeu­tung gelin­gender Über­gänge über­zeugen. „Der Erfolg steht und fällt mit den Mit­ar­bei­tern, die die ent­spre­chenden Bögen aus­füllen und damit auch den Zeit­auf­wand haben“, betont Chri­stiane Wei­ling.

Einige Folgen von Lebens­er­eig­nissen werden erst im Alter spürbar. Lange ver­drängt, kommen plötz­lich see­li­sche Aus­wir­kungen des Zweiten Welt­kriegs zum Vor­schein. Dass es gerade dann wichtig ist, dass Über­gänge gelingen, erläu­terte Prof. Dr. Hartmut Rade­bold, der Begründer der deut­schen Psy­cho­the­rapie für ältere Men­schen. Rade­bold regte an, sich im Vor­feld der Über­lei­tung auch mit Fragen nach Kriegs­er­leb­nissen, trau­ma­ti­schen Erleb­nissen und Hun­gerer­fah­rungen zu beschäf­tigen.

Gemeinsam mit Fach­leuten aus der Pflege werden diese und wei­tere Anre­gungen aus dem Kreis der Teil­nehmer auf­ge­nommen. „Die Ergeb­nisse der Fach­ta­gung fließen in die Wei­ter­ent­wick­lung des Fra­ge­bo­gens ein, der damit noch besser genutzt werden kann“, erklärt Hans Zakel, Sozi­al­planer des Kreises Unna, das wei­tere Vor­gehen.

Wei­tere Infor­ma­tionen finden sich auf der Inter­net­seite www.kreis-unna.de, Such­be­griff: Über­lei­tungs­ma­nage­ment und unter www.biografiebewusst.de.

Altenpflege

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