Wertstoffhöfe geschlossen: Immer mehr Müll wird einfach in die Landschaft gekippt

Seit Schlie­ßung der GWA-Wert­stoff­höfe kippen immer mehr Bürger ihren Müll ein­fach in die Land­schaft: Dieses Foto einer wilden Müll­kippe wurde gestern an einem Wirt­schaftsweg in Rausingen aufgenommen.(Foto: privat)

Anders als etwa die EDG in der Nach­bar­stadt Dort­mund hat die Gesell­schaft für Wert­stoff- und Abfall­wirt­schaft (GWA) des Kreises Unna alle ihre Wert­stoff­höfe im Kreis Unna kom­plett geschlossen. Auch die Schad­stoff­an­nahme in Schwerte ist geschlossen. Geöffnet sind seit Dienstag voriger Woche (17.3.) nur noch die grö­ßeren Annah­me­stellen in Lünen, Kamen, Bönen und Frön­den­berg – aller­dings nicht für Anlie­fe­rungen aus Pri­vat­haus­halten. Auch in Holzwickede können Pri­vat­haus­halte den GWA-Wert­stoffhof an der Fried­rich-Ebert-Straße nicht mehr nutzen. Seit der Schlie­ßung des Wert­stoff­hofes ent­sorgen immer mehr Bürger ihre Abfälle illegal in der Land­schaft.

Auch vor der Corona-Krise und Schlie­ßung des Wert­stoff­hofes gab es bereits einige “Hot­spots“, wo Umwelt­ferkel gerne ihren Dreck illegal ent­sorgten. „Wir haben aber fest­ge­stellt, dass diese wilden Müll­kippen seit der Schlie­ßung des Wert­stoff­hofes deut­lich mehr geworden sind“, bestä­tigt Bernd Hellweg, Leiter des Bau­be­triebs­hofes der Gemeinde. Abge­sehen von den Umwelt­schäden ent­steht auch ein finan­zi­eller Schaden, für den alle Haus­halt in Holzwickede auf­kommen müssen, Denn die Kosten für die Ent­sor­gung des ille­galen Abfalls werden über den all­ge­meinen Gebüh­ren­haus­halt (Rest­müll) auf alle Haus­halt umge­legt.

Darum schauen wir jedes Mal nach, ob sich etwas finden lässt, was auf den Ver­ur­sach­erdeutet“, bestä­tigt Hellweg. Gelingt das, droht dem Ver­ur­sa­cher ein saf­tiges Buß­geld. Leider kommen die Müll­ferkel aber noch allzu oft uner­kannt davon.

Wir können schon ver­stärkt beob­achten, dass in jüng­ster Zeit ganze Anhänger mit Abfällen ein­fach irgendwo in die Land­schaft gekippt werden“, meint der Leiter des Bau­be­triebs­hofes. „Es mag ja ärger­lich sein, wenn man mit einem Anhänger voller Abfall vor ver­schlos­sener Tür am Wert­stoffhof steht“, meint Hellweg. „Aber dann den Müll ein­fach irgendwo abkippen, geht wirk­lich gar nicht.“

Müll


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (3)

  • Kleiner Tipp am Rande: dann macht doch ein­fach den Laden wieder auf. Warum können andere Kreise die Ent­sor­gungs­be­triebe geöffnet halten?
    Das soll kei­nes­falls heißen, dass ich es okay finde, den Kram ein­fach in die Umwelt zu kippen. Das ist auf einer Stufe mit Ham­ster­käufen: aso­zial und unso­li­da­risch.

  • Bei uns im Norden sind die ersten öffent­li­chen Müll­plätze für Grün­schnitt und Sperr­müll eröffnet…Rasenschnitt, Bar­hocker alles dabei.
    Ein echtes Ärgernis, dass andere Gemeinden und Städte es schaffen einen wenn auch ein­ge­schränkten Betrieb am Wert­stoffhof zu gewährleisten.…aber in Holzwickede geht mal wieder nichts…

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