Verkehrsgutachten soll Klarheit schaffen

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Das Ver­kehrs­gut­ach­ten soll auch über den Quell- und Ziel­ver­kehr sowie Pend­ler­strö­me in der Emscher­ge­mein­de aktu­el­le Erkennt­nis­se lie­fern: Fei­er­abend­ver­kehr auf der Nord­stra­ße. (Foto: Peter Grä­ber)

Nach dem Bür­ger­ent­scheid wol­len die Ver­ant­wort­li­chen im Rat­haus nun ein umfas­sen­des Ver­kehrs­gut­ach­ten für die Gemein­de Holzwicke­de in Auf­trag geben. Schon im näch­sten Ver­kehrs­aus­schuss (22. Okto­ber) soll es auf die Tages­ord­nung rücken. Die Ver­wal­tung möch­te ver­bind­li­che Kri­te­ri­en für die Gut­ach­ter dis­ku­tie­ren und beschlie­ßen las­sen. In Auf­trag gege­ben wer­den soll kein spe­zi­el­les Ver­kehrs­gut­ach­ten zur Wohn­be­bau­ung auf dem Gelän­de der Emscher­ka­ser­ne, son­dern ein umfas­sen­des Ver­kehrs­gut­ach­ten zur all­ge­mei­nen Situa­ti­on, bestä­tigt Micha­el Klim­ziak. Ins­be­son­de­re mit Blick auf eine mög­li­che Bebau­ung der Kaser­ne sei das  Ver­kehrs­gut­ach­ten aber „selbst­ver­ständ­lich ergeb­nis­of­fen“, ver­si­chert der SPD-Frak­ti­ons­chef. „Wir müss­ten ja bor­niert sein, wenn wir neue Erkennt­nis­se, die durch das Gut­ach­ten gewon­nen wer­den, igno­rie­ren.“

Wir müss­ten ja bor­niert sein, wenn wir neue Erkennt­nis­se, die durch das Gut­ach­ten gewon­nen wer­den, igno­rie­ren.“

Micha­el Klim­ziak, SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der

Schon vor dem Bür­ger­ent­scheid ist allen Frak­tio­nen im Ver­kehrs­aus­schuss klar gewor­den, dass die Gemein­de eigent­lich ein ganz neu­es Ver­kehrs­kon­zept braucht. „Das ist im Grun­de durch die erneu­te Dis­kus­si­on um die Ost­um­ge­hung deut­lich gewor­den“, bestä­tigt Klim­ziak. Wie ent­wickelt sich der Ver­kehr in der Emscher­ge­mein­de mit und ohne die Ost­um­ge­hung? Wie wird sich eine Bebau­ung des Kaser­nen­ge­län­des auf die Ver­kehrs­strö­me aus­wir­ken? Das sind die Kern­fra­gen und Haupt­kri­te­ri­en, zu denen das Gut­ach­ten aktu­el­le Daten lie­fern soll. Dane­ben erhof­fen sich die Ent­schei­dungs­trä­ger der Gemein­de aber noch wei­te­re Erkennt­nis­se von dem Gut­ach­ten,  etwa wie genau der Quell- und Ziel­ver­kehr gear­tet ist oder die Pend­ler­strö­me in der Emscher­ge­mein­de  ver­lau­fen.

Michael Klimziak, SPD-Fraktionsvorsitzender (Foto: SPD Holzwickede)

Micha­el Klim­ziak, SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der (Foto: SPD Holzwicke­de)

Der SPD-Chef räumt ein: Nach dem Bür­ger­ent­scheid ste­hen natür­lich die ver­kehrs­tech­ni­schen Fol­gen  einer mög­li­chen Wohn­be­bau­ung auf dem Gelän­de der Emscher­ka­ser­ne im Fokus des Inter­es­ses. Die SPD neh­me die Befürch­tun­gen der Bebau­ungs­geg­ner „sehr ernst“, ver­si­chert Micha­el Klim­ziak. „Wir sehen ja auch, dass gut 90 Pro­zent aller Geg­ner der Bebau­ung mit der Ver­kehrs­pro­ble­ma­tik argu­men­tie­ren. Das kann ich sogar nach­voll­zie­hen und wir müs­sen uns damit ernst­haft aus­ein­an­der­set­zen“, räumt Klim­ziak ein. Im Gegen­satz dazu sei das Argu­ment, die ‚Natur auf der Flä­che erhal­ten‘ zu wol­len,  „ein­fach Quatsch“. „Die Flä­che ist doch längst ver­sie­gelt.“

Ver­kehr kann in drei Rich­tun­gen abflie­ßen

Das häu­fig ange­führ­te Argu­ment, die RWE-Flä­che west­lich der Haupt­stra­ße („Franz-Josef-Dra­big-Land“) habe man in der Ver­gan­gen­heit ja auch nie bebau­en wol­len, solan­ge die  Ver­kehrs­pro­ble­ma­tik durch die Ost­um­ge­hung nicht gelöst sei, will der SPD-Chef aller­dings nicht gel­ten las­sen. „Die RWE-Flä­che west­lich der Haupt­stra­ße hat ja viel grö­ße­re Dimen­sio­nen als das Kaser­nen­ge­län­de. Außer­dem müss­te die kom­plet­te Erschlie­ßung dort über die Haupt­stra­ße erfol­gen.“ Da sei die Erschlie­ßung der Kaser­nen­flä­che doch deut­lich bes­ser mög­lich. „Auch wenn man über die Schä­fer­kamp­stra­ße als Ent­la­stungs­mög­lich­keit nur  lächelt“, so Klim­ziak wei­ter, „könn­te der Ver­kehr von der Kaser­nen­flä­che doch  immer­hin in drei Rich­tun­gen abflie­ßen.“

Die SPD-Chef geht davon aus, dass das Ver­kehrs­gut­ach­ten auch die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung  der Gemein­de Holzwicke­de wider­spie­geln wer­de. Klim­ziak macht dazu fol­gen­de Rech­nung auf: Im Jahr 2003 habe die Gemein­de Holzwicke­de rd. 17 700 Ein­woh­ner gehabt, plus 300 bis 400 Sol­da­ten in der Emscher­ka­ser­ne.  Ende 2013 habe Holzwicke­de nur noch knapp 17 100 Ein­woh­ner gezählt. „Das sind aktu­ell 900 bis 1 000 Ein­woh­ner weni­ger,  mit ent­spre­chend gerin­ge­rem Stra­ßen­ver­kehr.“

Noch vie­le Unbe­kann­te

Nach Ansicht des SPD-Chefs kommt das Ver­kehrs­gut­ach­ten für die wei­te­ren Pla­nun­gen auf dem Kaser­nen­ge­län­de auch nicht zu spät. „Es ist ja noch nichts pas­siert. Und es wird dort auch so schnell noch nichts pas­sie­ren.“ Selbst wenn das Ver­kehrs­gut­ach­ten vor­liegt, sei noch nicht mit einer schnel­len Bebau­ung der Kaser­ne zu rech­nen. „Da gibt es noch vie­le Unbe­kann­te“, fin­det Micha­el Klim­ziak. „Nur irgend­wann müs­sen wir auch mal anfan­gen und eine Rich­tung vor­ge­ben.“

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Die nur ein­spu­rig befahr­ba­re Bahn­un­ter­füh­rung ist das „Nadel­öhr“ auf der Schä­fer­kamp­stra­ße. Nach einer Bebau­ung der Emscher­ka­ser­ne (im Bild­hin­ter­grund) wäre sie des­halb für die Ver­kehrs­er­schlie­ßung nur bedingt geeig­net. (Foto: Peter Grä­ber)

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Dipl.-Journalist

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