Verfahren wegen Nötigung eingestellt: Vermeintlicher Drängler muss 500 Euro zahlen

Ver­kehrs­rowdy oder nicht? Das war heute (6.1.) die Frage vor dem Amts­ge­richt in Unna. Wegen Nöti­gung hatte sich dort ein 23-jäh­riger Kamener zu ver­ant­worten. Der 23-Jäh­rige war am 16. August vorigen Jahres in Dort­mund-Apler­beck auf die B1 in Rich­tung Unnaer Kreuz auf­ge­fahren. Anschlie­ßend soll er direkt auf die linke Fahr­spur gewech­selt sein und dort mit der Licht­hupe ein vor ihm fah­rendes Ehe­paar in ihrem Auto bedrängt haben. Als es ihm schließ­lich in Höhe Holzwickede gelang, ihren Pkw zu über­holen, soll er sich vor ihr Auto gesetzt und sie aus­ge­bremst haben, so die Anklage.

Dass er nach dem Auf­fahren auf die B 1 sofort in die linke Spur gewech­selt ist, um zu über­holen, bestritt der Ange­klagte in der Ver­hand­lung gar nicht. Aller­dings habe er zunächst gar nicht über­holen können, weil der Pkw vor ihm eben­falls nach links wech­selte, obwohl dieser erheb­lich lang­samer fuhr. Schließ­lich habe er dann doch noch über­holen können und sich vor den Pkw mit den Ehe­leuten gesetzt, wobei ihm der Mann im Auto den Mit­tel­finger gezeigt habe. Zwar habe er sich vor die Ehe­leute gesetzt, diese aber auf keinen Fall aus­ge­bremst, so der Ange­klagte.

Ehefrau will keinen Stinkefinger gesehen haben

Die 27-jäh­rige Ehe­frau wollte im Zeu­gen­stand aller­dings keinen Stin­ke­finger ihres Mannes gesehen haben. Der Ange­klagte habe sich dagegen wie ein Ver­kehrs­rowdy benommen: Gleich nach dem Auf­fahren habe er sie mit der Licht­hupe bedängt und nach dem Über­holen zu einer derart starken Brem­sung gezwungen, dass die Sachen in ihrem Auto umher­ge­flogen seien.

Auch der 23-jäh­rige hatte noch eine Mit­fah­rerin: Seine dama­lige Freundin, von der er sich mitt­ler­weile aller­dings getrennt hat. Wohl auch aus diesem Grunde hielt Richter Jörg Grans­euer es nicht für sinn­voll, sie als zusätz­liche Zeugin zu befragen. Denn nachdem sich der Ange­klagte bis zu diesem Vor­fall als unta­de­liger Ver­kehrs­teil­nehmer erwiesen hat und Aus­sage gegen Aus­sage steht, ging das Gericht von einer nur gering­fü­gigen Schuld des Ange­klagten aus und stellte das Ver­fahren gegen Zah­lung einer Geld­buße in Höhe von 500 Euro an den Kin­der­schutz­bund ein.

Drängler, Nötigung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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