Ulrich Neujahr auf Haus Opherdicke: „Die Faszination des Südens“

Fischerboote
In der Aus­stel­lung „Fas­zi­na­tion des Südens“ auf Haus Opher­dicke zu sehen: Fischer­boote auf dem Isthmus (Sant´Angelo), 1933, Aqua­rell, Ulrich Neu­jahr. (Foto: Kreis Unna)

(PK) Ein­zel­ar­beiten des Ber­liner Malers, Zeich­ners und Gra­fi­kers Ulrich Neu­jahr (1898−1977) waren bereits in den beiden Aus­stel­lungs­häu­sern des Kreises Unna zu sehen. Unter dem Titel „Die Fas­zi­na­tion des Südens“ wird nun bis zum 3. April eine Aus­wahl von über 90 Werken Ulrich Neu­jahrs auf Haus Opher­dicke gezeigt.

Bilder wie das Por­trät von Tat­jana Magid-Rie­ster (1928), das sich im Fundus der Samm­lung Bra­bant befindet, kennen Aus­stel­lungs­be­su­cher von Schloss Cap­pen­berg und Haus Opher­dicke bereits – nun gibt es noch viel mehr fürs Auge.

Die lebens­be­ja­henden Werke von Ulrich Neu­jahr bringen nicht nur Licht und Wärme in die Gale­rie­räume von Haus Opher­dicke, son­dern auch in die Seele der Besu­cher“, so Thomas Heng­sten­berg, der Aus­stel­lungs­ma­cher des Kreises.

Ulrich Neu­jahr wählte 1919 zunächst ein Stu­dium der Archi­tektur an der Tech­ni­schen Uni­ver­sität in Berlin, das er mit dem Vor­di­plom abschloss. Par­allel dazu nahm er von 1920 bis 1924 ein Stu­dium der Freien Malerei und Ange­wandten Kunst an den Ver­ei­nigten Staats­schulen auf sowie eine Aus­bil­dung als Kunst­er­zieher an der neu gegrün­deten Staat­li­chen Kunst­schule für gym­na­siale Leh­rer­bil­dung.

Insel Ischia war die zweite Heimat des Künstlers

Selbstbildnis
Selbst­bildnis in Posi­tano, 1933, Holz­schnitt, Ulrich Neu­jahr. (Foto: Kreis Unna)

Schon früh erregten die Arbeiten Ulrich Neu­jahrs öffent­liche Auf­merk­sam­keit. So war der Künstler mit drei Werken an der „Jury­freien Aus­stel­lung“ des Jahres 1924 betei­ligt und konnte sich im „Inter­na­tio­nalen Club Berlin“ prä­sen­tieren. Der Beruf als Kunst­er­zieher in Berlin ermög­lichte Neu­jahr die Finan­zie­rung zahl­rei­cher Reisen, die ihn u. a. an die Mit­tel­meer­küste Frank­reichs und Ita­liens führten. Auf Ischia fand der Künstler schließ­lich seine zweite Heimat.

Mehr als 40 Jahre lang bereiste er die vor Neapel auf­ra­gende Insel und rich­tete sich in dem Fischer­dorf Sant‘Angelo ein eigenes Ate­lier mit Blick aufs Meer ein. Es ent­stand eine Viel­falt von Bil­dern, die in medi­ter­ranen Sujets die Fas­zi­na­tion Neu­jahrs von dem Licht, der Wärme und den Farben des Südens spie­geln.

Die Motiv­welt des Künst­lers reicht hierbei von der idyl­li­schen Natur über die Stadt­land­schaft bis zu den ein­fa­chen Men­schen vor Ort, ins­be­son­dere den Fischern in ihren Booten oder den Maul­tier­trei­bern. Nach Neu­jahrs Pen­sio­nie­rung im Jahr 1963 ver­schob sich sein Lebens­mit­tel­punkt immer stärker auf „seine Insel Ischia“, wo in Neu­jahrs Todes­jahr 1977 sein letztes Bild ent­stand.

Sti­li­stisch domi­nieren im Schaffen des Künst­lers die Werke der Neuen Sach­lich­keit, wobei sich in den spä­teren Arbeiten eine immer stärker wer­dende Abstrak­tion und Expe­ri­men­tier­freude Ulrich Neu­jahrs zeigt. Ein­fühl­same Por­träts, mit cha­rak­te­ri­sti­schen Ele­menten von Stadt­land­schaften im Hin­ter­grund, runden die Prä­sen­ta­tion ab.

Neben umfang­rei­chen Leih­gaben von Cecilia Neu­jahr-Schoe­mann, der Tochter des Künst­lers, sind auch Expo­nate aus der Samm­lung Frank Bra­bant in der Aus­stel­lung zu sehen.

Haus Opherdicke

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