Trotz Fahrerflucht: 61-Jähriger Brummifahrer darf Führerschein behalten

Für den 61-jäh­rige Kraft­fahrer Wolfang B. aus Erkelenz ging es gestern um seine beruf­liche Exi­stenz vor dem Amts­ge­richt in Unna: Am 30. Oktober 2013 hatte der Berufs­kraft­fahrer mit seinem Lkw auf dem Gelände der West­falen-Tank­stelle an der A 44 in Holzwickede beim Zurück­setzen seines Fahr­zeugs einen anderen Lkw beschä­digt. Trotz eines erheb­li­chen Scha­dens an dem fremden Lkw hatte der 61-Jäh­rige den Unfallort ver­lassen, ohne sich um den Schaden zu küm­mern. Der von ihm ver­ur­sachte Schaden betrug genau 7.367,03 Euro.

Der Ver­lust des Füh­rer­scheins würde zur Kün­di­gung durch meinen Arbeit­geber führen“

Wolf­gang B., Berufs­kraft­fahrer vor dem Amts­ge­richt

Zeugen hatten den Vor­fall bemerkt – und so bekam Wolf­gang B. ein paar Wochen später den Straf­be­fehl wegen seiner Unfall­flucht: Neben den obli­ga­to­ri­schen 35 Euro Geld­buße sollte er 1.500 Euro Geld­strafe zahlen und seine Fahr­erlaubnis für neun Monate ver­lieren. Vor allem wegen dieser Sperr­frist legte B. Wider­spruch ein, der gestern vor dem Amts­ge­richt ver­han­delt wurde. Über seinen Anwalt ließ der Brum­mi­fahrer erklären, dass er den Unfall damals gar nicht bemerkt habe. Am eigenen Lkw sei auch nur ein sehr geringer Schaden ent­standen. Die Unfall­spuren passten aber wohl zusammen, wie später fest­ge­stellt wurde. Im Abstand von nun­mehr über einem Jahr räumte B. nun ein, dass er den Unfall wohl ver­ur­sacht habe. Ihm kam ging es vor allem darum, seine Fahr­erlaubnis behalten zu dürfen, wie sein Anwalt sagte: „Der Ver­lust des Füh­rer­scheins würde zur Kün­di­gung durch meinen Arbeit­geber führen“, ver­si­cherte der 61-Jäh­rige.

Bis auf den Unfall hat sich der 61-jäh­rige Berufs­kraft­fahrer auch keinen ein­zigen Ein­trag ins Stra­ßen­ver­kehrs­re­gi­ster gelei­stet. Trotzdem zeigte sich die Staats­an­wältin unbe­ein­druckt und plä­dierte wegen des relativ hohen Scha­dens dafür, die neun Monate Füh­rer­schein­entzug nicht zu erlassen.

Rich­terin Mal­cherek sah das zum Glück für den Ange­klagten anders: Die Geld­strafe muss B. zwar unver­än­dert zahlen, jedoch darf er seinen Füh­rer­schein behalten. Für den 61-Jäh­rigen spricht aus Sicht der Rich­terin vor allem, dass er vorher und auch in dem mehr als einem Jahr nach dem Unfall hin­läng­lich bewiesen habe, dass er durchaus ver­ant­wor­tungs­be­wusst am Stra­ßen­ver­kehr teil­nehmen könne.

Einen Rat­geber zum Thema Fahr­ver­bote finden Sie hier

Unfallflucht


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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