Der Flughafenbus (Foto) wird noch bis Ende März im Testlauf als Eco Port-Shuttle eingesetzt: Die Verantwortlichen ziehen eine positive Zwischenbilanz und bitten um Feedback. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Testbetrieb für Ecoport-Shuttle vor dem Aus: Busverbindung wenig angenommen

Der Flughafenbus (Foto) wird noch bis Ende März im Testlauf als Eco Port-Shuttle eingesetzt: Die Verantwortlichen ziehen eine positive Zwischenbilanz und bitten um Feedback. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Der Air­portS­huttle wird im Test­be­trieb für den Eco­Port kaum genutzt und steht vor dem Aus. Im Juni wurden gerade einmal 15 Fahr­gäste gezählt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Mit dem Eco Port-Shuttle läuft es nicht gut“, teilte Holzwickedes Bei­geord­neter, Bernd Kasischke, den Frak­tionen heute im Haupt‑, Finanz- und Per­so­nal­aus­schuss mit. „Wir haben ein­fach zu wenig Fahr­gäste. Wenn es bei den spär­li­chen Zahlen bleibt, ist der Shuttle in Gefahr.“ Und dabei habe die Gemeinde ebenso wie alle anderen Betei­ligten „unglaub­lich viel Arbeit“ in das Pro­jekt gesteckt – und natür­lich auch viel Geld, bedau­erte Kasischke.

Der Kreis Unna ist eigent­lich schon weiter gewesen“, so der Bei­geord­nete weiter. „Aber wir haben uns noch einmal dazwi­schen geworfen und um eine wei­tere Chance gebeten.“

Ein wei­teres Mal wird die Gemeinde nun bei den Unter­nehmen im Eco Port für die Nut­zung der offi­ziell Air­portS­huttle genannten Bus­ver­bin­dung werben. „Wir haben schließ­lich über 90 Tickets aus­ge­geben und wären froh, wenn die Emp­fänger auch tat­säch­lich immer damit fahren würden“, meint Kasischke. „Doch das tun sie nicht. Darum werden wir jetzt noch einmal ver­stärkt werben.“

Wir haben schließ­lich über 90 Tickets aus­ge­geben und wären froh, wenn die Emp­fänger auch tat­säch­lich damit fahren würden. Doch das tun sie nicht.

Bernd Kasischke, 1. Bei­geord­neter

Die Ansied­lung des Che­mi­schen Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amtes in einigen Jahren mit rd. 200 neuen Beschäf­tigten könnte den Bedarf ver­bes­sern. Doch so gerne wie die Gemeinde diese Bus­ver­bin­dung bis dahin auf­recht erhalten würde, stellt der Bei­geord­nete fest: „Wir sehen uns nicht in der Lage, noch auf einige Jahre hinaus jedes Jahr 60.000 Euro zuzu­schießen.“ Im aktu­ellen Test­be­trieb ist es nur die Hälfte dieser Summe, da sich der Kreis und die Gemeinde die Kosten von 50.000 bis 60.000 Euro für den Shut­tle­be­trieb teilen. 

Der Air­portS­huttle ver­kehrt zwi­schen dem Bahnhof Holzwickede und dem Dort­mund Air­port seit Oktober 2018 im Test­be­trieb auch Hal­te­stellen im Gewer­be­ge­biet Eco­Port an. Bis­lang ist die Nach­frage jedoch eher mau. Die Gemeinde und der Kreis sind beide an der umwelt­freund­li­chen Anbin­dung von Gewer­be­ge­bieten und Unter­nehmen inter­es­siert und geben noch nicht auf. So sollen die Fahr­gäste Anfang Sep­tember nochmal gezählt und wei­tere Erhe­bungen durch­ge­führt werden, ehe end­gültig ent­schieden wird, wo und wie es wei­ter­geht. Über dieses geplante Vor­gehen infor­mierte die Ver­wal­tung bereits auch schon den Kreistag am Dienstag dieser Woche.

Im 15-Minuten-Takt Richtung EcoPort und zurück

Die Ver­kehrs­füh­rung wurde sei­ner­zeit vom Kreis gemeinsam mit der Gemeinde Holzwickede, dem Dort­mund Air­port sowie DSW 21 und der kreis­ei­genen Ver­kehrs­ge­sell­schaft VKU fest­ge­legt und das Angebot im Früh­jahr 2019 z.B. durch die Ein­füh­rung eines 15 Minuten-Taktes (statt 20 Minuten-Takt) nochmal ver­bes­sert.

Sollte sich die Zahl der Bus­nutzer in den näch­sten Wochen nicht deut­lich erhöhen, würde das für die Mit­ar­beiter der Eco­Port-Unter­nehmen kosten­freie Angebot mit Umstel­lung auf den Win­ter­fahr­plan des Air­port-Shut­tles Ende Oktober ein­ge­stellt werden, so teilt der Kreis über seine Pres­se­stelle offi­ziell mit. 

Die Latte hängt hoch, denn im Mai wurden nur 19 Mit­fahrer am Tag, im Juni gerade einmal 15 gezählt. Min­de­stens fünf, besser zehn pro Fahrt sollten es aber sein, um aus einem Test­lauf ein regu­läres Angebot machen zu können.

Schwa­cher Trost: Auch wenn die Nach­frage gering bleibt, wird der Eco­Port nicht gänz­lich vom ÖPNV abge­schnitten. Der Air­portS­huttle würde nur wieder auf der alten Strecke, also über die Nord­straße, fahren. Das Gewer­be­ge­biet wäre dann über einen Fußweg zu errei­chen. Die Gemeinde bemüht sich zudem bei Straßen.NRW um Ein­rich­tung einer wei­teren Hal­te­stelle in Höhe McDo­nalds, was den Fußweg nochmal ver­kürzen würde. 

Für poten­ti­elle Nutzer ist der ÖPNV wahr­lich ein Geschenk. Die Gemeinde vergab die Tickets an Eco­Port-Mit­ar­beiter für sie kosten­frei und das soll auch so bleiben, wenn der Test­lauf beendet wird.

AirportShuttle, HFPA


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (2)

  • Es ist schon ein jäm­mer­li­ches Zeugnis, dass sich die ansäs­sigen Firmen im Eco-Port aus­stellen. Erst schreien sie nach einer Bus­ver­bin­dung zwi­schen Bahnhof und Eco-Port für ihre Mit­ar­beiter. Als dann darum ging, sich an den Kosten für einen Test­be­trieb zu betei­ligen, Fehl­an­zeige – typi­sche Unter­nehmer Dop­pel­moral. Die Gemeinde und die VKU tragen die Kosten – immerhin fast 100000€ für Holzwickede. Aus­ge­geben für Mit­ar­beiter für Unter­nehmen im Eco-Port. Die anfangs geplante Route durch die ganze Gemeinde wurde zugun­sten der Tak­tung zum Eco-Port und aus Kosten­gründen kom­plett zusam­men­ge­stri­chen. Und nun wird nicht einmal das bestehende Angebot genutzt, bei dem Holzwickeder Bürger nichtmal mit­fahren dürfen, son­dern nur exklusiv Eco-Port Mit­ar­beiter mit Son­der­ticket.
    Sie sollten sich was schämen.

    • Berich­ti­gung:
      Es sind keine fast 100.000€, son­dern fast 60.000€. Ich ent­schul­dige mich für die schlechte Recherche. Wobei die Schluss­rech­nung ja noch aus­steht.

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