Das ehemalige Gelände der Firma Künstler (Foto) ist inzwischen an einen privaten Investor verkauft. Über den Verkauf einer angrenzende weiteren Fläche in Gemeindebesitz ist noch nicht entschieden. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Strategie der Gemeinde im Umgang mit Flächen in Rausingen weiter offen

Das ehemalige Gelände der Firma Künstler (Foto) ist inzwischen an einen privaten Investor verkauft. Über den Verkauf einer angrenzende weiteren Fläche in Gemeindebesitz ist noch nicht entschieden.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Das ehe­ma­lige Gelände der Firma Künstler (Foto) ist inzwi­schen an einen pri­vaten Inve­stor ver­kauft. Über den Ver­kauf einer angren­zende wei­teren Fläche in Gemein­de­be­sitz ist noch nicht ent­schieden. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss der Gemeinde ging es in der Sit­zung am Diens­tag­abend (3.3.) darum, wie die Ver­wal­tung mit den letzten gemein­de­ei­genen Flä­chen in Rausingen umgehen will. Der Tages­ord­nungs­punkt „Stra­tegie im Umgang mit gemeind­li­chen Flä­chen“ war dabei nicht ohne poli­ti­sche Bri­sanz. Kon­kret geht es um eine 1,53 ha große gemein­de­ei­gene Fläche, die zwi­schen dem ehe­ma­ligen Künstler-Gelände und einer etwa gleich­großen Aus­gleichs­fläche liegt.

Obwohl die SPD schon im Herbst vorigen Jahres bean­tragt hatte, sich um den Erwerb des rd. 27 500 m2 große ehe­ma­lige Gelände der Fa. Künstler durch die Gemeinde zu bemühen, da es sich um eine der letzten raren Gewer­be­flä­chen Holzwickedes han­delt, ging die Gemeinde leer aus. Der Eigen­tümer ver­kaufte sein Grund­stück an einen pri­vaten Inve­stor.

Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss Anfang Februar hatte die Ver­wal­tung über­ra­schend infor­mell vor­ge­schlagen, die Hälfte der 1,53 ha großen gemein­de­ei­genen Fläche, die direkt an die ehe­ma­lige Künstler-Fläche angrenzt, eben­falls an den pri­vaten Inve­stor zu ver­kaufen, der ihr das Künstler-Gelände vor der Nase weg­ge­schnappt hatte. Die andere Hälfte, so der lokale Wirt­schafts­för­derer Stefan Thiel, könne dann als Aus­gleichs­fläche einer bereits bestehenden 1,56 ha großen Aus­gleichs­fläche zuge­schlagen werden.

Keine Entscheidung über Flächenverkauf

Diese Skizze zeigt die Fläche, um die es geht. Die 0,76 ha große Fläche ist von der Verwaltung für die gewerbliche Weiterentwicklung vorgesehen. (Skizze: Gemeinde Holzwickede)
Diese Skizze zeigt die Fläche, um die es geht. Die 0,76 ha große Fläche ist von der Ver­wal­tung für die gewerb­liche Wei­ter­ent­wick­lung vor­ge­sehen.

In dieser Sit­zung zeigte sich aller­dings auch, dass die Politik mit dieser Stra­tegie nicht ein­ver­standen ist. Tenor der Politik: Das gemein­de­ei­genen Grund­stück dürfe nicht ohne Not ver­kauft werden, da sich die Gemeinde sonst alle Hand­lungs­mög­lich­keiten für spä­tere Ver­kehrs­lö­sungen im Bereich Rausingen und Schä­fer­kamp­straße ver­bauen könnte. Stich­wort: West­tan­gente. Zudem sei noch völlig unklar, was der neue Eigen­tümer auf dem Künstler-Gelände plane.

Vor diesem Hin­ter­grund hatte die Ver­wal­tung ihre Vor­lage für den Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss geän­dert: Auf den zuvor noch ange­kün­digten Beschluss­vor­schlag wurde ver­zichtet, statt­dessen nahm der Aus­schuss die unver­än­derte Stra­tegie der Ver­wal­tung im Umgang mit den gemein­de­ei­genen Flä­chen in Rausingen ein­fach zur Kenntnis. Damit sind nach wie vor alle Optionen bis zu einer mög­li­chen Ände­rung des Bebau­ungs­planes Rausingen offen.

Kritik gab es im Aus­schuss den­noch an der Ver­wal­tung. Die war in ihrer Ver­wal­tungs­vor­lage auch auf eine mög­liche West­um­ge­hung ein­ge­gangen und hatte dazu die Tras­sen­füh­rung skiz­ziert. Dem Aus­schuss war die Dar­stel­lung indes zu „dilet­tan­tisch“, so Wil­fried Brink­mann (BBL). Ein Tras­sen­ver­lauf, der mitten durch ein Natur­schutz­ge­biet ver­läuft, „ist so über­haupt nicht denkbar und völlig unrea­li­stisch“, kri­ti­sierte Brink­mann weiter. Eine solche Skizze hätte man sich auch sparen können. Zumal das Thema West­um­ge­hung ja gar nicht auf der Tages­ord­nung stehe.

Politik will Klarheit vor einer Entscheidung

Der Bei­geord­nete der Gemeinde, Bernd Kasischke, ver­tei­digte die Ver­wal­tungs­vor­lage mit der Plan­skizze aller­dings: „Daran lassen sich alle Fragen und Aspekte auf­zeigen, die in diesem Zusam­men­hang zu klären sind.“ Darauf habe man hin­weisen wollen.

Frank Laus­mann (CDU) erklärte dar­aufhin: „Auch wenn die große Vari­ante der West­um­ge­hung aus­scheidet, sind immer noch kleine Ver­kehrs­lö­sungen mög­lich sind, die wir uns nicht ver­bauen wollen durch einen Ver­kauf von gemein­de­ei­genen Flä­chen“. Ähn­lich äußerten sich auch die übrigen Frak­tionen im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss.

Auf Nach­frage von Frank Laus­mann (CDU) musste Wirt­schafts­för­derer Stefan Thiel außerdem ein­räumen: „Wie die ehe­ma­lige Künst­ler­fläche genutzt werden soll, ist noch nicht bekannt.“ 

Bevor wir über die Anschluss­fläche ent­scheiden, sollten wir doch erst einmal abwarten, wie die Pla­nung für die Künstler-Fläche aus­sieht“, stellte der Aus­schuss­vor­sit­zende Jochen Hake dar­aufhin fest. Außerdem appel­lierte Hake, mit Blick auf die Ver­kehrs­be­la­stung durch den Wohn­park Emscher­quelle auch klei­nere Ver­kehrs­lö­sungen im Westen der Gemeinde nicht aus den Augen zu ver­lieren.

Künstler, Rausingen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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