Erziehungsberechtigte, deren Kinder am 19. August 2021 eingeschult werden sollen, sind jetzt von der Gemeinde angeschrieben worden: Sie können einen Vorstellungstermin an der Schule ihrer Wahl vereinbaren. (Foto: Archiv)

Sommerschule für besonders benachteiligte Kinder abgesagt: Es fehlt an Lehrkräften

ie Gemeinde lädt die Erziehungsberechtigten der aktuell vier Jahre alten Kinder zu einer Informationsveranstaltung fpr die Einschulung zum Schuljahr 2022/23 ein. (Foto: Archiv)
Die Idee einer Som­mer­schule für die in der Corona-Krise beson­ders benach­tei­ligten Kinder, ist in den großen Ferien nicht mehr zu rea­li­sieren. (Foto: Archiv)

Als Fried­helm Klemp, Rats­herr der Grünen in Holzwickede und ehe­ma­liger Sozi­al­ar­beiter an der Gesamt­schule Frön­den­berg, die Idee einer Som­mer­schule ins Gespräch brachte, gab es Zustim­mung von allen Seiten. Schließ­lich war das erklärte Ziel, die Bil­dungs­chancen von Kin­dern aus bil­dungs­fernen Fami­lien her­zu­stellen und die Chan­cen­gleich­heit zu ver­bes­sern, die in der Corona-Krise noch weiter gelitten hat. Doch jetzt hat Fried­helm Klemp den Grund­schulen eine schrift­liche Absage erteilen müssen.

Leider kann die Som­mer­schule nicht statt­finden“, teilte Klemp den Schulen in seiner Rund-Mail mit und bedankte sich „für die posi­tive Ein­stel­lung zur Som­mer­schule und die Bereit­schaft zur Koope­ra­tion“. Grund für die Absage: Es haben sich nicht genü­gend Päd­ago­ginnen und Päd­agogen gefunden, die bereit gewesen wären, Kin­dern in den großen Ferien Nach­hilfe zu geben. „Ich habe aber für die Herbst­fe­rien zusätz­liche Hilfen finden können, so dass das Pro­jekt in den Herbst­fe­rien viel­leicht statt­finden kann“, meint Klemp. „Eben­falls in der Über­le­gung ist eine stu­den­ti­sche Beglei­tung des Pro­jektes.“

Projekt vielleicht noch in Herbstferien möglich

Um für die Idee der Som­mer­schule zu werben, hatte Klemp nicht nur die lokalen Medien infor­miert, son­dern auch Kon­takt zur Uni Dort­mund auf­ge­nommen und dort viele Gespräche geführt. „Dieser Kon­takt soll auch bei­be­halten werden“, meint Klemp.

Ins­ge­samt habe es „sehr viele inter­es­sierte Nach­frage“ gegeben, betont er. „Aber letzt­lich waren es nur eine päd­ago­gi­sche Fach­kraft, zwei ehe­ma­lige Grund­schul­leh­re­rinnen und ein junger Schul­leiter, die sich bereit erklärt haben zu helfen. Das ist natür­lich leider kein Fun­da­ment, um so einen Ver­such zu starten.“ Da das Proh­jekt natür­löich auch einen gewissen zeit­liche Vor­lauf bräuchte und nun im Juni die Zeit zu kurz ist, erfolgte nun die Absage. „Ein Ver­such war es jedoch wert. Auch Bil­dungs­po­li­tiker gehen davon aus, dass nur durch zusätz­liche För­der­mög­lich­keiten und viel­leicht Feri­en­kursen, das Bil­dungs­ge­fälle gemin­dert werden kann. Natür­lich ist es gerade für Kinder aus bil­dungs­fernen Fami­lien, die auch schon vor Corona in ihrer Ent­wick­lung und Bil­dung erheb­liche Nach­teile erleiden mussten, sehr schade.“

In der Auf­ar­bei­tung werden wir ganz viele Schick­sale erleben, die in ihrer sozial-emo­tio­nalen und kogni­tiven Ent­wick­lung auf der Strecke geblieben sind.“

- Fried­helm Klemp

Corona ver­stärke das nega­tive Lern­um­feld zusätz­lich: räum­liche Bedin­gungen, man­gelndes Lern­ma­te­rial und wenig Impulse und intel­lek­tu­elle Anreize. „In der Auf­ar­bei­tung werden wir ganz viele Schick­sale erleben, die in ihrer sozial-emo­tio­nalen und kogni­tiven Ent­wick­lung auf der Strecke geblieben sind“, ist Fried­helm Klemp des­halb sicher.

Zudem ver­liere die Gesell­schaft ein wert­volles bil­dungs­po­li­ti­sches Poten­zial. Hier seien nicht nur Politik, Gesell­schaft und päd­ago­gi­sche Ver­bände gefor­dert, ein kom­pen­sa­to­ri­sches Kon­zept zu for­dern, so Klemp abschlie­ßend: „Auch für unsere Gemeinde sollten wir den Ver­such starten, viel­leicht noch vor den Som­mer­fe­rien ähn­lich wie im Prä­ven­ti­ons­ar­beits­kreis, eine Zusam­men­kunft von Schulen, sozialen Ein­rich­tungen, Ver­wal­tung und Politik zu orga­ni­sieren, um even­tuell über Bil­dungs­gut­scheine, Aus­schöp­fung von BUT oder andere Maß­nahmen nach­zu­denken.“

Sommerschule


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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