Serie „Zurück zur Natur“: Über 480 Naturdenkmäler im Kreis

Thomas Rühle aus dem Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises zeigt die Besonderheit der so genannten Napoleonsbuche in Lünen – die beiden Stämme, die zu einem werden. (Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna)

Tho­mas Rüh­le aus dem Fach­be­reich Natur und Umwelt des Krei­ses zeigt die Beson­der­heit der so genann­ten Napo­le­ons­bu­che in Lünen – die bei­den Stäm­me, die zu einem wer­den. (Foto: Bir­git Kal­le – Kreis Unna)

Fami­li­en ent­decken das Klein­gärt­nern neu für sich, Flüs­se wie die Sese­ke und die Lip­pe wer­den rena­tu­riert, Erho­lungs­su­chen­de erfreu­en sich an Streu­obst­wie­sen und Hecken, in denen jede Men­ge Leben steckt: „Zurück zur Natur“ lau­tet ein Mot­to, das erfreu­lich aktu­ell ist — und nicht nur der Natur, son­dern auch den Men­schen gut tut. Denn in einer Zeit, in der sich vie­les beschleu­nigt, wol­len sich vie­le etwas Ursprüng­lich­keit zurück­ho­len. Und das klappt in der Natur gera­de im Som­mer am besten. In der Serie „Zurück zur Natur“ zeigt die Unte­re Natur­schutz­be­hör­de vie­le Bei­spie­le auf, wie Natur­schutz im Kreis Unna gelebt wird. Prak­ti­sche Tipps inklu­si­ve.

Teil 4 Heute: Gehölzschnitt und Baumfällungen

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Und der braucht zwi­schen­durch mal Pfle­ge. Das gilt übri­gens nicht nur für das Apfel­bäum­chen, son­dern für alle Bäu­me, Alle­en und Hecken, die an vie­len Stel­len das Orts- und Land­schafts­bild im Kreis Unna prä­gen.

Was grünt und blüht, muss auch geschnit­ten wer­den – aller­dings nicht zu jeder Jah­res­zeit. „Weil Brut­vö­gel geschützt wer­den müs­sen, gilt es, vie­les zu beach­ten“, erklärt Peter Driesch, Lei­ter der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de beim Kreis Unna.

Vom 1. März bis zum 30. Sep­tem­ber ist das Roden, Abschnei­den oder Zer­stö­ren von Hecken, Gebü­schen, Stra­ßen­bäu­men sowie Röh­richt- und Schilf­be­stän­den ver­bo­ten. „Roden meint aber nicht das scho­nen­de Ein­kür­zen“, erläu­tert Driesch. Scho­nen­de Form- und Pfle­ge­schnit­te zur Besei­ti­gung des Zuwach­ses der Pflan­zen sind von die­ser gesetz­li­chen Rege­lung aber unbe­rührt. Scho­nend bedeu­tet, dass die Tier­welt an ihren Lebens­stät­ten nicht beein­träch­tigt wird und im kon­kre­ten Fall ihre Deckungs­mög­lich­kei­ten min­de­stens über die aktu­el­le Vege­ta­ti­ons­pe­ri­ode erhal­ten blei­ben.

Baumfällungen im Wald brauchen keine Genehmigung

Für Baum­fäl­lun­gen gilt: Baum­fäl­lun­gen inner­halb des Wal­des bedür­fen kei­ner geson­der­ten Geneh­mi­gung. Hier sind nur das Fäl­len von Horst- und Höh­len­bäu­men sowie grö­ße­re Kahl­schlä­ge (ab 2 Hekt­ar) unter­sagt. Außer­dem kön­nen die Städ­te und Gemein­den Baum­schutz­sat­zun­gen auf­stel­len und mit ihnen regeln, dass die Fäl­lung von Bäu­men ab einem bestimm­ten Stamm­durch­mes­ser einer Geneh­mi­gung bedarf.

Über 480 beson­ders das Orts- oder Land­schafts­bild prä­gen­de Bäu­me wur­den durch den Kreis Unna als Natur­denk­ma­le unter Schutz gestellt. Hier bedarf es einer Geneh­mi­gung des Krei­ses für alle Maß­nah­men, die den Baum schä­di­gen könn­ten. „Die jewei­li­gen Eigen­tü­mer ken­nen die Spiel­re­geln“, sagt Peter Driesch und macht dar­auf auf­merk­sam, dass glei­ches für Allee­bäu­me gilt.

In der frei­en Land­schaft bedür­fen Baum­fäl­lun­gen, aber auch die Besei­ti­gung von Hecken fast immer einer Geneh­mi­gung der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Unna: In Land­schafts- oder Natur­schutz­ge­bie­ten gel­ten ent­spre­chen­de Ver­bo­te. Aber auch außer­halb die­ser Schutz­ge­bie­te stel­len Baum­fäl­lun­gen und Hecken­be­sei­ti­gun­gen meist Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft dar, die einer Geneh­mi­gung bedür­fen.

Damit auch künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen noch die Schön­heit von Hecken und Baum­rei­hen im Kreis Unna erle­ben kön­nen, ist der Antrag­stel­ler dabei ver­pflich­tet, Nach­pflan­zun­gen vor­zu­neh­men. (PK | PKU)

Lesen Sie in Teil 5: Exo­ti­sche Haus­tie­re

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.