Serie „Zurück zur Natur“: Der Hausgarten — Gepflegtes Durcheinander

Bodendecker mit unterschiedlichen Blütenfarben sind monotonen Schotterwüsten vorzuziehen, rät der Kreis Unna. (Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna)

Boden­decker mit unter­schied­li­chen Blü­ten­far­ben sind mono­to­nen Schot­ter­wü­sten vor­zu­zie­hen, rät der Kreis Unna. (Foto: Bir­git Kal­le – Kreis Unna)

Fami­li­en ent­decken das Klein­gärt­nern neu für sich, Flüs­se wie die Sese­ke und die Lip­pe wer­den rena­tu­riert, Erho­lungs­su­chen­de erfreu­en sich an Streu­obst­wie­sen und Hecken, in denen jede Men­ge Leben steckt: „Zurück zur Natur“ lau­tet ein Mot­to, das erfreu­lich aktu­ell ist — und nicht nur der Natur, son­dern auch den Men­schen gut tut. Denn in einer Zeit, in der sich vie­les beschleu­nigt, wol­len sich vie­le etwas Ursprüng­lich­keit zurück­ho­len. Und das klappt in der Natur gera­de im Som­mer am besten. In der Serie „Zurück zur Natur“ zeigt die Unte­re Natur­schutz­be­hör­de vie­le Bei­spie­le auf, wie Natur­schutz im Kreis Unna gelebt wird. Prak­ti­sche Tipps inklu­si­ve.

Heu­te in Teil 3: Der Haus­gar­ten — Gepfleg­tes Durch­ein­an­der

Schön muss er sein. Aber vor allem pfle­ge­leicht. „Beson­ders jetzt, im Som­mer, machen sich vie­le Haus- und Gar­ten­be­sit­zer Gedan­ken, wie sie ihren Gar­ten gestal­ten kön­nen“, weiß Hart­mut A. Kem­per, Tech­ni­ker für Land­schafts­pfle­ge und Umwelt­schutz­tech­ni­ker beim Kreis Unna.

Jede Woche Rasen mähen, wel­ke Blü­ten abknip­sen und Unkraut jäten? Die über das Jahr anfal­len­de Pfle­ge ihrer Grün­flä­chen macht vie­len Besit­zern zu gro­ßen Auf­wand. „Oft wird dann aus dem vor­mals grü­nen Vor­gar­ten ein grau­er Außen­be­reich mit Stein­gar­ten und immer­grü­nem Gehölz“, nennt Kem­per einen Trend, vor dem der Gar­ten-Exper­te aber nur war­nen kann: „Dass ein mit Kies oder Schot­ter gestal­te­ter Gar­ten dau­er­haft pfle­ge­leicht bleibt, ist ein Trug­schluss.“

Dass ein mit Kies oder Schot­ter gestal­te­ter Gar­ten dau­er­haft pfle­ge­leicht bleibt, ist ein Trug­schluss.“

Hart­mut A. Kem­per,  Tech­ni­ker für Land­schafts­pfle­ge und Umwelt­schutz­tech­ni­ker beim Kreis Unna

Humus weht zwi­schen die Stei­ne, Unkraut keimt aus und wächst von oben in die Folie – der ehe­mals per­fek­te Ein­druck ist häu­fig nach weni­gen Jah­ren dahin. „Noch nega­ti­ver als die Optik sind aber die Fol­gen eines sol­chen Gar­tens für Insek­ten, ob Schmet­ter­lin­ge, Wild­bie­nen oder ande­re“, erläu­tert Kem­per.

Dies gilt umso mehr, wenn nach den ersten Jah­ren gegen das nun regel­mä­ßig auf­kom­men­de Unkraut Her­bi­zi­de ein­ge­setzt wer­den. Durch die zuneh­men­de Ver­st­ei­nung der vor­ma­li­gen Grün­flä­chen wird Käfern und Co. hekt­ar­wei­se der Lebens­raum ver­nich­tet, aber nicht nur das, immer mehr Wohn­ge­bie­te bekom­men Kli­ma­ver­hält­nis­se wie in Innen­städ­ten. Der Boden kann weni­ger Regen­was­ser auf­neh­men und dann auch wie­der weni­ger Was­ser ver­dun­sten.

Es geht auch anders, rät Hart­mut A. Kem­per dazu, flä­chig gepflanz­te Boden­decker mit unter­schied­li­chen Blü­ten­far­ben mono­to­nen Schot­ter­wü­sten vor­zu­zie­hen. „Exten­siv gemäh­ter Rasen und von Gar­ten­lieb­ha­bern sinn­vol­le ange­leg­te Flä­chen mit Pol­ster­stau­den, Grä­sern und Klein­sträu­chern, die ruhig mit natür­li­chem Mulchma­te­ri­al abge­deckt sein kön­nen, sind nicht nur pfle­ge­arm, sie sind auch schön.“ (PK | PKU)

Lesen Sie in Teil 4 der Serie: Gehölz­schnitt und Baum­fäl­lun­gen

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