Von den über 90 vorliegenden Anmeldungen zum neuen Schuljahr muss kein Schüler abgewiesen werden: Das Clara-Schumann-Gymnasium darf ausnahmsweise noch einmal vier Eingangsklassen bilden. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Schulträger kalt erwischt: CSG nur noch dreizügig – Erweiterung muss neu durchdacht werden

Das Clara-Schumann-Gymnasium wird zum kommenden Schuljahr nur drei Eingangsklassen bilden können. Ob auswärtige Schüler abgelehnt werden müssen, wird sich ab kommenden Freitag zeigen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Das Clara-Schumann-Gymnasium wird zum kommenden Schuljahr nur drei Eingangsklassen bilden können. Ob auswärtige Schüler abgelehnt werden müssen, wird sich ab kommenden Freitag zeigen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Dass die Bezirksregierung Arnsberg die dauerhafte Vierzügigkeit des Clara-Schumann-Gymnasiums nicht genehmigen will, bedeutet einen herben Rückschlag für die Verantwortlichen in Holzwickede. Die Entwicklung des CSG ist nicht allein durch eingeschränkte Wahlmöglichkeiten in künftigen Oberstufen gefährdet. Auch die Planung für den bereits beschlossenen Erweiterungsbau am CSG muss komplett neu überdacht werden.

Zwar ist der Erweiterungsbau nur vorläufig auf Eis gelegt, wie Holzwickedes Bürgermeisterin betont. „Die Planung muss auf eine Dreizügigkeit der Schule umgestellt und variabel werden mit der Option auf eine Vierzügigkeit. Das ist schon eine große Herausforderung“, ahnt Ulrike Drossel. „Da werden wir einen Architekten mit guten Ideen brauchen.“

Schule des Gemeinsamen Lernens hat keine Sonderstellung

In einem gemeinsamen Gespräch mit Fachbereichsleiter Matthias Aufermann räumte die Bürgermeisterin ein, von der Ankündigung der Bezirksregierung, die beantragte Vierzügigkeit des CSG nicht genehmigen zu wollen, kalt erwischt worden zu sein. „Wir waren sehr überrascht, weil die Vierzügigkeit unseres Gymnasiums in der Vergangenheit immer genehmigt worden war“, so Ulrike Drossel.

„Genau genommen“, ergänzt Fachbereichsleiter Matthias Aufermann, „ist uns im Wege der Ausnahme nur eine zusätzliche Eingangsklasse genehmigt worden.“  Dies sei auch nur zweimal möglich gewesen, weshalb ja der Antrag auf dauerhafte Vierzügigkeit gestellt worden sei.

Für den Fachbereichsleiter war überraschender, dass die Bezirksregierung für die dauerhafte Genehmigung der Vierzügigkeit darauf besteht, dass die erforderlichen Schüler aus der Gemeinde Holzwickede kommen müssen. „Das ist schon sehr bedauerlich. Wir sind davon ausgegangen, dass das CSG als Schule des gemeinsamen Lernens eine besondere Stellung hat“, sagt Aufermann. Das Holzwickeder Gymnasium und die Gemeinde als Schulträger hätten diese vom Land zugewiesene Aufgabe der Inklusion voll angenommen und beispielhaft umgesetzt. „Ich bin nicht sicher, ob es noch viele vergleichbare Beispiele gibt“, meint Aufermann.

Um so bedauerlicher, dass es nun zunächst mit nur drei Eingangsklassen am CSG weitergehen wird. Ein Gymnasium mit mehr Schülern ist auf jeden Fall attraktiver, nicht nur wegen der eingeschränkten Auswahlmöglichkeiten in der Oberstufe, ist sich der Fachbereichsleiter mit der Bürgermeisterin enig.  

Holzwickeder Gymnasmium muss möglicherweise Schüler ablehnen

Die Frage ist jetzt, wie es weitergehen soll am CSG.  „Es gibt kommenden Montag ein Gespräch mit den Fraktionsspitzen im Ältestenrat. Da geht es auch um dieses Thema“, bestätigt Ulrike Drossel. „Wir haben natürlich auch im Vorfeld schon Gespräche auf verschiedenen Ebenen gesucht.“ Viel lasse sich aber derzeit aber noch nicht sagen. Zumal die aktuellen Anmeldezahlen für das CSG erst am Freitag dieser Woche vorliegen werden. Nach vorläufigen Informationen dürften die Anmeldungen für das kommende Schuljahr ohnehin nur für drei Eingangsklassen reichen.

Sollte es mehr als 81 Anmeldungen geben, müsste das Holzwickeder Gymnasium „auswärtige Schüler ablehnen, weil eine Vierzügigkeit nicht möglich ist im nächsten Schuljahr“, bedauert Ulrike Drossel. Spannender ist auch die Frage, wie die Gemeinde langfristig mit dieser Situation umgehen wird. „Hier sind wir in Gesprächen mit der Bezirksregierung und müssen abwarten. Wir wollen versuchen, eine Beschulungsvereinbarung mit der Stadt Dortmund herzustellen“, erklärt Holzwickedes Bürgermeisterin.

„Wir wollen versuchen, eine Beschulungsvereinbarung mit der Stadt Dortmund herzustellen.“

– Ulrike Drossel (Bürgermeisterin)

Eine ähnliche Vereinbarung hat die Gemeinde bereits auch mit Unna über die Beschulung von Realschülern getroffen. Vereinfacht gesagt regelt die Beschulungsvereinbarung, dass die Nachbarstadt Dortmund auf die Beschulung der Dortmunder Schüler, die sich zum Clara-Schumann-Gymnasium anmelden, formal verzichtet.

Möglicherweise könnte es mit einer solchen Regelung doch noch gelingen, ein dauerhaft vierzügiges Gymnasium aus dem CSG zu machen. Verzichten würden die Verantwortlichen in Holzwickede nur ungern auf die auswärtigen Schüler, wie die Bürgermeisterin und ihr Fachbereichsleiter versichern. Denn wie gesagt: Ein größeres Gymnasium mit mehr Schülern ist deutlich attraktiver alsein kleineres mit weniger Schülern.

CSG, Vierzügigkeit


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Planung ist deshalb so schwierig, weil sie sich mit der Zukunft befaßt.
    Dies gilt auch für Schülerzahlen. Ich möchte nur daran erinnern, daß vor wenigen Jahren von den Experten für die Grundschulen in Holzwickede Eingangsklassen in einer so geringen Grösse prognostiziert worden sind, dass sich die Politik damit beschäftigen mußte, welche der vorhandenn Grundschulen geschlossen werden sollte. Wie die tatsächliche Entwicklung gelaufen ist, haben alle Bürger verfolgen können.

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