Perthes-Werk erhält Zuschlag für 50 neue vollstationäre Pflegeplätze in Holzwickede

Fachbereichsleiter Norbert Diekmännken (r.) nahm Mitte Februar mit Kollegen die Angebote für die neu zu schaffenden Pflegeplätze entgegen. Foto: C. Rauert – Kreis Unna
Fach­be­reichs­leiter Nor­bert Diek­männken (r.) nahm Mitte Februar mit Kol­legen die Ange­bote für die neu zu schaf­fenden Pfle­ge­plätze ent­gegen. (Foto: C. Rauert – Kreis Unna)

(PK) Rund 80 Zen­ti­meter hoch waren die Unter­lagen, mit denen sich sieben Anbieter um über 190 neu zu schaf­fende, voll­sta­tio­näre Pfle­ge­plätze in Holzwickede, Lünen, Selm und Unna bewarben. Die Aus­wahl­kom­mis­sion hat in zwei Sit­zungen die Papiere gesichtet, bewertet und nun ent­schieden.

Den Zuschlag für die Schaf­fung der 50 in der Gemeinde Holzwickede noch feh­lenden Plätze erhielt das evan­ge­li­sche Per­thes-Werk e.V. Als Standort vor­ge­sehen ist ein Gelände an der Wichern­straße /​Win­kel­straße; die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­meinde Holzwickede und Opher­dicke will dafür das Grund­stück zur Ver­fü­gung stellen.

Die aus­ge­schrie­benen 80 neuen Plätze in Lünen soll der Cari­tas­ver­band Lünen-Selm-Werne e.V. errichten. Er will gleich­zeitig als Bau­träger und Eigen­tümer fun­gieren und hat als Standort eine Fläche an der Merschstraße in der Lüner Stadt­mitte im Blick.

In Selm-Bork soll eine neue Ein­rich­tung am „Markt­platz“ (Zum Nier­feld /​An der Spinn­bahn) ent­stehen. Auch für dieses Vor­haben mit 39 voll­sta­tio­nären Pfle­ge­plätzen erhielt der Cari­tas­ver­band Lünen-Selm-Werne e.V. den Zuschlag.

Konferenz „Alter und Pflege“ auf Haus Opherdicke

Für 24 der in Unna feh­lenden 28 Plätze bewarb sich erfolg­reich die Senio­ren­pflege Unna GmbH, Inh. Ludger Tölke. Zusammen mit der Heck & Schöneich GbR (Bau­träger /​Eigen­tümer) soll an der Pots­damer Straße im Rahmen eines öffent­lich geför­derten Neu­bau­pro­jekts neben wei­teren Wohn- und Betreu­ungs­an­ge­boten auch eine kleine Pfle­ge­insel ent­stehen.

Der Aus­wahl­kom­mis­sion gehörten Fach­leute aus der Stabs­stelle Pla­nung und Mobi­lität sowie aus dem Fach­be­reich Arbeit und Soziales beim Kreis an. Beraten wurde das Gre­mium durch die Heim­auf­sicht, die alle Vor­haben aus fach­li­cher Sicht als zulässig ein­stufte. Eben­falls per Stel­lung­nahme ins Aus­wahl­ver­fahren ein­ge­bunden waren die Städte Lünen, Selm und Werne sowie die Gemeinde Holzwickede, und zwar aus gutem Grund: Sie müssen z. B. beur­teilen, ob das Vor­haben bau­pla­nungs­recht­lich zulässig ist und in die ört­liche Quar­tiers­ent­wick­lungs­pla­nung passt.

Die von November 2015 bis Februar lau­fende öffent­liche Aus­schrei­bung war sei­ner­zeit in NRW ein­malig. Mit den nun erteilten Zuschlägen ist ein wei­terer Schritt zur Umset­zung der im März 2015 ver­ab­schie­deten Pfle­ge­be­darfs­pla­nung 2015 – 2018 getan. Beworben hatten sich für Lünen drei Anbieter, für die anderen Stand­orte jeweils zwei.

Nach dem Zuschlag erhalten die künf­tigen Betreiber Gele­gen­heit, ihr Vor­haben bei der „Kon­fe­renz Alter und Pflege“ am Mitt­woch, 27. April auf Haus Opher­dicke in Holzwickede vor­zu­stellen.

Perthes-Werk

Kommentar

  • Vor genau 50 Jahren wurde das Ev. Gemein­de­zen­trum Süd ein­ge­weiht. Weder für Men­schen noch für ein Gebäude, eine Kirche zumal, ein hohes Alter. Wenn die Ev. Kir­chen­ge­meinde dem Abriss des GzS zustimmt, ver­nichtet sie end­gültig ein wich­tiges Stück ihrer eigenen etwas mehr als 100jährigen Geschichte. Ohne Not (GzS ist an die Dia­konie Ruhr-Hellweg ver­mietet) soll das Gemein­de­zen­trum nun einem Alten­heim wei­chen. Unzäh­lige Kinder wurden hier bis 2004 getauft, Jugend­liche kon­fir­miert. Für viele (nicht nur evan­ge­li­sche) Men­schen im Holzwickeder Süden war diese Kirche Mit­tel­punkt ihres geist­li­chen Lebens. Inner­halb der Ev. Kir­chen­ge­meinde hatte das GzS bis zu seiner Ent­wid­mung eine eigen­stän­dige Prä­gung. Viele Men­schen haben es des­halb vor 12 Jahren bedauert, dass die mit Opher­dicke fusio­nierte Kir­chen­ge­meinde aus­schließ­lich aus Kosten­er­wä­gungen die Gemein­de­ar­beit im Süden ein­ge­stellt hat, viel­leicht ein­stellen musste. Anders als in der Aus­gabe des HA vom 20.04.16 nahe­ge­legt, war damals der Abriss des GzS kei­nes­wegs beschlos­sene Sache oder geplant, son­dern allen­falls eine aller­letzte denk­bare Option für den Fall, dass keine einer Kirche ange­mes­sene wei­tere Nut­zung gefunden werden würde. Diese ergab sich jedoch mit dem Alten­pfle­ge­se­minar der Dia­konie, das bis heute Mieter des Gebäudes ist und das die Kirche durchaus für Got­tes­dienste nutzt. Wenn die Kirche nun abge­rissen wird und einem Alten­heim weicht, dann wird nach der schmerz­li­chen Auf­gabe der Gemein­de­ar­beit im Süden den vielen immer noch mit diesem Kirch­ge­bäude ver­bun­denen Men­schen erneut Leid zuge­fügt. Ich jeden­falls und mit mir sicher viele wei­tere Holzwickeder werden dem Gemein­de­zen­trum Süd im Herzen ver­bunden bleiben. Nur gut, dass viele Gemein­de­glieder, die mit Herz­blut und auch Kapital den Bau, die Ent­wick­lung und das Gemein­de­leben unter­stützt und geför­dert haben, den Tag des Abrisses nicht mehr mit­er­leben müssen. Auch so schreibt Kirche Geschichte – leider Gottes.
    Frank Behr (letzter Pfr. im GzS)

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