Der Abbruch der ehemaligen Kirche beginnt in der nächsten Woche. Danach entsteht das neue Katharina-von-Bora-Haus auf dem Eckgrundstück an der Winkel- und Wichernstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Perthes-Stiftung baut Katharina-von-Bora-Haus mit 50 stationären Pflegeplätzen

Der Abbruch der ehemaligen Kirche beginnt in der nächsten Woche. Danach entsteht das neue Katharina-von-Bora-Haus auf dem Eckgrundstück an der Winkel- und Wichernstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Auf dem Eckgrundstück an der Winkel- und Wichernstraße entsteht ab nächste Woche das neue Katharina-von-Bora-Haus der Perthes-Stiftung. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Gut fünf Jahre nach der ersten Ausschreibung durch den Kreis Unna im Pflegebedarfsplan und der Vorstellung der ersten Planungen für ein neues Alten- und Pflegeheim durch die evangelische Perthes-Stiftung an der Winkel-/Wichernstraße ist jetzt auch nach außen hin deutlich sichtbar Bewegung in das Projekt gekommen: Die Baumfäll- und Rodungsarbeiten auf dem Grundstück sind abgeschlossen und nächste Woche soll mit dem Abbruch des alten Gebäudes und unmittelbar danach mit dem Neubau des Katharina-von-Bora-Hauses begonnen werden.

Über das Bauvorhaben informierten heute Felix Staffehl, zuständig für den Geschäftsbereich Altenhilfe Mitte der Perthes-Stiftung, gemeinsam mit Pfarrer Philipp Reis und Friedrich-Wilhelm Bernhardt als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde sowie Bernhard Pendzialek, Leiter der Perthes-Einrichtung am Emscherweg.

Baubeginn schon im März

So soll das neue Alten- und Pflegeheim der Perthes-Stiftung aussehen: Außenansicht des Katharina-von-Bora-Hauses. (Skizze: Perthes-Stiftung)
So soll das neue Alten- und Pflegeheim der Perthes-Stiftung aussehen: Außenansicht des Katharina-von-Bora-Hauses. (Skizze: Perthes-Stiftung)

Das neue Katharina-von-Bora-Haus wird künftig als vollstationäre Einrichtung mit 50 Plätzen betrieben und eine qualifizierte Pflege und Betreuung für alte Menschen in Holzwickede bieten. In seinem Pflegebedarfsplan hatte der Kreis Unna seinerzeit eine ortsnahe Versorgung gefordert. Genau hier sieht sich die Perthes-Stiftung, die seit 25 Jahren schon am Standort tätig ist, gut aufgestellt:

Das Perthes-Haus am Emscherweg ist mit seinen 81 stationären Plätzen und 18 Tagespflegeplätzen ein bekannter und bewährter Anbieter vor Ort. Hinzu kommen 16 eigene und weitere 15 private Wohnungen, in denen betreutes Wohnen angeboten wird, sowie der Pflegedienst und die Perthes Service GmbH.

„Für uns ist ganz wichtig, dass unser neues Haus auch sehr gut ins Quartier eingebettet ist.“

Felix Staffehl (Perthes-Stiftung)

„Das neue Katharina-von-Bora-Haus ist eine sinnvolle Ergänzung unseres Angebotes hier in Holzwickede“, so Felix Staffehl. „Für uns ist ganz wichtig, dass unser neues Haus auch sehr gut ins Quartier eingebettet ist.“  Beispielgebend soll da die Einrichtung am Emscherweg sein, wie Leiter Bernhard Pendzialek versichert: „Wir haben allein 44 ehrenamtliche Kräfte, die hier im Haus tätig sind in der Cafeteria, der Seelsorge oder dem Besuchsdienst. Das möchten wir gerne auch so in die neue Einrichtung transportieren. Außerdem haben wir zu den Schulen am Ort gute Beziehungen, insbesondere zur Karl-Brauckmann-Schule. Mit dem Katharina-von-Bora-Haus können wir künftig noch mehr Praktikumsplätze für die Schulen anbieten.“ In die gute Vernetzung der bestehenden Perthes-Einrichtung soll künftig auch die neue eingebunden werden. Wobei noch nicht entgültig entschieden worden ist, so Felix Staffehl, ob es auch eine gemeinsame Leitung für beide Einrichtungen gibt.

50 Einzelzimmer mit Bad rund um ein Atrium

Für insgesamt 6,5 Mio. Euro Baukosten wird die Perthes-Stiftung auf dem Grundstück in Hanglage eine Pflegeeinrichtung errichten, die modernsten Erkenntnissen genügt. Etwa 25 bis 30 Vollzeitkräfte wird das dort eingesetzte Team umfassen. „50 Plätze sind aber auch eine wirtschaftliche Herausforderung“, weiß Felix Staffehl.

Wer kommt in eine solche Einrichtung? Eine Zielgruppe sind ältere Menschen, die noch selbstbestimmt leben wollen trotz altersbedingter Erkrankungen, die jedoch nicht dement sind. Eine andere sind Patienten mit dementieller Erkrankung in unterschiedlichster Ausprägung. „Wir haben uns bemüht bei unserer Planung, diese beiden Zielgruppen zu trennen“, erläutert Felix Staffehl.

Aufgrund der Hanglage wird bei dem zweigeschossigen Gebäude ein Gartengeschoss nötig sein. „Dabei handelt es sich aber nicht um ein Kellergeschoss“, wie Staffehl betont: Vielmehr werde es „die Visitenkarte“ des Katharina-von-Bora-Hauses, wo sich auch der Haupteingang und die Cafeteria sowie weitere Funktionsräume befinden. Darüber wird es zwei weitere Geschosse mit jeweils 25 Einzelzimmer geben, von denen jedes 15,14 qm groß ist plus Bad.

Grundriss der 1. Etage: die 25 Einzelzimmer sind um ein Atrium in der Mitte angeordnet. Die Grundrisse der beiden Etagen sind identisch. (Skizze: Perthes-Stiftung)
Grundriss der 1. Etage: die 25 Einzelzimmer sind um ein Atrium in der Mitte angeordnet. Die Grundrisse der beiden Etagen sind identisch. (Skizze: Perthes-Stiftung)

Im Erdgeschoss wird es 18 Plätze für Menschen mit leichter Demenz geben sowie sieben Plätze für Menschen, die palliativ betreut werden, dazu ein Gästezimmer für Angehörige. „Es ist nicht selten, dass Menschen zum Sterben zu uns kommen“, erinnert Felix Staffehl. „Das gibt es nicht nur in den Hospizen.“

Nur 13 Parkplätze

In einer Art Rundgang sind die Zimmer um ein rd. 145 qm großes Atrium in der Mitte der Etage angeordnet. Zu diesem Atrium, in dem auch ein Baum stehen soll, gibt es von jedem der Zimmern im inneren Bereich einen direkten Zugang sowie einen zentralen Zugang für die Bewohner der äußeren Zimmer der Etage.

In der 1. Etage, die vom Grundriss identisch ist, werden somatisch erkrankte, aber nicht dementielle Bewohner untergebracht. Für diese Patienten stehen 18 Plätze zur Verfügung. Sieben weitere Plätze sind für Patienten mit schwerer Demenz vorgesehen, die in der Regel auch nicht mehr bewegungsfähig sind.

Viel Kritik hatte es im Vorfeld an der geringen Zahl von 13 Parkplätzen gegeben, die jedoch den gesetzlichen Mindestanspruch erfüllt. Direkt neben dem Haupteingang wird es zwei Behinderten-Parkplätze geben sowie im Anschluss daran neun weitere Parkplätze.  Zwei weitere Stellplätze werden in der Wichernstraße auf dem Standort einer Garage eingerichtet, die dazu noch entfernt wird.

Beeinträchtigungen in Bauphase sollen gering bleiben

Der Bau- und Zeitplan sieht vor, dass der Rohbau Anfang Mai begonnen und bis zum Herbst fertig wird. Die Gesamtmaßnahme soll planmäßig im September 2021 fertig und das Katharina-von-Bora-Hauses bezugsfertig sein.

„Natürlich ist Lärm während der Bauzeit nicht ganz vermeidbar“, bittet Felix Staffehl die Anwohner im Quartier um Verständnis. „Wir versuchen aber alles, um Rücksicht zu nehmen.“ Die Bauzeit sei werktags auf 7 bis 20 Uhr festgelegt.  Es gebe einen genauen Einrichtungsplan der Baustelle, mit dem festgelegt ist, wo der Kran, jedes Baufahrzeug und jeder Container zu stehen hat, um die Anwohner möglichst wenig zu beeinträchtigen. „Es werden nur schallgedämpfte Geräte eingesetzt, die auf neuestem Stand sind.  Alle Bauarbeiter erhalten vor Baubeginn auch noch einmal eine genaue Einweisung“, verspricht Staffehl.

Die Rodung rund um das alte Gebäude ist beendet. In dern nächsten Woche wird mit dem Abbruch der ehemaligen Kirche begonnen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Rodung rund um das alte Gebäude ist beendet. In dern nächsten Woche wird mit dem Abbruch der ehemaligen Kirche begonnen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Teile der früheren Kirche vor Abriss gerettet

Pfarrer Philipp Reis und Fritz Bernhardt für das Presbyterium wiesen heute noch einmal darauf hin, wie wichtig es aus Sicht der evangelischen Kirchengemeinde sei, dass es eine kirchenadäquate Folgenutzung für das Grundstück gibt, das der Perthes-Stiftung in Erbpacht überlassen wurde. „Nach der Entwidmung der Kirche im Jahr 2004 gab es ja auch schon den Verbund mit der Altenpflegeschule der Diakonie“, erinnert Bernhardt. Umso wichtiger sei es, dass dieser Verbund mit der Perthes-Stiftung und der evangelischen Gemeinde erhalten bleibe. „Wie im Perthes-Haus wird es auch im neuen Katharina-von-Bora-Haus ja sogar Gottesdienste geben.“

Aber auch Teile der früheren Kirche, die nun dem Neubau weichen muss, versucht das Presbyterium zu erhalten, wie Bernhardt versichert: Die Orgel sei „gut und sicher“ an eine Kirchengemeinde in Osteuropa verkauft worden. Die Kirchenbänke konnten teils verkauft, teils sicher eingelagert werden. Problematisch sind die Kirchenfenster, die nur sehr schwer auszubauen sind. Immerhin: Ein Teil der bunten Altarfenster wird als Reminiszenz an die alte Kirche in das neue Katharina-von-Bora-Haus „eingearbeitet“, bestätigt Felix Staffehl.

„Abgenommen und eingelagert haben wir auch die Elemente der kupfernen Eingangstür, ebenso die vier Evangelisten-Zeichen und die Türklinke“, so Fritz Bernhardt. „Diese Dinge kann man ja vielleicht noch einmal neu anordnen und irgendwo angemessen ausstellen.“

Info: Katharina von Bora
Katharina von Bora wurde am 29. Januar 1499 geboren. Ihre Eltern gehörten dem sächsischen Landadel an. Im Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma, wo sie 1515 das Gelübde als Nonne ablegte, lernte sie Martin Luther kennen. Nachdem sie Ostern 1523 das Kloster Marienthron gemeinsam mit acht weiteren Nonnen verlassen hatte, kam sie mittellos über Torgau nach Wittenberg, wo Luther seine Schrift De votis monasticis über die Verbindlichkeit von Klostergelübden verfasst hatte. Am 13. Juni 1525 heirateten Katharina von Bora und Martin Luther im Schwarze Kloster Wittenberg. Zusammen hatten die beiden sechs Kinder.
Quelle: Wikipedia

Perthes-Stiftung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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