Orchideenwiese: Umweltbeauftragte erneut in der Kritik

Der aktuelle Zustand der Orchideenwiese: Die Schwarzerlen überwuchern sogar  dieses Fahrrad. (Foto: privat)

Der aktu­elle Zustand der Orchi­de­en­wiese: Die Schwarz­erlen über­wu­chern nicht nur die Orchi­deen, son­dern auch dieses Fahrrad. (Foto: privat)

Im Umwelt­aus­schuss diese Woche hakte Frank Nie­haus noch einmal wegen der man­gelnden Pfle­ge­maß­nahmen auf der Orchi­de­en­wiese an der Schä­fer­kamp­straße nach. Die Umwelt­be­auf­tragte der Gemeinde, Ulrike Hohen­dorff, erklärte dar­aufhin, dass die Orchi­de­en­wiese an die Bio­lo­gi­sche Sta­tion ver­pachtet worden sei, die nun­mehr auch die Pflege der streng geschützten Orchi­deen auf der Wiese über­nehme. Der Bür­ger­block-Spre­cher gab sich zwar zufrieden mit dieser Aus­kunft, wies aller­dings auch darauf hin, dass die Aus­sage der Umwelt­be­auf­tragten in der vor­her­ge­henden Sit­zung, die kri­ti­sierten Pfle­ge­maß­nahmen auf der Orchi­de­en­wiese seien mit dem Kreis Unna abge­stimmt, nicht kor­rekt gewesen sei.

Gemeinde muss zunächst Schwarzerlen ausgraben

Offenbar war die Ant­wort der Umwelt­be­auf­tragten auf die aktu­elle Nach­frage des Bür­ger­block-Spre­cher wieder nicht ganz kor­rekt. Denn nach Aus­sage des Holzwickeder Orchi­deen-Experten Werner Hessel, der seit Jahren den igno­ranten Umgang der Gemeinde mit den streng geschützten Pflanzen auf der Orchi­de­en­wiese kri­ti­siert, gibt es diesen Pacht­ver­trag mit der Bilo­gi­schen Sta­tion gar nicht, „Die Aus­sage kam mir komisch vor, des­halb habe ich dort heute ange­rufen und nach­ge­fragt“, meint Werner Hessel. „Es gibt keinen Pacht­ver­trag. Fakt ist, dass die 30.573 qm große Brach­fläche, die ursprüng­lich auf­ge­for­stet werden sollte, wieder an einem Land­wirt ver­pachtet wird.“ Um den wert­vollen Orchi­de­en­be­stand dau­er­haft zu erhalten, habe sich die Bio­lo­gi­sche Sta­tion Kreis Unna e.V. ledig­lich bereit erklärt, mit eigenem Per­sonal nur das Teil­stück von rund 1.000 qm auf dem sich die kost­bare Hybrid-Popu­la­tion (Hybride zwi­schen Breit­blätt­rigen und Gefleckten Kna­ben­kraut) sich befindet, fach­ge­recht mit einem Bal­ken­mäher jähr­lich zu pflegen.

Weil die Gemeinde Holzwickede auf dem Teil­stück meh­rere Jahre keine fach­ge­rechte Pfle­ge­maß­nahmen durch­ge­führt hat, sind dort nun auf­wen­dige und müh­same Aus­gra­bungen der Schwarz­erlen not­wendig.“

Werner Hessel, Orchi­deen-Experte, zum Zustand der Orchi­de­en­wiese

Bedin­gung seit aber für die Bio­lo­gi­sche Sta­tion, dass die Gemeinde Holzwickede als Eigen­tümer des Flur­stücks vorher die bis zu vier Meter hohen Schwarz­erlen auf dem besagten Teil­stück ent­fernt. „Weil die Gemeinde Holzwickede auf dem Teil­stück meh­rere Jahre keine fach­ge­rechte Pfle­ge­maß­nahmen durch­ge­führt hat, sind dort nun auf­wen­dige und müh­same Aus­gra­bungen der Schwarz­erlen not­wendig.“

Erst wenn die Gemeinde die Schwarz­erlen kom­plett ent­fernt habe, werde die Bio­lo­gi­sche Sta­tion eine Mahd mit einen Bal­ken­mäher durch­führen. „Es bleibt also weiter abzu­warten, ob die Gemeinde Holzwickede end­lich nach fünf Jahren ihren Ver­spre­chungen und Ver­pflich­tungen nach­kommt und ihre Auf­gaben zur Erhal­tung des gesetz­lich geschützten Orchi­de­en­be­standes erfüllt“, so Hessel weiter. In den ver­gan­genen fünf Jahren sei durch die Gemein­de­ver­wal­tung viel ver­spro­chen, aber nichts ein­ge­halten worden, kri­ti­siert der Orchi­de­en­schützer. „Es ist ‚5 vor 12′, um die Orchi­de­en­wiese, die sich in einem kata­stro­phalen Zustand befindet, zu retten.“

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