Mit falschen Kennzeichen zum Gericht: Bewährungsstrafe für dreisten Ladendieb

Drei­stig­keit siegt, dachte sich wohl der 35-jäh­rige Ange­klagte aus Holzwickede, der sich gestern (12.8.) wegen Dieb­stahls, Fah­rens ohne Füh­rer­schein und Urkun­den­fäl­schung vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten hatte. Wie sich in der Ver­hand­lung her­aus­stellte, war der wegen Ver­kehrs- und anderer Delikte 18-fach Vor­be­strafte sogar zu einer Ver­hand­lung gegen ihn im Juni diesen Jahres in Unna im eigenen Auto ohne Fahr­erlaubnis und mit gefälschten Kenn­zei­chen gekommen.

Im März des Jahres war der Holzwickeder mit seinem Pkw auf der Mas­sener Straße mit gefälschtem Kenn­zei­chen erwischt worden. Sein Auto hatte er anschlie­ßend noch vor seinem Haus geparkt. Wie der 35-Jäh­rige gestern erklärte, habe er das Auto ver­kaufen wollen. „Damit es nicht so blöd aus­sieht“ habe er das Fahr­zeug mit alten Kenn­zei­chen ver­sehen und sogar noch mit Sie­geln anderer Kenn­zei­chen, die er im Wald d gefunden haben will, beklebt. So aus­ge­stattet lei­stete sich der Holzwickeder eine Pro­be­fahrt, bei der er prompt erwisch wurde. Nach dem Ver­kauf des Autos habe er die Kenn­zei­chen dann im Müll ent­sorgt.

Im Mai wurde der Ange­klagte dann in einem Super­markt in Holzwickede erwischt, als er eine Dose Keil­rie­men­spray für 2,99 Euro ent­wen­dete.

Richter überrascht Angeklagten mit weiterem Verfahren

In der Ver­hand­lung gestern kon­fron­tierte Richter Jörg Granseuer den Holzwickeder über­ra­schend mit einem wei­tere Ver­fahren gegen ihn. Danach war der 35-Jäh­rige am 11. Juni des Jahres mit dem angeb­lich ver­kauften Pkw mor­gens zu seiner Ver­hand­lung nach Unna zum Amts­ge­richt ange­reist – ohne Füh­rer­schein und mit fal­schen Kenn­zei­chen. Der Ange­klagte erklärte das dar­aufhin so: Er habe sein Auto wegen Mängel vom Käufer wieder zurück­nehmen müssen und dazu dann auch die alten Kenn­zei­chen wieder aus dem Müll geholt.

Seinen Füh­rer­schein will er der 35-Jäh­rige aber nach wie vor noch machen, wie er erklärte. Obwohl das als Hartz-IV-Emp­fänger und nur nach einem Medi­zi­nisch-Psy­cho­lo­gi­schen Gut­achten schwierig werden dürfte.

Das Urteil von Richter Jörg Granseuer lässt dieses Ziel zudem noch in wei­tere Ferne rücken: Er ver­ur­teilte den Holzwickeder wegen Dieb­stahls, Fahren ohne Fahr­erlaubnis und Urkun­den­fäl­schung zu einer Frei­heits­strafe von einem Jahr zur Bewäh­rung auf drei Jahre aus­ge­setzt. Zudem brummte er dem 35-Jäh­rigen eine Sperr­frist für den Erwerb einer Fahr­erlaubnis und 60 Sozi­al­stunden auf. Zugun­sten des Ange­klagten, so der Richter in seiner Urteils­be­grün­dung, habe sein volles Geständnis gespro­chen gegen ihn aller­dings auch seine 18 Ein­tra­gungen ins Vor­stra­fen­re­gi­ster.

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