Trauriger Anblick: Das Denkmal an der Unnaer Straße zwischen Hengsen und Opherdicke: ohne die beiden gestohlenen Gedenktafeln. (Foto: Historischer Verein)

Metalldiebe stehlen Gedenktafeln am Denkmal Unnaer Straße zwischen Hengsen und Opherdicke

Trauriger Anblick: Das Denkmal an der Unnaer Straße zwischen Hengsen und Opherdicke: ohne die beiden gestohlenen Gedenktafeln. (Foto: Historischer Verein)
Trauriger Anblick: Das Denkmal an der Unnaer Straße zwischen Hengsen und Opherdicke: ohne die beiden gestohlenen Gedenktafeln. (Foto: Historischer Verein)

Andreas Heidemann, Vorsitzender des Historischen Vereins, traute seinen Augen nicht, als er auf einer Fahrradtour an dem Denkmal an der Unnaer Straße vorbeikam: Unbekannte haben dort die metallenen Erinnerungstafeln an die Toten des 2. Weltkrieges entfernt. „Das müssen Metalldiebe gewesen sein“, so Heidemanns erste Vermutung.

Die hat sich inzwischen erhärtet. Denn von autorisierter Seite wurden die Tafeln, etwa für Reparaturzwecke, nicht abmontiert, wie Heidemann bei der Gemeindeverwaltung erfuhr. Seitens der Gemeinde ist der Diebstahl der Tafeln inzwischen auch zur Anzeige gebracht worden.

Die Reparatur des Denkmals dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen. Abgesehen davon, dass zunächst Geld über den Gemeindehaushalt dafür bereitgestellt werden muss, muss eine geeignete Firma gefunden werden, die eine Reproduktion der Platten herstellen kann.

„Wir hoffen, dass dieser traurige Anblick des Denkmals spätestens zum Volkstrauertag beendet werden kann, wenn dort die jährliche Gedenkveranstaltung stattfindet“, so Andreas Heidemann auf der Internetseite des Historischen Vereins.

Geschichte des Denkmals

Beim Denkmal an der Unnaer Straße handelt es sich um eine Denkmal-Anlage aus zwei Epochen. Den Ursprung bildet ein Kriegerdenkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Hengsen und Opherdicke. Die Einweihung erfolgte am 5. August 1928.

Das Denkmal bestand ursprünglich aus einem fünf Meter hohen Block aus Sandstein, das zwei lebensgroße Soldaten zeigt und persönliche Ehrensteine in einer Vertiefung davor.

Es wurde errichtet von den Gemeinden Hengsen und Opherdicke in Zusammenarbeit mit dem Kriegerverein Hengsen-Opherdicke, der am Tag der Denkmalseinweihung sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Schöpfer des Denkmals war der damals sehr bekannte Bildhauer Fritz Richter-Elsner aus Berlin, der in den 1920er Jahren für verschiedene Denkmale im gesamten Deutschen Reich, darunter auch das 130er_Denkmal am Kellerkopf, verantwortlich zeichnet.

Im Unterschied zum 130er-Denkmal erinnert das Denkmal an der Unnaer Straße an menschliches Leid und hat damit bereits Züge eines Mahnmals.

Diese ältere Aufnahme zeigt das Denkmal mit den beiden unversehrten Gedenktafeln. Die Gemeinde erstattete inzwischen Strafanzeige wegen des Diebstahls. (Foto: Historischer Verein)
Diese ältere Aufnahme zeigt das Denkmal mit den beiden unversehrten Gedenktafeln. Die Gemeinde erstattete inzwischen Strafanzeige wegen des Diebstahls. (Foto: Historischer Verein)

Während der Nazizeit wurde das Denkmal um einen „Hindenburgstein“ vor dem Sandsteindenkmal erweitert. 1934 wurde der „Volkstrauertag“ von den Nationalsozialisten in „Heldengedenktag“ umbenannt. Gedacht wurde am Denkmal an der Unnaer Straße jetzt nicht mehr nur der im Krieg gefallenen „Helden“, sondern auch der „Gefallenen“ der Nationalsozialisten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Denkmal zum Andenken an Gefallene, Vermisste und durch Kriegseinwirkung in der Heimat zu Tode gekommene des 2. Weltkriegs um zwei Säulen links und rechts vor dem alten Denkmal erweitert. Die linke Säule steht für 36 Kriegsopfer aus Opherdicke, die rechte für 85 Kriegsopfer aus Hengsen. Der Hindenburgstein wurde entfernt. Die Vertiefung wurde mitsamt der Ehrensteine aufgefüllt und eingeebnet. Die Einweihung wurde am 16. November 1958 gefeiert.

Denkmal, Metalldiebe


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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