Investor stellt Pläne für Wohnpark Emscherquelle vor

Diese perspektivische Darstellung zeigt den geplanten Wohnpark Emscherquelle mit den sechs Mehrfamilienhäusern an der Sölder Straße (oben re.) sowie dem Grünzug in der Mitte mit der zweizügigen Kita am nördlichen Ende und den Gruben zur Versickerung des Oberflächenwassers am linken Rand. (Foto: Wilma)

Diese per­spek­ti­vi­sche Dar­stel­lung zeigt den Wohn­park Emscher­quelle mit den sechs Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern an der Sölder Straße (oben re.), den 135 Ein­fa­mi­li­en­häu­sern sowie dem Grünzug in der Mitte mit der zwei­zü­gigen Kita am nörd­li­chen Ende. Am linken Rand: die Gruben zur Ver­sicke­rung des Ober­flä­chen­was­sers. (Foto: Wilma)

Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss stellte heute der neue Eigen­tümer der ehe­ma­ligen Emscher­ka­serne und Inve­stor, die Wilma Immo­bi­lien GmbH, erst­mals öffent­lich seine Pla­nung für den Wohn­park Emscher­quelle vor.

Im PLanungs- und Bauausschuss stellte Wilma-Projektmanager Andreas Häcker (r.), hier mit Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch, erstmals öffentlich die Planungen für den Wohnpark Emscherquelle vor.

Im PLa­nungs- und Bau­aus­schuss stellte Wilma-Pro­jekt­ma­nager Andreas Häcker (r.), hier mit Fach­be­reichs­leiter Uwe Nett­len­busch, erst­mals öffent­lich die Pla­nungen für den Wohn­park Emscher­quelle vor.

Zunächst stellte der ver­ant­wort­liche Pro­jekt­ma­nager Andreas Häcker kurz sein Unter­nehmen vor. Wilma ist ein mit­tel­stän­di­sches Unter­nehmen und klas­si­scher Bau­träger mit inzwi­schen 120 Mit­ar­bei­tern, das vor drei Jahren 75-jäh­riges Bestehen feiern konnte und auf drei Stand­orte ver­teilt ist. Haupt­sitz ist Ratingen (Wilma Wohnen West), die beiden anderen Stand­orte sind Frank­furt und Stutt­gart.

Bis heute hat Wilma Wohnen bun­des­weit 100.000 Wohn­ein­heiten fer­tig­ge­stellt. Gerade abge­schlossen ist das Pro­jekt Dort­mund Stadt­quar­tier Ost (Gerichtsviertel/​Güterbahnhof), wo Wilma Wohnen 83 Häuser errichtet und in direkter Nach­bar­schaft im Hanse-Viertel wei­tere 176 Wohn­ein­heiten in fünf Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern errichtet hat.

Diese Pro­jekte sind bereits aus­ver­kauft und erfolg­reich abge­schlossen“, so Andreas Häcker. „Wir finden die Region und beson­ders diese klei­nere Gemeinde sehr gut. Des­halb haben wir uns auch sehr gefreut, dass wir hier den Zuschlag für das ehe­ma­lige Kaser­nen­ge­lände bekommen haben.“ Der Pro­jekt­ma­nager zeigte sich „zu 100 Pro­zent über­zeugt“ davon, dass das ehe­ma­lige Kaser­nen­ge­lände „ein sehr guter Standort“ sei mit „guter Anbin­dung ans Gemein­de­zen­trum, alles da und doch naturnah und mit Nah­erho­lungs­qua­li­täten“.

Im Wohn­park Emscher­quelle tritt Wilma als Inve­stor, Pro­jekt­ent­wickler, Erschlie­ßungs- und Bau­träger auf. „Wir bieten alles aus einer Hand“, so Häcker. Ledig­lich wegen der Ver­mie­tung der öffent­lich geför­derten Woh­nungen werde das Unter­nehmen wohl mit einem Woh­nungs­bau­un­ter­nehmen aus der Region „noch Gespräche führen“. Ins­ge­samt 65 Mio. Euro wird das Unter­nehmen ein­schließ­lich der Erschlie­ßungs­ko­sten inve­stieren.

135 Einfamilienhäuser und 66 Sozialwohnungen

Diese Skizze zeigt das städtebauliche Konzept des Investors mit der Kita. (Foto: Wilma)

Diese Skizze zeigt das städ­te­bau­liche Kon­zept des Inve­stors mit der Kita. (Foto: Wilma)

Dafür sollen in dem rd. 88.000 m2 großen Neu­bau­ge­biet bis 2024 ins­ge­samt 201 Wohn­ein­heiten (WE) ent­stehen: über­wie­gend Ein­fa­mi­li­en­häuser (135 WE) mit Wohn­flä­chen von 140 bis 190 m2 und Grund­stücks­größen von 215 bis 750 m2 sowie sechs Mehr­fa­mi­li­en­häuser (66 WE) mit Wohn­flä­chen von 50 bis 90 m2  (sozialer Woh­nungsbau).

Die 66 Woh­nungen für den sozialen Woh­nungsbau sind im nörd­li­chen Bau­ge­biet (zur Sölder Straße hin) vor­ge­sehen. Die Ein­fa­mi­li­en­häuser sind als Rei­hen­häuser (sechs), Dop­pel­haus­hälften und frei­ste­hende Ein­fa­mi­li­en­häuser (13) geplant. „Wir haben ganz bewusst ver­schie­dene Dach­formen und Fas­saden gewählt, um das Bau­ge­biet auch städ­te­bau­lich attrak­tiver zu machen“, erklärt Andreas Häcker.

In der Mitte des Bau­ge­bietes liegt ein Grünzug, an dessen nörd­li­chem Ende auch eine zwei­zü­gige Kin­der­ta­ges­stätte auf rd. 1.000 m2 Grund­stück ent­stehen wird. Zudem soll eine groß­zü­gige grüne Frei­raum­struktur das Bau­ge­biet aus­zeichnen.

Stell­plätze sollen relativ groß­zügig ange­legt werden: je zwei Stell­plätze pro Ein­fa­mi­li­en­haus und 1,5 pro Wohn­ein­heit in den öffent­lich geför­derten Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern sowie 95 wei­tere öffent­liche Stell­plätze (ins­ge­samt 370 Stell­plätze)

Verkehrserschließung im Zentrum der Kritik

Diese Skizze zeigt die geplante innere Erschließung des Neubaugebietes. Die Erschließung erfolgt ausschließlich über die Sölder Straße. (Foto: Wilma)

Diese Skizze zeigt die geplante innere Erschlie­ßung (gelb) des Neu­bau­ge­bietes, die aus­schließ­lich über die Sölder Straße erfolgen wird. (Foto: Wilma)

Die Ver­kehrs­er­schlie­ßung soll aus­schließ­lich über zwei nörd­lich gele­gene Zufahrten über die Sölder Straße erfolgen. Dier innere Erschlie­ßung erfolgt über öffent­liche Ring- und sechs Pri­vat­straßen. Ferner soll es eine Zapf­säule für E-Mobi­lität geben und die Mög­lich­keit, bei Bedarf eine ÖPNV-Bus­hal­te­stelle ein­zu­richten.

Die Energie in den Ein­fa­mi­li­en­häu­sern wird (vor­aus­sicht­lich) durch öko­lo­gi­sche Wär­me­pumpen gewonnen werden. Die Mehr­fa­mi­li­en­häuser werden durch ein Biogas-Block­heiz­werk im Keller eines dieser Gebäude ver­sorgt. Das Regen­wasser wird an der Ober­fläche ver­sickert.

Zum Zeit­plan erklärte der Pro­jekt­ma­nager: Zunächst muss jetzt das Pla­nungs­recht durch die Gemeinde geschaffen werden. Das wird vor­aus­sicht­lich 1,5 Jahre dauern. Die Vermarktung/​der Ver­kauf soll im 2. Quartal 2019 starten, die Erschlie­ßung im 3. Quartal 2019 beginnen und der Bau­be­ginn in 4. Quartal 2019 sein. Fer­tig­stel­lung ist vor­aus­sicht­lich 2024.

Preise können wir natür­lich noch nicht nennen. Aber erfah­rungs­gemäß kann ich sagen, dass wir eigent­lich immer ganz gut das von uns ange­peilte Kli­entel treffen.“

Andreas Häcker, Pro­jekt­ma­nager und Pro­ku­rist der Wilma

Andreas Häcker betont: „Wir werden alle 17 von der Gemeinde Holzwickede gemachten Vor­gaben für den Wohn­park Emscher­quelle erfüllen und teil­weise sogar über­erfüllen.“ Abzüg­lich der Straßen und Wege liege der Grün­an­teil in dem Neu­bau­ge­biet bei 36 Pro­zent. Und auch die jungen Fami­lien habe man als Ziel­gruppe im Auge. Da die Häuser alle voll unter­kel­lert und die Pla­nung auch sonst recht hoch­wertig ist, dürften die Häuser zwar nicht so gün­stig werden, wie von der CDU immer wieder gefor­dert. Doch die For­de­rung nach preis­werten, fami­li­en­freund­li­chen Immo­bi­lien gehörte zuletzt gar nicht mehr zu den 17 gefor­derten Punkten der Gemeinde. „Und was heißt schon gün­stig“, so Andreas Häcker auf Nach­frage: „Preise können wir natür­lich noch nicht nennen. Aber erfah­rungs­gemäß kann ich sagen, dass wir eigent­lich immer ganz gut das von uns ange­peilte Kli­entel treffen.“ Und junge Fami­lien gehörten sehr wohl zur Ziel­gruppe bei der Ver­mark­tung.

Alle Auflagen der Gemeinde erfüllt

Bei­spiel für die im Wohn­park geplanten unter­kel­lerten Dop­pel­häuser (140 bis 190 m2) (Foto: Wilma)

Die Gegner der Bebauung bestreiten aller­dings, dass alle Auf­lagen der Gemeinde mit der Pla­nung erfüllt werden. So wiesen der Aus­schuss­vor­sit­zende Wil­fried Brink­mann (Bür­ger­block), aber auch die Spre­cher von FDP und Grünen darauf hin, dass der Grün­an­teil ursprüng­lich bei 50 Pro­zent liegen sollte. Auch würden sich junge Fami­lien die geplanten Immo­bi­lien kaum lei­sten können. Aller­dings, räumten auch die Kri­tiker ein, werde an der Pla­nung für das eigent­liche Bau­ge­biet nicht mehr zu rüt­teln sein.

Anders sieht das bei der Ver­kehrs­er­schlie­ßung aus, an der sich auch die Kritik der zahl­rei­chen anwe­senden Bürger ent­zün­dete: Hier steht noch ein Ver­kehrs­gut­achten aus. Das Ergebnis soll erst in der näch­sten Woche vor­liegen. Soviel konnte Pro­jekt­ma­nager Andreas Häcker aller­dings schon sagen: „Das neue Gut­achten wird ganz ein­deutig zeigen, dass sich der Ver­kehr nur sehr gering erhöhen wird.“

Sechs Jahre Baustellenverkehr problematisch

Große Sorge bereitet den Anwoh­nern und Kri­ti­kern des Wohn­park aber auch der Bau­stel­len­ver­kehr, der sich immerhin über sechs Jahre hin­ziehen wird. Der Bau­stel­len­ver­kehr wird nicht die Nadel­öhre (Tunnel) am Rosen­garten und an der Schä­fer­kamp­straße pas­sieren können und des­halb nach bis­he­riger Pla­nung aus­schließ­lich über die Sölder Straße ablaufen. Bürger und Spre­cher von FDP, Grünen und Bür­ger­block appel­lierten des­halb drin­gend an SPD, CDU, die Ver­wal­tung und den Inve­stor, nach Lösungen zu suchen, um die dro­hende Ver­kehrs­be­la­stung für die Bürger noch zu ent­schärfen.

So sollen die öffentlich geförderten sechs Mehrfamilienhäuser mit ihren 66 WE (sozialer Wohnungsbau) im nördlichen Bereich des Wohnparks aussehen. (Foto: Wilma)

So sollen die öffent­lich geför­derten sechs Mehr­fa­mi­li­en­häuser mit ihren 66 WE (50 bis 90 m2) sozialer Woh­nungsbau) im nörd­li­chen Bereich des Wohn­parks aus­sehen. (Foto: Wilma)

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