Informationsaustausch zum KiBiz-Gesetz: AWO fordert völlig neues Gesetz

Landtagsabgeordneter Hartmut Ganzke tauschte sich mit AWO-Fachberaterin Miriam Kleinhans, der stellvertretenden Kita-Leitung Nicole Schlüter-Isenbeck, AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert, Kita-Leiter Christoph Hoch und der AWO-Fachbereichsleiterin Annette Schütte über die geplanten Änderungen beim KiBiz aus.

Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hart­mut Ganz­ke (v.l.) tausch­te sich mit AWO-Fach­be­ra­te­rin Miri­am Klein­hans, der stell­ver­tre­ten­den Kita-Lei­tung Nico­le Schlü­ter-Isen­beck, AWO-Geschäfts­füh­rer Rai­ner Goe­pfert, Kita-Lei­ter Chri­stoph Hoch und der AWO-Fach­be­reichs­lei­te­rin Annet­te Schüt­te über die geplan­ten Ände­run­gen beim KiBiz aus. (Foto: pri­vat)

Zu einem Aus­tausch über die aktu­el­le Situa­ti­on in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen tra­fen sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Hart­mut Ganz­ke und Ver­tre­ter der Arbei­ter­wohl­fahrt im Kreis Unna gestern in der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tung Ras­sel­ban­de in Unna-Königs­born.

Anlass des Tref­fens war die geplan­te Ände­rung des Kin­der­bil­dungs­ge­set­zes (KiBiz). Die Lan­des­re­gie­rung will u.a. die jähr­li­che Erhö­hung der Kinds­pau­scha­len für die näch­sten drei Jah­re auf drei Pro­zent ver­dop­peln und die durch den Weg­fall des Betreu­ungs­gel­des frei wer­den­den Mit­tel in Höhe 431 Mil­lio­nen Euro für die früh­kind­li­che Bil­dung ein­set­zen. Davon sol­len 331 Mio. Euro in eine zusätz­li­che Lan­des­för­de­rung der Kind­pau­scha­len und 100 Mio. Euro für ein Pro­gramm für zusätz­li­che Ü3-Plät­ze flie­ßen. „Damit wol­len wir die Kita-Trä­ger und die Kom­mu­nen wei­ter unter­stüt­zen, um die gute Qua­li­tät und die Per­so­nal­stan­dards in den Kitas wei­ter­zu­ent­wickeln“, erläu­tert Hart­mut Ganz­ke die Ziel­set­zung der Geset­zes­än­de­rung. Das KiBiz wur­de 2008 durch die CDU/F­DP-Regie­rung mit gro­ßen Beden­ken der Trä­ger ein­ge­führt und ist seit sei­ner Ein­füh­rung durch die aktu­el­le Lan­des­re­gie­rung bereits zwei­mal revi­diert wor­den, um die Rah­men­be­din­gun­gen nach­hal­tig zu ver­bes­sern.

Seit der Einführung in 2008 schon zweimal geändert

Jede Ver­bes­se­rung des Geset­zes ist gut, aber letzt­end­lich brau­chen wir ein völ­lig neu­es Gesetz für die früh­kind­li­che Bil­dung mit einem grund­le­gend ver­än­der­ten Finan­zie­rungs­sy­stem“, mach­te AWO Geschäfts­füh­rer Rai­ner Goe­pfert die For­de­rung sei­nes Ver­ban­des deut­lich. Als Bei­spiel führ­te er die Ent­wick­lung der Lohn­ko­sten an: Seit Ein­füh­rung des KiBiz sei­en die Lohn­ko­sten durch Tarif­ab­schlüs­se und Stu­fen­stei­ge­run­gen um ca. 30 % gestie­gen, die Kind­pau­scha­len aber ledig­lich um 12 %. Das System der Kind­pau­scha­len und Stun­den­bu­chun­gen füh­re aber auch zu Unsi­cher­hei­ten bei der Per­so­nal­pla­nung, da sich jähr­lich Ände­run­gen erge­ben wür­den. „Das betrifft auch die Lebens­pla­nung der Mit­ar­bei­ten­den“, erläu­tert Rai­ner Goe­pfert.

Jede Ver­bes­se­rung des Geset­zes ist gut, aber letzt­end­lich brau­chen wir ein völ­lig neu­es Gesetz für die früh­kind­li­che Bil­dung mit einem grund­le­gend ver­än­der­ten Finan­zie­rungs­sy­stem“

Rai­ner Goe­pfert, AWO-geschäfts­füh­rer

Chri­stoph Hoch, Lei­ter der Kita Ras­sel­ban­de, wies auf die gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen und die hohen qua­li­ta­ti­ven Ansprü­che in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hin, u.a. durch den U3-Aus­bau oder die Inte­gra­ti­on von Kin­dern mit Han­di­caps. Damit sei auch ein immer grö­ßer wer­den­der Ver­wal­tungs­auf­wand ver­bun­den. Die­ser wür­de auch durch die zahl­rei­chen För­der­pro­gram­me und die damit ver­bun­de­nen Doku­men­ta­tio­nen ver­stärkt, hier müss­ten Ver­fah­ren ver­ein­facht wer­den. Ins­ge­samt müs­se die Fach­kraft-Kind-Rela­ti­on ver­bes­sert wer­den.

Hart­mut Ganz­ke teil­te vie­le der Kri­tik­punk­te und mach­te deut­lich, dass es ich bei der Ände­rung nur um eine befri­ste­te Lösung han­de­le. Ziel der Lan­des­re­gie­rung sei es, zu Beginn der näch­sten Legis­la­tur­pe­ri­ode ein neu­es Gesetz für Bil­dung, Erzie­hung und Betreu­ung im Ele­men­tar­be­reich auf den Weg zu brin­gen.

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