Mit rd. 31 000 m3 hat sich der Wasserverlust im Jahr 2017 im Versorgungsnetz der Gemeinde mehr als verdoppelt. Hauptursache dafür sind, so die Wasserversorgung, marode Hausanschlüsse. (Foto: _piu700_pixelio.de)

Holzwickeder Wasserpreis wird sich verändern müssen

Die Holzwickeder Haushakte werden sich auf einen steigenden Wasserpreis einstellen müssen. (Foto: _piu700_pixelio.de)
Die Holzwickeder Haus­halte werden sich mit­tel­fri­stig auf einen stei­genden Was­ser­preis ein­stellen müssen. (Foto: piu700 _pixelio.de)

Sau­beres Trink­wasser ist ein hohes Gut. Die Holzwickeder Haus­halte werden sich des­halb mit­tel­fri­stig auf einen regel­mäßig stei­genden Was­ser­preis ein­richten müssen. Das ist die Quint­essenz eines münd­li­chen Berichtes zur Ent­wick­lung des Was­ser­preises, den der Leiter der kom­mu­nalen Was­ser­ver­sor­gung, Stefan Peters­mann, im Betriebs­aus­schuss am Mon­tag­abend (7.9.) gab.

Einen kon­kreten neuen Was­ser­preis nannte Peters­mann dabei noch nicht. Viel­mehr kam es dem Betriebs­leiter viel­mehr darauf an, auf die sich ver­än­dernde Struktur des Was­ser­preises hin­zu­weisen und das Bewusst­sein für die Pro­ble­matik zu schärfen. Bekannt­lich setzt sich der Was­ser­preis aus einem Grund­preis und einem Arbeits­preis zusammen. Im fixen Grund­preis ent­halten sind z.B. die Kosten für Per­sonal, Abschrei­bung und Anlagen. Der Arbeits­preis richtet sich nach dem kon­kreten Ver­brauch.

Wasserpreis in Holzwickede wird grundpreislastiger

In Holzwickede ist der Was­ser­preis, so Stefan Peters­mann, eigent­lich sehr „anla­gen­in­tensiv“. Mit anderen Worten: Weil die Was­ser­ver­sor­gung selbst kein Wasser „pro­du­ziert“ und jeden Tropfen Trink­wasser bei der DEW ein­kaufen muss, ist der Anteil des Arbeits­preises am Gesamt­was­ser­preis deut­lich größer als bei anderen Ver­sor­gern. Ver­schärft wird dieses Ungleich­ge­wicht noch durch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung und den Umwelt­schutz: Immer weniger Men­schen ver­brau­chen immer weniger Wasser. Kon­se­quenz: „Der Was­ser­preis muss grund­preis­la­stiger werden“, for­dert Peters­mann. „Nor­ma­ler­weise hätten wir längst dem Grund­preis erhöhen und dafür den Arbeits­preis senken müssen.“ Alle umlie­genden Was­ser­ver­sorger hätten das längst auch schon getan.

Für das nächste Jahr sagt Stefan Peters­mann des­halb voraus: Im sta­ti­sti­schen Muster­haus­halt in Holzwickede werde der Was­ser­preis (Arbeits­preis) um 17 Cent sinken, die Grund­ge­bühr aber um 29 € ange­hoben. Das ent­spricht unter dem Strich dann einer Mehr­be­la­stung von zwei Euro im Jahr für den Muster­haus­halt. Wäh­rend sich damit noch einmal ein annä­herndes Null­sum­men­spiel für die Holzwickeder Bürger ergeben würde, werde sich das schon bald ändern, wie Peters­mann im Betriebs­aus­schuss deut­lich machte.

Kein Nullsummenspiel auf Dauer möglich

Dafür gibt es auch noch einen anderen Grund: Denn im Rahmen des Pro­gramms „Reine Ruhr“ sind alle Was­ser­ver­sorger ent­lang der hei­mi­schen Ruhr ver­pflichtet, ihre Was­ser­werke auf­zu­rü­sten oder sogar neu zu bauen. Für jedes Was­ser­werk müssen, schätzt Peters­mann, etwa 20 Mio. Euro inve­stiert werden. „Diese Kosten sind aber umla­ge­fähig“, so Peters­mann. Was bedeutet: „Letzt­lich wird der Ver­brau­cher dieses Geld über den Was­ser­preis zahlen müssen.“ Der Leiter der Holzwickeder Was­ser­ver­sor­gung geht des­halb davon aus, dass der Was­ser­preis ab dem Jahr 2020 allein aus diesem Grund um 14 Cent/​m3 steigen muss und die Ver­brau­cher sich auch danach auf jähr­liche Kosten­stei­ge­rungen des Was­ser­preises ein­stellen müssen.

Wasserversorgung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • zum Ver­ständnis: die Ver­an­las­sung den Grund­preis bei anla­gen­la­stiger Kosten­struktur anzu­heben, ist nach­voll­ziehbar, aber wenn das Wasser bezogen wird, sind dies doch men­gen­ab­hän­gige Kosten oder gilt eine Take-or-pay-Rege­lung?

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