Holzwickeder verkaufte Aktien, die nie in Umlauf waren: Geldstrafe

Weil er einem Geschä­dig­ten gemein­sam mit einem unbe­kann­ten Drit­ten Akti­en für ins­ge­samt 4.725 Euro ver­kauf­te, obwohl ein Bör­sen­gang nie beab­sich­tigt war, hat­te sich ein  41-jäh­ri­ger Holzwicke­der gestern vor dem Amts­ge­richt in Unna wegen Anla­ge­be­trugs zu ver­ant­wor­ten.

Der Frei­be­ruf­ler hat­te in der Zeit von Ende Juli bis Mit­te August 2010 über einen unbe­kann­ten Anla­ge­be­ra­ter Kon­takt zu dem Geschä­dig­ten auf­ge­nom­men und ihn auf sei­ne Fir­ma GDM mit Sitz in den USA hin­ge­wie­sen. Der Geschä­dig­te schick­te dem 41-Jäh­ri­gen schließ­lich einen Zeich­nungs­schein für Akti­en an ein Post­fach in Holzwicke­de und über­wies eine Sum­me von 4.725 Euro dafür auf ein Kon­to bei der Bank of Ame­ri­ca. Eigen­tü­mer der Fir­ma GDM war der Holzwicke­der. Sei­ne Fir­ma brach­te er nie an die Bör­se, folg­lich waren auch nie irgend­wel­che Akti­en die­ser Fir­ma im Han­del. Das ver­ein­nahm­te Geld hat der Holzwicke­der aller­dings bis heu­te nicht zurück­ge­zahlt.

Der Geschä­dig­te war übri­gens der ein­zi­ge, dem er Akti­en der GDM ver­kauft hat­te. Dass er ihm die­se  Akti­en ver­kauf­te, obwohl sie noch gar nicht im Han­del waren, wie ihm der Amts­rich­ter vor­hielt, sei  „völ­lig legal“, ver­tei­dig­te sich der Holzwicke­der gestern. Angeb­lich habe der Geschä­dig­te auch „gewusst, dass  noch kei­ne Akti­en in Umlauf waren“. Zudem sei er dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass es sich „um hoch­ris­kan­te Papie­re han­deln“ wür­de, behaup­te­te der Holzwicke­der – ohne aller­dings gestern den Nach­weis dafür zu erbrin­gen.

Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen

Die Staats­an­walt­schaft hat­te dem Ange­klag­ten im Vor­feld der Ver­hand­lung bereits ange­bo­ten, das Ver­fah­ren gegen ihn ein­zu­stel­len, wenn er die 4.725 Euro zurück­zahlt. „War­um haben Sie denn das Geld nicht zurück­ge­zahlt?“, woll­te Amts­rich­ter Jörg Grans­eu­er wis­sen. „Wis­sen Sie“, ent­schul­dig­te sich der 41-Jäh­ri­ge, „die gan­ze Sache hat mich schon sehr mit­ge­nom­men und stark bela­stet.“  Des­halb habe er sich als Frei­be­ruf­ler nicht mehr wie üblich um sei­ne Arbeit küm­mern kön­nen und weni­ger Ein­nah­men erzielt.

Merk­wür­dig nur: In sei­nen ersten Ver­neh­mun­gen hat­te der 41-Jäh­ri­ge noch der Poli­zei gegen­über erklärt, dass er in der Lage und auch wil­lens sei, das Geld an den Geschä­dig­ten sofort zurück zu über­wei­sen. Die­sen Wider­spruch konn­te der Ange­klag­te gestern zwar nicht auf­klä­ren. Er ver­si­cher­te aber: „Jetzt kann ich die vol­le Sum­me in zwei Mona­ten zurück­zah­len.“

Wohl auch des­halb kam der Holzwicke­der gestern noch ein­mal glimpf­lich davon, obwohl doch sei­ne Betrugs­ab­sich­ten ziem­lich offen­kun­dig waren.

In Abstim­mung mit der Staats­an­walt­schaft stell­te der Amts­rich­ter Jörg Grans­eu­er das Ver­fah­ren gegen den 41-jäh­ri­gen  Holzwicke­der gegen fol­gen­de Auf­la­gen ein: Der 41-Jäh­ri­ge muss die 4.725 Euro, die er zu Unrecht kas­siert hat, bin­nen zwei Mona­ten an den Geschä­dig­ten zurück­zah­len. Außer­dem muss der Ange­klag­te bis Mai 2015 eine Geld­stra­fe in Höhe von 1.000 Euro an den  Ver­ein für Jugend­hil­fe in Unna zah­len. Dafür gilt er dann aber auch künf­tig nicht als vor­be­straft.

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visage

Dipl.-Journalist

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