Gestohlene Küche in Moschee aufgebaut: Sechs Monate Haft zur Bewährung

Zu einer Frei­heits­strafe von sechs Monaten wegen Unter­schla­gung, aus­ge­setzt auf zwei Jahre zur Bewäh­rung, wurde der 37-jäh­rige B. heute vor dem Land­ge­richt Dort­mund ver­ur­teilt. Mit diesem Urteil endet ein Ver­fahren für ihn, das sich immerhin schon fast drei Jahre hinzog.

Der in Dort­mund lebende Marok­kaner war am 28. April 2016 vom Amts­ge­richt Dort­mund zu einer Geld­strafe in Höhe von 800 Euro ver­ur­teilt worden. Gegen dieses Urteil hatte die Staats­an­walt­schaft jedoch Beru­fung ein­ge­legt, weil ihrer Ansicht nach wegen des langen Vor­stra­fen­re­gi­sters des Ange­klagten keine wei­tere Geld­strafe mehr in Betracht kam.

Ver­ur­teilt worden war der ver­hei­ra­tete Vater von drei Kin­dern, weil er gemeinsam mit einem geson­dert ver­folgten Mit­täter am 24. Dezember 2014 in den gepach­teten Räumen seines kurz zuvor in die Insol­venz gegan­genen Arbeit­ge­bers eine Ein­bau­küche im Wert von etwa 3.600 Euro aus­ge­baut hatte.

B.‘s Absicht war es, so der Richter, die Küche zu Geld zu machen. Dass er so mög­li­cher­weise For­de­rungen an seinen Arbeit­geber aus­glei­chen und nicht gewusst haben wollte, dass die Küche gar nicht seinem alten Arbeit­geber, son­dern dem Ver­mieter gehörte, ändere nichts daran, dass es sich um einen Dieb­stahl han­delte, so das Gericht. Die Ein­bau­küche ver­kaufte B. anschlie­ßend an den Kultur- und Bil­dungs­verein Annur in Holzwickede, in deren Moschee an der Haupt­straße er die Küche auf­baute.

Wegen Vorstrafen Geldstrafe nicht mehr angemessen

Alle Betei­ligten in der Beru­fungs­ver­hand­lung waren sich heute einig, dass eine Haft­strafe ohne Bewäh­rung wohl nicht für den 37-jäh­rigen Ange­klagten infrage kommt. Ange­sichts von zehn Vor­strafen des Ange­klagten hielt aber auch der Richter eine wei­tere Geld­strafe nicht mehr für ange­messen, da diese bisher nichts bewirkt hätten. „Und so kann es schließ­lich nicht immer weiter gehen. Irgend­wann droht dann auch die Haft“, so der Richter. Zumal es auch bis heute von B. kein Geständnis gibt und auch die Ein­bau­küche nur unter Schwie­rig­keiten und Andro­hung von Straf­an­zeigen wieder her­aus­ge­rückt worden ist.

Aller­dings scheint B. seit der immerhin fast drei Jahre zurück­lie­genden Tat auf einem ganz guten Weg, wie das Gericht aner­kannte: B. habe sich inzwi­schen selbst­ständig gemacht und sei nach eigener Aus­sage auch dabei, sich wieder mit seiner Frau und Familie aus­zu­söhnen. Weil das Gericht diese posi­tiven Ansätze nicht zer­stören wollte, setzte es die Haft­strafe zur Bewäh­rung aus und ord­nete einen Bewäh­rungs­helfer für B. an. „Ich gehe davon aus, dass Sie sich das Urteil als War­nung dienen lassen“, gab der Richter dem 37-Jäh­rigen zum Abschied mit auf den Weg.

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