Flughafen Dortmund legt Geschäftsbericht 2014: mehr Passagiere, weniger Einnahmen

Die Passagierzahglen am Dortmunder Flughafen sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. (Foto: Peter Gräber)
Die Passagierzahlen am Dortmunder Flughafen sind in 2014 weiter gestiegen – vor allem dank der Fluggesellschaft WIZZ Air. (Foto: Peter Gräber)

Die Flughafen Dortmund GmbH hat jetzt den Geschäftsbericht für den Airport Dortmund für das Jahr 2014 vorgelegt. Danach verzeichnet der Dortmunder Flughafen trotz einiger weggebrochener Verbindungen einen leichten Passagierzuwachs in 2014 – vor allem der Fluggesellschaft WIZZ Air zu verdanken ist. Allerdings machte der Dortmund Airport auch ein Defizit von 17,4 Mio. Euro.

Der Luftverkehrsmarkt in Deutschland insgesamt erholte sich mit einem Passagierzuwachs von 3,0 % deutlich im Vergleich zum Vorjahr (2013: +0,7 %). Verbreitete Verkehrsrückgänge wie noch im Vorjahr verzeichneten in 2014 nur noch sieben Flughäfen. Während im Europaverkehr die Zuwachsraten bei 3,1 % lagen, verzeichnete der innerdeutsche Verkehr dagegen lediglich Zuwächse von 0,8 %.

Statistik Fluggesell
Zahl der Passagiere am Flughafen Dortmund in 2014 nach Fluggesellschaften aufgeschlüsselt (Quelle: Geschäftsbericht Flughafen GmbH)

Auch der Dortmunder Flughafen partizipierte an dieser Entwicklung, und dies trotz der aufgrund der Ukrainekrise in 2014 weggefallenen Verbindungen. Insgesamt konnte das Geschäftsjahr 2014 am Dortmund Airport mit einem Zuwachs des Passagieraufkommens auf 1.965.802 Passagiere (Vorjahr: 1.924.313; +2,2 %) abgeschlossen werden. Getragen wurde das Wachstum in 2014 erneut von der Fluggesellschaft WIZZ Air. Diese konnte auch in 2014 die Mehrheit des Passagierwachstums aufweisen, obwohl aufgrund des Ukrainekonflikts Strecken wie Donezk und Lemberg eingestellt und die Umläufe auf der Destination Kiew reduziert wurden. Ryanair belegt im Ranking Platz zwei, gefolgt von Germanwings.

Zahl der Passagfiere nin 2014 nach destinationen aufgeschlüsselt. (Quelle: Geschäftsbericht Flughafen GmbH)
Zahl der Passagiere nin 2014 nach destinationen aufgeschlüsselt. (Quelle: Geschäftsbericht Flughafen GmbH)

Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse um 0,64 Mio. € auf 25,06 Mio. € (+2,6 %). Die Abschreibungen und Zinsaufwendungen stellen auf der Ausgabenseite einen der größten Einzelpositionen dar und betrugen zusammen 10,80 Mio. € (Vorjahreswert: 11,00 Mio. €; –1,8 %) bzw. 22,9 % der Gesamtaufwendungen. Im Ergebnis ist in 2014 ein Jahresfehlbetrag vor Ergebnisübernahme durch die Muttergesellschaft von –17,41 Mio. € (Vorjahr: –18,10 Mio. €; –0,69 Mio. €; –3,8 %) zu verzeichnen. Das Jahresergebnis ist das geringste Defizit seit 2002. Der Ruhrgebietsflughafen konnte damit die kontinuierlich positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen.

Parken und Pendelbusse bringen 5,02 Mio. Euro ein

Die Gesamteinnahmen aus dem Bereich Aviation stiegen von 15,05 Mio Euro in 2013 auf 15,58 Mio in 2014 (+0,53 Mio. Euro oder +3,5%). Im Wesentlichen ist dieser Anstieg durch höhere Einnahmen bei den Abfertigungsentgelten bedingt.

Im Non-Aviation stiegen die Parkeinnahmen und die Einnahmen aus den Pendelbusverkehren infolge der leicht gestiegenen Passagierzahlen ebenfalls um 0,8 % leicht an. In 2014 wurden hier 5,02 Mio. Euro Einnahmen erzielt (2013: 3,98 Mio. Euro). Bei den Mieterlösen konnte eine Steigerung von 3,8 % auf rund 3,1 Mio. Euro (2013: 2,99 Mio. Euro) erzielt werden.

Im Ergebnis sanken die Gesamterträge von 29,86 Mio., Euro in 2013 auf 28,58 Mio. Euro on 2014. Das entspricht  1,28 Mio. Euro weniger Einnahmen (-4,3%) gegenüber dem Vorjahr.

Für das laufende Jahr 2015 erwarten die Flughafenbetreiber ein leichtes Wachstum von rund 1,7 % auf rund zwei Mio. Passagiere, obwohl „aufgrund der Start- und Landebahnlänge weiter Wettbewerbsnachteile“ bestehen, Air Berlin sich aus Dortmund zurückgezogen und die Ukraineverbindunegn weiter entfallen. Die angeflogenen Ziele in Zentral- und Osteuropa würden aber in 2015 Wachstumsfaktoren bleiben.

Trotz steigender Passagierzahlen steigt auch das Defizit

Für das Jahr 2015 wird bei Gesamterträgen von 26,3 Mio. Euro und Gesamtaufwendungen von 45,5 Mio. Euro allerdings auch wieder ein höherer Jahresfehlbetrag von -19,2 Mio. Euro erwartet.

Auf Dauer wird  es allerdings nicht möglich sein, den Flughafen als Zuschussbetrieb zu betreiben. Nach den Leitlinien der EU aus April 2014 muss der Airport Dortmund  zehn Jahre nach Beginn des Übergangszeitraumes die volle Deckung seiner Betriebsaufwendungen nach Definition der neuen EU-Leitlinien erreicht haben. Die Erreichung dieses Zieles ist ganz wesentlich vom künftigen Passagieraufkommen abhängig, das sich jedoch gerade bei Regionalflughäfen kaum verlässlich vorhersagen lässt. Zudem wird der Wettbewerb der Flughäfen untereinander immer härter.  Da nach Ablauf des Übergangszeitraumes eine weitere Subventionierung des Flughafens nicht mehr zulässig ist, besteht durchaus eine Bestandsgefahr für den Dortmunder Flughafen, sollte es den Betreibern nicht gelingen, das Defizit abzubauen.

Längere Start- und Landebahn angemahnt

Nach Ansicht der Flughafenbetreiber hat der Flughafen Dortmund aufgrund seiner Struktur grundsätzlich alle Voraussetzungen, die nötigen Zuwachsraten bei den Passagieren zu gewinnen – ein weiterer Anstieg der Nachfrage vorausgesetzt. Mit der im Mai 2015 erteilten „Genehmigung zur Erweiterung der Betriebszeiten und zur Anpassung der nicht marktgerechten Verspätungsregelung“ sei ein Grundstein dafür gelegt worden,in den nächsten Jahren „positive Auswirkungen auf das Verkehrsergebnisse zu generieren“, heißt es in dem Geschäftsbericht zu den Chancen des Flughafens in der Zukunft. Was nach Ansicht der Flughafenbetreiber wirklich notwendig ist, um den Airport wettbewerbsfähiger zu machen, zeigt diese Aussage in ihrem Geschäftsbericht: „Im Vergleich zu Wettbewerbsflughäfen gerät der Flughafen Dortmund  dagegen hinsichtlich der Länger der Start- und Landebahn zunehmend in eine kritische Marktposition. Ziel der kommenden Jahre wird es sein, die Marktposition des Flughafens zu sichern und die mittelfristige Verkehrsprognose erfüllen zu können.“

 

Flughafen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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