Unterschlagung im Rewe bringt Holzwickeder zwei Monate hinter Gitter

25 Jahre ist er alt, der Holzwickeder, der sich heute (27.8.,) vor dem Amts­ge­richt in Unna wegen Unter­schla­gung zu ver­ant­worten hatte. Gegen­über den acht Ein­tra­gungen, die er in seinem Vor­stra­fen­re­gi­ster hat, dar­unter auch ein Dieb­stahl mit Waffen, mutet die Straftat, die er im Dezember vorigen Jahres im Rewe-Markt an der Haupt­straße beging, eher wie eine Baga­telle an: Als er im Dezember 2014 an der Kasse des Rewe-Marktes saß, hatte er 32,99 Euro daraus ent­nommen und den Fehl­be­trag anschlie­ßend als Retoure für eine Fla­sche Cham­pa­gner aus­ge­geben.

Als der 25-Jäh­rige dabei erwischt wurde, leug­nete er die Tat zunächst. Anschlie­ßend erstatte er jedoch den Geld­be­trag. In der Ver­hand­lung heute gab er die Tat unum­wunden zu. Für den 25-.jährigen Holzwickeder ging es in der Ver­hand­lung ohnehin um viel mehr. Denn als er die Unter­schla­gung beging, stand er schon unter vier­fa­cher (!) Bewäh­rung. Außerdem muss er sich dem­nächst noch vor dem Amts­ge­richt in Hagen wegen eines grö­ßeren Dieb­stahls ver­ant­worten.

Vierfach unter Bewährung: Noch viel längere Haft droht

Ange­sichts dieser Vor­aus­set­zungen fiel es nicht nur dem Ankla­ge­ver­treter heute schwer, zu glauben, was der Holzwickeder von sich behaup­tete: Er habe sich gebes­sert und auch regel­mäßig wegen seiner Alkohol- und Dro­gen­pro­bleme so genannte Scree­nings besucht. Zumal die Bewäh­rungs­hel­ferin des Holzwicke­ders über eher „unzu­ver­läs­sigen Kon­takten“ mit ihrem Schütz­ling geklagt hatte.

Die Staats­an­walt­schaft for­derte des­halb auch sechs Monate Haft ohne Bewäh­rung für den Ange­klagten. Dem ver­schlug es dar­aufhin die Sprache: „Dafür finde ich keine pas­senden Worte“. Amts­richter Chri­stian Johann fand sie dagegen für den Ange­klagten: Viel­leicht führe er sich ja besser als vorher, aber wirk­lich gebes­sert habe sich ein Ver­halten nicht, so der Richter in der Begrün­dung seines Urteils von zwei Monaten Haft ohne Bewäh­rung für den Ange­klagten.

Ob der Holzwickeder Rechts­mittel gegen dieses Urteil ein­legt, ist offen. Sollte er tat­säch­lich hinter Gitter wan­dern, wird es wohl bei den zwei Monaten nicht bleiben. Denn wenn seine übrigen Bewäh­rungs­strafen wider­rufen werden, wovon dann aus­zu­gehen ist, und auch noch das aus­ste­hende Urteil des Hagener Gerichtes dazu kommen, wird der 25-Jäh­rige wohl viele Monate mehr mehr in Haft ver­bringen müssen.

Unterschlagung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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